Gegen den seit Jahrzehnten bekannten von Menschen gemachten Klimawandel bzw. für mehr Klimaschutz wird ja nicht erst seit FridaysForFuture demonstriert. Der Streetartkünstler Blu geht mit seiner Klima-Protest-Kunst bspw. schon seit mehr als 10 Jahren auf die Straße und trifft dabei ziemlich oft den Erdkern der Sache. Graffiti for Umweltfreundlichkeit.


...weiterlesen "The „Blu“ Planet"

Ich muss die Bundesregierung auch mal in Schutz nehmen. Denn das Argument, dass die Politik in Deutschland auf den Klimawandel schon vor 30 Jahren hätte reagieren können, ist natürlich Quatsch. Es sind mindestens 40 Jahre. Und maximal gerade mal 92 Jahre. ¯\_(ツ)_/¯

[mildeinteressant] in einem populärwissenschaftlichen Buch meines Urgroßvaters wird bereits 1927 vor einem Klimawandel durch eine Zunahme von CO2 gewarnt. from r/de

"Some people are calling Extinction Rebellion a death cult. Listen, if this is a death cult, it’s a shit death cult! They are trying to keep us alive!"

Im Brexit-Land sind Satiriker offensichtlich auch die besseren Politiker: Der britische John Oliver aka Nish Kuma fasst in genau 6 Minuten den Klimawandel und die ach so radikalen Extinction Rebellion zusammen und macht dabei einen ziemlich guten Job.

"Please scare old white people, as I can't do it alone."


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Falls irgendjemand dachte, dass es nicht so schlimm wäre, wenn wir das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen, weil wir dafür dann das 2-Grad-Ziel aber sicher einhalten. Mit dem derzeitigen Klimapaket der Bundesregierung ist ersteres laut aktuellem IPCC-Bericht nicht mal ansatzweise machbar und zweiteres wird auch fast unmöglich. Wenn das so bleibt, können wir schon mal tschüss zu Schnee und den Korallenriffen sagen - und hallo zu immer neuen Hitzerekorden.

Die vom Umweltbundesamt zusammengefassten Kernbotschaften des aktuellen IPCC-Sonderberichts über 1,5 °C globale Erwärmung:

  • Die Risiken der globalen Erwärmung sind höher als bisher bekannt.
  • Es kommt auf das nächste Jahrzehnt an: wenn der Treibhausgasausstoß nicht radikal
    reduziert wird, ist der weltweite Temperaturanstieg nicht auf 1,5 °C zu begrenzen.
  • Die derzeitigen Anstrengungen der Staatengemeinschaft sind ungenügend.
  • Außerdem entscheiden unsere Handlungen jetzt und bis 2030, wie sehr wir von
    risikobehafteten und noch unerprobten Technologien abhängig sein werden, um das
    ausgestoßene CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entfernen.
  • Wir haben erläutert, dass es einer verbesserten Regierungsführung bedarf, um die
    Herausforderung des gesellschaftlichen Wandels zu bewältigen.

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In Japan wütet gerade ein Typhoon und lässt dort ein wenig die Welt untergehen. Kurz zuvor färbte sich der gesamte Himmel pink bis lila, was anscheinend ein Vorzeichen für einen besonders heftigen Sturm ist, der dann leider auch kam (#PrayForJapan). In Indonesien hingegen sah es vor wenigen Wochen aus wie auf dem Mars, als sich der Himmel dort durch extreme Waldbrände blutrot färbte.
Ich habe so etwas bisher noch nie ohne Photoshop gesehen und schwenke gerade zwischen "Wow, das ist unglaublich ästhetisch!" und "Wow, das ist unglaublich beängstigend!", wobei leider zweiteres am Ende gewinnt, wenn mir wieder einfällt, dass durch den Klimawandel ähnlich krasse und katastrophale Wetter-Phänomene jeglicher Art auf uns zukommen könnten, wenn wir weiterhin nix tun.
...weiterlesen "The Purple Sky of Japan and The Red Sky of Indonesia"


Schöne, aber gleichzeitig auch beängstigend konkret machende Kunst. Die letzten Pixel ihrer Art.

This is an old WWF campaign from 2008! I’ve rearranged a few of them and used them in school!

Amur Leopard
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In Berlin sind derzeit einige Straßen blockiert, was an sich jetzt erstmal nix neues ist, wenn nicht Extinction Rebellion anstatt der gewohnten Staus und Baustellen dafür verantwortlich wär. Schließlich ist das in Großstädten der Normalzustand, an den wir uns alle längst gewöhnt haben und weiter gewöhnen müssen (laut Verkehrsforschern steht man bspw in München in etwa 10 Jahren 24/7 im Stau)
Ich finde nicht unbedingt alles gut, was die XR da veranstalten, nach 1,4 Mio Protestanten, auf die die Regierung gefühlt so gar nicht reagiert hat, habe ich bisher allerdings auch keine bessere Antwort. Dafür aber eine Frage: Wenn Menschen die Straße einnehmen, sind alle rücksichtslose Öko-Hippies, aber wenn Autofahrer jeden Tag dasselbe tun und dabei hupend krank machende Abgase verballern, dann müssen die das nun mal machen, weil es ja nicht anders geht? Die Geschichte von Amsterdam sagt da was anderes:

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Als Mitorganisatorin von FridaysForFuture ist Luisa Neubauer - völlig zurecht - schockiert über das, was die Bundesregierung derzeit verzapft (wie vermutlich mindestens 1,4 Mio. Menschen auch) und dreht im Netz gerade ordentlich auf. Ebenso völlig zurecht.
Neben einigen Zerstörer-Tweets gegen die CDU fasst sie in einem Interview sehr gut zusammen, warum wir gerade nicht zum hundertsten Mal darüber reden sollten, wie irgendwer protestiert, sondern fucking warum: Deutschland ist aktuell ein politischer Totalschaden für unseren Planeten.

Im finalen Entwurf des Umweltministeriums hat die Bundesregierung die Ziele des neuen Klimaschutzgesetzes offenbar deutlich abgeschwächt. Im Vergleich zur ursprünglichen Planung werde beispielsweise für das Jahr 2040 kein nationales Ziel zur CO2-Einsparung mehr definiert. In Berlin und anderen Metropolen startet die Protestgruppe Extinction Rebellion mit Blockaden. (SZ)

Mal abgesehen davon, dass die Klimakatastrophe uns umso mehr kosten wird, umso weniger wir jetzt tun und wir uns von der Erde so langsam verabschieden können, wenn das so weitergeht - wie fucking wenig interessiert sich die Politik eigentlich für mehr als eine Million Menschen, die allein hierzulande auf der Straße waren, nochmal Millionen mehr dahinter und 99,9% der gesamten Wissenschaft? Frage für einen Freund aus der zukünftigen Generation.


Ein Problem davon lässt sich durch den technischen Fortschritt inzwischen mit 1-2 Klicks relativ easy lösen. Das andere bisher leider nicht. Dafür ist heute wieder einer dieser FridaysForFuture.

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"And all you can talk about is money and fairy tales of eternal economic growth. How dare you! [...]"
- Greta Thunberg, 2019

Wohlstand könnte ja dafür stehen, dass wir unseren Planeten nicht zerstören, weil wir ohne gar nicht mal so gut leben können. Für die Politik bedeutet Wohlstand aber eigentlich immer nur eins: Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum und Wirtschaftswachstum (oder wie man es auch nennen könnte: Verbrauchssteigerung).
Warum ausgerechnet das in einer ohnehin schon völlig überproduzierten Hyper-Konsumgesellschaft immer noch erstrebenswert sein sollte, erschließt sich mir aktuell aber nicht so ganz (zumal auch die Kluft zwischen Arm und Reich stetig mitwächst). Schließlich leben wir jetzt schon so, als hätten wir noch mehrere Erden auf Lager, die wir einfach mit einem Klick online nachbestellen können. So langsam scheint man aber zumindest außerhalb der Politik zu kapieren, dass das nicht geht.

Laut Studien werden Menschen ohnehin ab einem bestimmten Lebensstandard - und der beginnt schon weit vorm Porsche Cayenne vor der eigenen Villa - einfach nicht mehr glücklicher. Irgendwann ist es eben egal, ob man im Supermarkt zwischen 10 verschiedenen Sorten Olivenöl auswählen kann oder zwischen 100. Mehr als 10 wirst du in deinem Leben ohnehin nie ausprobieren (geschweige denn den Unterschied schmecken), wenn du nicht gerade professioneller Olivenöltester bist.
Und dieser Überfluss macht das Leben noch nicht mal besser. Im Gegenteil. Er überfordert uns so sehr, dass wir den Netflix-Tab wieder schließen, weil wir uns vor lauter Überangebot einfach nicht entscheiden können. "Viel" hilft eben nicht immer "viel", was wir eigentlich spätestens seit Aspirin-Tabletten wissen sollten.
Eigentlich sollte es zudem selbst für Kinder logisch sein, dass man in einem begrenzten Raum sowieso nicht unbegrenzt wachsen kann. Das Ende eines Wirtschafftswachstums können sich viele Erwachsene aber nicht einmal mehr theoretisch vorstellen. Zum Glück gibt es zu jeder traditionellen "Bewegung" aber auch eine Gegenbewegung, die sich in dem Fall Degrowth & Post-Wachstums-Ökonomie schimpft.

Unter Degrowth oder Postwachstum verstehen wir eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhält. Dafür ist eine grundlegende Veränderung unserer Lebenswelt und ein umfassender kultureller Wandel notwendig.
Das aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Leitprinzip lautet „höher, schneller, weiter“ – es bedingt und befördert eine Konkurrenz zwischen allen Menschen. Dies führt zum einen zu Beschleunigung, Überforderung und Ausgrenzung. Zum anderen zerstört die Wirtschaftsweise unsere natürlichen Lebensgrundlagen sowie die Lebensräume von Pflanzen und Tieren. Wir sind der Überzeugung, dass die gemeinsamen Werte einer Postwachstumsgesellschaft Achtsamkeit, Solidarität und Kooperation sein sollten. Die Menschheit muss sich als Teil des planetarischen Ökosystems begreifen. Nur so kann ein selbstbestimmtes Leben in Würde für alle ermöglicht werden.

Ob das jetzt die erhoffte Alternative zum Ende des Kapitalismus ist und die Lösung für all unsere Probleme ist, weiß ich nicht. Ich glaube aber, dass weniger tatsächlich manchmal mehr sein kann (und effektiver unsere Lebensqualität verbessern kann) und halte den Vorschlag für durchaus sinnvoll, dass wir in Zukunft nicht anstreben, jedes Jahr etwas mehr Ressourcen zu verballern, sondern weniger.


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Klimapolitik in Deutschland 2019 from r/de


Und die deutsche Klimapolitik so: wir mähen unseren Rasen jeden Monat millimetergenau bis zur exakt selben Höhe runter, was sollen wir denn noch alles für diese undankbare Umwelt tun?!

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