Um der Lockdown-Langeweile allein in den eigenen vier Wänden weiter zu trotzen, bastel ich derzeit manchmal Remixe von allen möglichen Dingen, die mir so im Internetz entgegenfliegen, um ein kleines Pandemie-Album zu machen (so jedenfalls der Plan, mal gucken, ob ich dran bleibe oder ich am Ende doch wieder nur Serien wegbinge).
Gerade doktor ich mit Fruity Loops an zu Memes gewordenen Songs rum und habe mich nach 'nem Seashanty für russischen Weirdo-Disco-Pop aus den 2000ern entschieden, als ich mal wieder zu viele Pelmeni in mich reingeschaufelt habe. Und mit dem leicht housigen Resultat daraus bzw. meinen Mini-Mix entlasse ich euch jetzt auch ins wasweißichwievielte Wochenende, das wieder ohne Clubs & Partys auskommen muss. Aber zum Glück gibt's ja trotzdem noch Musik. In dem Sinne: Viel Spaß damit - und haltet durch.

Chum drum bedrum, chum drum bedrum, chum drum bedrum, blblblblblblbl! Chum drum bedrum, chum drum bedrum, chum drum bedrum, blblblblblblbl!


Eine Cover-Version eines finnischen Volksliedes aus den 1920ern, ein türkischer blinder Straßenmusiker und ein südafrikanischer Videoclip-Remixer aus Südafrika. So gut kann das Internet klingen, wenn es will (und es will anscheinend dieses Jahr sehr oft).
Der Song ist samt vibing Cat zu einem der bekanntesten Memes während der Pandemie geworden und bestimmt kann man daraus  irgendwas total kluges über unseren mentalen Zustand in dieser wahnsinnig verrückten Situation aktuell ableiten. Vielleicht ist es aber auch einfach besser, das Gehirn mal für 3 1/2 Minuten abzuschalten, um dieses kulturelle Highlight zu genießen.


Die Wellerman-Welle reißt nicht ab und SeashantyTok breitet sich weiterhin so rasant aus wie eine ominöse Virusmutation. Und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass Isolation unterm großen C und Isolation auf hoher See sich so verdammt ähnlich anhören und wahrscheinlich auch sind, aber der Song ist gerade sowas wie mein kulturelles Rettungsboot bei einem Schiffbruch.
Und jetzt gibt es endlich auch eine Club-Version, die ich an Wochenenden pumpen kann wie Wasser, damit's mit immer noch geschlossenen Kulturstätten nicht so totenstill bleibt. In dem Sinne: One day we be clubbin' again. Ganz bestimmt. Und stilecht mit wahrscheinlich nicht nur einer Buddle voll Rum.

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Anscheinend habe nicht nur ich den TikTok-Wellerman bisher für meine 2021-Hymne auserkoren und deshalb sogar ein paar Töne dazugemischt, sondern mittlerweile das ganze Internet, das ich übrigens u.a. für genau solche schwarmkreativen Remixe liebe. Erst recht, wenn es außerhalb der digitalen Welt verboten ist, zusammen zu singen bzw. überhaupt irgendwas zusammen zu machen.
Wer hätte vor 100 Jahren schon gedacht, dass ein kleiner Hoffnungsanker mal so schön klingen kann, obwohl alle allein zuhause sind und man nichts tun kann, außer auf bessere Zeiten zu warten. Jetzt müssen wir als zusammenstehende Crew "nur" noch hinkriegen, dass das Boot, in dem wir alle sitzen, den stark schwankenden Wellengang auf hohen Infektionszahlen genauso gut meistert.


Ich remixe gerade ein bisschen das Internetz durch, weil ich mir vorgenommen habe eine kleines Lockdown-Mixtape aus meinen Beats bzw. Remixen zu basteln (und hoff deshalb auch, dass der sowieso offensichtlich länger nötige Lockdown noch ein Weilchen geht, kein Bock auf Stress).
Nach Enya's 9/11-Hymne und einem Seefahrer-TikTok-Song habe ich mich diesmal an eine wunderschön traurige Soul-Nummer auf YouTube gewagt, die mir gestern ganz frisch auf reddit entgegen-geploppt kam und nun sowas wie mein neuester Pandemie-Blues ist. Und dann habe ich den Song ans Ghetto des Universums einfach zusammen mit 'nem Sample aus Sam Cooke's Wonderful World in den Mixer geworfen (Earth is a wonderful Ghetto quasi).
Das Ergebnis bzw. die billige Kopie könnt ihr in meiner Geräuschwolke hören - das Original von Aliah Sheffield bekommt hoffentlich noch irgendwann eine Studioversion, damit man sie dann auch stilecht auf einem Ghettoblaster pumpen kann.

Earth is Ghetto, I wanna leave
Can you beam me up, I'm outside on the Street
By the Corner Store, you know the one on 15th
Got a bright Shirt on, so I’m easy to see
I been down here stranded, indefinitely
I can’t reach my Planet, but I need to leave
You should see these People, it’s hard to believe
How they treat each-other, it’s hard to conceive
Earth is Ghetto, I wanna leave

"Low-key F*ck 2020"

Irgendwie ist mein letzter kleiner Remix in eine Playliste zusammen mit diesem süßen Fuck-2020-Söngchen gerutscht, das ich im neuen Lockdown gerade für mich entdeckt habe. Und ich bin wirklich sehr froh darüber, weil ich jetzt endlich nicht mehr Scooter hören muss, wenn ich das letzte Jahr nochmal so richtig schön hassen will. Hoffen wir mal, dass 2021 am Ende weniger Songs hervorbringt, in dem es mit dem Fickfinger verabschiedet wird.
Auch wenn ich nach den ersten 1 1/2 Wochen ja fast glaube, dass es eventuell doch besser wär, wenn wir alle in einen riesigen DeLorean steigen, einen Kalender überspringen und gleich ins Jahr 2022 zeitreisen würden.

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In der Pandemie sitzen wir alle in einem Boot, das bei einer zu großen Welle zu kentern droht. Und wie wir alle dank der Titanic und James Cameron wissen ist das Wichtigste auf einem sinkenden Schiff ja, dass die Musik nicht aufhört zu spielen. Damit wir in Krisenzeiten, wenn das Wasser uns bis zum Hals steht, nicht auch noch völlig durchdrehen.
Eventuell habe ich auch deshalb gerade eine alte Seefahrerhymne aus einem TikTok-Tweet gesamplet und in einer der vielen still gewordenen Samstagnächste in Hamburg ein bisschen Mucke gemacht. Oder mir war einfach nur mal wieder langweilig im Lockdown.
Naja. Hoffen wir mal, dass das neue Jahr ein guter Wellenbrecher wird und one day in 2021 endlich wieder Land in Sicht ist, auf dem wir uns frei bewegen und endlich wieder gemeinsam feiern können bis wir umfallen. Meinetwegen auch mit Rum in der Hand.

Soon may the Wellerman come
To bring us sugar and tea and rum
One day, when the tonguin' is done
We'll take our leave and go

(Luke.the.Voice & NathanEvans)


Same procedure as ever year since 2018: Future Franz aka der Franz aus der Zukunft mit der fast schon traditionellen Silvesterhymne, in der er euch dieses Jahr mit einer illegal besorgten Rakete beglückt. 💥💩💩💩💥 für ein Scheißjahr - so wie es 2020 verdient hat.

Und ich schieße eine Feuerwerksrakete in die Luft aus meinem Arsch
Sie ist gefüllt mit Scheiße
Es regnet auf euch
Auf grandiose Weise
Es gibt einen Knall
Und die Zeit bleibt kurz steh'n
Ihr fragt euch "Wieso?"
Das kann nicht so weitergehen

"Guck‘ dir mal 2020 an. Sowas kann man sich nicht ausdenken."

2021 scheint ein besseres Jahr als 2020 zu werden, denn schon im Frühjahr kommt eine neue gemeinsame Scheibe von Fatoni & Edgar Wasser raus. Hoffen wir mal, dass die Realität bis dahin nicht mehr so oft vom Postillon geschrieben wird.

Wie soll ich diese lächerliche Welt doch noch ins Lächerliche ziehen?


Ein Klavier auf einem weiten Feld, ein idyllischer Sonnenuntergang und eine Kippe im Mund. 3 Minuten und 37 Sekunden, die alles andere mal kurzzeitig vergessen lassen. Viel schöner kann man von der ganze Scheiße um uns herum gar nicht Pause machen: Evgeny Grinko – Valse.

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Vor genau vier Jahren haben wir uns alle darüber aufgeregt, wie scheiße doch das Jahr 2016 war, da es u.a. ein machtgeiles Riesenbaby ins Weiße Haus gewählt hat. 2020 hat es allerdings hinbekommen, dieses elendige Riesenbaby wieder rauszuschmeißen - und trotzdem(!) noch sehr viel beschissener zu verlaufen. Das muss man auch erstmal schaffen. Weekend hat sich nach dem alten Scheißjahr nun auch das neue Scheißjahr vorgeknüpft - und wieder das Lied des Jahres geschrieben.
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