Die Partei die Partei wollte im ZDF ihren zweiten offiziellen Wahlwerbespot laufen lassen, der eigentlich kein Wahlwerbespot ist, sondern ein Support-Aufruf für die wichtige Arbeit von Sea-Watch (#HoldYourBreath). Nach den Regularien muss aber für irgendeine Partei geworben werden, worauf das Original aber verzichtete, weil es ertrinkende Menschen wichtiger fand. Tja. Die gesetzlichen Vorgaben sehen das anders. Der Spot war sozusagen nicht "politisch" genug, musste geändert werden und am Ende taucht nun ordnungsgemäß ein Partei-Logo auf.
Das "verbotene" Original gibt es nur auf Facebook - die "korrigierte YouTube-Version lief dann aber letztendlich gestern Abend im Fernsehen. Und das Resultat: offenbar ist eine Satire-Partei momentan die einzige Partei, die die wirklich ernsten Themen wirklich ernst angeht.

Das Mittelmeer ist die mörderischste Grenze der Welt. Eine von zehn Personen stirbt bei dem Versuch, Tod und Elend in Libyen über das Wasser zu entkommen. Statt Leben zu retten, verhindert die EU aktiv zivile Seenotrettung, kriminalisiert freiwillige Helfer*innen und bezahlt Milizen, um Flüchtende in das Land zurück zu verschleppen, dem sie zu entkommen suchten.

Mit #HoldYourBreath wollen wir die Öffentlichkeit zur Europawahl wachrütteln und auf die tödliche Politik der EU aufmerksam machen. DIE PARTEI war so großzügig, uns hierfür einen ihrer Wahlwerbespots zur Verfügung zu stellen.

Denn in wenigen Wochen wählt Europa die Personen, die darüber entscheiden, ob das Mittelmeer sich weiterhin mit Leichen füllen soll. Sie tragen Verantwortung für den Tod von Menschen, denn es gibt Alternativen: Seenotrettung, sichere Häfen und legale Fluchtwege. Ein solidarisches Europa ist machbar und hunderttausende Europäer*innen fordern es bereits ein. Setze auch du ein Zeichen gegen politisches Sterbenlassen. Hilf uns, die nächste Mission der Sea-Watch 3 zu finanzieren.

http:/holdyourbreath.eu


Eine für die heutigen Oscars nominierte, bis an die Nieren gehende und nur schwer zu ertragende Doku als Feature vom New Yorker, die die harte Arbeit von freiwilligen Seenotrettern wie Mission Lifeline zeigt, die Flüchtlinge auf offenem Meer vorm sicheren Tod bewahren. Und in Zeiten, in denen Menschen vor Gericht stehen, weil sie andere Menschen vorm Ertrinken retten (das ist in etwa so, als ständen Menschen vor Gericht, weil sie andere Menschen vorm Ertrinken retten), ist genau diese Arbeit noch wichtiger als sie es ohnehin schon ist. Lifeboat.

Volunteers from a German nonprofit risk the waves of the Mediterranean to pluck refugees from sinking rafts, which had set out from Libya, in the middle of the night.

Directed & Produced by Skye Fitzgerald

"Lifeboat" was nominated for an Academy Award nomination in the category of Documentary Short Subject.


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Und anstatt 'ner Ausbildungsstelle nehme ich im Rausch eine Pille,
Denn wir kriegen eh keine Arbeit - scheiß auf die Schule, man, ich dreh mir das Gras rein
Yo, was willst du Marlene Mortler - der Stoff macht uns high wie Raketenforscher

Hustensaft Flüchtling & Medikamenten Murat haben sich in eine Deutschrap-Clique integriert und triggern abschiebungswütende Deutsche mit ihren Songs vermutlich so sehr, dass Almans der Kopf platzt.

Yallah, ich kauf dir Schmuck von Steuergeld, denn ich weiß, es ist euer Geld

Aber 1. sollte man provokante Raptexte darüber, wie viel Drogen und Geld Rapper besitzen vielleicht nicht immer für bare Münze nehmen. Und 2. finde ich sogar ziemlich bemerkenswert, wenn es Kids schaffen, nach einer Flucht in einer völlig neu erlernten Sprache verständlich zu rappen, das Ganze mit Deutschrap-Humor aufzuarbeiten und durch dazu gedrehte Musikvideos dann auch noch die Zehntausend, die Hunderttausend und mit einem trashigen Sommerhit sogar die 1 Million Klicks zu knacken.
Wenn die zusammen mit Jonas Platin & Bruder Jakob produzierte Mucke weiterhin so gut läuft, müssen sie sich bald wirklich keine Ausbildungstelle mehr suchen, weil sie von ihren mit Autotune verbesserten Deutschkenntnissen leben können. That's still what I would call a gelungene Integration.

Ich mach' Ferien in Deutschland - Keiner will mehr heim
Komm' aus Syrien mit Kreuzfahrt - Vallah hier ist nice
Ich mach' Ferien in Deutschland - Steuern sind der Shit
Und wir spielen auf dem Bolzplatz heute einfach mit





Die Kirche ist für mich eigentlich nur ein heuchlerischer Haufen, der Geld einsammelt, um alte Männer in prunkvollen Palästen unterbringen zu können, aber diesen Brief könnte sich das C in CDU/CSU mal hinter die Ohren schreiben. Nicht nur zum Fest der Nächstenliebe.


Das Bundes Browser Ballett hat das für eine andere Heimat werbende Plakat unseres Heimatministeriums mit einem Video ausgeschmückt, um die gemeinte Botschaft nochmal zu verdeutlichen. Und das ist nicht viel zynischer als die Realität. Einen guten Grund, das Land zu verlassen haben sie aber noch vergessen: schnelleres und günstigeres Internet. Fast überall.

Das Heimatministerium wirbt auf Plakaten für einen freiwilligen Rückzug in Krisenregionen. Der neue Film zur Kampagne liefert überzeugende Argumente.

Letztens das erste Mal in meinem Leben das Wort Asyltourismus gehört und festgestellt, dass ich die CSU und die AfD endgültig nicht mehr unterscheiden kann. Der Söder scheint wohl tatsächlich zu glauben, dass Menschen nicht etwa vor dem Krieg fliehen, sondern freiwillig(!) nach fuckin' Bayern einreisen. Und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich laut loslachen will oder ihm eine ordentliche Schelle dafür verpassen möchte.

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Ich habe es schon mal gesagt und es bleibt dabei: Ich spüre nicht die geringsten Auswirkungen dieses angeblichen "Problems" und kenne auch immer noch niemanden in meinem Umfeld, dessen Leben in Deutschland sich durch Flüchtlinge irgendwie negativ verändert hätte.
Vielleicht würde ich ja sogar so weit gehen, dass, wenn ich theoretisch nie ins Internet gehen würde, ich im echten Leben vermutlich noch nicht mal was davon mitbekommen hätte. So oder so bin ich mir aber sicher, dass wir auf jeden Fall genug andere Probleme in D-Land haben, über die sich auch die allgemeine Sprallokartoffel eher aufregen könnte.


Flüchtlings-Kids, die zu Gang-Membern einer Deutschrap-Clique werden, in der alle gemeinsam abhängen und zusammen Mucke machen. That's what I call a gelungene Integration. Props gehen raus an Medikamenten Murat & Hustensaft Flüchtling (& Bruder Jakob), die ihre Deutschkenntnisse durch Autotune upgraden. Hip-Hop. One Love.
...weiterlesen "Medikamenten Murat & Hustensaft Flüchtling – Refugee Flavour"


Da hat sich aber scheinbar jemand seine Alman-Staatsbürgerschaft mehr als verdient. So deutsch sind ja selbst die meisten Deutschen nicht.

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Das Wendland hatte offenbar Besuch von professionellen Filmemachern, die eine 4-teilige Reihe an Image-Spots für die an 4 Bundesländern grenzende ländliche Landschaft produziert hat. Die ersten zwei Kurzfilme sind bereits draußen. Und sie sind sowohl selbstironisch als auch sehr sympathisch. Bisher gibt es eine nicht ganz so wie erwartet stattfindende Willkommensbegrüßung von Flüchtlingen und tindernde Rentner.

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Was ein Plot: Zwei Wiener mit "Migrationshintergrund" spielen für eine Dokumentationsreihe von einem Fernsehteam die "bösen" und natürlich durchweg kriminellen Ausländer, um an die Kohle der "Gutmenschen" zu kommen. Um die Quoten richtig nach vorn zu treiben, übertreiben sie ihre Rolle und entsprechen jeder klischeehaften Nazi-Vorstellung eines typischen Ausländers.
Eine "Anti-Integrationskomödie" (wie der Regisseur Arman T. Riahi den Film selbst nennt) über das Spiel mit der politischen Korrektheit, Quotengeilheit und die Rollenbilder von Flüchtlingen in den Medien. Und ich bin ja kein Nazi, aber... ich will, dass der Film schnell in unser Land kommt. Denn bei uns läuft er im Gegensatz zu Österreich erst am 7. September in den Kinos.

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Eigentlich hatte ich ja keine Lust, schon wieder die AfD hier zu erwähnen. Aber bei so viel Liebe in einem Kommentarbereich auf Facebook(!) - wohlgemerkt auf der Fanpage eines AfDlers - konnte ich nicht anders. Keine Ahnung, wer das in die Wege geleitet hat oder ob es wirklich die allgemeine Stimmung ist, aber in dieser Umfrage regnete es bis jetzt über 17.000 Herzen und gerade mal 1500 wütende Gesichter. Über 90% haben sich also dafür entschieden, Asylbewerber auch weiterhin aufzunehmen.
Das hatte sich Carsten vermutlich etwas anders vorgestellt und ist jetzt wahrscheinlich enttäuscht, dass das Ergebnis gar nicht mit seiner herausgesuchten Telefonumfrage übereinstimmt, bei der lediglich 2000 Leute befragt wurden (was für Menschen machen eigentlich ernsthaft bei Telefonumfragen mit?).
Und ich wollte euch das eigentlich nur mal alles zeigen, bevor es wie üblich bald gelöscht wird. Zudem musste ich irgendwie verarbeiten, dass ich gerade einen Beitrag der AfD geherzt habe. Ein eigenartiges Gefühl.


...weiterlesen "Carsten von der AfD macht eine Umfrage und bekommt eine klare Antwort"