"Guck‘ dir mal 2020 an. Sowas kann man sich nicht ausdenken."

2021 scheint ein besseres Jahr als 2020 zu werden, denn schon im Frühjahr kommt eine neue gemeinsame Scheibe von Fatoni & Edgar Wasser raus. Hoffen wir mal, dass die Realität bis dahin nicht mehr so oft vom Postillon geschrieben wird.

Wie soll ich diese lächerliche Welt doch noch ins Lächerliche ziehen?

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Vor genau vier Jahren haben wir uns alle darüber aufgeregt, wie scheiße doch das Jahr 2016 war, da es u.a. ein machtgeiles Riesenbaby ins Weiße Haus gewählt hat. 2020 hat es allerdings hinbekommen, dieses elendige Riesenbaby wieder rauszuschmeißen - und trotzdem(!) noch sehr viel beschissener zu verlaufen. Das muss man auch erstmal schaffen. Weekend hat sich nach dem alten Scheißjahr nun auch das neue Scheißjahr vorgeknüpft - und wieder das Lied des Jahres geschrieben.
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3Plusss wütet 20 Minuten über harte Bretter mit viel Bässen und füllt damit seine NSFW-Platte mit einer dicken Ladung neuer Songs auf. Und ich fühle diesen druckvoll ballernden Zyniker-Modus ja sehr gerade.

Fühl' mich wie die Band auf der Titanic
Aus Prinzip noch ein Lied, auch wenn alles im Arsch ist
Also let's fuck shit up, als wär' Shit nicht abgefuckt
Als wird ab morgen alles anders, nur weil man das sagt
Als wär' das ganze Jahr nicht ein bekackter langer Tag
Und jeder Tag so lang' wie ein ganzes Jahr
Als wär' Europa nicht nur Stacheldraht, das Mittelmeer kein Massengrab
Deutschland nicht ein Nazistaat, wo das Kapital das Sagen hat


Ein Song aus dem Internet und über das Internet. Weekend erklärt, wie er mit nervigen Drunterkommis umgeht. Er macht daraus Disco-Rap-Nummern im 80's-Style. Inklusive nostalgisch schöner Pixelart von Waneella.


Juicy Gay's Quarantäne-Platte hatte ich hier bereits im März, als alles angefangen hat. Schon im Mai hat er die wahrscheinlich erste Pandemie-EP auch live bei UnitedWWeStream performt und das Drive-by-Shooting, in dem auf Coroni geballert wird, ist aktuell zu meinem neuen Lieblingssong mutiert (wie so ein Virus).

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Falls ihr nicht mehr so richtig wisst, wie das alles begann: Die letzten ersten 40 Jahre Deutschrap lassen sich dank eines grandiosen Video-Mix-Medleys von DJ Primetime nun nochmal nachholen. Mit einer chronologischen HipHop-History aus ingsesamt 300 Songs. Und nicht vergessen: "Es wäre heut' nicht wie es ist, wär es damals nicht gewesen wie es war!"

via


Selbst in einem Freestyle bringt 1 Member aus der Orsons-Gang mehr relevante Lines unter als andere Rapper auf einem ganzen Album. Apropos Album. Die Orsons haben in einer Zeit, in der man schlecht auf Tour gehen kann ein Album darüber gemacht, wie gut es ist, auf Tour zu sein. Das dokumentierte Ergebnis: Perfekt abgemischte Roadtrip-Vibes und Party-Urlaub-Feelings für die Ohren, die ich jetzt sehr gut gebrauchen kann. 🍺🏝️👂


Juicy Gay & MC Smook haben so viel Streetcredibility, sie fahren Fahrrad. HipHop 2020 findet scheinbar nicht nur Autos lame, sondern schwingt sich auch auf den mit Goldketten bestückten Tret-Ferrari und macht das Bike wieder cool. Als stets den aktuellen Zeitgeist aufschnappende Subkultur, die im Straßen-Life seit je her die Perspektive des Underdogs einnimmt, der sich gegen das Establishment auflehnt aber eigentlich auch nur ein logischer Schritt. Die coolen Kids von heute demonstriereren schließlich nicht nur fürs Klima, sondern hören auch immer noch Rap. Meine grasgrüne HipHop-Playliste freut sich jedenfalls über einen neuen Song (mein Radio auch).

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In den letzten Wochen haben Spotify und Amazon auf Twitter & Co viel Feuer dafür bekommen, dass sie einen bestimmten deutschen Nazi-Rapper listen, für den ich hier keine Werbung machen möchte. Nennen ihn wir einfach MC Scheiße. Jedenfalls wollte MC Scheiße wohl übermorgen sein neues Scheißalbum veröffentlichen, das es wohl leider in die Charts geschafft hätte.
Aber ausgrechnet jetzt haben Spotify & Amazon offenbar auf die Kritik reagiert und das Scheißalbum von MC Scheiße - zurecht(s) - gelöscht. Tja. Das ist natürlich doof für MC Scheiße und deshalb regt er sich nun auch ganz doll darüber auf. Mein kostenloser Karriere-Tipp für MC Scheiße: Es hilft, wenn man sich als Rapper mal zwei Sekunden mit HipHop auseinandersetzt - oder einfach kein Scheißnazi ist. Peace.


Weekend & Pimf schicken dich weg, wenn du 1 peinlichen Nazi-Drunterkommi machst (ich übrigens auch), bei Fatoni könnte als Verschwörungsfuzzi ja alles so einfach sein (Spoiler: ist es aber nicht), mit Zugezogen Maskulin ist die Tanzfläche Lava, Genuva kennt keine Gnade, Chefket lässt euch noch schneller rennen als er rappt, Megaloh verbringt 2020 im Zombiemodus und Disarstar lässt niemanden zurück.

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