Punk ist nicht tot. Punk ist in den Tagesthemen zu Gast, spielt dort das Intro neu ein und spricht über die vom Aussterben bedrohte Kulturlandschaft, deren viel größere Proteste bisher nicht mal halb so viel Aufmerksamkeit bekommen haben wie die von gewissen Aluhutträgern auf Telegram.
Meine Lieblingsstelle ist jedenfalls die, als die Ärzte zu Coronaleugnern gefragt werden, Bela B. darauf antwortet, dass die nicht weniger werden, wenn man sie ständig thematisiert - und dann stattdessen darüber gesprochen wird, wie er sich in einem Zoom-Meeting mit Freunden die Kante gegeben hat, es aber nicht dasselbe war. Ich fühle mit. In jeglicher Hinsicht. Und ich würde das ja auch viel lieber wieder in der echten Welt bspw. während eines Konzerts tun. 2021, ich bau' auf dich.


Eigentlich war es 2020 nur eine Frage der Zeit, bis ein Song mit diesem Titel rauskommt, aber ich finde es dann doch sehr bezeichnend für dieses zum in die Tonne kloppende Jahr, dass er von der Trash-Band schlechthin kommt: Scooter - FCK 2020. Tja. 2020 ist, wenn sogar H.P. Baxxter Lyrics rumbrüllt, mit denen man sich identifizieren kann. Endlich haben wir einen angemessenen Soundtrack für die bald kommenden Jahresrückblicke des Grauens. Ein beschissenes Jahr braucht schließlich auch eine beschissene Hymne.

Posse, united we stand
First we save the rave
Then we save the world
Ah, we got the power!
Ahaha
A nightmare came true
The worst year ever
Like everyone's insane
Insane in the membrane

We won't ever stop
The next tune we drop
We don't give a penny
Fuck 2020!


via

Die zweite Welle löst eine Pre-Lockdown-Stimmung aus und lässt schon wieder Klopapier trenden. Beim nächsten mal Corona sollten wir nicht darüber nachdenken, ob wir die Risikogruppen, sondern die Idioten wegsperren. Und die Bundeskanzlerin sagt, dass es besser ist, wenn wir erstmal keinen Kontakt haben. 2020 wiederholt sich. Twittwoch #43.

...weiterlesen "Twittwoch #43"


In diesem bisher erfolgreichsten Tweet von US-Präsidentschaftskandidat Biden ist eigentlich alles gesagt, was jetzt bzw. generell in diesem Jahr noch zu tun ist. Währenddessen versucht Trump seinen Wahl-Kontrahenten "schlecht" zu reden, weil dieser ja nur auf die Wissenschaft hören würde. Die USA ist eine gigantische Real-Satire-Show.

Einer der wenigen Gewinner dieses Jahres ist wohl das This-is-Fine-Meme. Und Halloween gewonnen hat dann wohl bisher dieses gruelig dekorierte Haus, das für 2020 offensichtlich ebenso Feuer und Flamme ist.

Drosten Der Gazetteur hat es vor fast zwei Wochen vorrausgesagt und tatsächlich nimmt die Zahl der Toilettenpapier-Gags inzwischen wieder rasant zu. Ich kann ja generell irgendwo nachvollziehen, wenn man in Zeiten wie diesen generell etwas mehr kauft, um weniger raus zu müssen, habe dieses Klopapier-Ding ja aber nie wirklich verstanden (selbst danach nicht).
Am meisten verstört mich aber wohl, dass die meisten scheinbar wirklich überhaupt nix in den letzten Monaten dazugelernt haben und wir wirklich gerade fast alles nochhmal durchkauen, was wir schon im Frühjahr durchgekaut haben. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Bananenbrote.


Jacinda Ardern ist dieses Jahr erst 40 geworden, hat in ihrer ersten Amtszeit inzwischen zweimal erfolgreich eine Pandemie im eigenen Land gestoppt und ist auch sonst ziemlich genau das Gegenteil von Donald Trump. Nachdem sie währenddessen ein Erdbeben live im Fernsehen nett weggelächelt und ganz nebenbei noch ein Baby bekommen hat, darf die Corona-Besiegerin zur Belohnung nun alleine mit ihrer Partei weiterregieren.
Ich kenne ja zufälligerweise genau einen Menschen, der in Neuseeland wohnt und vor zwei Tagen slidete durch meine Timeline tatsächlich ein entspanntes Foto aus einer vollen Cocktail-Bar dort - mit der Caption "Thanks Jacinda Ardern".
Und ich war zugegebenermaßen ja schon ein bisschen neidisch. Erst recht, wenn Merkel nächstes Jahr wieder von einem von drei weißen alten und vermutlich nicht mal annähernd so erfrischenden Männern abgelöst werden sollte. In Zeiten, wo in so vielen Ländern der Welt scheinbar nur egozentrische und immer männliche Arschlöcher regieren dürfen, ist Ardern auf jeden Fall ein sympathischer wie empathischer Hoffnungsschimmer.

"One of the criticisms I've faced over the years is that I'm not aggressive enough or assertive enough, or maybe somehow, because I'm empathetic, I'm weak. I totally rebel against that. I refuse to believe that you cannot be both compassionate and strong."
- Jacinda Ardern


Wenn man leicht verzweifelt und nicht besonders einfallsreich "Geschenke Weihnachten 2020" eintippt, schlägt einem amazon irgendwann eine unendlich große Auswahl mit vielen angeblich "lustigen" Masken vor. Für euch getestet.


Und da kann man sie ja auch gut verstehen. Ich auch nicht. Niemand hat das. Noch nie gehabt. Pandemien machen auch keinen Spaß. Sie sind im Gegensatz zu vielen Hollywoodfilmen sogar erschreckend langweilig, wie wir alle leider inzwischen wissen. Das kann ich von diesem Corona-Sketch jetzt allerdings nicht unbedingt behaupten. Hier ein lachenedes Emoji einfügen.

via


Du weißt, dass die Lage sowohl ernst als auch typisch 2020 ist, wenn YouTube dir statt dem sonst üblichen Quatsch eine weitere Pandemie-Ansprache an alle von unserer Bundeskanzlerin vorschlägt, die eigentlich zur Primetime auf alle Kanäle gehört.
Und ich finde ja sehr bewundernswert, wie ruhig und sogar freundlich sie in dieser dennoch sehr klaren Ansage trotzallem bleibt (ich hätte da ja mindestens zwei dutzend Flüche und Beschimpfungen reingebaut, bin aber glücklicherweise auch keine Bundeskanzlerin). Hoffen wir mal, dass es jetzt wirklich alle verstanden haben.
Ich bin trotz oder gerade wegen steigender Infektionszahlen jedenfalls immer noch sehr froh, dass diese sich an die Wissenschaft klammernde Frau in dieser Pandemie auf uns aufpasst. Bisher hat sie das nämlich gemacht wie ein Profi. Bisher. Und wenn wir jetzt alle mitmachen, bleibt das eventuell auch so.

“Rücksicht und Vernunft. Das ist das wirksamsten Mittel, das wir zurzeit gegen die Pandemie haben. Jetzt ist es nötiger, denn je.“


Neben der wie immer qualvollen Suche nach Geschenken bin ich gerade dabei, gute Brettspiele zu finden, um Weihnachten und Silvester mit meinen Eltern dies Jahr gut zu überstehen. Und währenddessen habe ich dieses wie für 2020 gemachte Exemplar gefunden, das so schlecht nicht sein kann, weil es anscheinend sogar mal Spiel des Jahres war: Pandemie.
Leider kostet es verdammte 100€, weil es angeblich eine Rarität ist und um sich von Corona abzulenken, ist es vielleicht nicht das allerbeste Spiel. Aber dafür kann man damit vielleicht endlich selber den Pandemie-Experten spielen und all die Dinge tun, die man angeblich so viel besser weiß als alle Virologen und Politiker da draußen. Das wollten wir scheinbar doch alle schon mal. Und Funfact: In "Pandemie" sind Wissenschaften und Menschenleben wichtiger als Wirtschaftsprobleme.

Pandemie ist ein Strategiespiel, das sich nicht auf Handel und Wirtschaft konzentriert, sondern stattdessen auf Forschung und Medizin. Die Spieler arbeiten zusammen als Ärzte Team, um eine von vier unterschiedlichen gefährlichen Seuchen zu bekämpfen.
Es gibt hier unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen, die man nur gemeinsam lösen kann. Daher müssen die Spieler kooperativ agieren und unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Nur so gelingt es, rechtzeitig ein Heilmittel zu präsentieren. Zumal man auch gegen die Zeit kämpft.

Manche wissen es gar nicht. Aber man muss tatsächlich gar nicht alles tun, was derzeit noch erlaubt ist. Man kann sich auch ganz ohne noch schärfere Maßnahmen der Poltik mehr einschränken und muss gar nicht auf einen Lockdown warten.
Und wenn ihr euch zurückerinnert, haben wir genau das auch vor 6 Monaten bereits gemacht. Noch vor der ersten Merkel-Rede und den ersten Shutdowns damals haben wir unser aller Leben hierzulande so runtergebremst, dass die Infektionszahlen mit entsprechender Verzögerung drastisch zurückgingen (das zeigten im nachhinein Mobilitätsdaten). Wir können das also. Machen wir es doch einfach nochmal. Immerhin würde das uns allen unendlich viele Probleme - und vor allem Tote ersparen. Das dürfte doch eigentlich genug Motivation sein.