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"Resümee: Viele sagen wir sind mit der Aktion gescheitert. Aber sind wir das wirklich? Oder haben wir euch nicht viel mehr restarted, connected? Und auf dem Weg jede Menge Learnings mitgenommen. Wir lassen das mal so stehen."

Letztes Wochenende lief auf der re:publica diese gar nicht mal so unlustige Mini-Parodie-Serie von @creamspeak: re:start:connect. Eine kleine Web-Show über zwei StartUp-Dudes aus dem Jahr 2021, die die Welt verbessern wollen (oder doch wieder nur Schauspieler mit einem ironischen Projekt sind, wer weiß). An der 16-teiligen Shitstorm-Produktion mitgeschrieben haben u.a. Moritz Hürtgen & Dax Werner, es erwartet euch also bittersüßer Cringe-Humor aus der Twitter-Titanic-Bubble. Viel Spaß beim fröhlichen Fremdschämen.


Gestern habe ich mir nochmal Facebook-Kommentare zu der ganzen #allenichtganzdicht-Geschichte durchgelesen (ja, ich weiß, aber diesmal hat es sich gelohnt). Und anscheinend können nicht nur Schauspieler sehr zynisch sein, denn auf der Page von Regisseur Dietrich Brüggemann, der wohl mitverantwortlich für diese von allen möglichen Dullis gefeierte Schwurbelkunst war, findet man das: Eine Krankenschwester, die sich beim Initiator für die Videos "bedankt" und dabei anscheinend nicht nur on fire ist, sondern auch das mit der bitterbösen Satire offensichtlich weitaus besser drauf hat.
Und ich finde ja, dass das Krankenhauspersonal in der aktuellen Situation doch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hat als ein paar superironische Künstler, die in einer Pandemie nichts beigetragen haben außer Leerdenkern eine nun artsyfartsy angemalte Bühne zu bieten.


Ich hänge internettechnisch derzeit hinterher wie so 1 Deutschland, aber Böhmi's Show feuert inzwischen so regelmäßig exquisite Rants auf alles, was dringend gerantet gehört, dass ich das ZDF Magazin Royale nach dem Wechsel ins Hauptprogramm inzwischen wieder sehr lieb gewonnen habe, aber trotzdem nicht hinterherkomm.
Nachdem u.a. die Influencer-High-Society, das deutsche Internetz und nun auch König Fußball satirisch zerlegt wurde, gab es in den letzten Wochen mit diesem wunderschönen Daft-Punk-Medley auch ein musikalisch hervoragend gemachtes Highlight. Schön, dass es in öden Pandemiezeiten wenigstens noch ein bisschen Qualitätsfernsehen gibt.



Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der das Schlimmste für uns mehr Kassenbons und eine Kinderchor-Diskussion waren? Man, muss die Welt damals schön gewesen sein. Das ZDF Magazin hat nun gestern für zwei Minuten immerhin die Oma aus dem Hühnerstall wieder aufleben lassen - und sie ins Krankenhaus verfrachtet. Bleibt zu klären, ob Tom Buhrow sich denn eigentlich schon für Corona entschuldigt hat. ¯\_(ツ)_/¯


So richtig passt ein frohes Fest ja eigentlich nicht in eine Pandemie mit mittlerweile 1,5 Millionen Toten weltweit. Das Browser Ballett hat trotzdem schon mal versucht, in besinnliche Weihnachtsstimmung mit Mindestabstand zu kommen. Inklusive Drosten-Geschenkpapier und exponentiell wachsenden Adventskalender. Mehr von dieser phänomenal guten Satire-Show gibt es inzwischen übrigens sogar im Fernsehen bzw. in der ARD-Mediathek (Glückwunsch, Schlecki!).
...weiterlesen "Das Browser Ballett im Fernsehen: Besinnliche Pandemie"

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Böhmermann bringt gute Satire zurück in eine Satire-Show und hat die humorvollen Corona-Spots der Bundesregierung so geflippt, dass einem das Lachen nun im Halse stecken bleibt, weil man stattdessen nur noch kotzen könnte.
Dennoch schön, dass das Magazin Royale offenbar erneut zu gewohnter Stärke zurückgefunden hat und wieder so hart trifft, dass es wehtut. Funfact: Inoffiziell ist das übrigens ein hervorragendes Satire-Battle zwischen TeamJan und TeamJoko&Klaas.

https://leavenoonebehind2020.org/

Da ich Donald Trump ja inzwischen wirklich alles zutraue, dachte ich ja gerade für ein kurzen Moment durchaus, dass dieser Tweet echt sein könnte. Er stammt diesmal allerdings tatsächlich von einem Parodie-Account und ich glaube, ich kann den amerikanischen Präsidenten mittlerweile ernsthaft kaum noch von Satire unterscheiden. Wobei man an der Tatsache, dass die ersten vier Sätze korrekte Fakten enthalten, natürlich ein eindeutiger Beweis dafür sind, dass das nicht von Trump selbst kommen kann.

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Während Tom Buhrow sich wahrscheinlich gerade wieder für irgendwas entschuldigt, haben ein paar WDRler mit Rückgrat einfach mal die Omas zur Causa "Umweltsau" zu Wort kommen lassen. Natürlich mit einem kleinen Liedchen - und einer umweltsauguten Punchline:

"Unsere Enkel kriegen ganz schnell kalte Füße, damit werden sie mal Chef beim WDR."


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Damals noch per Telefon: die Kritik vom BLÖD-Leser-Shitstorm des Titanic-Magazins, die der seriöse Satiriker Martin Sonneborn damals ehrenvoll und vielleicht sogar ein bisschen stolz entgegennahm. Da kann der WDR tatsächlich noch was lernen.

WDR-Intendant Tom Buhrow zur Lehre: Wie man sich mal gepflegt mit aufgebrachten und von der "Bild"-"Zeitung" aufgehetzten Rentnern unterhält. Ich hatte das Vergnügen im Jahr 2000, nach der großen WM-Bestechung. Und aus dem Netz genommen haben wir danach: nix. Im Gegenteil: wir haben eine schöne CD daraus gemacht. Das hätte ich mir vom WDR auch gewünscht, ZwinkerSmiley!
(Lustiger) Hintergrund: www.fckaf.de/bd8

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Die Umweltsau wird weiter durchs Internet-Dorf getrieben und die Parodie eines WDR-Kinderliedes hat inzwischen sogar zu Tagesschau-Meldungen von rechten Protesten geführt. Und als wäre das nicht schon alles bescheuert genug, wird sich jetzt noch darüber beklagt, dass einige freie Mitarbeiter vom Sender bei den antifaschistischen Gegendemos dabei waren. Klingt komisch, ist aber so.
Ich dagegen finde diesen Einsatz für demokratische Grundwerte ja sehr löblich und stelle mich ganz hinter die Maus und den Elefanten, die für mich die stabilsten Instanzen beim WDR bleiben.

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Satire scheinen Wutbürger wie Manni, Horst und Dieter nuhr zu verstehen, wenn sich alte weiße Männer über junge engagierte Mädchen lustig machen. Andersrum hört der Spaß für die klassischen Lügenpresse-Schreier und konservativ kotzenden Kommentarmenschen aber offenbar immer ganz schnell auf. So wie bei diesem WDR-Clip, in dem kleine Kids "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" singen - und dem uralten Klassiker eine ganz neue Note verpassen. Greta-Style.
Niedliche Aktion eigentlich. Leider ist der WDR aber dank eines großen Scheißehaufens aus Twitter- und Facebook-Diskussionen inzwischen eingeknickt und hat den Song kurzerhand wieder runtergenommen. Im Internet ist und bleibt er vermutlich aber trotzdem (danke KFMW). Und ich finde den neuen Text ja schon ein bisschen lustig:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Motorrad, Motorrad.
Das sind tausend Liter Super jeden Monat.
Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!
Meine Oma fährt mit ´nem SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor.
überfährt dabei zwei Opis mit Rollator.
Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!
Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett.
Weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet.
Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!
Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert, geläutert, geläutert.
Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ‘ne Kreuzfahrt.
Meine Oma ist doch keine Umweltsau!“


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