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Gerade muss man gute Nachrichten wieder wie eine Nadel im Heuhaufen voller Mist suchen. Ich bin beim aktuellen doomscrolling in den schönen Niederlanden gelandet. Und anscheinend nehmen die Holländer nicht nur Fahrradwege sehr viel ernster (was übrigens neben Käse und kiffen der Grund ist, weshalb ich fast jedes Jahr nach Amsterdam fahre - denn ich kann mich mit meinem E-Rolli da viel freier bewegen).
Die Klima-Rebellen haben dort nämlich nicht nur ab und zu vier Leute auf 'ne Kreuzung gestellt und ein paar Staus verursacht, sondern besetzten seit Wochen die größte Autobahn des Landes. In Deutschland würde man dafür wahrscheinlich 2x lebenslänglich bekommen. In Holland hat man nun genau damit den ersten kleinen Teil-Erfolg erzielt. Ich mag Holland.

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"Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Niederlande verpflichtet die Regierung zur Einhaltung der Klimaziele. Nagelneue Kohlemeiler könnten frühzeitig stillgelegt werden. Eine Berufung ist unmöglich." (Spiegel)

Kleines Weihnachtsgeschenk für die Wissenschaft, FridaysForFuture und vor allem die Kids (inklusive Greta), die eine Sammelklage gegen "fünf der größten Verursacher-Nationen von Treibhausgas-Emissionen" (inklusive Deutschland) eingereicht haben. ?

"Governments have a legal duty to protect citizens from climate change. This is what the Dutch Supreme Court ruled on Friday, upholding lower court decisions that said climate change is a human rights issue." (forbes)

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Vielleicht sollten wir einfach alle nach Holland ziehen, wo Verbote noch nach Vernunft entschieden werden und man anscheinend lieber Gras statt Autoabgase in der Lunge hat. Neben den besten Fahrradwegen und mindestens genauso guten und legalen(!) Joints, hat man dort nämlich nun auch ein knallhartes Tempolimit eingeführt. Mit maximal 100 auf der Autobahn (und das schlauerweise nur tagsüber). Einfach, weil es sinnvoll ist. Für die Umwelt - und die Gesundheit der Menschen.
Und während die einen Deutschen entsetzt über diese knast-ähnlichen Verhältnisse sind, plane ich bereits meinen nächsten und eventuell ja länger gehenden Amsterdam-Besuch, um mal wieder richtig durchzuatmen (nicht nur im Coffeeshop).

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Es ist schon ein bisschen absurd. Wenn ich vor meine Tür gehe, ist das erste, was mir begegnet parkende Autos, die zigfach aneinandergereiht die linke und rechte Straßenseite komplett einnehmen, indem sie einfach nur rumstehen. Deutsche scheinen sich allerdings lieber weiterhin über die im Vergleich dazu klitzekleinen E-Scooter aufzuregen, die ihnen angeblich alle Wege versperren und sowieso total lebensgefährlich seien. Aha. Aber unzählige dicke SUV-Panzer nicht, oder was?
Und ja, okay. So richtig effektiv ist das mit den Rollern noch nicht - bessere wäre da vielleicht, explizite Stadt-Viertel zu schaffen, wo gar keine Autos fahren und die Dinger dann ausschließlich dort eingesetzt werden. Noch einfacher und noch nachhaltiger wäre aber eine ganz andere Lösung: das Fahrrad.

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Was wir dafür bräuchten: Straßen für fahrende Fahrräder - und nicht für rumstehende(!) Stahlklötze auf vier Rädern. So wie es beispielsweise die Holländer machen, die nicht nur riesige Parkhäuser für Bikes haben, sondern auch straßenbreite Fahrradwege, die den Berufsverkehr dort handlen - und sogar noch genug Platz für E-Roller anzubieten hätten.

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Leider lieben die Deutschen ihre Autos mindestens genau so wie die Amis ihre Waffen (beide töten in den jeweiligen Ländern viele Menschen) während die Anzahl der toten Fahrradfahrer vermutlich auch durch immer massivere Autos in den Städten gerade gestiegen ist.
Und vielleicht sollten wir dieses Verkehrsproblem auch gar nicht zu einem Umweltthema machen, sondern schlicht darum bemüht sein, weniger Menschen durch vermeidbare Dinge sterben zu lassen. Wobei das irgenwann auch genau so für den Klimaschutz gelten wird, wenn wir weiterhin so dumm rumfahren wie bisher.

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Erst haben Erdogan-Fanatiker öffentlich eine Frankreichflagge verbrannt, dann rief die Türkei einen Kuh-Ban für holländische Rindsviecher aus. Und nun zerquetschen AKP-Politiker ohne Skrupel ein paar Orangen und trinken sie mit ganz doll bösen Blicken aus (ihr wisst schon, wegen Oranje und so).
Ich glaube, irgendwer muss die Realität mit dem Postillon ausgetauscht haben. Anders kann ich's mir nicht mehr erklären.

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Wenn's nach mir geht, muss man meine zweitliebste Lieblingsstadt Amsterdam ja gar nicht mehr unbedingt bewerben. Ich mag sie ja schließlich schon (Iamsterdam). Holland.com hat es mit einem 17-minütigen Imagefilm allerdings trotzdem getan.
Und das Ergebnis macht sogar ohne Weed-Werbung das, was es machen soll. Nämlich Lust, mal wieder einen Abstecher in unser fahrrad- und tulpenreiches Nachbarland zu machen. Nächsten Sommer vielleicht? Ich nehm' euch mit.
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