
Eine 16-jährige hat in einem Segeljacht den Atlantik überquert und nach dem 2-wöchigen Trip erstmal eine halbstündige Presskonferenz im Alleingang und perfektem englisch gehalten, in der sie u.a. klimawissenschaftliche Fragen beantwortet. Alter Schwede, ey Junge Schwedin, ey. Während der Einfahrt in den New Yorker Hafen ist dabei dieses ikonische Bild vor der Freheitsstatue entstanden, nachdem ich heimlich hoffe, dass das kleine Mädchen dem alten Trumpeltier mal kräftig in den Arsch tritt.
Und ja klar, natürlich geht es hier auch um inszenierte Aufmerksamkeit (und die hat sie definitiv - neben Fans zur Begrüßung gab es sogar Live-Streams). Aufmerkamkeit für eine Bewegung zu machen, die gegen die wahrscheinlich größte Krise der Menschheit vorgeht, finde ich aber durchaus legitim. So funktionieren Politik und Protest im Endeffekt nun mal.
Falls ihr euch zu sicher seid
Baue ich bei mir zuhause ja selbst an, aber falls ihr euch nicht unsicher genug seid, gönnt euch doch einfach mal dieses zweifelhafte Spar-Angebot zum Auktionspreis (mit verschiedenen Sorgen).
Volles Comedy-Programm: Till Reiners – Auktion Mensch
Bisher hat Till Reiners für mich eigentlich nur zusammen mit Moritz Neumeier existiert, mochte aber immer seine zynische und trotzdem klare Haltung. Sein eigenes Stand-Up-Programm gibt's jetzt auch in voller Länge auf YouTube, damit ihr auch mal mitlachen könnt. Einer dieser seltenen
Ein letztes Mal spielt Till Reiners sein Programm „Auktion Mensch“. Das allerletze Mal. Vier Jahre lang hat er es gespielt, aktualisiert, perfektioniert. Jetzt, wo es richtig gut ist, hört er damit auf. Zu oft gespielt. Er kann nicht mehr. Also ab zu YouTube!
Die Menschen in Schortens haben ihn dafür gehasst (wegen des Teils mit den toten Kindern) und die Menschen in Berlin haben ihn dafür geliebt (wegen des Teils mit den toten Kindern). Deswegen werden die letzten Reserven mobilisiert. Eine Weinschorle auf Euch, Berliner*innen. Die Derniere über den Dächern der Hauptstadt im angemessen geilen Klunkerkranich, mit Video-Aufzeichnung, damit nicht alles am nächsten Morgen vergessen ist.
Es geht um das Politische im Privaten und warum Kapitalismus enttäuschenderweise funktioniert. „Der Überzeugungs-TÜV für die Sollbruchstellen der eigenen Denkmuster“ stand immer im Programmtext. Keine Sorge, das war der schwierigste Satz. Auf der Bühne geht es dann niveautechnisch nur noch bergab. Der richtige Schwung für ein Ende. Das wird ein Spaß.
Mit dem Fahrrad durch das über E-Roller diskutierende Autoland
Es ist schon ein bisschen absurd. Wenn ich vor meine Tür gehe, ist das erste, was mir begegnet parkende Autos, die zigfach aneinandergereiht die linke und rechte Straßenseite komplett einnehmen, indem sie einfach nur rumstehen. Deutsche scheinen sich allerdings lieber weiterhin über die im Vergleich dazu klitzekleinen E-Scooter aufzuregen, die ihnen angeblich alle Wege versperren und sowieso total lebensgefährlich seien. Aha. Aber unzählige dicke SUV-Panzer nicht, oder was?
Und ja, okay. So richtig effektiv ist das mit den Rollern noch nicht - bessere wäre da vielleicht, explizite Stadt-Viertel zu schaffen, wo gar keine Autos fahren und die Dinger dann ausschließlich dort eingesetzt werden. Noch einfacher und noch nachhaltiger wäre aber eine ganz andere Lösung: das Fahrrad.
Was wir dafür bräuchten: Straßen für fahrende Fahrräder - und nicht für rumstehende(!) Stahlklötze auf vier Rädern. So wie es beispielsweise die Holländer machen, die nicht nur riesige Parkhäuser für Bikes haben, sondern auch straßenbreite Fahrradwege, die den Berufsverkehr dort handlen - und sogar noch genug Platz für E-Roller anzubieten hätten.
Leider lieben die Deutschen ihre Autos mindestens genau so wie die Amis ihre Waffen (beide töten in den jeweiligen Ländern viele Menschen) während die Anzahl der toten Fahrradfahrer vermutlich auch durch immer massivere Autos in den Städten gerade gestiegen ist.
Und vielleicht sollten wir dieses Verkehrsproblem auch gar nicht zu einem Umweltthema machen, sondern schlicht darum bemüht sein, weniger Menschen durch vermeidbare Dinge sterben zu lassen. Wobei das irgenwann auch genau so für den Klimaschutz gelten wird, wenn wir weiterhin so dumm rumfahren wie bisher.
HongKong-Protests in Bildern: Digital Protest-Screens, Facecam-Destruction & a lost pink Bunny in the Rain

Es gibt ja aktuell sehr viele beeindruckende Szenen und Bilder der Proteste aus HongKong, die im Netz die Runde machen und nicht selten an futuristische Aufstände aus Cyberpunk-Romane erinnern. Sei es ein digitaler Protestschild-Screen, eine perfekte Rettungsgasse aus protestierenden Regenschirmen oder lahmgelegte Gesichtserkennungs-Kameras (mit und ohne Laser-Pointer).
Das schönste und vermutlich auch traurigste Symbol-Foto ist aber wahrscheinlich das eines pinken Mini-Häschens - unfreiwillig fallen und zurück gelassen auf dem nassen Asphalt HongKongs. Sci-Fi-Revolutionsästhetik.
"The heartbraking moment when the teenage girl protestor was arrested and dropped her pink rabbit keyring..."
This is peak Hong Kong protest. A pair of young lovers walking hand in hand, carrying a portable digital protest sign. This is two of my most popular tweets crossing the streams. pic.twitter.com/zT3S6B7S8g
— Hong Kong Hermit (@HongKongHermit) August 25, 2019
Twittwoch #35
Der größte Regenwald der Erde ist anscheinend nicht mehr wert als zwei Staffeln Friends, manche Politiker möchten die Welt einfach gerne brennen sehen und andere Politiker sollten statt andere Länder zu kaufen lieber mal ihr eigenes für den guten Zweck abgeben. Twittwoch #35.
https://twitter.com/nichtschubsen/status/1165886520378740736
https://twitter.com/BeiAnja/status/1164143459017641984
Vor – und nach dem ersten Schultag
Druffis sind wie Lego-Liebhaber
https://twitter.com/Rauschgiftbatt1/status/1165266570836414464
Am liebsten in allen erdenklichen Farben und zu Meter hohen Türmen gestapelt. Oder irgendwie so.

