Das Dach der katholischen Kathedrale Notre-Dame brennt ein bisschen:

  • Online-Live-Streams
  • #JeSuisNotreDame
  • Sondersendungen im Fernsehen am selben Tag
  • "Das ist ein Kulturerbe, vor dem ich mal ein Selfie gemacht habe!!1"
  • es regnet Spendengelder von Millionären
  • alle beten

Im Amazonas lässt ein rechtsextremer Präsident seit Wochen Millionen Bäume und den größten Regenwald der Welt niederbrennen, der uns eigentlich jede Menge Sauerstoff liefert und jetzt mit Rauchschwaden von 10.000 Bränden in einem Monat ganze Städte verdunkelt wie in Mordor:

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Unter Wissenschaftlern längst ein alter Hut: "Folgen der Erderwärmung sind nur durch Nuklearkrieg zu übertreffen". Anscheinend ist der Klimawandel sowas wie die Abschlussarbeit eines Politik-Studenten namens Menschheit, der 62 Semester Zeit bis zur Abgabe hatte, die er ausschließlich zum Party machen verwendet hat und dann alles in einer Nacht schreiben muss. Nur eben, dass die Zukunft der ganzen Erde davon abhängt. Puh.

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Während die Politik in den letzten Jahren die Photovoltaik-Branche vernachlässigt hat und dort mehr Arbeitsplätze abgebaut wurden als das zukünftig in der Braunkohle-Industrie geschehen soll, bekommen private Solar-Module in Deutschland ihren nächsten Boom. Die sind inzwischen nämlich gar nicht mehr so teuer, lassen sich selbst in Mietwohnungen ohne großen Aufwand einrichten und lohnen sich sogar, wenn man ein sonniges Plätzchen dafür hat.
Auf meiner Terrasse im Erdgeschoss bekomme ich leider nicht mehr als eine Stunde Sonne pro Tag ab, die Idee eines eigenen Balkonkraftwerks finde ich aber großartig (und so hässlich muss das auch gar nicht aussehen). Allein, weil man sich dann als sogenannter Guerilla-Solar-Pirat bezeichnen darf.

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Die Uto­pie einer nach­hal­ti­gen Stadt. Die­ser Fokus hat ins­be­son­de­re zwei Grün­de: Laut UN ent­ste­hen 75 Pro­zent der CO2-Emis­sio­nen in Städ­ten. Und bis 2050 wer­den über zwei Drit­tel aller Men­schen in urba­nen Regio­nen leben. Die Zukunft der Stadt, davon sind Expert*innen über­zeugt, bestimmt auch die Zukunft der Erde. (Was wäre, wenn Städte gut für das Klima wären?)

Futuristisch angehauchter Was-wäre-wenn-Podcast von detektor.fm über Stadtplanung im urbanen Klima der Zukunft, in dem u.a. Volker Quaschning (Professor für erneuerbare Energien) zu Wort kommt und über die 3 wichtigsten Faktoren Heizung, Strom und Verkehr spricht.
Noch interessanter als ein nachhaltiges Leben finde ich bem Ansatz einer Eco-Utopia-City aber, dass man damit das soziale Leben und die oft vereinsamende Anonymität im Alltagsleben der Stadt verbessern könnte. Zum Beispiel durch weniger Autos und mehr öffentlichen Verkehrsmitteln (meinetwegen auch gerne kostenlos). Mit weniger Parkplätzen und mehr grünen Flächen vor der eigenen Haustür könnte man die eigene Straße so nämlich auch viel attraktiver für ein nachbarschaftliches Miteinander werden lassen. Dann verbringt vielleicht auch nicht mehr jeder nur seine Zeit eingesperrt in einem so und so viel Quadratmeter großen Zimmer.

Gif: Futurama3D (Alexy Zakharov)

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"Rising sea levels and temperatures are having devastating effects on some of the world’s most unique and beautiful destinations. Climate change impacts not only our planets landscape but local economies as well. Visit now before they’re gone."

Die Menschheit kann sich ja angeblich eher mit dem Ende der Welt anfreunden als mit dem Ende des Kapitalismus. Zum Dank bietet ihnen der Kapitalismus dafür an, mit Kreuzfahrtschiffen noch ein letzes Mal alle Orte zu besuchen, die durch den Klimawandel bald zerstört werden, an dem sowohl der Kapitalismus als auch Kreuzfahrtschiffe nicht ganz unbeteiligt sind (z.B. durch Luxus-Trips in die Antarktis).
So zum Beispiel das Reiseunternehmen Stride-Travel, die zwar 10% ihrer Einnahmen an Klimaprojekte spenden, im Endeffekt aber die drohende Apokalypse vermarkten. Offenbar reicht es einigen nicht mehr aus, den möglichen Tod eines ganzen Planeten zu verursachen - sie wollen auch live dabei zusehen, wie er stirbt und gerne noch ein Selfie davor machen.

Top Places Disappearing Due to Climate Change Experiences
– Sailing through icebergs in a zodiac in Antarctica and viewing penguins on the shore
– Learning about the enigmatic moai statues on Easter Island from an expert guide
– Hiking among ice blue glaciers in Patagonia
– Dog-sledding in Greenland with a local guide
– Snorkeling in the Great Barrier Reef among the bright colors of thousands of fish and coral. Learning about how climate change is affecting


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Die Zerstörung der CDU geht munter weiter. Jetzt auch mit Support von den Helden der Ü60-Generation. ✊

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Today is #EarthOvershoot-Day. Das heißt, die Welt-Ressourcen für 2019 sind heute schon aufgebraucht und wir leben von nun an wieder auf Kosten zukünftiger Generationen. Zur Zeit verbraucht die Menschheit demnach also 1,75 Erden - in Deutschland sind es durchschnittlich sogar 3.
Der Jahresvorrat würde hierzulande aktuell nur bis zum 3. Mai reichen. Konsum- und Ausbeutungsgesellschaft sei dank. Tja. Doof, dass man bei amazon immer noch keine neuen Erden nachbestellen kann. Das wäre doch sicher die ideale Lösung für den Kapitalismus. Oder wir machen das Jahr einfach kürzer:

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Vielleicht werden wir uns ja auch noch nach den Zeiten zurücksehnen, in der es nur maximal 42,6°C warm waren. Oder anders: Wenn die Menschheit das mit der Klimakrise nicht gebacken bekommt, backt die Klimakrise eben die Menschheit. In einem immer heißer werdenden Ofen. Und Politics so: This is fine. 🔥🙂🔥
...weiterlesen "The coolest Summer"

Vier Jahre lang hielt das bayerische Kitzingen mit 40,3 den deutschen Hitzerekord. Doch der ist nun gebrochen: In Geilenkirchen in NRW wurden 40,5 Grad gemessen. Es ist aber gut möglich, dass dieser Rekord nur einen Tag hält. (tagesschau)

Der 24. Juli 2019 war der heißeste Tag in Deutschland, den es jemals gab. Und vielleicht ist der Hitzerekord heute auch schon wieder Schnee von gestern, weil er gleich nochmal gebrochen wird. Laut Wetterbericht ist Deutschland heute jedenfalls Lava.
Auch in den Niederlanden, Frankreich und Belgien gab es die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und falls das irgendwelchen idiotischen Idioten immer noch nicht als Beweis für einen Klimawandel ausreicht: der Temperaturanstieg der wärmsten Periode der letzten 2000 Jahre, in der wir uns jetzt und hier befinden, findet laut Wissenschaft erstmalig weltweit statt (auf 98% der Erde). Naja. Wenigstens müssen wir beim eventuellen Weltuntergang wohl nicht frieren. Im Gegenteil:

Update: 15 deutsche Städte haben heute den alten Hitzerekorde geknackt. Aktuell liegt er jetzt bei 42,6 Grad (Lingen, Emsland).


Das eigentlich Dumme an der ganzen Klimageschichte ist ja, dass Europa und damit auch Deutschland bis zum Jahr 2011 auf einem guten Weg war, Vorreiter und Champion zu sein, was erneuerbare Energien betrifft.
Tja. Warum wir dann ausgerechnet in diesem Bereich anschließend haufenweise Arbeitsplätze gekillt haben, obwohl ganz klar abzusehen war, dass sich der Ausbau von Sonnen- und Wind-Energie nicht nur fürs Klima, sondern sogar fürs eigene Portemonnaie ausgezahlt hätte, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Naja, die chinesische Wirtschaft freut sich. Und unsere Politik hat mal wieder verschlafen und guckt am Ende so planlos wie Jerry: Scheise was ist pasirt? Nun. Antworten darauf liefert die Wissenschaft:


So könnte auch die "letzte" UN-Klimakonferenz aussehen. In einem Foto aus dem Jahr 2014, am Gendarmenmarkt in Berlin. Ein treffendes Symbolbild mit alten weißen Männern in Anzügen. Aus der Miniatur-Streetart-Collection Follow the Leaders vom Skulpturen-Künstler Isaac Cordal.

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Climate protest in Cologne. They're standing on ice blocks from r/europe


Kreativer Protest in Köln, der ohne drastischen Klimaschutz den Boden unter den Füßen verliert - und stirbt.

In Köln hat die erste mehrtägige Demonstration für Klimaschutz mit einer Kundgebung begonnen. Die Aktion von Fridays for Future soll bis Freitag dauern und mit einem großen Demonstrationszug durch die Innenstadt schließen. In Nordrhein-Westfalen sind in dieser Woche noch keine Schulferien. Die Schülerinnen und Schüler wurden von den Organisatoren also dazu aufgerufen, eine ganze Woche lang die Schule zu schwänzen. (zeit)