Eigentlich schreibt Fabian Gedichte. Die entsetzlichen Bilder aus dem abgebrannten Flüchtlingslager in Moria und die immer noch so enttäuschende Reaktion der EU haben ihn aber nun dazu veranlasst, sein erstes Filmprojekt zu starten. #LeaveNoOneBehind.

Es ist jetzt schon über zwei Wochen her, dass das Flüchtlingslager Moria abgebrannt ist. Die Situation der Menschen auf den griechischen Inseln hat sich für die meisten seitdem kaum verbessert. Mit diesem kurzen Film möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass die Aufmerksamkeit für das Thema nicht abreist. Außerdem möchte ich aufzeigen, wie viele Wege es gibt zu helfen. Dafür habe ich u.a. mit Erik Marquardt (Mitglied des Europäischen Parlaments), Felix Lobrecht (Stand-up Comedian) & Hubertus Koch (Journalist & Filmemacher) gesprochen. Allein schon mit einer Spende könnt ihr viel dazu beitragen, dass den Menschen vor Ort geholfen werden kann: https://leavenoonebehind2020.org/


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2020 ist das Jahr, in dem man in der Stadt das erste mal wieder so wohnt wie damals aufm Dorf, als man sich mit immer den gleichen 3 Leuten an Bushaltestellen weggesoffen hat, weil man nicht in irgendwelche Clubs kam.
Denn seit Corona sind viele Vorteile, die man in einer Stadt so normalerweise hat einfach weg oder sogar zum Nachteil geworden, was wohl hauptsächlich am oft fehlenden Platz liegt, den man aufm Dorf dafür massig hat. Während des Lockdowns haben viele die "Ruhepause" in der sonst immer laut hupenden Großstadt ja sogar genossen oder sind zwischendurch wie ich ein paar Wochen aufs Land geflüchtet. Arte hat mal versucht herauszufinden, wohin die Reise zwischen Bauernhof und Skyline am Ende geht.

Der Exodus in mittelgroße Städte ist ein sich mit der Coronakrise verstärkendes europäisches Phänomen. "In die Hauptstadt aufsteigen" war bis zum letzten Jahrhundert ein Ziel. Aber Umweltverschmutzung, Immobilienpreise oder lange Wege zur Arbeit haben dem Traum vom Leben in Hauptstädten ein Ende gesetzt. Die Coronakrise beschleunigt mit Telearbeit und Lockdown diesen Effekt.
Dieser Wunsch nach Lebensqualität durch eine Verlangsamung des städtischen Rauschens wurde 1998 in Italien von der "Slow City"-Bewegung begründet. Dieser neue Lebensstil, der der Natur näher kommt, erfordert jedoch Bedingungen für die Zugänglichkeit mit dem Zug und eine hervorragende Internetabdeckung. Was wäre, wenn die Stadtplaner, die 30 Jahre lang eine starke Bevölkerungsdichte in Megastädten vorhergesagt hatten, sich geirrt haben?


Arte hat mittlerweile so viele Kurzdokus über das Leben in Pandemie-Zeiten hochgeladen, dass es eine eigene Corona-Playliste mit allen gibt. Und in der lernt ihr zum Beispiel, wie philosophisch denn so ein Virus sein kann, wie schön ruhig es dieses Jahr auf Mallorca ist und warum ihr dringend mehr Pommes futtern solltet. Die wichtigen Themen abseits der wichtigen Themen.

...weiterlesen "Corona-Doku-Playliste von arte u.a. über Philosophie & Pommes"


Der YouTuber und Trainsurfer Shiey reist am liebsten illegal und trägt seine Maske schon, bevor es cool war. Im jetzigen Corona-Sommer hat er während eines Euro-Trips nicht nur ein weiteres Musikvideo, sondern auch eine kleine Doku über seinen nicht besonders komfortablen Ausflug gedreht.
In der schmuggelt er u.a. sich und seine zwei scheinbar genauso verrückten Kollegen unter einem Güterzug über mehrere EU-Grenzen (bspw. von Deutschland nach Italien). Und ja, das ist natürlich alles wahnsinnig gefährlich und in jeglicher Hinsicht verboten, aber fehlendes Social Distancing kann man diesen offensichtlich lebensmüden Typen auf jeden Fall nicht vorwerfen.

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Eine sehr (n)ostalgische und sympathische Doku von 3Sat über die ersten Nerds der DDR, die damals noch Computerfreaks genannt wurden und inofiziell sogar als frühe Keimzelle für den späteren Chaos Computer Club gelten. Programmiert mit stilsicheren Retro-Pixel-Grafiken und 8-Bit-Sounds zwischen alten Geschichten über C64, Atari und hochmoderne Sowjet-Maschinen mit bis zu 4 Megabyte Speicherplatz.

Die Dokumentation „Auferstanden aus Platinen“ erzählt die Geschichte einer Gruppe computerbegeisterter Jugendlicher im Ostberlin der späten 80er Jahre. Ihre Geschichte ist zugleich eine Geschichte über die Anfänge der digitalen Revolution.

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Greta Thunberg ist zu einer Ikone eines weltweit riesigen Movements einer ganzen Generation geworden und hat quasi FridaysForFuture erfunden. Mit 15. Inzwischen hat die mittlerweile 17-jährige Klimaaktivistin, die im Namen der Wissenschaft kämpft nicht nur viel erreicht und erlebt, sondern auch ihre eigene Doku vom Streamingdienst Hulu bekommen. Und ich mag neben dem Titel besonders dieses Statement von ihr im ersten Trailer: "I'm a Nerd". Denn ich glaube und hoffe ja, dass (Science-)Nerds diese Welt mal retten werden.

The story of teenage climate activist Greta Thunberg is told through compelling, never-before-seen footage in this intimate documentary from Swedish director Nathan Grossman.
Starting with her one-person school strike for climate action outside the Swedish Parliament, Grossman follows Greta—a shy student with Asperger’s—in her rise to prominence and her galvanizing global impact as she sparks school strikes around the world. The film culminates with her extraordinary wind-powered voyage across the Atlantic Ocean to speak at the UN Climate Action Summit in New York City.


Eigentlich könnte Social Media eine tolle Sache sein und ist es wohl oft auch. Immerhin können wir uns so jederzeit weltweit mit all' unseren "Freunden" connecten, Informationen austauschen, Movements und neue Ideen groß machen oder Missstände aufdecken, die sonst völlig untergegangen wären.
Gleichzeitig haben wir auf den Socials nicht nur Probleme mit Hetze, Daten und Fake-News. Instagram, TikTok & Co. scheinen uns trotz permanenter Online-Dopamin-Spritze durch rot aufploppende Zahlen auch nicht wirklich glücklich zu machen. Denn tatsächlich fühlen sich Menschen heutzutage trotzdem sie mit der ganzen Welt verbunden sind immer einsamer.
The Social Dilemma. So heißt auch die neue Netflix-Doku, die sich ein wenig anfühlt wie eine Black-Mirror-Episode, die dummerweise in der Realität spielt und quasi von digitalen Dealern erzählt. Ich glaube ja dennoch, dass es ein bisschen wie mit allen Drogen und "Genussmitteln" ist: man muss sie in Maßen genießen und die Sucht darf nicht dein Leben kontrollieren (stöbert doch statt auf den immer gleichen 3 Seiten einfach mal wieder in schönen Blogs rum;).

...weiterlesen "Netflix: The Social Dilemma"


Das eigentliche Drama an einer Pandemie ist ja, dass sie weltweit stattfindet und so fast alle Menschen auf diesem Planeten zur auch noch selben Zeit das nahezu selbe durchgemacht haben. Eine kollektive Erfahrung des Schreckens quasi.
In dieser 20-minütigen Doku erfahrt ihr zum Beispiel, dass es durchweg fast allen schlecht und einigen sogar noch viel schlechter geht dieses Jahr - aber auch, warum man aus gemeinsamen Erfahrungen ja auch gemeinsam etwas lernen könnte.

Throughout this challenging, sad and unusual time, we are being forced to face some truths we constantly try to avoid. Death, purpose and responsibility were some of the things going through the minds of the friends that we spoke with around the world.

During April we recorded these conversations, and while being on opposite sides of the world, we created this film using unused shots and personal footage. We confronted many of our own fears and although there isn’t a definitive answer, there were some thoughts that stayed with us.

This film won’t reveal anything new, but it might bring some comfort and ideas, perhaps uniting us in what it means to be human during these uncertain times.


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Ich bin ja sehr froh darüber, dass es im oft testosteronüberladenen HipHop-Game inzwischen immer mehr Rapperinnen gibt, weil es der Szene und ihrem manchmal sehr egozentrischen Männlichkeitsbild durchaus gut tut. Von weiblichen DJs hört man bis heute allerdings leider eher selten. Das scheint aber kein alleiniges Rap-Problem, sondern in der vermeintlich so viel diverseren Electro-Szene im Jahr 2020 auch noch zu sein.

Electronic music was born from the ideals of diversity, community, and inclusivity, and yet in 2019 only 5 of the top 100 DJs were women.

Und um genau dieses gestörte Missverhältnis, das man dringend mal ändern sollte, geht es in der Doku Underplayed, in der u.a. meine Lieblingsproducerin TOKiMONSTA zu Wort kommt. Unabhängig davon empfehle ich übrigens jedem mit Musikgeschmack weniger David Guetta, Tiësto oder Robin Schulz und stattdessen mehr Cashmiri, Giorgia Angiuli oder CloZee zu hören.

Filmed over the summer festival season, Underplayed presents a portrait of the current status of gender, ethnic, and sexual equality issues through the lens of the female pioneers, next-generation artists, and industry leaders who are championing the change and inspiring a more diverse pool of role models for future generations.
Ultimately, the film explores how gender disparity happens, a theme that transcends music and finds relevance in many of today’s industries.

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In Deutschland wird dieses Jahr anscheinend schon wieder übers BGE gesprochen, nachdem die Regierung nun offenbar eine Langzeitstudie mit freiwilligen Teilnehmern startet, die monatlich jeweils 1200€ bekommen. Und auch beim Y-Kollektiv hat man sich dem Thema mal wieder gewidmet.
Ich bin ja schon seit Ewigkeiten Fan von der Idee und halte das BGE seit 2020 sogar für bitter nötig. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie man nach dem ganzen Hickhack mit den Corona-Hilfsgeldern und dem vielen Kurzarbeit-Gedöns noch gegen das Bedingunglose Grundeinkommen sein kann, dass uns fast alles davon komplett erspart hätte, weil sowieso schon jeder finanziell so weit abgesichert wäre, dass ein Lockdown gar nicht so dramatisch für alle ist.
Das hätte weitaus weniger Stress für alle Beteiligten bedeutet und ich glaube sogar, dass wir das Virus stärker hätten eindämmen können, weil einfach weniger Menschenleben von der Wirtschaft abhängig wären, die uns ja überhaupt erst zu Lockerungen gezwungen hat. Das BGE würde uns also auch krisenfester machen. Nicht umsonst gab es schon zu Beginn des ganzen Corona-Mists im März eine große Petition dazu mit fast 500.000 Unterschriften.

Vor nicht mal einem Jahr hatte ich hier eine Doku von Pioneer DJ gepostet, in der es um die modernen Discjockeys von heute geht, die sich nicht immer gerne mit Facebook-Likes und Instagram-Selfies rumplagen, das aber durchaus auch mal tun müssen. Inzwischen sieht sowohl die Plage als auch das Leben eines DJs aber schon wieder abnormal anders aus und alles groovt sich nach dem kompletten Stillstand noch nicht so richtig wieder ein. Deshalb gibt es jetzt auch wieder eine Doku - diesmal über die neue Normalität, in der Corona leider still in da Club ist und allen die Tour versaut wie so ein Arschloch. Und nicht vergessen: Support your local Clubs & Artists.


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In diesem Jahr schwelgen alle in Erinnerungen an gute alte Festivals aus vergangenen Zeiten und ich musste zwischendurch öfter mal an die Loveparade denken, die wohl das "Paradebeispiel" dafür war, wie schön und leider auch wie gefährlich feiernde Menschenmassen sein können. Passend dazu gibt es in diesen festivallosen Zeiten sowohl in der ARD als auch bei arte Dokus über die größte Techno-OpenAir-Party der 90er, die aufgrund eines katastrophalen und tödlichen Jahres nicht mehr existiert. 2020 lässt grüßen.

Die Loveparade hat eine ganze Generation geprägt. Die Bilder gingen um die Welt. 1999 tanzten anderthalb Millionen Menschen auf der Straße des 17. Juni - die größte Party aller Zeiten. So etwas ging nur in Berlin, der Stadt der Freiheit und Freiräume. Der Film erzählt die Geschichte des Berliner "Techno-Woodstocks".

...weiterlesen "Dokus: Loveparade – Als die Liebe tanzen lernte & die Verhandlung"