Ich mag ja Laberformate, bin aber im Fernsehen oft genervt davon, wie erschreckend wenig abwechslungsreich die Gästeauswahl ist und schalte ab, wenn immer die gleichen alten weißen Männer eingeladen werden. Neben Deep und Deutlich gibt es mit 13 Fragen aber mittlerweile noch ein Diskussionsformat bei den Öffis, das verstanden hat, dass Diversität auch Talkshows in jeglicher Hinsicht besser macht.
In der aktuellen Folge kommen sogar mal gleich zwei so called Promis aus meiner Bubble vor, weshalb ich euch an dieser Stelle einfach mal empfehle, El Hotzo und Aurel Mertz auf Twitter zu folgen, wenn ihr das nicht eh schon tut. Die haben in den letzten Monaten nämlich einen stabilen Pandemie-Grind hingelegt. Aber apropos Diversität. Checkt doch auch mal Salwa Houmsi bzw. Benz aus, die die Show normalerweise moderiert und nebenbei auch sehr gute Mucke-Mixe macht.


Dieses Jahr durften nicht nur wir alle, sondern ja selbst die Politik merken, dass es besser ist, wenn man auf die Wissenschaft hört. Mit diesen Talks könnt ihr genau das 3 Stunden lang machen: auf Wissenschaftler, die neuen Influencer im Jahr 2020 hören. In einem Deutschlandfunk-Interview mit Christian Drosten, einem Panel mit Rangar Yogeshwar und Rezo - und einem Precht-Besuch von Harald Welzer. Und diesmal geht es ausnahmsweise auch mal nicht nur um Corona.



Einer meiner Lieblings-Podcasts derzeit, in dem ausnahmsweise mal nicht nur Quatsch gelabert, sondern journalistisch aufbereitet in die Glaskugel geschaut wird. Jede Woche wird jeweils ein Thema mit diversen Experten durchgesponnen bzw. einfach "mal angenommen", um euch ca. eine halbe Stunde in die ein oder andere Zukunft reisen zu lassen.
Die kurzweilige Zeitmaschine für die Ohren kommt von der tagesschau, hat mittlerweile auch schon Preise gewonnen und ist ein bisschen an wie die Audio-Version der Sci-Fi-Szenario-Erklärbären von kurzgesagt. Diese Woche geht es übrigens um eine Zukunft, die wohl ausnahmslos jedem gefallen dürfte: eine Zukunft ohne Corona.

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Wissenschaftler, insbesondere Virologen und Epidemiologen wie Christian Drosten und Karl Lauterbach haben uns schon vor Monaten davor gewarnt, dass es im Herbst/Winter eine zweite leider sogar noch schwieriger zu stoppende Corona-Welle geben könnte und haben erneut bewiesen, dass man besser mal auf sie hören sollte.
Und als ich damals nach der 10. Klasse Biologie abgewählt habe, hätte ich wohl auch nicht gedacht, dass ich mir später mal freiwillig mittlerweile 62 Viologie-Seminarstunden per Podcast reinziehe, um in diesen ungewissen Zeiten zumindest all das zu wissen, was man wissen kann. Wissen ist schließlich immer noch das beste Mittel gegen Panik (kenne deinen Feind und so).
Diesmal war Prof. Dr. Drosten allerdings nicht nur als Stimme der Vernunft beim NDR zu hören, sondern hielt im Meppener Kulturzentrum einen Vortrag zur aktuell so bedrückenden Corona-Lage, in der wir uns nun auch wegen des miesen Wetters befinden. Und ich glaube, ich hasse diese derzeit so dunkelnasskalten Jahreszeiten, die ich ohnehin schon sehr hasse, nach diesen 45 Minuten noch sehr viel mehr. Wie dem auch sei. Tragt eure Maske. Bleibt zuhause. Und hört auf Expterten.

Als Hauptredner begrüßten wir Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, zum Thema „Corona-Pandemie – eine Herausforderung für Wissenschaft und Politik“.


Hazel macht's dem Rezo nach und hat sich den Precht auf die Bühne geholt. Zusammen philosophieren sie über Quatsch, quatschen über Philosophie und sprechen u.a. über Sprache, fehlende Intelligenz und Corona-Leugner.

Endlich mal wieder eine Show, in der nicht nur alte Menschen über ihre Vergangenheit sprechen, nicht nur Markus-Lanz-Fragen gestellt werden und ich tatsächlich mal jeden Gast kenne (außer den TikToker, da bin ich raus): deep und deutlich. Die neue NDR-Talkshow mit einer gut durchgemixten Runde und u.a. Aminata Belli und MoTrip als Hosts. So geht zeitgemäßes Fernsehen.


Böhmi hat seinen kompletten Twitter-Grind als verbuchten Bestseller herausgebracht und in einem Spiegel-Talk über Satire, CancelCulture und natürlich 140 280 Zeichen lange Kurznachrichten gesprochen.
Als echter Twitter-Ultra bin ich aber leicht enttäuscht, dass im großen Twitteratur-Quiz kein einziger Tweet von El Hotzo dabei ist, auf dessen Buch mit anschließendem Exklusiv-Interview ich dann mal warte. Und natürlich auf einen Twitter-Film, den dann ja eigentlich auch mal einer machen könnte.


Der Precht hat mit Rezo über neue und alte Medien gesprochen und ich mag ja die Kombination aus alterndem Philosophen und selbsternannten Wohnzimmer-Kecko, die einen Blick in die Bubble des jeweils anderen wagen. Apropos neue und alte Medien: als YouTube-Video lässt sich die Folge hier einbetten - bei der ZDF-Mediathek geht das im Jahr 2020 immer noch nicht (ja lol ey).

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Vor ein paar Tagen habe ich mir aus Nostalgie-Gründen nochmal die legendäre Stadtaffe-Platte von Peter Fox reingezogen, der Deutschrap mit nur einem Album mbMn so revolutioniert hat wie einst Torch. Nur eben in (alles) neu. Damals jedenfalls.
Heute sitzt Mr. Seeed aka Pierre Baigorry im royalen Bunker von Marcus Staiger und spricht über radikale Reformen, seinen Polit-Podcast und dass er sich weniger Wachstum in der Wirtschaft, aber mehr für Pflanzen wünscht. Und ich glaube, so ein schlechter Politiker wäre der Stadtaffe aus Berlin vielleicht gar nicht.


Meine zwei Lieblingstransformationswissenschaftler Harald Welzer und Maja Göpel sind sich beim Kneipen-Talk vom WDR begegnet und haben ein bisschen über Corona, den Klimawandel und die eigentlich so schön sein könnende Zukunft geplaudert. Inklusive einem Single-Malt und einem Gin-Tonic.


2020 ist, wenn du dich am Ende eines mit Masken bedeckten Sommers darauf freust, den viral gegangenen NDR-Pandemie-Podcast mit deinem Lieblingsvirologen weiterlauschen zu können. Prof. Dr. Drosten ist samt Verstärkung endlich wieder da und nach dem peinlich dummen Aufmarsch der Vollhonks am letzten Wochenende, bin ich gerade sehr froh darüber, jemanden sprechen zu hören, der auch weiß, wovon er spricht.
Und das tut unsere landesweite Stimme der Vernunft zur Feier des Tages in einer XXL-Ausgabe mit besonders hoher Viruslast und - good news, everyone - den neuen Erkenntnissen der Wissenschaft: Die vermutlich erst 2021 kommenden Schnelltests als eventueller Game-Changer (hier schon gespoilert von MaiLab).