Das vom Internet getaufte Boaty McBoatface war erfolgreich in den Tiefen der Antarktis unterwegs und hat bereits bei seiner Jungfernfahrt die Wissenschaft im Kampf gegen den Klimawandel ein bisschen vorangebracht. Nicht schlecht, kleine Yellow Submarine.

Boaty McBoatface’s maiden outing has made a major discovery about how climate change is causing rising sea levels. Scientists say that data collected from the yellow submarines's first expedition will help them build more accurate predictions in order to combat the problem. (telegraph)

Und hier das, was Science-Boaty herausgefunden hat:

Dass die Windstärken in der Antarktis zunehmen, war bereits bekannt. Nun wird klar, dass dadurch auch wärmere Wassermengen in großen Tiefen in Regionen geschwemmt werden, die weit unter den dicken Eispanzern liegen. Die Angriffsfläche auf die Eismassen der südlichen Pol-Region wird so vergrößert und der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt. (winfuture)


Wetterberichtgerüchten zufolge könnte(!) es nächste Woche sogar bis zu 40 Grad heiß werden und allein diese eventuell mögliche Berechnung ist schon krass. Der Sommer vom letzten Jahr scheint jedenfalls weiterzugehen und ich besorge mir dann wohl mal sehr viele Tonnen Eis und verabschiede mich vorsichtshalber schon mal von allen Dachgeschossbewohnern in Berlin, deren letzte Hoffnung vermutlich diese sein wird: Wettervorhersagen für die nächste Woche stimmen eigentlich nie. Eigentlich.

"Kommt es aber so, wären viele neue Hitzerekorde sicher: Der Temperaturrekord für Juni liegt in Deutschland bei 38,2 Grad und stammt vom 27. Juni 1947. Selbst die höchste jemals in Deutschland offiziell gemessene Temperatur von 40,3 Grad könnte überboten werden.
Wesentlich wahrscheinlicher als 40 Grad sind besonders im Süden mehrere Tage mit 30 bis 35 Grad. Das würde aber wohl schon ausreichen, dass dieser Juni der wärmste seit 2003 und damit sogar wärmer als im vergangenen Jahr wird. Im Osten ist der Juni dagegen auf gutem Weg, der heißeste seit Messbeginn vor fast 140 Jahren zu werden." (wetteronline)


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Energieprofessor Volker Quaschning steht mit den ScientistsForFuture nicht nur hinter den Aussagen von Greta & co, sondern hat auch das 11-seitige-Rezo-PDF der CDU auseinandergenommen. Bei Tilo Jung hat er mehr als eine Stunde das erklärt, was in puncto Klimawandel denn nun getan werde muss, wieso wir eigentlich schon auf einem guten Weg waren und warum wir noch Grund zur Hoffnung haben. Vielleicht sollte man das Video mal im Bundestag zeigen. Da könnten so einige Parteien noch sehr viel lernen.

Eine Welt ohne fossile Brennstoffe ist möglich und Energiegewinnung aus 100% erneuerbaren in Deutschland ist mehr als realistisch, sagt Volker Quaschning. Volker gehört zu den ersten WissenschaflterInnen, die sich bei "Scientists for Future" zusammengetan haben. Er ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und in seinem Fachgebiet führender Experte für Erneuerbare Energien und Fragen der Energiewende.


Während die CDU 11-seitige PDFs als modernen Kommunikationsweg wählt, sich weiter wie selbstgefällige trotzige Kinder verhält und auf Twitter schon den nächsten Shitstrom eingefangen hat, werden YouTuber scheinbar erwachsen. Rezo legt nämlich noch einen nach - diesmal mit halb YouTube-Deutschland im Gepäck (und dutzende Millionen Abonnenten).
Die vermutlich dank Artikel13 und der inzwischen 9 Mio. mal geklickten Zerstörung der CDU politisierte Internet-Generation wächst zusammen mit den FridaysForFuture-Kids. Und ich würde es mal so ausdrücken: Du weißt, dass die Kacke mächtig am Dampfen ist, wenn eine Katja Krasevice nicht nur zur Wahl aufruft, sondern dich auch noch bittet, die klimapolitisch richtige Entscheidung zu treffen.

Am Wochenende sind die EU-Wahlen und es ist wichtig wählen zu gehen. Aber es ist genauso wichtig, eine rationale Entscheidung bei der Wahl zu treffen, die im Einklang mit Logik und Wissenschaft steht.


#FridaysForFuture geht in die 40. Woche und ruft zu einer nochmal viel größeren Demo am 20. September für alle auf. Heute fanden Proteste in mittlerweile mehr als 1600 Orten in 119 Ländern weltweit statt. In Deutschland nahmen 320.000 Leute teil. Allein in Hamburg waren es nach Polizeiangaben über 17.000.
Meine zwei Lieblingsplakate kommen aber von einer dänischen Schulklasse, die die Klimakrise auf deutsch erklärt und einem kleinen Minecraft-Boy aus Karlsruhe. I like these kids.


Spannende Live-GG-Debatte zur Klimapolitik als EU-Programm von jung & naiv. Mit Luisa Neubauer (FFF), Katja Kipping (Linke), MASZ (FDP) & Albrecht von Lucke (und einer noch besseren Fragerunde). Dazu Interviews mit DiEM25, VOLT, Linke, Grünen & der Vollständigkeit halber nochmal die Partei. Falls ihr noch nicht wisst, wo ihr euer Kreuz am Sonntag setzt und euch der Partei-O-Mat nicht reicht, bekommt ihr hier nochmal etliche Standpunkte einiger mehr oder weniger wählbaren Parteien, die euch vielleicht bei eurer Entscheidung helfen.


...weiterlesen "Jung & Naiv: Klima-Debatte & Europawahl-Interviews"


Klaas und seine Clans treiben Klimaschutzgeld ein, sortieren wacke Scheiße wie Plastik aus und räumen nicht das Game, sondern die Erde auf (und fürs Rappen wurden offenbar sogar Profis rangeholt). Mit Autotune statt getunten Autos. #DeutschrapForFuture. Inklusive Gangsta-Greta und einer grasgrünen Deutschrap-Playlist (von mir).

 

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Ein Beitrag geteilt von Ralph Ruthe (@ruthe_offiziell) am


Während Bayern den Kids von FridaysForFuture bis zu 1000€ Bußgelder reindrücken will und immer noch auf ein paar Schulstunden pocht, deren Ausfall sonst alle einen Scheißdreck kümmert, fasst der großartige Ralph Ruthe nochmal ganz wunderbar die ständig am Thema vorbeiredende Debatte zusammen (sein Comic hat es heute sogar schon als Plakat auf eine Demo geschafft). On point.


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Aus einer Zeit, als die Kids von FridaysForFuture noch nicht mal geboren waren und sogar noch älter als die Ankündigung des Berliner Flughafens: Ein Bericht der Tagesschau vor 20 21 Jahren über die "härteren Maßnahmen" für die Autoindustrie, die heute wahrscheinlich noch jedes mal darüber lacht, wenn sie gerade wieder einen SUV verkauft. Über zwei Jahrzehnte hinweg verkackte Klima- und Verkehrspolitik in einem Zeitdokument von 1998. Von wegen Zukunftsthema und so.


Während Politiker beim Kohleausstieg immer noch den Verlust von Arbeitsplätzen vorschieben, den sie im Bereich der erneuerbaren Energien aber lockerflockig in Kauf nehmen und wie ein Kleinkind damit argumentieren, dass andere Länder ja viel beschissener fürs Klima wären, macht eine interessante Top10-Liste gerade die Runde. Und die sieht dann eigentlich eher nach dem genauen Gegenteil aus:

Die EU-Kommission hat Daten dazu veröffentlicht, welche Kraftwerke, Fabriken und Fluggesellschaften im vergangenen Jahr am meisten Kohlendioxid in die Luft abgegeben haben. Von den ersten zehn CO2-Verursachern auf der Liste kommen sieben aus Deutschland – es sind Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen [...]. (Quelle)

Scheint so, als sollte man da lieber nochmal Profis ranlassen. Diesen Freitag zum Beispiel:


via Luisa Neubauer


Nachdem Greta am Freitag zusammen mit 25.000 Schülern in Berlin protestierte, hat sie gestern auch den Sonderpreis der Goldenen Kamera verliehen bekommen. Und als Dankeschön nutzte sie die Gelegenheit und hielt eine wieder mal starke Rede, die sie diesmal direkt an die Stars und Sternchen im Saal richtete, um den Reichen und Schönen mal ordentlich ins Gewissen zu reden.
Zwischendurch hagelte es betroffene Promigesichter. Am Ende gab es dann Standing Ovations. Zurecht. Mit Abstand bester Moment einer ansonsten eigentlich nicht mal erwähnenswerten Show. 👏

"[...] Wir leben in einer merkwürdigen Welt. Eine Welt, in der die versammelte Wissenschaft uns lehrt, dass wir nur noch 11 Jahre entfernt sind vom Auslösen einer unumkerhabren Kettenreaktion, die sich der menschlichen Kontrolle entzieht und wohl das Ende unser Zivilisation bedeuten dürfte. [...].
Eine Welt, in der wir glauben, dass wir uns aus einer Krise herauskaufen und herausbauen können, die dadurch entstanden ist, dass wir gekauft und gebaut haben. Eine Welt, in der ein Footballspiel oder eine Filmgala mehr Medienaufmerksamkeit bekommt als die größte Krise, vor der die Menschheit je stand. Eine Welt, in der Prominente, Film- & Popstars gegen alle möglichen Ungerechtigkeiten kämpfen, sich aber nicht für Umweltgerechtigkeit und Klimaschutz engagieren, weil sie dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblingsrestaurants, Strände und Yogaseminare zu besuchen. [...]
Die Menschen sehen euch Prominente als Götter an. Ihr habt Einfluss auf Milliarden von Menschen. [...]. Ihr könnt dazu beitragen, dass aus Einzelpersonen ganze Bewegungen werden. Ihr könnt dabei helfen, unsere verantwortlichen Machthaber wach zu rütteln und sie wissen zu lassen, dass unser Haus in Flammen steht. [...]"

- Greta Thunberg

PS: Wir leben in einer merkwürdigen Welt.

Greta kann anscheinend nicht nur eine ganze Generation zu Demos bewegen und mehr Klimaschutz fordern, sondern kennt sich auch mit Memes aus (welche 16-jährige tut das nicht). Damit versteht sie schon mal mehr vom Internet als die komplette CDU.