Sorry, Moria. Aber ihr wisst ja gar nicht, wie anstrengend es ist, so lange zuhause sein zu müssen. Ihr habt schließlich aktuell gar kein richtiges zuhause und könnt das nicht nachempfinden. Aber wir können es euch sagen: es ist hier wie im Krieg. Nur, dass wir uns in dem eben noch nicht mal richtig die Haare stylen lassen oder Fußi gucken konnten und es im Supermarkt sogar einmal keine Barilla-Nudeln mehr gab. Und solch menschenunwürdige Verhältnisse wollen wir euch ja nicht anbieten. Eins versprechen wir euch aber jetzt schon: Waffen exportieren wir natürlich trotzdem auch weiterhin in eure Heimatländer. Wir sind ja keine Unmenschen.

 

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Die mit immerhin über 700.000 Followern auf Insta ausgestattete 1UP-Crew zeigt sich solidarisch und hat - ganz vorbildlich mit Mundschutz & Atemmaske - ein Zeichen für Europa und die Menschenrechte von allen(!) in der U-Bahn-Station Kurfürstenstraße hinterlassen. Inzwischen gibt es auch Bewegtbildmaterial von der Support-Aktion der Berliner Graffiti-Gang.

In view of the challenge we face, we need many signs of solidarity. Small-mindedness or egoism cannot lead the way. Currently, on Lesbos Camp Moria alone, there are over 20,000 people living in the camp, although it’s built to accommodate only 3,000. Quarantine, hand-washing or social-distancing are essential at this moment, but if you live in Moria, none of this is possible. The virus does not differentiate according to skin colour, religion or gender. Corona affects us all. We need to evacuate these Camps now. Societies will prove that it can emerge stronger from this crisis – but only if we leave no one behind.

"Die Aktivisten der "Alan Kurdi" haben 150 Menschen auf dem Mittelmeer gerettet - trotz Coronakrise.
DEUTSCHE BEHÖRDEN SIND ENTSETZT, Malta und Italien verurteilen die Aktion. Und keiner lässt die Flüchtlinge an Land."
(spiegel)

Oh welch ein Zufall, das bin ich nämlich auch. Entsetzt. Davon, dass jemand entsetzt darüber sein kann, wenn Menschen das Leben gerettet wird. Davon, dass wir die "Oder soll man es lassen?"-Zeiten anscheinend immer noch nicht hinter uns gelassen haben. Davon, dass man offenbar überrascht davon ist, dass es nicht alle einfach hinnehmen, wenn Menschen jämmerlich verrecken, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Davon, dass uns wichtiger ist, in einer Pandemie unbedingt möglichst billigen Spargel mit cremiger Hollandais-Sauce wegschlemmen zu können als Menschenrechte für alle zu bewahren. #LeaveNoOneBehind.


Die EU wäscht sich die Hände in Unschuld und bekommt sie trotz Seife nicht ab. Währenddesen machen alle Länder ihr eigenes Ding im wohlbehüteten zuhause. Leider vergisst man dabei "aus Versehen" diejenigen, die auch gerne ein zuhause hätten. Nico Semsrott fühlt sich derweil überflüssig im EU-Paralament und hat sich aus Langeweile in der Quarantäne einfach mal selbst interviewt.


Alle ihre Frunde stinken morgens schon nach Bier und trotzdem haben sie scheinbar mehr Anstand die EU. Gerade hat die BHZ-Crew nämlich eine Spendenaktion für Flüchtlingshilfe an der europäischen Grenze gestartet, um die aktuellen NGOs und Helfer zu supporten, die den Menschen vor Ort nicht selten das Leben retten. Und Xatar hat gleich schon mal 5000€ in den Pott geworfen. HipHop kennt schließlich keine Grenzen. One Love, du weißt.

Deshalb unser Aufruf:
Macht auch ihr auf die aktuelle Situation aufmerksam!
Unterstützt direkt vor Ort oder von zuhause aus die humanitäre Hilfe auf den griechischen Inseln und an den europäischen Aussengrenzen.

Da sich der Großteil der Arbeit aus Spendengeldern finanziert, haben wir einige Crowdfunding-Kampagnen von @lighthouserelief ausgesucht, die wir unterstützenswert finden.
Das ist nur ein Vorschlag von uns - am Ende zählt jeden Spende, bei der das Geld direkt in die Projekte vor Ort fließt, egal an welche Organisation. Also zeigt Liebe und setzt ein Zeichen!

#lovemovement

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis uns dieser schäbige Deal um die Ohren fliegt und alles, was getan werden muss, hätte schon längst getan werden sollen. Trotzdem sind es diese Momente, in denen man sich wieder mal extrem schämen muss, EU-Bürger und damit auch Träger eines Friedensnobelpreises zu sein, den ich hiermit dann auch gern zurückgebe.
Als ob sich durch die Ankunft von Flüchtlingen auch nur irgendwas in Europa verschlechtert bzw. überhaupt verändert hat. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass viele es nicht mal gemerkt hätten, wenn sie nicht jeden Tag darüber lesen würden. Das einzige, was Europa bisher aber eindeutig immer beschissener werden ließ und leider immer noch lässt, ist die wachsende Galle aus rechtspopulistischer Kackscheiße und Grundrechte tretenden Nationalismus, der tötet.
Und während wir angeblich nichts abzugeben haben, kaufen alle daheim die Supermarktregale leer und bunkern sich einen Lebensvorrat an Nudeln, was sie gleich am nächsten Tag wieder machen könnten, weil wir so fucking viel davon haben. Die beschämenden Fakten könnt ihr u.a. bei der sea-watch nachlesen.

Ich mag seine Musik. Sehr. Und nach dieser Aktion mag ich Tua sogar noch ein bisschen mehr. Denn es gibt nun mal weitaus wichtigere Dinge als einfach nur Musik rauszuhauen. This is real HipHop. Viel Liebe für dieses Statement. 🖤

Hi Freunde,
mein Lied „Wenn ich gehen muss" hatte für mich immer einen besonderen Wert. Der Text kam mir nur wenige Minuten nach dem Tod meines Vaters und trotzdem geht es darin nicht um Trauer, sondern um Trost, um eine Perspektive. Das Lied geht nicht um mich, sondern ich möchte es in den Dienst derer stellen, die es brauchen. Als neulich Leute von sea-eye und der Agentur Jung von Matt an uns herantraten und meinten, sie hätten ein dringendes Anliegen, kamen mir genau diese Gedanken wieder hoch und ich war sofort dabei.
Sea-Eye (mit ihrem Schiff "Alan Kurdi", vom Vater des namensgebenden, ertrunkenen kleinen Jungen so getauft) ist eine der wenigen NGO's, die im Mittelmeer Seenotrettung betreiben. Das heißt, das sind ein paar der wenigen Menschen, die das überhaupt tun. Auf der anderen Seite sind 2019 noch immer an die 1000 Menschen direkt vor unseren Grenzen ertrunken, vor den Augen aller, muss man eigentlich sagen. Genau darum geht es bei unserem Musikvideo: Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass das Thema unter keinen Umständen erledigt ist oder von selbst läuft. Es sind Spenden wie deine, die es möglich machen, dass die "Alan Kurdi“ in See stechen und Menschenleben retten kann. Es sind Leute wie du und ich, die sich dort gerade machen und Aufgaben übernehmen, die eigentlich Staatssache wären. Einige dieser Leute durfte ich kennenlernen und ich möchte euch ein paar davon hier in den kommenden Tagen vorstellen, als Steckbriefe und auch in einem kleinen Video.
Ich würde mich freuen, wenn ihr dem Thema wieder etwas mehr eurer Aufmerksamkeit entgegenbringt. Liked die Seite der Sea-Eye, sie dokumentieren ihre Arbeit. Und bitte spendet.
Wir spenden selbstverständlich alle Einnahmen, die ab jetzt über Streaming oder Download von „Wenn ich gehen muss“ rein kommen. Auf meiner .WAV-Tour wird es eine Spendenkasse für die Sea-Eye geben und Chimperator wird den Gewinn ihres 20-Jahre-Jubiläumsevents auch komplett spenden.

https://sea-eye.org/tua/

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Ganz Europa spricht und streitet heftig über die Fahrt der Sea-Watch 3. Die Kapitänin Carola Rackete bringt nach zähen und ergebnislosen Verhandlungen, trotz Verbots der italienischen Behörden, rund 40 aus Seenot gerettete Menschen in den Hafen von Lampedusa. Über Wochen hat kein europäischer Hafen ihr erlaubt, sie an Land zu bringen. Was hat sich hinter den Kulissen abgespielt? Warum traf die Kapitänin eine Entscheidung, die ihr sogar eine Gefängnisstrafe einbringen kann? Wir berichten euch exklusiv über die Geschehnisse auf der Sea-Watch 3 und zeigen euch die Vorgeschichte. Denn unsere Reporter Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg waren die drei Wochen mit an Bord.

STRG_F mit einer Extended-Version der Panorama-Reportage über die Sea-Watch 3, dem Schiff, das den Menschen das Leben rettet, die Europa sonst ersaufen lässt. Ein sehr wichtiger journalistischer Beitrag zu einem sehr wichtigen Thema.
Und ich bin ja kein Politiker oder sowas und weiß, dass das alles sehr viel komplizierter ist, aber: wenn ich eine EU wär, würde ich diese Menschen ja aus dem Wasser holen, am nächstgelegenen sicheren Hafen medizinisch versorgen und sie anschließend einfach auf alle Mitgliedsländer aufteilen. So naiv das auch klingt.

Leider fehlt bei Minute 29:40 die Untertitelung. Das ist der Dialog:
- "Ich möchte wissen, ob ihr uns nicht verhaftet, weil wir schwarz sind!
Sea Watch Mitarbeiterin: "Wir, euch verhaften?!"
- "Ja, das möchte ich wissen. Alles ist möglich, Madame!"


Matangi Maya M.I.A. mit ihrer leider immer noch verdammt aktuellen Protesthymne gegen gesetzte Grenzen und für eine weltoffene, menschliche und nicht durch Mauern beschränkte Zukunft - für fucking nochmal alle. No Borders. Viel Liebe für diese großartige Künstlerin, die das "P" in Pop wieder politisch macht und für das kämpft, was fehlt: M.I.A. - Missing in Action.

Für die britische Künstlerin mit sri-lankischen Wurzeln ist die Musik immer nur ein Medium, um sich politisch zu artikulieren, denn in ihr brodelt ein stets aktiver Vulkan. M.I.A. wird als Mathangi Maya Arulpragasam geboren, und zwar als Tochter eines tamilischen Guerilla-Führers, den sie als Kind so gut wie nie zu Gesicht zu bekommt. Mit zehn Jahren flüchtet ihre Mutter mit ihr und ihren Geschwistern nach London, Sri Lanka wird eine ferne und unbestimmte Erinnerung. Erst viel später besucht der Vater seine Familie in England. (deutschlandfunkkultur)


Lyrics:
...weiterlesen "M.I.A. – Borders"


Die EU möchte immer noch, dass man ertrinkende Menschen nicht in dem Moment rettet, in dem sie ertrinken, sondern erst mal darauf wartet, dass die Politik irgendwas macht, was sie bisher nicht macht. Und wer sich nicht daran hält, ist nach aktuellem Stand ein Schwerkrimineller und wandert womöglich in den Knast.
Eine absurde, unmenschliche und vor allem tödliche Logik, die sich auch Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf nicht erschließt - weshalb sie dieses Statement als Gegenargument liefern. Traurig, dass Satiriker wieder mal das machen müssen, was die Politik versäumt. Sehr schön aber wiederum, dass in nicht mal 48 Stunden schon mehr als 800.000€ dabei rumgekommen sind. Und die unter diesem Link beworbene Spendenaktion läuft noch ganze 29 Tage. Sieht also ganz okay aus bisher. Das Video trendet immerhin sogar auf YouTube.

Wer Menschenleben rettet, ist kein Verbrecher. Wer sein Leben einsetzt, um das Leben anderer zu retten, wird niemals ein Verbrecher sein. Nirgendwo auf der Welt und schon gar nicht in unserem freien, demokratischen und freundlichen Europa.

Wer Menschen einsperrt, die anderen Menschen das Leben retten wollen, ist im Unrecht. Das war gestern so, das ist heute so, das wird morge n so sein. Diesem Unrecht tatenlos zuzusehen, ist keine Option.


via

Sicherheit geht vor. Es geht schließlich um Leben und Tod. Und zwar von sehr, sehr vielen Menschen. Deshalb: So viele Racketen wie möglich, bitte. Überall. Sofort.

via

40 Menschen treiben seit Stunden auf einem viel zu kleinen Schlauchboot ins Leere und hoffen während sie seekrank werden, dass der Wellengang nachlässt und sie bald wieder an Land kommen. Diesmal sind es aber keine Flüchtlinge irgendwo auf dem Mittelmeer, sondern Freiwillige mitten in Deutschland, die sich in einer simulierten Flucht befinden.
Das von Sea-Watch und einer Agentur durchgeführte Experiment namens Lifeboat entstand mit Hilfe von tatsächlich Geflüchteten und ihren oft traumatischen Erzählungen. Es ist nicht durch Spendengelder finanziert, sondern durch die ehrenamtliche Arbeit aller Beteiligten, wie z.B. dem Oscar nominierten Regisseur Skye Fitzgerald.
Der als Perspektivwechsel und Denkanstoß gedachte Versuchsaufbau soll für leider oft fehlende Empathie sorgen, aber auch aufmerksam machen auf - dank tödlicher EU-Grenzpolitik - inzwischen 2277 während ihrer Flucht übers Mittelmeer gestorbene Menschen pro Jahr. Und ich glaube, auch die  Politik hierzulande wäre bei der Thematik sicher nicht so scheinheilig, zynisch und rassistisch, wenn es denn in den Nachrichten plötzlich heißen würde: darunter 40 Deutsche.

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung bleibt das Mittelmeer auch 2019 die tödlichste Grenze der Welt: Eine aus 10 Personen stirbt bei einem Fluchtversuch über das zentrale Mittelmeer. Wäre das auch so, wenn die Schiffbrüchigen weiße Deutsche wären? [...]

Angelehnt an eine Flucht über das Mittelmeer, ließen wir Deutsche unter kontrollierten Bedingungen eine Simulation durchleben. Unter möglichst realitätsnahen Bedingungen wurde der Versuch unternommen, mit einer solchen Flucht verbundene Strapazen und Gefahren anzureißen. Es entstand „LIFEBOAT – Das Experiment“.


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"Wenn uns nicht die Gerichte freisprechen, dann die Geschichtsbücher."

- Carola Rackete, 31, Kapitänin der "Sea-Watch 3"

Starker Satz von einer starken Frau, die für ihre Zivilcourage eigentlich Hochachtung, Respekt und Anerkennung statt drohender Strafe verdient hätte, wenn die EU nicht so ein moralisch völlig verkorkster und humanistisch hässlicher Laden wär.
Nur eine Woche nach dem #Weltflüchtlingstag scheißt der Friedensnobelträger EU wieder mal auf das Leben von Flüchtlingen, das zum Glück aber nicht allen egal ist. Wer der #Sea-Watch dabei helfen will, wenigstens ein klein bisschen Menschlichkeit in Europa zu bewahren, kann seinen zumindest finanziellen Teil dazu beitragen, den das wichtige Hilfsprojekt sicher gut gebrauchen kann: sea-watchorg (aktuell auf 'nem Ersatzsserver, da aus hoffentlich guten Gründen überlastet). Das Bußgeld auf Ertrinkende retten liegt in der EU derzeit anscheinend bei bis zu 50.000€ + eine eventuelle Beschlagnahmung des Schiffes. Aktuell sterben auf der Flucht übers Mittelmeer durchschnittlich 6 Menschen pro Tag. Sea-Watch war seit 2015 an der Rettung von mehr als 37.000 Personen beteiligt.

European institutions have once again proven their incapability of handling the responsibility to safeguard the rights of people rescued at their deadly sea border. Neither any of the European States nor the EU commission were willing to enforce what is the basis of their constitutions - human dignity.
With yesterday’s political ruling furthermore the European Court of Human Rights (ECHR) failed to provide any expedient for the 42 survivors stuck aboard the rescue ship Sea-Watch 3. Their situation is now more desperate than ever. As a result, today at noon, the captain was forced to enter Italian territorial waters under emergency law. (seawatch)