Das Fahrrad hat es in Autodeutschland nicht leicht. An den Rand der Stra├če verdr├Ąngt, hat es gegen das sich immer breiter machende Alman-Statussymbol namens Auto meistens kaum eine Chance und wurde lange Zeit als billiges Kinderspielzeug betrachtet.
Dank weniger Schei├če, die das Rad verursacht und den Menschen, die langsam merken, dass die Kacke am Dampfen ist, k├Ąmpft es sich auch durch getunte E-Bikes in der Beliebtheitsskala aber gerade wieder nach oben. Vermutlich wird es aber doch noch etwas dauern, bis in Deutschrap-Videos nicht mehr mit dicken Karren geprotzt, sondern ironiefrei mit dem klimafreundlichen und neu verchromten Tretferrari angegeben wird, der jetzt Goldketten tr├Ągt.
Einige Songs, die den guten alten Zweck und Swag vom Drahtesel aufdrehen, gibt es aber bereits. Hier meine immerhin zu 60% aus HipHop bestehende Top 5, die garantiert ohne Bl├╝mchen auskommt und den ber├╝hmten Queen-Song irgendwo als Sample verwurschtelt hat. I put the Rad in Radio. Rrring Rrring.





Jochheim & Mertens sind die radelnde Neuauflage von Toto & Harry, die sich als K├Âlner Fahrradcops inzwischen auch im Internet einen Namen gemacht haben. Auf SpiegelTV laufen sie als regelm├Ą├čig Klicks und Bu├čgelder kassierende Doku-Reihe, die mir eigentlich immer nur dann sehr gef├Ąllt, wenn unn├Âtig aufgemotzte Bonzenkarren von kleinpimmeligen Proleten angehalten und im sch├Ânsten Fall sogar komplett eingezogen werden (leider passiert das haupts├Ąchlich in den ersten Folgen, ich hab' aber trotzdem mal mal alle hier reingedingst).
Von mir aus k├Ânnten die ja auch mal in Hamburg vorbeischauen. Daf├╝r m├╝ssten wir hier in der Stadt allerdings erstmal vern├╝nftige Fahrradwege haben, was momentan leider absolut nicht der Fall ist.



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W├Ąhrend alle dar├╝ber reden, dass man mit einer Fahrrad fahrenden Verkehrswende die ganze Stadt zu einem gro├čen Spielplatz werden lassen k├Ânnte, hat Profi-Biker Fabio Wibmer genau das schon getan. Gut, an die StVGO h├Ąlt er sich dabei vielleicht nicht immer bis nie, daf├╝r tr├Ągt er vorbildlicherweise aber einen Helm. Sicherheit geht auch beim Fahren auf(!) Autos schlie├člich vor.

Witness my escape from the daily life, a busy life. Traffic, chaos, commuters. Follow me on a journey through the streets of Austria where the city with all it's daily situations becomes my Playground.


Autos, Autos, Autos. ├ťberall Autos. Was in den Niederlanden vor 60 Jahren noch der Fall war, sieht heute schon ganz anders aus. Parkpl├Ątze gibt es nicht mehr, daf├╝r sehr viel breitere Fu├čg├Ąngerzonen - und der Rest der nun einspurigen Stra├če ist Fahrradweg oder Tram-Spur. Es ist also nicht so, als w├╝rde es nicht funktionieren, einen Gro├čteil aller Autos aus der Innenstadt rauszuschmei├čen (nicht nur in Holland). Man muss es halt nur wollen.
Und falls ihr schon immer wissen wolltet, wie viel Freiheit uns eigentlich 23 Stunden am Tag herumstehende Autos rauben, die uns angeblich so viel Freiheit schenken: In Berlin nehmen sie eine gr├Â├čere Fl├Ąche ein als ganz Kreuzberg -┬áalso ├╝ber 10km┬▓ (und da sind breitere SUV-Panzer noch nicht mal eingerechnet). Das ist ein fucking ganzer Stadtteil, den man sicherlich f├╝r sehr viel bessere Dinge verwenden k├Ânnte - sei es nun f├╝r Gr├╝nfl├Ąchen, Wohnungen oder meinetwegen auch zum E-Rollern.

Auf dem Land ist das nochmal 'ne andere Geschichte, da man dort tats├Ąchlich noch darauf angewiesen ist - in der Stadt aber eben schon lange nicht mehr (ich lebe seit 10 Jahren auch sehr prima ohne Auto in Hamburg - und ich kann nicht mal laufen). Selbst die Leute vom Land, die in die City reinkutschen, k├Ânnte man mit gen├╝gend Parkpl├Ątzen am Stadtrand und einem ausgebauten wie kostenlosen ├ľPNV aber eventuell dazu kriegen, ihr Karre au├čerhalb stehen zu lassen.

Bisher scheinen die Deutschen aber einfach zu sehr in ihr Auto verliebt zu sein. Statt Fahrradwege auszubauen, fahren sie lieber immer mehr Fahrradfahrer ├╝ber den Haufen. Statt ein schlechtes Gewissen f├╝r ihren enormen CO2-Aussto├č zu haben, f├╝hlen sich SUV-Fahrer diskriminiert. Und die eigene Nachbarschaft wird mit riesigen Stahlkl├Âtzen vollgestellt, die als Statussymbole f├╝r Reichtum und Unabh├Ąngigkeit verehrt werden w├Ąhrend man sie haupts├Ąchlich f├╝r die Nichtnutzung bezahlt.
Immerhin: In Hamburg gibt es jetzt zumindest ein halbes Jahr lang eine autofreie Stra├če mehr - und auf der IAA wird flei├čig f├╝r weitere demonstriert (f├╝r mehr Sand im Getriebe). Wie gesagt - alles ist m├Âglich: man muss es halt nur wollen.

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Es ist schon ein bisschen absurd. Wenn ich vor meine T├╝r gehe, ist das erste, was mir begegnet parkende Autos, die zigfach aneinandergereiht die linke und rechte Stra├čenseite komplett einnehmen, indem sie einfach nur rumstehen. Deutsche scheinen sich allerdings lieber weiterhin ├╝ber die im Vergleich dazu klitzekleinen E-Scooter aufzuregen, die ihnen angeblich alle Wege versperren und sowieso total lebensgef├Ąhrlich seien. Aha. Aber unz├Ąhlige dicke SUV-Panzer nicht, oder was?
Und ja, okay. So richtig effektiv ist das mit den Rollern noch nicht - bessere w├Ąren da vielleicht explizite Stadt-Viertel zu schaffen, wo gar keine Autos fahren und die Dinger dann ausschlie├člich dort eingesetzt werden. Noch einfacher und noch nachhaltiger w├Ąre aber eine ganz andere L├Âsung: das Fahrrad.


Was wir daf├╝r br├Ąuchten: Stra├čen f├╝r fahrende Fahrr├Ąder - und nicht f├╝r rumstehende(!) Stahlkl├Âtze auf vier R├Ądern. So wie es beispielsweise die Holl├Ąnder machen, die nicht nur riesige Parkh├Ąuser f├╝r Bikes haben, sondern auch stra├čenbreite Fahrradwege, die den Berufsverkehr dort handlen - und sogar noch genug Platz f├╝r E-Roller anzubieten h├Ątten.


Leider lieben die Deutschen ihre Autos mindestens genau so wie die Amis ihre Waffen (beide t├Âten in den jeweiligen L├Ąndern viele Menschen) w├Ąhrend die Anzahl der toten Fahrradfahrer vermutlich auch durch immer massivere Autos in den St├Ądten gerade gestiegen ist.
Und vielleicht sollten wir dieses Verkehrsproblem auch gar nicht zu einem Umweltthema machen, sondern schlicht darum bem├╝ht sein, weniger Menschen durch vermeidbare Dinge sterben zu lassen. Wobei das irgenwann auch genau so f├╝r den Klimaschutz gelten wird, wenn wir weiterhin so dumm rumfahren wie bisher.


Drogen und Fahrr├Ąder. Die Kombi kennt man sonst eigentlich haups├Ąchlich aus Holland (und von der Tour de France). Und von mir aus k├Ânnte sich Deutschland ja nicht nur die Cannabis-Legalisierung von unseren Nachbarn abgucken, sondern auch den gro├čartigen Ausbau der Fahrradwege, die dort teilweise genauso breit sind wie Stra├čen (oder die Kiffers). F├╝r zweiteres k├Ânnt ihr hier ein bisschen was tun:

Aufbruch-Fahrrad ist eine NRW-weite Volksinitiative, die sich f├╝r eine Mobilit├Ątswende, speziell f├╝r mehr, bessere und sicherere Fahrradinfrastruktur stark macht. Wir wollen den Anteil des Radverkehrs bis 2025 von derzeit 8% auf 25% landesweit erh├Âhen. Wenn wir bis Juni 2019 mindestens 66.000 Unterschriften sammeln, wird der Landtag sich mit unseren Forderungen befassen.


Ein Autofahrer wird von zwei Prostituierten aus dem Verkehr gezogen. Denn das Gesch├Ąft mit Autos ist ihnen zu schmutzig. Und das Fahren auch. Ein Werbeclip der Filmakademie Baden-W├╝rttemberg mit klarer Message:

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Sehr deutsche Linien in der Leo-Baeck-Stra├če. Anscheinend k├Ânnen die das mit den Fahrradwegen in Berlin mindestens genau so gut wie Flugh├Ąfen bauen. Einen(!) Fan gibt es aber immerhin trotzdem:

Doch es gibt nicht nur Kritiker: Der elfj├Ąhrige Max findet den neuen Zickzackfahrradweg ÔÇ×echt coolÔÇť und f├Ąhrt ihn gleich zweimal ab.


Falls ihr in eurem eigenen Leben gerade mal wieder zu nix kommt, schl├╝pft doch einfach mal f├╝r 8 Minuten in das von Nigel Sylvester und cruist mit dem BMX, fahrt Achterbahn, mampft mit euren Dudes hunderte Chicken Nuggets, raucht 'ne Zigarre, nippt ein Glas Cognac und trefft eure Freundin in Paris. Und so gut video-editiert, dass ihr euch dabei gar nicht langweilen k├Ânnt. Fuckin' well done.

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Eine ganz leicht ├╝berspitzte "Doku" von HBO ├╝ber die Tour de France in den 80ern, bei dem kein Radsportler dabei ist, der nicht zugedr├Âhnt und vollgeballert mit Drogen durch die Gegend f├Ąhrt. Ein bisschen wie in Amsterdam also. Und erinnert ein wenig an die Tennis-Mockumentary 7 Days vor ein paar Jahren. Nur halt diesmal mit unz├Ąhligen prominenten Gesichtern wie u.a.┬áDolph Lundgren, Mike Tyson, Orlando Bloom, J.J. Abrams, Kevin Bacon, Danny Glover und Jeff Goldblum.

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Es wurde ja l├Ąngst mal Zeit, dass jemand eine neue Hymne aufs Fahrrad┬ámacht. Schlie├člich will keiner mehr Bl├╝mchen h├Âren. Jason Bartsch bringt den Swag wieder zum┬áCruisen. Ohne Auto nat├╝rlich. Denn er ist eher so der Fahrradtyp.


Eine wilde Fahrt durch s├Ąmtliche Sch├Ânheiten der Natur inklusive aller Jahreszeiten┬áund ein paar h├╝bschen Versen aus dem Off. Und macht Lust darauf, die Welt, die ja eigentlich auch ganz nett sein kann, zu erkunden. Ich glaube, ich brauche bald mal wieder Urlaub. ...weiterlesen "DreamRide II"