Klaas und seine Clans treiben Klimaschutzgeld ein, sortieren wacke Scheiße wie Plastik aus und räumen nicht das Game, sondern die Erde auf (und fürs Rappen wurden offenbar sogar Profis rangeholt). Mit Autotune statt getunten Autos. #DeutschrapForFuture. Inklusive Gangsta-Greta und einer grasgrünen Deutschrap-Playlist (von mir).

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Ralph Ruthe (@ruthe_offiziell) am


Während Bayern den Kids von FridaysForFuture bis zu 1000€ Bußgelder reindrücken will und immer noch auf ein paar Schulstunden pocht, deren Ausfall sonst alle einen Scheißdreck kümmert, fasst der großartige Ralph Ruthe nochmal ganz wunderbar die ständig am Thema vorbeiredende Debatte zusammen (sein Comic hat es heute sogar schon als Plakat auf eine Demo geschafft). On point.


via


Aus einer Zeit, als die Kids von FridaysForFuture noch nicht mal geboren waren und sogar noch älter als die Ankündigung des Berliner Flughafens: Ein Bericht der Tagesschau vor 20 21 Jahren über die "härteren Maßnahmen" für die Autoindustrie, die heute wahrscheinlich noch jedes mal darüber lacht, wenn sie gerade wieder einen SUV verkauft. Über zwei Jahrzehnte hinweg verkackte Klima- und Verkehrspolitik in einem Zeitdokument von 1998. Von wegen Zukunftsthema und so.


Während Politiker beim Kohleausstieg immer noch den Verlust von Arbeitsplätzen vorschieben, den sie im Bereich der erneuerbaren Energien aber lockerflockig in Kauf nehmen und wie ein Kleinkind damit argumentieren, dass andere Länder ja viel beschissener fürs Klima wären, macht eine interessante Top10-Liste gerade die Runde. Und die sieht dann eigentlich eher nach dem genauen Gegenteil aus:

Die EU-Kommission hat Daten dazu veröffentlicht, welche Kraftwerke, Fabriken und Fluggesellschaften im vergangenen Jahr am meisten Kohlendioxid in die Luft abgegeben haben. Von den ersten zehn CO2-Verursachern auf der Liste kommen sieben aus Deutschland – es sind Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen [...]. (Quelle)

Scheint so, als sollte man da lieber nochmal Profis ranlassen. Diesen Freitag zum Beispiel:


via Luisa Neubauer


Nachdem Greta am Freitag zusammen mit 25.000 Schülern in Berlin protestierte, hat sie gestern auch den Sonderpreis der Goldenen Kamera verliehen bekommen. Und als Dankeschön nutzte sie die Gelegenheit und hielt eine wieder mal starke Rede, die sie diesmal direkt an die Stars und Sternchen im Saal richtete, um den Reichen und Schönen mal ordentlich ins Gewissen zu reden.
Zwischendurch hagelte es betroffene Promigesichter. Am Ende gab es dann Standing Ovations. Zurecht. Mit Abstand bester Moment einer ansonsten eigentlich nicht mal erwähnenswerten Show. 👏

"[...] Wir leben in einer merkwürdigen Welt. Eine Welt, in der die versammelte Wissenschaft uns lehrt, dass wir nur noch 11 Jahre entfernt sind vom Auslösen einer unumkerhabren Kettenreaktion, die sich der menschlichen Kontrolle entzieht und wohl das Ende unser Zivilisation bedeuten dürfte. [...].
Eine Welt, in der wir glauben, dass wir uns aus einer Krise herauskaufen und herausbauen können, die dadurch entstanden ist, dass wir gekauft und gebaut haben. Eine Welt, in der ein Footballspiel oder eine Filmgala mehr Medienaufmerksamkeit bekommt als die größte Krise, vor der die Menschheit je stand. Eine Welt, in der Prominente, Film- & Popstars gegen alle möglichen Ungerechtigkeiten kämpfen, sich aber nicht für Umweltgerechtigkeit und Klimaschutz engagieren, weil sie dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblingsrestaurants, Strände und Yogaseminare zu besuchen. [...]
Die Menschen sehen euch Prominente als Götter an. Ihr habt Einfluss auf Milliarden von Menschen. [...]. Ihr könnt dazu beitragen, dass aus Einzelpersonen ganze Bewegungen werden. Ihr könnt dabei helfen, unsere verantwortlichen Machthaber wach zu rütteln und sie wissen zu lassen, dass unser Haus in Flammen steht. [...]"

- Greta Thunberg

PS: Wir leben in einer merkwürdigen Welt.

Greta kann anscheinend nicht nur eine ganze Generation zu Demos bewegen und mehr Klimaschutz fordern, sondern kennt sich auch mit Memes aus (welche 16-jährige tut das nicht). Damit versteht sie schon mal mehr vom Internet als die komplette CDU.

Gerade nochmal die Demobilder der FridaysForFuture-Demos durchgescrollt und dabei entdeckt, dass die Kids von heute nicht nur politisch engagiert sind, sondern scheinbar auch Littlefoot & Co noch mögen. Beides kriegt auf jeden Fall Props und Support von mir. Und ich schwelge dann mal nostalgisch in einem Land vor unserer Zeit.

In nun mehr als 2000 Städten in 123 Ländern gehen die Kids dank einer frisch für den Friedensnobelpreis nominierten kleinen Schwedin für drastisch mehr Klimaschutz auf die Straße. Und mittlerweile haben sie neben einiger sich anschließenden Eltern auch die "Profis" im Rücken (Scientists4Future).
Allein in Deutschland waren es heute über 300.000 junge Menschen, die die Zukunft der Erde wichtiger finden als wirtschaftliche Interessen und gegen eine über Jahre verkackte Klimapolitik demonstrieren. Die Aussagen von Christian Lindner die Woche haben sie offensichtlich mitbekommen - und kontern schlagfertig mit etlichen Schilder-Punchlines zurück. Wie die Profis. ;o)

...weiterlesen "#FridaysForFuture | Demonstrieren wie die Profis"


Dieser Moment, wenn Politiker fordern, dass Kinder lieber mal die Klappe halten und alles Profis überlassen sollen und die Profis dann fordern, dass Politiker verdammt nochmal das machen sollen, was die Kinder ihnen sagen:
Mittlerweile unterstützen mehr als 14.000 Wissenschaftler die Protest-Bewegung der Kids, am Freitag demonstrieren alle zusammen und zu den FridaysForFuture kommen nun auch Scientists4Future dazu. Eine öffentliche Stellungnahme gab's auch in einer 45-minütigen Bundespressekonferenz. Und ich sag's mal so: Dem Kapitalismus wird nicht unbedingt gefallen, was sie sagen. Mir gefällt wiederum genau das.

Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Er­halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.
Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von „Fridays for Future/Klimastreik“ erreichen. Ihnen gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung. (scientists4future)

Irgendwann, wenn wir die Erde für unseren selbstzerstörerischen Luxus-Lifestyle komplett ruiniert haben, können unsere Kinder mal ihren Enkelkindern erklären, wie man Gedichte in 4 Sprachen interpretiert oder mit dem Zirkel umgeht. Oder die Politik hört einfach mal auf mit aBeRdIeScHuLpFlIcHt-Mimimi und geht wirklich auf das ein, wogegen die Kids demonstrieren und was sie eigentlich sagen. Die Schule schwänzen ist schließlich kein Weltuntergang - die Klimakrise vielleicht schon. Den passenden Cartoon dazu liefert dann Ben Jennings. Gretas Antwort auf dieses "Argument" hat sie übrigens schon vor 3 Monaten gegeben:

"Some people say I should be in school instead. Some people say I should study so I can become a climate scientist to "solve" the climate crisis. But the climate crisis has already been solved. We already have the facts and solutions. We just have to wake up and change. Why should I be studying for the future when there soon will be no more. When no-one is doing anything to save the future. And what's the point of learning facts when the facts we already know are ignored by the same people"?!"
- Greta Thunberg

Eigentlich ist es ja so: Wenn die Kids nicht die Schule schwänzen würden, um auf Demos zu gehen, hätten sie vermutlich niemals so einen Wirbel verursacht. So funktioniert das Aufmerksamkeitsprinzip eines jeden Streiks, den eben auch Schüler intelligenterweise und zurecht für sich nutzen wollen. Dennoch reden gefühlt immer noch alle übers Schulschwänzen statt den jungen Protestlern einfach mal zuzuhören.
Um die Sache ein für alle mal zu klären, hat EU-Politiker und Partei-Chef Martin Sonneborn ein "offizielles" EU-Entschuldigungsschreiben für die FridaysForFuture-Demos verfasst, dass es als PDF-Donload zum selber ausdrucken auf seiner Seite gibt. Schön, dass es doch noch seriöse Politiker gibt, die es supporten, wenn die Jugend sich politisch engagiert. Wie übrigens auch heute knapp 3000 Schüler in Hamburg - zusammen mit Greta:

Dem Klimawandel fehlen anscheinend ein genaues Datum zur besseren Weltuntergangsterminabstimmung und ein langweiliger Roland-Emmerich-Film mit halbwegs guten CGI-Effekten, um interessant genug für die Humans of Late Capitalism zu sein. Ein altes Volk, das ihn schon vor Jahren vorausgesagt hat, haben wir ja immerhin schon. Es nennt sich "Wissenschaftler".

via