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In den letzten Monaten habe ich durch die Klimakrise und Naturkatastrophen (und manchmal auch einfach nur durch sehr dumme Menschen) ja vor allem eins gesehen: abgesoffene Autos. Sehr, sehr viele abgesoffene Autos. Fast so, als w√ľrde die Erde die Verkehrswende vorantreiben wollen und die immer gr√∂√üer werdenden Blechkisten einfach wegsp√ľlen wollen.
Und mich w√ľrde es hierzulande ja eigentlich gar nicht wundern, wenn Autoland nun als Ma√ünahme gegen kommende Fluten ein riesiges Boot bauen w√ľrde, das bei √úberschw√§mmungsgefahr allerdings keine Menschen, sondern nur Autos rettet (immerhin leitet Scheuer schon wieder irgendeine TaskForce, warum auch immer der noch im Amt ist).
Was mich aber sehr wundert, ist, dass wir Autofahrern √ľber die Jahre offenbar so viel haben durchgehen lassen, dass sie inzwischen glauben, mit ihrer Karre wirklich alles machen zu k√∂nnen - sogar schwimmen. Heckspoiler-Alert: k√∂nnen sie nicht.

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Krass und auch ein bisschen seltsam, aber anscheinend hat jemand mein Gehirn gehackt und meine Gedanken zum Thema Autos in Innenstädten direkt auf diesen Verkehrs-Info-Screen in Brooklyn projiziert. Übrigens wurde die Hupe tatsächlich nicht erfunden, um damit aggressiv "Hey, mach mal schneller Arschloch, hier komm ich, der König der Straße!" zu signalisieren, sondern um vor Gefahrensituationen zu warnen. Und Autos töten langfristig betrachtet viel mehr Menschen durch Abgase und Dauerlärm, als durch tatsächliche Unfälle.
Abgesehen davon, klauen sie uns unfassbar viel Platz, stehen uneffektiv den ganzen Tag rum und geben nicht mal ansatzweise allen Menschen diese angeblich nur so mögliche individuelle Freiheit, denn viele alte, arme und behinderte Menschen sowie alle unter 18-Jährigen können selber gar keine Autos nutzen. In dem Sinne: Mehr solcher Anzeigetafeln und weniger Blechkisten, bitte.

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Letzte Woche bin ich auf der Suche nach Parks durch ein paar Straßen in Hamburg geschlendert, die links und rechts so vollgestellt mit rumstehenden Protzkarren waren, dass ich mir nicht ganz sicher war, ob dort Menschen oder Autos wohnen.
In Mumbai hat die gute alte Erde w√§hrenddessen kein Bock mehr, noch l√§nger auf die dringend n√∂tige Verkerhswende zu warten und beseitigt einen SUV schon mal kurzerhand selbst. Und ich glaube ja, so √§hnlich macht die das dann auch irgendwann einfach mit uns, wenn wir eines Tages zu oft auf diesen Planeten geschissen haben, weil uns Autos und Geld wichtiger waren als nicht auszusterben. Wer w√ľrde es ihr ver√ľbeln.

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Kennt ihr diese Br√ľcke in den USA, an der so viele LKWs aufgrund ihrer H√∂he scheitern? Etwas √Ąhnliches gibt es in England - nur, dass in dieser Stra√üe nicht die H√∂he entscheidend ist, sondern die Tiefe. Und ich mag ja, wenn Autofahrer ihr Auto auch mal stehen lassen (aber vielleicht kommt das auch davon, wenn man glaubt, dass man mit dem Auto alles machen kann zum Beispiel ein Boot sein).

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Eigentlich bin ich ja kein Fan von Autos, weil ich es nicht f√ľr die futuristischste und schlauste Mobilit√§tsl√∂sung halte, dass jeder eine eigene viel zu gro√üe Blechkiste besitzt, die dann die meiste Zeit aber nur rumsteht und wichtigen Platz wegnimmt, den St√§dte eigentlich br√§uchten. Mir ist aber auch klar, dass das aufm Land nochmal ganz anders aussieht solang die √Ėffis-Anbindung da so mies ist, wie sie aktuell nun mal noch ist.
Naja, jedenfalls, wenn ich gezwungen w√§re, mir aus irgendeinem hoffentlich guten Grund ein Auto zu kaufen, dann w√§re es wohl dieser gleichzeitig alt und neu aussehende Electro Opel, der wirkt wie Manta Manta in der Cyberpunk-Version (auch wenn der Fuchsschwanz fehlt). Denn wenn schon 23 Stunden am Tag alle Stra√üen vor meiner Haust√ľr mit Autos zugestellt sind, dann k√∂nnen sie ja wenigstens cool aussehen, finde ich.

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Ein 15-min√ľtiger Sci-Fi-Trip durch eine Zukunft, in der ich euch empfehlen w√ľrde, mal wieder das Bike zu nehmen, da es noch viel mehr Menschen mit noch sehr viel mehr Autos gibt. Und ich finde besonders dystopisch in dieser Welt, dass man zuerst die Zahl der Menschen dezemiert, um Platz zu schaffen anstatt einfach mal den Rad-, Zug- und √ĖPNV auszubauen (und zwar genauso futuristisch). Dabei kommt der Kurzfilm gar nicht aus Deutschland, sondern aus Norwegen.

In an overpopulated future, a family returning from a day at the beach have to travel through a tunnel that serves a deadly second purpose.


Back to the Future DDR: Schon damals in den 70ern hat die Arbeitsgemeinschaft der "Station Junge Techniker" ein Elektro-Auto aus einem alten Militär-Trabbi und 4 LKW-Batterien zusammengeschustert. Und auch schon damals hat die Politik die Verkehrswende verkackt und sogar aktiv verhindert, dass es bei diesem einzigen Prototypen bleibt (und sich stattdessen an einem hierzulande auch gescheiterten Elektro-Bulli versucht).
Der Name Elsist steht √ľbrigens f√ľr Elekrosicherheitsstadtauto, was deutscher nicht klingen k√∂nnte. F√ľr die Anti-Tempolimit-Almans w√§re Elsist aber vermutlich nichts gewesen, da die kompakte und von hinten ein bisschen wie eine gewisse fahrende Zeitmaschine aussehende E-Karre nur 50 Sachen schaffte. F√ľr die Stadt f√§nde ich diese technische Beschr√§nkung ja aber eigentlich genau richtig und w√ľrde mich √ľber ein Comeback im Jahr 2020 durchaus freuen.

via

"Jetzt kommt das Velomobil und setzt in Sachen Effizienz der ganzen Fahrradtechnik die Krone auf: Noch nie war es Menschen möglich, mit so wenig Kraftanstrengung solch große Fahrleistungen zu vollbringen." (velomobil.eu & velostrom.de)

F√ľr mich futuristischer als jeder Cybertruck von Elon Musk: Das Velomobil. Ein Fahrrad mit aerodynamischer Carbon-Karrosserie, mit dem ihr wesentlich entspannter mehr Speed draufkriegt und das zus√§tzlich mit einem Elektroantrieb ausstattbar ist.
Endlich mal ein Rad, das vollkommen wetterfest ist und vom Look her mit dem Style eines Sportwagens mithalten kann (es gibt sogar ein Lamborghini, einen Selfmade-Ferrari und ein SUVelomobile). Bei bis zu 100km/h Spitzengeschwindigkeit aber auch kein Wunder.
Der Mix aus Liegefahrrad, Auto und Mini-Rakete ist allerdings noch extrem unbekannt, weshalb Zulassungen gerade f√ľr E-Velomobile in Deutschland noch √ľberkompliziert sind. Ganz abgesehen davon, dass die Dinger mit 'ner Preislage zwischen 6000‚ā¨ und 10.000‚ā¨ noch viel zu viel kosten.
Aber hey, bei E-Autos verschenkt die Regierung per Kaufpr√§mie ja auch genau solche Summen. Und auch bei Lastenfahrr√§dern kommt sie mittlerweile manchmal auf die Idee, ein bisschen Geld beizusteuern - leider immer nur begrenzt. Stattdessen wirft man Koffer voll Geld in "Flugtaxis". Aber wer wei√ü. Vielleicht flitzt das Velomobil ja trotzdem irgenwann an allen vorbei und √ľbernimmt doch noch den Verkehr der Zukunft. Optisch sieht das ja schon ganz gut aus:

Ein “normaler“ Erwachsener, der eine Dauer-Leistung von 100 Watt aufs Pedal bringt (trainierte Menschen kommen i.d.R. auf eine Dauerleistung von 150-250 Watt), erreicht damit
‚Äď auf einem ‚ÄúHolland-Rad‚Äú 19,5 km/h
‚Äď auf dem Rennrad (Unterlenker) 25,7 km/h
‚Äď im VeloMobil (Quest) 33 km/h
(Quelle)



...weiterlesen "Das “Auto“ der Zukunft ist ein Fahrrad: Velomobil ūüö≤ūüöÄ"


Toyota h√§lt anscheinend nicht so viel von SUVs, baut lieber autonome Mini-Elektrotaxis mit Entertainment-Systemen und wirbt mit angeblich emissionsfreier und barrierefreier Mobilit√§t. Ich halte es zwar immer noch f√ľr ein bisschen unn√∂tig, dass jeder mit einem eigenen was-auch-immer durch die Stadt gurken muss, aber wenn, dann k√∂nnte ich mir das ja eher so vorstellen als in einem protzigen E-Stahlpanzer, dessen Batterie allein vermutlich fast schwerer ist als diese kleinen "E-Smarts". Der Augmented-Reality-E-Racer ist mir allerdings ein wenig zu viel japanischer Sci-Fi-Nintendo-Quatsch. Dann doch lieber F-Zero zocken im elektrischen Klitzekleinwagen.



...weiterlesen "Wie ein japanischer Automobilhersteller sich die Zukunft der Mobilität vorstellt"


Die L√∂sung f√ľr den vielen Verkehr in unseren St√§dten war bisher immer nur noch mehr Verkehr durch noch mehr Stra√üen f√ľr noch mehr Autos. Viel hilft schlie√ülich viel, dachte sich wohl die Politik und Wirtschaftswachstum muss schlie√ülich auch sein, sagt der Kapitalismus (bzw. die Autolobby).
Was eine be-scheuer-te Idee. Denn abgesehen davon, dass das weder sinnvoll noch nachhaltig, daf√ľr aber sehr oft t√∂dlich ist, stehen wir mittlerweile bald nur noch im Stau. In M√ľnchen soll die Rush Hour bis zum Jahr 2030 bspw. den ganzen verdammten Tag dauern. √úberhaupt ist das scheinbar heilige deutsche Auto in erster Linie offenbar kein Fahr-, sondern ein Stehzeug, da es durchschnittlich ganze 95% des Tages nicht benutzt wird und uns in der Zeit keine Freiheit schenkt, sondern sie platztechnisch sogar enorm einschr√§nkt. Und wo wirklich viel gefahren wird, wollen wir dann auch nicht wohnen. Viel zu laut, viel zu dreckig und √ľberhaupt viel zu gef√§hrlich f√ľr die Kleinen, sagen dann auf einmal alle, die es sich leisten k√∂nnen, dort nicht wohnen zu m√ľssen und kaufen sich danach ihren n√§chsten Stadtgel√§ndewagen.
Tja. Vielleicht kann man ja auch einfach mal anfangen, St√§dte f√ľr Menschen - und nicht f√ľr Blechb√ľchsen zu bauen. In Amsterdam wurde bspw. in den 60ern die "Zukunftsplanung" f√ľr eine Autostadt durch Proteste von B√ľrgern verhindert - heute plant die f√ľr ihre modernen Fahrradstra√üen oft gelobte Stadt bis 2030 alle motorisierten Abgas-Schleudern komplett rauszuschmei√üen.
Es geht also auch ganz anders - und eben auch viel sch√∂ner, wenn man denn mal damit anf√§ngt. Stattdessen diskutieren wir aber immer noch √ľber ein Tempolimit, dessen ziemlich offensichtlichen Sinn alle L√§nder um uns herum schon seit etlichen Jahren verstanden haben.
Davide Brocchi, seines Zeichens Experte f√ľr urbane Transformation hat allerdings angefangen. Zumindest auf dem Papier bzw. der PowerPointPr√§sentation, die er hier im Rahmen einer Debatte rundum die "Zukunftsstadt 2030" vortr√§gt und dabei zeigt, dass Wachstum vielleicht nicht immer die beste L√∂sung f√ľr all unsere Probleme ist. Erst recht nicht, wenn die eigentlich mal wieder gar nicht wirklich notwendigen Produkte wesentlich mehr Platz einnehmen als wir selbst - und sie uns das Leben schwerer machen als das Gewicht von drei Millionen SUVs.

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Ich habe hier ja schon √∂fter gesagt, dass ich kein besonders gro√üer Freund von Autos bin - zumindest nicht in St√§dten. Neben dem Fakt, dass die 23 Stunden am Tag parkenden Exemplare vor meiner Haust√ľr mehr als die H√§lfte der kompletten Stra√üe besetzen, gibt es aber eine Sache, die ich noch nie richtig vestanden habe (vor allem nicht im immer nasskalten Hamburg):
Wieso muss ich als Fußgänger sogar im strömenden Regen so oft auf jemanden warten, der meist völlig allein in einem trockenen, beheizten und alles einnehmenden Stahlklotz Resourcen verballert während er die Umwelt mit Abgasen und Lärm belästigt und ich nichts mache außer atmen und das zu ertragen?
Weil er gr√∂√üer und schneller ist und mich sonst tot f√§hrt? Ich mein, klar, bei einem Linienbus sehe ich das voll ein. Da m√∂chte ich auch nicht, dass dr√∂lf Menschen nur auf mich, den K√∂nig der Stra√üe warten m√ľssen. Aber in 80% aller F√§lle ist das eine klassische 1-zu-1-Situation, der ich mich kampflos ergeben muss.
Mir wird dann ja immer erkl√§rt, dass so ein total schnelles Auto nicht bei jedem Dulli-Fu√üg√§nger anhalten kann - sonst w√§re das total schnelle Auto ja gar nicht mehr total schnell und w√ľrde sich nicht mehr lohnen. Ja, eben - aber warum sollte sich das Auto in der Stadt auch lohnen, wenn man wie in 80% aller F√§lle nicht gerade mehrere Personen oder meinetwegen schwere Lasten damit transportiert?
Wenn man ehrlich ist, lohnt es sich absurderweise aufgrund der vielen Autos und der dadurch immer mehr aufkommenden Staus ja jetzt schon kaum noch. Mit dem Rad ist man zumindest in der City ohehin schon fast immer schneller als mit der Karre (√ľber die H√§lfte aller Autofahrten in Hamburg sind k√ľrzer als 5 Kilometer). Einen ganzen Thread dar√ľber, wie aus Autodeutschland eigentlich Autodeutschland wurde und warum das auch alles anders aussehen k√∂nnte, gibt's vom @Graslutscher:


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