Ich halte ja nicht allzu viel von E-Scootern als Klimaschutzmaßnahme, da sie so wie sie aktuell eingesetzt werden nicht wirklich als Ersatzverkehrsmittel für Autofahrer dienen, die Dinger derzeit (noch mit Dieselfahrzeugen) jeden Tag eingesammelt werden müssen und man vielleicht erstmal Platz auf den Straßen schaffen müsste, in dem man viele Parkplätze samt Karren zumindest aus einigen Stadtbezirken rausschmeißt und dafür Fahrradwege deutlich ausweitet.
Noch weniger halte ich aber von irgendwelchen Alman-Rentnern, die eine E-Invasion halluzinieren und selbstjustizierend den Ordnungsamt-Sheriff spielen (dafür gibt es schließlich die Fahrrad-Cops). In dieser kartoffeligen Spiegel-Reportage bekommt ihr beides vor die Füße geknallt. Das Deutsche Fast & The Furious.

Die BVG kann anscheinend nicht nur Bus und Bahn, sondern auch CSD-Trucks. Weil Liebe.

via


In China fahren Magnetschwebebahnen ja heute mit über 500km/h durchs ganze Land und Pläne, diese Geschwindigkeit sogar noch zu verdoppeln gibt es bereits. Der politisch stark geförderte Ausbau der Schnellstrecken verbindet die weit entfernten größten Städte und macht fliegen quasi überflüssig. Fortschrittlich. Das war die deutsche Verkehrspolitik vor über 30 Jahren ja auch mal. Zum Beispiel mit einem Transrapid zwischen Berlin und Hamburg.
Trotzdem der schwebende Zug als äußerst sicheres Verkehrsmittel galt (und es bis heute ist), beendete man nach einem Unfall aber abrupt das Projekt "M-Bahn" und damit auch alle Pläne für die Zukunft. Wenn wir das mal mit Flugzeugen oder gar Autos so gemacht hätten.

via & via

2


Nicht nur die BVG scheint dieses Social Media verstanden zu haben. Auch die Öffis in Barcelona schlagen sich im Internet-Game scheinbar ganz gut und ballern Erkenntnistheorien des (a)Sozialverhaltens in einem Tram-Trap-Track von Immanuel Kant raus. Der nächste Sommerhit.

via

Mein Symbolbild für die letzten 30 Jahre Verkehrspolitik. Anscheinend wurde bei der Bahn nämlich seit 1990 der Rückwärtsgang eingeschaltet und 1/5 des schon existierten Streckennetzes wurde wieder abgebaut. Und ihr dachtet, der Netzausbau der Digitalisierung wäre schon maximal beschissen in D-Land. Tja. Vielleicht fahren wir dann am Ende ja auch durch die Mad-Max-Apokalypse, weil im Flugtaxi leider wieder mal nur Platz für 6 Personen war.

In Deutschland sind seit 1990 fast 6.500 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt worden. Knapp 40 Prozent davon in Ostdeutschland. Das entspricht dem kompletten Schienennetz der Niederlande. (Quelle)

2


¡Hola! Ich bin zurück aus dem schachbrettartigen Barcelona und gestern wieder gesund und munter im gerade sogar noch wärmer als in Spanien seienden Hamburgo gelandet. Leider ohne Handy und Portemonnaie, weil ich ein Kack-Touri-Opfer bin, dessen räudiger Dieb sich aber hoffentlich noch immer darüber ärgert, dass mein Smartphone gar kein Smartphone war und ich mein Geld schon vorab in sehr viel Bier gesteckt hatte (immerhin "durfte" ich dadurch ins Konsulat, das im höchsten Turm Barcelonas war und phänomenal gute Aussicht zu bieten hatte).
Dafür gab's neben etlichen Fiestas mit noch mehr netten Menschen, aber auch viel Sonne, Strand und Skateboards. Denn Barcelona ist wie das Tony-Hawk-Level wirklich sehr gut berollbar (Rampen, abgesenkte Bürgersteige, etc.), was die Stadt gleichzeitig ziemlich easy für Rollifahrer macht. Und kombiniert mit dem geplanten Verkehrskonzept, nach und nach mehr Karren aus der City raus zu schmeißen, ist es dann wohl endgültig sowas wie meine neue Lieblingshood.
Jetz bin ich aber erstmal wieder in Schland, hier im Blog geht's nun auch weiter und ihr bekommt ein bisschen Stadtplanung serviert während ich mich noch ein wenig zurücksehne, Nummern und Ausweise wiederbesorge und die nächsten Posts reinflattern. De nada.

3


Im schweizer Bern gibt es mittlerweile einen Kreisverkehr mit gigantischem Plattenteller in der Mitte (inzwischen auch in Action). Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein überdimensional großer DJ, der auf der Verkehrsinsel auflegt und die Party kann starten.

Unzählige Stunden bei der Montage von 800 Metallplättchen und ehrenamtliche Einsätze legten die Grundlage für den Kufa-Kreisel. Wer also in Zukunft von der Autobahn Lyss Nord in den Stadtkern rein fährt, wird sich wie eine Schallplatte um den Vinyl-Kreisel drehen. (Quelle)



via

1

„Über die Hälfte der Autofahrten in Hamburg sind kürzer als fünf Kilometer und in den Meisten Autos sitzt im Berufsverkehr nur ein Mensch. Unser Banner soll diese Menschen mit einem Augenzwinkern dazu bringen, ihr Mobilitätsverhalten zu hinterfragen. Der Frühling steht vor der Tür und es wäre doch ein Erfolg, wenn die bzw. der ein/e oder andere mal aus der eigenen Routine ausbrechen und mit dem Rad zur Arbeit fahren würde, um dem täglichen Stau ein Schnippchen zu schlagen.“ (Quelle)

Ich wohne ja seit über 10 Jahren in Hamburg, komme bisher ganz wunderbar ohne eigene Karre klar und verstehe ehrlich gesagt nicht wirklich, warum so viele Menschen in einer Großstadt überhaupt mit dem Auto durch die Gegend kutschen müssen. Mal abgesehen davon, dass es permanent Geld kostet, obwohl ich es weniger als 'ne Stunde pro Tag benutzen würde, ist es bei all den Staus und der ständigen Parkplatzsuche nicht mal unbedingt praktischer.
Gut, den Hamburger Regen muss man dann vielleicht ein paar Minuten länger ertragen, aber wer den nicht abkann, ist hier vermutlich sowieso falsch.

Eigentlich wäre es ja sinnvoller gewesen, was für den Massenmarkt zu machen, aber so ein Flugtaxi sieht natürlich viel cooler aus. Leider ist es aber nur Prototyp eines Prototyps, es kann nur maximal 4 Personen mitnehmen und die wohl schlechteste Eigenschaft für ein Flugtaxi: es fliegt bisher noch nicht und musste hin- und weggefahren werden. Da soll es nämlich erst frühstens 2025 tun (Professoren sagen eher 2030). Ohne Pilot. Auf festgelegten Kurz-Strecken. Für Menschen, die noch mehr Geld bezahlen wollen und können als es eine gewöhnliche Taxifahrt schon kostet. Naja. Eine Investition in die Zukunft, die das Verkehrsproblem dann wohl immer noch lösen muss. Aber wie gesagt: Immerhin sieht es cool aus.

Natürlich gibt es einen roten Knopf auf dem Rathausplatz von Ingolstadt, das ist hier schließlich eine „Weltpremiere“. Doch als der Verkehrsminister und die Staatsministerin für Digitalisierung ihn drücken, passiert – nichts. Kein Aufheulen der Rotoren, nicht mal ein Surren. Nur ein bisschen Kunstnebel steigt rund um den CityAirbus auf. Für einen Moment sieht es so aus, als habe es einen Kurzschluss gegeben und das Flugtaxi gehe in Rauch auf. (Quelle: welt)

2


Letztens durch Hamburg gelaufen und überlegt, wie geil es eigentlich wäre, wenn es gar keine Autos in Städten gebe und man einfach so und völlig bedenkenlos durch die Stadt latschen könnte, weil überall massig Platz wäre. Nun. Das wird wohl nie passieren. Erst recht nicht in Autodeutschland. Um darauf hinzuarbeiten, würde ich die von arte gestellte Frage jedenfalls mit folgendem Wort beantworten: Ja.

Verstopfte Innenstädte, verspätete Busse, teure Tickets – geht das auch anders? Könnte ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr helfen? In der estnischen Hauptstadt Tallinn, im französischen Dünkirchen oder im brandenburgischen Templin wurde der Nulltarif eingeführt und das Angebot optimiert. Richtungsweisend für ganz Europa?

Im brandenburgischen Templin leben die deutschen Pioniere des kostenlosen Nahverkehrs. Sie haben erfolgreich versucht, die Luftqualität des Kurorts zu wahren. In Tallinn können die Einwohner seit 2013 alle Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Die Autokolonnen sind dadurch aus den Straßen der Innenstadt verschwunden.

China entwickelt sich weiter zum Cyberpunk-Überwachungsstaat und rankt ihre Bürger nach einem Credit-Points-System, bei dem man Punkte verliert, wenn man gegen das dortige Gesetz verstößt. Akuell werden dafür auch biometrische Daten gesammelt, um Menschen noch schneller identifizieren zu können. Wenn man dann beispielsweise zu oft bei Rot über die Ampel geht oder sich zu regierungskritisch im Netz äußert und dadurch eine bestimmte Punktezahl unterschritten wird, kann das eigene Kind eventuell nicht mehr zu jeder Schule oder man wird selbst aus einigen öffentlichen Verkehrsmitteln verbannt. Black Mirror lässt grüßen.

In einem Bericht der chinesischen Regierung, der der Presseagentur "Associated Press" vorliegt, wird das bisherige Ausmaß dieser Strafe offenbart. 23 Millionen Mal konnten Bürger in China 2018 Flug- oder Zugtickets nicht kaufen, weil ihr Sozialkredit zu niedrig war. In 17,5 Millionen Fällen handelte es sich um Flugzeugtickets, 5,5 Millionen Mal wollten Chinesen erfolglos ein Zugticket erwerben. Damit ist die Anzahl rasant zum Vorjahr angestiegen – 2017 wurden noch 6,15 Millionen Menschen daran gehindert. Im heurigen Jahr ist wohl mit einer noch höheren Zahl zu rechnen, da das System erst landesweit ausgerollt wird. (standard)

Bus, Zug oder Tram nutzen, ohne einen Fahrschein zu lösen – das wird in Luxemburg ab dem 1. März 2020 möglich sein. Dann wird der Kleinstaat das erste Land mit kostenlosem Nahverkehr sein. Künftig braucht nur noch ein Ticket, wer die erste Klasse von Zügen nutzen will. Im restlichen Teil sowie in Bussen und Straßenbahnen müssen sich Fahrgäste lediglich ausweisen können. (Quelle)

Auto-Deutschland lässt jedes Jahr die Bahnpreise steigen, das Schnienennetz hat sich in den letzten Jahren sogar verkleinert und die Almans brüsten sich weiter mit Dieseln und Autobahnen ohne Tempolimit (noch). Währenddessen kann man bei unseren Nachbarn im kleinen Luxemburg bald mit allen Öffis umsonst durchs ganze Land pendeln. Anscheinend hat uns da jemand überholt. Zumindest im Verkehr.