Klingt wie ein schlechter Scherz während einer Pandemie, die so viel Arbeitlose verursacht hat wie noch nie, aber diesen Amerikaner kostet der 8-wöchige Überlebenskampf gegen Corona 1,1 Mio. Dollars. Tja. Wenigstens passt das katastrophale Gesundheitssystem der USA nun zum sonstigen kaputten Zustand des Landes.

“I feel guilty about surviving,” he says.

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Interessante Illustration mit sehr viel Interpretationsmöglichkeiten in Zeiten von Klimawandel, Wirtschatfskrise, Riots und einem möglichen Wendepunkt. Mit einer sich zurückkämpfenden Natur vor einem brennenden Neuwagen (vermutlich ein Polizeiauto, da der dazugehörige Künstler @nicholasmejia aus Kalifornien stammt). Und sieht ein bisschen aus wie die radikale Version vom Löwenzahn-Intro. This is fine. 🌿

PS: Ich empfehle dazu diese gar nicht mal so schlechte 3Sat-Doku und anschließende Diskussion dazu über Corona, Systemwechsel und Bullshit-Jobs - oder alles von meiner Lieblingstransformationsforscherin Maja Göpel.
...weiterlesen "„Wachstum“"


Dank des Internetz können wir ja nicht nur besser sehen, wie beschissen die Welt gerade um uns herum ist, sondern uns auch viel besser von ihr ablenken. Und ich glaube, ich wähle am Wochenende vielleicht doch mal wieder die zweite Option, da die erste ein hin- und wieder doch ganz schön beängstigender Stimmungskiller ist. Apropos Internet. Hier ein lustiges #FightEveryCrisis-Meme:

Nicht einzig und allein Bill Gates, sondern Kapitalismus rules - und zwar everyhting around us. Und ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt - es ist aber eben nun mal Realität. Marcus Staiger, seines Zeichens HipHop-Nerd, Polit-Journalist und Kapitalismuskritiker hat das verschöwrungstheoretische Paranoia-Gebrabbel von "Systemkritiker" Ken Jebsen mal systemkritisch auseinandergenommen. Eine kleine Nachhilfestunde in Sachen politischer Bildung, die aktuell offenbar sehr viele dringend gebrauchen können.


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Vielleicht können wir uns nach der Krise ja auch einfach mal fragen, wie toll eigentlich ein System ist, das zulässt, dass solche Fragen überhaupt erst gestellt werden. Oder auch warum unsere Wirtschaft eigentlich nahezu komplett zusammenbricht, wenn alle mal ein paar Wochen lang nur das konsumieren, was sie wirklich brauchen. Gäbe bestimmt 1-2 gute Antworten darauf.

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Inmitten der Coronavirus-Pandemie ist der Erdölpreis an der New Yorker Börse erstmals in seiner Geschichte tief ins Negative gerutscht. Der Preis der US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im Mai schloss am Montag bei minus 37,63 Dollar pro Barrel. Das bedeutet, dass Händler bereit waren, Käufern Geld zu bieten. (wz)

Ich glaube, Kapitalismus ist gerade ein bisschen kaputter gegangen, als er ohnehin schon ist: Eine fossile, natürliche und endliche Energiequelle unseres Planeten ist derzeit weniger wert als ein Blatt Klopapier. Und sogar weniger wert als nichts. Denn die Ölpreise sind aktuell so tief im Keller, dass es wirtschaftlich eigentlich sinnvoller, volle Öltanks ins Meer zu kippen als sie zu besitzen.
Immerhin: Wir verbrauchen von der Erde offenbar so wenig wie schon lange nicht mehr. Das finden Firmen, die sonst natürliche Ressourcen ausschlachten und zu Milliarden schweren Profiten machen sicher ganz schön doof. Tja.


Slavoj Žižek, seines Zeichens unterhaltsamer Gesellschaftkritiker, anarchischer Philosoph und radikaler Psychoanalytiker aus Ljubljana und sowas wie der slowenische Adorno fordert wie gewohnt einen konsequenten System-Wandel. Der personifizierte Albtraum von Christian Lindner prophezeit das Ende vom Late-Stage-Kapitalismus, so wie wir ihn kennen hin zu einer solidarischen Globalisierung aller Nationalstaaten. Außerdem spricht über Brintey Spears als Stimme der Revolution, und ein paar Dinge, die wir uns beim Kommunismus abgucken können und darüber, dass nicht ale Deutschen Nazis sind, but "they are also good organisers.".
Ich weiß nicht, wie wir ein demokratisches und für alle faires Wirtschafssystem hinbekommen, finde aber, dass ein System, das nahezu komplett zusammenbricht, nur weil einmal alle ein paar Wochen zuhause sind, grundsätzlich schon falsch klingt. Warum wir unser Gesundheitssystem jemals in die unsichtbaren und vermutlich nicht mal desinfizierten Hände des Marktes gelegt haben, von dem wir bereits lange wissen, dass er sich manchmal einen Scheiß um uns kümmert und oft eiskalt und brutal agiert, habe ich allerdings ohnehin noch nie verstanden. Auf Twitter habe ich letztens ein Foto von einem Graffiti-Schriftzug aus Japan gesehen, der mir dazu gerade passenderweise einfällt und eigentlich alles auf den Punkt bringt, was es auch im Bezug auf die Klima-Krise dazu zu sagen gibt: "Things shouldn’t go back to normal because the normal we had before was the problem".

"by communism I don't mean soviet union central committees, I mean simply these 3 things: relatively efficient state which has the power to violate the market rules, to organize healthcare and so on... supplemented on the top with strong, active international cooperation, and at the bottom with local mobilization."

Das Corona-Virus lässt Menschen scheinbar nicht nur erkranken, sondern auch Sätze sagen, die ich vor ein paar Wochen selbst in Filmen für etwas übertriebenen Zynismus und unrealistische Real-Satire gehalten hätte, weil ich mir bis dato nicht vorstellen konnte, dass die Humans of Late Capitalism mal ein solch gruseliges Level an Dekadenz erreichen würden. Selbst die creepy Drehbuschreiber von Black Mirror wirken gegen die aktuelle Realität allerdings fast schon wie ein Kindergeburtstag. Alter.

Während Donald Dumb wirtschaftliche Verluste offenbar schlimmer findet, als den Verlust von Menschen und diese gerne wieder zu Arbeit schicken würde, fordert im Amiland nun auch erste Politiker, dass Großeltern und Risikogruppen sich für die Wirtschaft "opfern" sollen. Und ich glaube, so deutlich wie jetzt hat der Kapitalismus noch nie gesagt, dass er über Leichen geht und ihm Menschenleben komplett am Arsch vorbeigehen. Hauptsache der Rubel rollt. Ich schlage derweil vor, wir "opfern" stattdessen das gesamte Geld von Millionären und Milliardären, fangen nochmal bei Null an und überlegen uns diesmal ein System, dass nicht bereits nach einer Woche Pause komplett zusammenbricht und jetzt schon offenkundig bereit ist, Menschen zu killen.


Wir diskutieren über stattfindende Fußballspiele. Veranstaltungen werden teilweise auf 999 Teilnehmer reduziert. Leute gehen ganz normal zur Arbeit. Manche Menschen gehen nochmal ordentlich feiern, bevor alles zu macht. Und es gibt unzählige Hilfe, Gelder und Infos für die Wirtschaft, aber z.B. gar nichts davon für Behinderteneinrichtungen, Pflege- und Altersheime, in denen Menschen um ihr Leben fürchten.
Es ist erschreckend und verstörend, dass die Menschheit in solch einer Situation nicht alles in ihrer Macht stehende, sondern lediglich nur das wirklich nötigste tut, um den wirtschaftlichen Schaden so klein wie möglich zu halten, weil das scheinbar wichtiger ist, als die Todeszahlen auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Überhaupt wirkt alles wie ein ständiges Abwegen und Verhandeln zwischen Zahlen. Wie an der Börse. Als würde man sich sonst im Nachhinein darüber ärgern, wenn man eventuell doch "zu viel" getan hat, um Leben zu retten.
Stellt euch mal die Menschheit als Familie vor. Dort würde man nie im fucking Leben so handeln, wie wir es gerade tun. Niemand würde versuchen, seinen Alltag möglichst nur mit kleinen Einschränkungen fortzusetzen und an die finanziellen Folgen denken, wenn ein Familienmitglied in eventueller Lebensgefahr schwebt (vorausgesetzt ihr mögt eure Familie ;o). Man würde mit allerhöchster Priorität nämlich verdammt nochmal alles tun, um dieses Risiko auf 0 zu bekommen. Und erst danach würde dann alles andere kommen, worum ihr euch kümmert, weil es einfach jetzt zweitrangig ist. Tja. Doof nur, dass der Kapitalismus lieber sagt "naja, ein paar Tote müssen wir halt in Kauf nehmen" und leider ganz andere Interessen hat, als dass es möglichst allen gut geht. Eigentlich kennen wir diese ganze abgefuckte Scheiße schon vom Klimawandel, in Zeiten einer Pandemie passiert das aber alles auch noch in Real-Time. Und ich muss mal wieder an die mahnenden Worte einer sehr jungen Aktivistin denken: We live in a strange world.

...weiterlesen "There is no way to continue almost as usual during a pandemic"

Als moderne Neuauflage in der Tweet-eines-Deutschrappers-Version. Wär auch 'n guter Albumtitel für Moneyboy.

Es lohnt sich übrigens auch, Til Reiners länger als 35 Sekunden zuzuhören. Zum Beispiel in seinem Comedy-Programm Auktion Mensch, in dem ihr das 1 1/2 Stunden lang tun könnt, wenn ihr es euch z.B. ganz antikapitalistisch umsonst auf YouTube anguckt. Danach wisst ihr dann wirklich alles über den Kapitalismus, was ihr wissen müsst und habt trotzdem nicht mehr Geld als vorher. Tja.

...weiterlesen "Til Reiners erklärt euch in 35 Sekunden den Kapitalismus"


Falls ihr mal austesten wolltet, wie es so ist, wenn man den Kapitalismus endlich abschafft und ihn durch einen demokratischen Sozialismus ersetzt, könnt ihr das bald in diesem Game tun, in dem euer Beraterstab aus allerlei Tierchen besteht und ihr Lobby-Haie bekämpfen müsst. Nach dem neuen Flight Simulator, dem Social Media Simulator, den weirden Simulatoren von ThePlayWay und MAD TV vielleicht mein neuer Lieblings-Simulator.

The Democratic Socialism Simulator lets you play as the first socialist president of the United States. Can you redistribute power and wealth while addressing the climate crisis?
Enact radical reforms, tax the rich, transform the economy, tackle the most pressing issues without alienating voters or bankrupting the government. But beware: the ruling class won't give up its power easily. Even your closest allies may turn on you.

The Democratic Socialism Simulator is an attempt to prefigure the opportunities and challenges of a Sanders (or Sanders-like) presidency. It is meant to entertain, enrage, provoke socialist-curious players as well as comrades on the front lines of the political revolution.


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