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In Osteuropa wurde das Projekt "Portalcities" gestartet, in der per Live-Screens St├Ądte auf der ganzen Welt connectet werden sollen. Das erste "Portal" verbindet nun die litauische Hauptstadt Vilnius mit der polnischen Gro├čstadt Lublin.
Per Videowand k├Ânnen sich dort nun 600km entfernte Menschen in Echtzeit begegnen - oder einfach gucken, was in der jeweils anderen City gerade so los ist. Und ich hoffe ja, dass diese ziemlich gute Idee genau so gut ankommt und es das bald in sehr sehr vielen St├Ądten gibt. Future Public Viewing Tourism. In 20-30 Jahren will ich da dann aber auch hindurchgehen k├Ânnen.

For the first time in history countries and their people have such a way to connect in real-time. A non-profit initiative ÔÇô PORTAL ÔÇô is a bridge leading us ÔÇô me, you, and them ÔÇô to the awareness of unity.
PORTAL awakens our perception of meeting and welcoming them ÔÇô somebody we usually exclude, or find different ÔÇô people and cultures we donÔÇÖt yet know. PORTAL will start multiplying soon so that in the next decade our planet would no longer seem separate.


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The population of Hong Kong is estimated at 7.50 million in 2020 It is one of the most densely populated countries in the world, and has a population density of 6790.74 people per square kilometer.
Concrete jungle - a city or urban area which has a high density of large, unattractive, modern buildings and is perceived as an unpleasant living environment. [...] My attempt to capture the city feel, often very dystopian, moody and futuristic, at least that is how I felt.

Beeindruckender und bedr├╝ckender Kurzfilm bebildert mit Drohnenaufnahmen der gigantischen Plattenbauten aus Hong Kong. So sieht anscheinend die Zukunft Gegenwart aus, wenn man m├Âglichst vielen Menschen auf engstem Raum ein Dach ├╝ber dem Kopf geben will. Der stylische Stadtausflug hier ist vermutlich inspiriert vom Musikvideo des verwendeten Soundtracks bzw. von Forest Swords.
Die Bilder aus dem offiziellen Clip zum ohnehin schon  cyberpunkig klingenden Song "Crow" stammen aus einem Sci-Fi-Projekt bzw. einer gemeinsamen Geschichte von Autoren und VFX-Artists über einen dystopischen Stadtblock in Future-Athen.


2020 ist das Jahr, in dem man in der Stadt das erste mal wieder so wohnt wie damals aufm Dorf, als man sich mit immer den gleichen 3 Leuten an Bushaltestellen weggesoffen hat, weil man nicht in irgendwelche Clubs kam.
Denn seit Corona sind viele Vorteile, die man in einer Stadt so normalerweise hat einfach weg oder sogar zum Nachteil geworden, was wohl haupts├Ąchlich am oft fehlenden Platz liegt, den man aufm Dorf daf├╝r massig hat. Und nat├╝rlich einfach weniger Menschen. W├Ąhrend des Lockdowns haben viele die "Ruhepause" in der sonst immer laut hupenden Gro├čstadt ja sogar genossen oder sind zwischendurch wie ich ein paar Wochen aufs Land gefl├╝chtet. Und vielleicht ist dieses Jahr auch das entspannte Landleben einer der Gewinner der Pandemie. Arte hat jedenfalls mal versucht herauszufinden, wohin die Reise zwischen Bauernhof und Skyline am Ende geht.

Der Exodus in mittelgro├če St├Ądte ist ein sich mit der Coronakrise verst├Ąrkendes europ├Ąisches Ph├Ąnomen. "In die Hauptstadt aufsteigen" war bis zum letzten Jahrhundert ein Ziel. Aber Umweltverschmutzung, Immobilienpreise oder lange Wege zur Arbeit haben dem Traum vom Leben in Hauptst├Ądten ein Ende gesetzt. Die Coronakrise beschleunigt mit Telearbeit und Lockdown diesen Effekt.
Dieser Wunsch nach Lebensqualit├Ąt durch eine Verlangsamung des st├Ądtischen Rauschens wurde 1998 in Italien von der "Slow City"-Bewegung begr├╝ndet. Dieser neue Lebensstil, der der Natur n├Ąher kommt, erfordert jedoch Bedingungen f├╝r die Zug├Ąnglichkeit mit dem Zug und eine hervorragende Internetabdeckung. Was w├Ąre, wenn die Stadtplaner, die 30 Jahre lang eine starke Bev├Âlkerungsdichte in Megast├Ądten vorhergesagt hatten, sich geirrt haben?

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W├Ąhrend durch die dystopisch roten Luftaufnahmen aus San Francisco allen nochmal bewusst gemacht wurde, wie fucking dringend wir etwas gegen den Klimawandel unternehmen m├╝ssen, erkl├Ąrt Donald Trump B├Ąume f├╝r gef├Ąhrlich. Scheinbar sieht da jemand den Wald vor lauter Bomben nicht (oder wei├č einfach nicht, dass Austria und Australia nicht dasselbe ist).
Die Steilvorlage hat die Waldstadt Wien bzw. dessen (Wald-)Stadtr├Ątin jedenfalls ziemlich zielsicher verwandelt. Und zwar auf Trump's Lieblingsmedium Twitter. Um den Nightjet von Hamburg aus mal auszuprobieren, wollte ich dieses n├Ąchstes Jahr eh mal wieder nach Wien und habe jetzt noch mehr Lust darauf, weil ich gr├╝ne St├Ądte dann doch mehr mag als rote:

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Wien hat sich offenbar entschieden, eine Stadt f├╝r Menschen statt f├╝r Autos zu werden und schafft gerade massiv das, was wir alle brauchen: Platz. Und zwar u.a. f├╝r Begegnungsst├Ątten, seperate Fahrradwege und ganz viel Natur auf so genannten CoolenStra├čen. Nebenbei haben sie mal eben aus einer 7-spurigen Kreuzung ein kleines Insel-Paradies gezaubert. Ich w├╝nschte, Deutschland w├╝rde sich daran ein Beispiel nehmen - und Andi Scheuer entlassen.

 

In Mailand wurden aus 34 Kilometern Stra├čen f├╝r Fahrr├Ąder. In Bogot├á hat man tempor├Ąr gar an die 100 Kilometer neuer Radwege entlang der gro├čen Hauptverkehrsstra├čen eingerichtet. Br├╝ssel wagt die "V├ęlorution" und Radler, aber auch Fu├čg├Ąnger sollen in der kompletten Innenstadt Vorfahrt auf den Stra├čen bekommen, w├Ąhrend alle Autos nur noch h├Âchstens 20 km/h fahren d├╝rfen. Und in Frankreich gibt nicht nur Paris gerade 300 Millionen f├╝r ein neues Radverkehsnetz aus, die Regierung zahlt auch jedem 50ÔéČ, der es in ein Fahrrad investieren bzw. reparieren lassen will. Apropos. Fahrr├Ąder sind gerade sowas wie das neue Klopapier und haben bei der Google-Suchanfrage sogar erstmalig K├Ânig Auto ├╝berholt.
Und Deutschland so? Nun ja, in Berlin hat zumindest tempror├Ąr ein paar Pop-Up-Lanes f├╝r Fahrr├Ąder eingerichtet. Ansonsten hat der VW-Chef gesagt, dass er letztes Jahr 20 Milliarden ÔéČ Rekord-Umsatz gemacht hat, aber jetzt gerne ganz viel Geld daf├╝r h├Ątte, damit er noch mehr Autos verkaufen kann. Und unser Verkehrsminister hat sich derweil darum gek├╝mmert, dass Autofahrer auch weiterhin nicht so doll bestraft werden, wenn sie aus Versehen mit mehr als 70 Sachen durch die Stadt brettern und dabei Menschenleben in Gefahr bringen. Toll, Andi.
Gerade jetzt, wo eigentlich alle raus wollen. Die meisten aller Corona-F├Ąlle haben sich n├Ąmlich wohl in R├Ąumen infiziert und die Gefahr einer Ansteckung ist drau├čen scheinbar um ein zig-faches niedriger. Damit wir diesen Effekt nutzen und den Sommer gut rumkriegen, brauchen wir nun aber vollem eines in der Stadt mehr denn je: Platz zum leben. Gl├╝cklicherweise haben wir diesen Platz aber schon und m├╝ssen eigentlich nur die vielen gro├čen Stahlkl├Âtze wegr├Ąumen, die dort durchschnittlich 23 Stunden am Tag wortw├Ârtlich im Weg stehen: Autos. Den Platz br├Ąuchten wir aber nicht nur f├╝r die vielen Leute, die nun statt der eventuell vollen ├ľffis das Rad w├Ąhlen. Auch Fu├čg├Ąnger, Scooter-Fahrer, Skateboarder, Rollifahrer und Kinderw├Ągen nicht st├Ąndig auf engen B├╝rgersteigen einzusperren, k├Ânnte das Stadtleben verbessern. Zumal auch Gastst├Ątten und Kulturveranstaltungen jetzt mehr Platz drau├čen brauchen, wenn das alles irgendwie funktionieren soll.
Und nein, das w├Ąre nicht kurzfristig gedacht, weil wir das nach der Pandemie ja alles gar nicht mehr brauchen. Im Gegenteil. In einigen St├Ądten standen wir durch zu viele Autos bereits vorher schon kurz vor einem Verkehrskollaps. Und den gewonnen Platz k├Ânnen wir auch nach der Krise sicher besser nutzen. Abgesehen davon konnten Wissenschaftler dank der Lockdowns diverser L├Ąnder nun das erste mal stichfest belegen, was wir alle eigentlich schon wussten: weniger dreckige Diesel-Karren bedeuten auch deutlich weniger Dreck in der Luft (in Italien sanken die Stickoxid-Emissionen bspw. um bis zu 45%). Eine autofreiere Stadt w├╝rde also auch lebenswerter werden, weil dort allein deswegen schon weniger Menschen sterben w├╝rden. Mal abgesehen von den vielen Verkehrstoten durch Autounf├Ąlle. Eine der Haupt-Ursachen bei Unf├Ąllen mit Todesfolgen ├╝brigens: fahren mit erh├Âhter Geschwindigkeit, Herr Scheuer.

 

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Es wirkt jetzt noch absurder als vorher: Gef├╝hlt mehr als die H├Ąlfte der Stadt haben wir dem Auto ├╝berlassen und m├╝ssen uns deshalb eingesperrt auf dicht gedr├Ąngelten Mini-Pfaden aneinander vorbeiquetschen. Und w├Ąhrend wir dabei verzweifelt versuchen, uns nicht auf die Pelle zu r├╝cken, ist inmitten dessen unglaublich viel Platz. Allerdings nicht f├╝r Menschen, sondern f├╝r rollende Stahlkl├Âtze, die jetzt noch weniger rollen.
Platz ist allerdings genau das, was wir derzeit in der Stadt derzeit dringend brauchen, wenn wir den Sommer-Effekt zur ├╝blichen Eind├Ąmmung von Viren nutzen wollen, was u.a. bedeutet, dass wir raus gehen sollten. Und ganz abgesehen davon, dass wir uns mit den geltenden Abstandsregeln nicht alle in 5 Parks stopfen k├Ânnen, brauchen wir den Platz auch, wenn wir durch Einkaufsstra├čen bummeln und die Ladenbesitzer unterst├╝tzen bzw. die Wirtschaft wieder ein bisschen ankurbeln sollen (oder gar Restaurants wieder irgendwann ├Âffnen wollen).
In Mailand hat man all das schon auf'm Zettel und plant deshalb gerade die Stadt ein bisschen neu. Mit 35km, die zu Fahrradspuren werden, breiteren B├╝rgersteigen, mehr 30er-Zonen und mehr Platz f├╝r das Leben auf der Stra├če durch bspw. Outdoor-Aktivit├Ąten. Ich w├╝rde mir sowas in der Art auch f├╝r deutsche St├Ądte w├╝nschen, f├╝rchte allerdings, dass das sowieso nix wird, solange unser Verkehsminister Andi Scheuer hei├čt. Tja.

"If everybody drives, there is no space for people, no space to move, no space for commercial activities. Of course, we want to reopen the economy, but we think we should do it on a different basis from before"

Laut der Umfrage eines vom NDR beauftragten Meinungsforschungsinstituts w├╝nschen sich 67% aller Hamburger alle unn├Âtigen Karren aus der Innenstadt rauszuschmei├čen und ich wurde zwar nicht gefragt, geh├Âre aber definitiv zu den 2/3n dazu, die eine f├╝r Menschen und nicht f├╝r Autos gebaute Stadt ja bevorzugen w├╝rden. Von mir aus auch gerne bis nach einschlie├člich Eimsb├╝ttel, damit meine 23 Stunden am Tag mit Aluminium-Kl├Âtzen zugestellte Stra├če endlich mal frei ist und ich atmen oder maximal mit meinem Zigarettenqualm die Umwelt verpesten kann.
Mit dem Fahrrad oder den ├ľffis kommt man hier ohnehin schneller voran und alles andere braucht hier auch kaum niemand, um sich in der City zu bewegen. Ich wohne jedenfalls seit 10 Jahren ohne Auto in Hamburg und lebe immer noch. Ziemlich gut sogar. Und besser noch, wenn diese Initiative tats├Ąchlich irgendwann mal z├╝nden sollte:

Der gesamte Bereich zwischen Holstenwall, Lombardsbr├╝cke und Deichtorplatz soll - wenn es nach dem Willen der Initative geht - f├╝r Autos, Lastwagen und Motorr├Ąder tabu sein. Ausnahmen soll es f├╝r Lieferverkehr, Anwohnende, ├Ąrztliches Personal, Taxis und Busse geben. Die Initiative will so den CO2-Aussto├č drastisch verringern. (NDR)


Toyota m├Âchte die Autos der Zukunft auch in der Zukunft fahren lassen und baut daf├╝r einfach mal selbst eine ganze Future-Klein-Stadt. Mit sehr viel Gr├╝n, ├Ąhnlich vielen Solar- und Wasserstoffzellen, Smarthomes, Roboter-Assistenten, sowie autonomen ├Âffentlichen Verkehrsmitteln und emissionsfreien Mini-Elektroautos in einem sich vollkommen selbstversorgenden und nachhaltigen ├ľkosystem. Woven City soll sie hei├čen und sieht auf dem bewegten Papier so aus, wie 2020 klingt. Ich bin derweil schon mal gespannt, wie futuristic denn die Mietpreise der Zukunft sein werden.

Woven City will be a fully connected and sustainable ecosystem. It will be powered by hydrogen fuel cells but will also harness solar power through roof-mounted solar panels. Residences will have as small a footprint as possible, and will be made of wood in typical Japanese style but using modern, robotic production methods.

The homes will be anything but old-school inside: in-home robotics will assist with daily living, Toyota says. Sensor-based AI will check on the residentsÔÇÖ health and take care of basic needs, enhancing daily life and providing a sense of security and positivity. Hopefully, it will be nothing like the sense of security humanity (fictionally) experienced right before Skynet became self-aware in Terminator.

The streets of Woven City will be of three types, depending on the usage theyÔÇÖre designed for: for faster vehicles only; for lower speed, personal mobility and pedestrians; and for pedestrians only (park-like promenades). They will weave in an ÔÇťorganic grid patternÔÇŁ meant to facilitate expansive testing on autonomy.

Speaking of autonomy, Toyota says that only zero-emission, fully autonomous vehicles will be allowed in the city. Transportation, deliveries and changeable mobile retail will be carried out using e-Palettes.




...weiterlesen "Woven City – Toyota baut die Stadt der Zukunft"

Anscheinend geht das doch nicht nur mir so. Denn der Tweet hat ├╝ber 3000 Favs und ist weder kontrovers noch ein Wortspiel, was eigentlich ein Unding auf Twitter ist. Wenn man genau dar├╝ber nachdenkt, f├Ąllt einem aber auf, dass es da au├čer Parks und ein paar vereinzelte B├Ąnke wirklich nix gibt, wo man sich mal treffen kann, ohne das jemand daf├╝r bezahlt. Und im Winter gibt es sogar nicht mal das. Stattdessen gibt es 3927458 Caf├ęs. Und Autos. Sehr. Viele. Autos (erst recht in einer Autostadt wie Stuggi).

Und ich will auch nicht immer und ├╝berall Kaffee kaufen m├╝ssen, um jemanden zu sehen. Ich mag Kaffee ja nicht mal. Noch schlimmer als Kaffee finde ich aber, dass man damit nicht wenige Menschen ausgrenzt, die sich diesen eben nicht leisten k├Ânnen und nur deshalb fast nirgends willkommen sind, weil sie keine Dr├Âlfzig Euro f├╝r etwas zu trinken ausgeben wollen.

In einer Nacht w├Ąhrend der noch immer heftigen Proteste in Chile ert├Ânt eine Ode an den Frieden - und die halbe Stadt applaudiert am Ende der kleinen Vorstellung vom Balkon aus. Hach. Manchmal kann die Menschheit doch ganz sch├Ân sein. ÔťŐ?´ŞĆÔŁĄ´ŞĆ


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