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Am 4. Juli ist nicht nur Independence Day, sondern auch der 172. Geburtstag von Horst Seehofer. Zur Feier des f├╝r mich jetzt eigentlich nicht so bedeutenden Tages gibt es dieses Jahr ein ganz besonders teures Geschenk f├╝r unseren ganz besonders alten Innenminister - momentan im Wert von 90.726ÔéČ (das Ziel sind 250.000ÔéČ): eingeschenkfuerhorst.de.


ÔÇ×Ich habÔÇś in vielen Sachen keine Ahnung. Ich bin selber oft genug ein Vollidiot und wei├č in diesen verr├╝ckten Zeiten immer ├Âfter selber nicht, was richtig und was falsch ist. Aber eins wei├č ich noch: Ersaufen lassen ist nicht richtig. Leute in solchen Lagern leben lassen, ist nicht richtig.ÔÇť

Lange nicht mehr so wahre und aufrichtige Worte auf Facebook geh├Ârt: Monchi hat der Mission Lifeline seine Stimme geliehen, um - w├Ąhrend wir uns auf das angeblich "h├Ąrteste Weihnachten seit der Nachkriegszeit" vorbereiten - auf diejenigen aufmerksam zu machen, die in einer Pandemie nicht dar├╝m f├╝rchten, ein paar Festtage vielleicht nicht wie gewohnt feiern zu k├Ânnen, sondern bis dahin zu ├╝berleben.

https://leavenoonebehind2020.org/

via

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Falls ihr euch gefragt habt, was der weltweit bekannteste Streetartist eigentlich mit dem ganzen Geld macht, das ihm die High Society f├╝r seine Kunstwerke in die Hand dr├╝ckt: nun, gerade hat er, um Fl├╝chtlinge im Mittelmeer nicht tatenlos ertrinken zu lassen, ein komplettes Schiff an die Crew der SeaWatch gespendet. In pink. Und mit Rettungsherz. ?

The artist has financed a rescue operation to bring refugees from North Africa safely to Europe aboard the Louise Michel. The boat is crewed by activists who have worked in search-and-rescue missions with Sea-Watch, a German NGO that patrols the Mediterranean to rescue migrants.

The artist approached Sea-Watch captain Pia Klemp last September in the hopes of aiding their efforts.

ÔÇťIÔÇÖve read about your story in the papers. You sound like a badass,ÔÇŁ Banksy wrote to Klemp, according to the Guardian. ÔÇťI am an artist from the UK and IÔÇÖve made some work about the migrant crisis, obviously I canÔÇÖt keep the money. Could you use it to buy a new boat or something? Please let me know.ÔÇŁ (artnet)

"Die Aktivisten der "Alan Kurdi" haben 150 Menschen auf dem Mittelmeer gerettet - trotz Coronakrise.
DEUTSCHE BEH├ľRDEN SIND ENTSETZT, Malta und Italien verurteilen die Aktion. Und keiner l├Ąsst die Fl├╝chtlinge an Land."
(spiegel)

Oh welch ein Zufall, das bin ich n├Ąmlich auch. Entsetzt. Davon, dass jemand entsetzt dar├╝ber sein kann, wenn Menschen das Leben gerettet wird. Davon, dass wir die "Oder soll man es lassen?"-Zeiten anscheinend immer noch nicht hinter uns gelassen haben. Davon, dass man offenbar ├╝berrascht davon ist, dass es nicht alle einfach hinnehmen, wenn Menschen j├Ąmmerlich verrecken, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Davon, dass uns wichtiger ist, in einer Pandemie unbedingt m├Âglichst billigen Spargel mit cremiger Hollandais-Sauce wegschlemmen zu k├Ânnen als Menschenrechte f├╝r alle zu bewahren. #LeaveNoOneBehind.

Ich mag seine Musik. Sehr. Und nach dieser Aktion mag ich Tua sogar noch ein bisschen mehr. Denn es gibt nun mal weitaus wichtigere Dinge als einfach nur Musik rauszuhauen. This is real HipHop. Viel Liebe f├╝r dieses Statement. ?

Hi Freunde,
mein Lied ÔÇ×Wenn ich gehen muss" hatte f├╝r mich immer einen besonderen Wert. Der Text kam mir nur wenige Minuten nach dem Tod meines Vaters und trotzdem geht es darin nicht um Trauer, sondern um Trost, um eine Perspektive. Das Lied geht nicht um mich, sondern ich m├Âchte es in den Dienst derer stellen, die es brauchen. Als neulich Leute von sea-eye und der Agentur Jung von Matt an uns herantraten und meinten, sie h├Ątten ein dringendes Anliegen, kamen mir genau diese Gedanken wieder hoch und ich war sofort dabei.
Sea-Eye (mit ihrem Schiff "Alan Kurdi", vom Vater des namensgebenden, ertrunkenen kleinen Jungen so getauft) ist eine der wenigen NGO's, die im Mittelmeer Seenotrettung betreiben. Das hei├čt, das sind ein paar der wenigen Menschen, die das ├╝berhaupt tun. Auf der anderen Seite sind 2019 noch immer an die 1000 Menschen direkt vor unseren Grenzen ertrunken, vor den Augen aller, muss man eigentlich sagen. Genau darum geht es bei unserem Musikvideo: Wir m├Âchten darauf aufmerksam machen, dass das Thema unter keinen Umst├Ąnden erledigt ist oder von selbst l├Ąuft. Es sind Spenden wie deine, die es m├Âglich machen, dass die "Alan KurdiÔÇť in See stechen und Menschenleben retten kann. Es sind Leute wie du und ich, die sich dort gerade machen und Aufgaben ├╝bernehmen, die eigentlich Staatssache w├Ąren. Einige dieser Leute durfte ich kennenlernen und ich m├Âchte euch ein paar davon hier in den kommenden Tagen vorstellen, als Steckbriefe und auch in einem kleinen Video.
Ich w├╝rde mich freuen, wenn ihr dem Thema wieder etwas mehr eurer Aufmerksamkeit entgegenbringt. Liked die Seite der Sea-Eye, sie dokumentieren ihre Arbeit. Und bitte spendet.
Wir spenden selbstverst├Ąndlich alle Einnahmen, die ab jetzt ├╝ber Streaming oder Download von ÔÇ×Wenn ich gehen mussÔÇť rein kommen. Auf meiner .WAV-Tour wird es eine Spendenkasse f├╝r die Sea-Eye geben und Chimperator wird den Gewinn ihres 20-Jahre-Jubil├Ąumsevents auch komplett spenden.

https://sea-eye.org/tua/

"Wenn uns nicht die Gerichte freisprechen, dann die Geschichtsb├╝cher."

- Carola Rackete, 31, Kapit├Ąnin der "Sea-Watch 3"

Starker Satz von einer starken Frau, die f├╝r ihre Zivilcourage eigentlich Hochachtung, Respekt und Anerkennung statt drohender Strafe verdient h├Ątte, wenn die EU nicht so ein moralisch v├Âllig verkorkster und humanistisch h├Ąsslicher Laden w├Ąr.
Nur eine Woche nach dem #Weltfl├╝chtlingstag schei├čt der Friedensnobeltr├Ąger EU wieder mal auf das Leben von Fl├╝chtlingen, das zum Gl├╝ck aber nicht allen egal ist. Wer der #Sea-Watch dabei helfen will, wenigstens ein klein bisschen Menschlichkeit in Europa zu bewahren, kann seinen zumindest finanziellen Teil dazu beitragen, den das wichtige Hilfsprojekt sicher gut gebrauchen kann: sea-watchorg (aktuell auf 'nem Ersatzsserver, da aus hoffentlich guten Gr├╝nden ├╝berlastet). Das Bu├čgeld auf Ertrinkende retten liegt in der EU derzeit anscheinend bei bis zu 50.000ÔéČ + eine eventuelle Beschlagnahmung des Schiffes. Aktuell sterben auf der Flucht ├╝bers Mittelmeer durchschnittlich 6 Menschen pro Tag. Sea-Watch war seit 2015 an der Rettung von mehr als 37.000 Personen beteiligt.

European institutions have once again proven their incapability of handling the responsibility to safeguard the rights of people rescued at their deadly sea border. Neither any of the European States nor the EU commission were willing to enforce what is the basis of their constitutions - human dignity.
With yesterdayÔÇÖs political ruling furthermore the European Court of Human Rights (ECHR) failed to provide any expedient for the 42 survivors stuck aboard the rescue ship Sea-Watch 3. Their situation is now more desperate than ever. As a result, today at noon, the captain was forced to enter Italian territorial waters under emergency law. (seawatch)


Die Partei die Partei wollte im ZDF ihren zweiten offiziellen Wahlwerbespot laufen lassen, der eigentlich kein Wahlwerbespot ist, sondern ein Support-Aufruf f├╝r die wichtige Arbeit von Sea-Watch (#HoldYourBreath). Nach den Regularien muss aber f├╝r irgendeine Partei geworben werden, worauf das Original aber verzichtete, weil es ertrinkende Menschen wichtiger fand. Tja. Die gesetzlichen Vorgaben sehen das anders. Der Spot war sozusagen nicht "politisch" genug, musste ge├Ąndert werden und am Ende taucht nun ordnungsgem├Ą├č ein Partei-Logo auf.
Das "verbotene" Original gibt es nur auf Facebook - die "korrigierte YouTube-Version lief dann aber letztendlich gestern Abend im Fernsehen. Und das Resultat: offenbar ist eine Satire-Partei momentan die einzige Partei, die die wirklich ernsten Themen wirklich ernst angeht.

Das Mittelmeer ist die m├Ârderischste Grenze der Welt. Eine von zehn Personen stirbt bei dem Versuch, Tod und Elend in Libyen ├╝ber das Wasser zu entkommen. Statt Leben zu retten, verhindert die EU aktiv zivile Seenotrettung, kriminalisiert freiwillige Helfer*innen und bezahlt Milizen, um Fl├╝chtende in das Land zur├╝ck zu verschleppen, dem sie zu entkommen suchten.

Mit #HoldYourBreath wollen wir die ├ľffentlichkeit zur Europawahl wachru╠łtteln und auf die t├Âdliche Politik der EU aufmerksam machen. DIE PARTEI war so gro├čzu╠łgig, uns hierf├╝r einen ihrer Wahlwerbespots zur Verfu╠łgung zu stellen.

Denn in wenigen Wochen w├Ąhlt Europa die Personen, die dar├╝ber entscheiden, ob das Mittelmeer sich weiterhin mit Leichen f├╝llen soll. Sie tragen Verantwortung f├╝r den Tod von Menschen, denn es gibt Alternativen: Seenotrettung, sichere H├Ąfen und legale Fluchtwege. Ein solidarisches Europa ist machbar und hunderttausende Europ├Ąer*innen fordern es bereits ein. Setze auch du ein Zeichen gegen politisches Sterbenlassen. Hilf uns, die n├Ąchste Mission der Sea-Watch 3 zu finanzieren.

http:/holdyourbreath.eu

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Da es aktuell wichtigere Dinge gibt als das WM-Aus der Deutschen und ich gerne h├Ątte, dass den Brief der Seenotrettungscrew der Lifeline so viele wie m├Âglich lesen, gebe ich euch neben einem Link gleich noch den ganzen Text dazu. Now it's your turn, Horst.

Betreff: Wir retten Leben, wen retten Sie?

Sehr geehrter Herr Minister Seehofer,

der Presse entnehmen wir, dass Sie sich daf├╝r einsetzen, dass das Schiff unserer Seenotrettungs-NGO beschlagnahmt werden soll und gegen die Crew strafrechtlich ermittelt wird. Wir entnehmen der Presse, dass Sie von "Shuttle"-Service sprechen. Unabh├Ąngig davon, dass wir darauf hinweisen wollen, dass wir Menschen im t├Âdlichsten Seenotrettungsgebiet der Welt aus Lebensgefahr retten und daf├╝r angeklagt werden, haben wir einige Anmerkungen und Fragen:

Es f├╝hlt sich besch├Ąmend an, dass die Bundesregierung durch die Behinderung der Seenotrettung dazu beitr├Ągt, dass mehr Menschen im Mittelmeer sterben. Haben Sie Studien, eine Statistik oder ein Bauchgef├╝hl, mit dem Sie diese Toten rechtfertigen k├Ânnen?
Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Menschen gefoltert und versklavt und vergewaltigt werden - ganz bildlich in Libyen. Stellen Sie sich vor, wie diese Menschen in ihrer Verzweiflung alles tun, um Libyen entkommen zu k├Ânnen. Stellen Sie sich vor, dass der einzige Weg ein Schlauchboot ist und dass man f├╝r diesen lebensgef├Ąhrlichen Weg dann noch viel Geld bei kriminellen und gewaltt├Ątigen Schlepperbanden bezahlen muss.

Stellen Sie sich vor, dass dort M├Ąnner, Frauen und Kinder - die nie schwimmen gelernt haben - auf ├╝berf├╝llten Booten ins Wasser fallen - ohne Schwimmweste. Stellen Sie sich den Kampf gegen das Wasser vor, das langsam aber sicher ihre Lungen f├╝llt, bis sie ertrinken. Stellen Sie sich vor, dass Sie fordern, dass diesen Menschen nicht geholfen wird.

Und wenn Sie bereit sind, sich das vorzustellen und nun sagen: ÔÇťAber ohne die Nichtregierungsorganisationen g├Ąbe es das ja nichtÔÇŁ, dann m├╝ssen wir Ihnen sagen: Sie liegen falsch. Nicht weil wir eine andere Meinung haben, sondern weil die meisten Menschen in den letzten Jahren gar nicht von NGOs gerettet wurden und weil wir wissen, dass die Menschen auch h├Âhere Risiken eingehen. Wir haben uns als NGOs gegr├╝ndet, nachdem tausende ertrunken sind - nicht davor. Wir stimmen unsere Eins├Ątze mit der Seenotrettungsleitstelle ab und folgen den Anweisungen und wir sind schockiert ├╝ber die Vorw├╝rfe, die uns auch von Ihnen gemacht werden. Sie k├Ânnen den Schmerz nicht f├╝hlen, wenn Menschen sterben, denen man helfen k├Ânnte. Und Sie k├Ânnen unsere Wut nicht nachempfinden, die wir angesichts einiger ├Âffentlicher ├äu├čerungen der letzten Tage empfinden. Sie reden von Shuttle nach Europa, wo Menschen aus Seenot gerettet werden. Wie w├╝rden Sie sich f├╝hlen, wenn ihre Familienangeh├Ârigen in Gefahr w├Ąren oder sterben? W├Ąre es nicht eine Schande?

Wir laden Sie ein. Wir laden Sie ein an einer der Seenotrettungsmissionen teilzunehmen und sich die Situation vor Ort anzuschauen, die Sie nicht kennen. Wir laden Sie ein, sich anzuschauen, wie verzweifelt die Menschen sind, die wir retten und wie sich die Leere anf├╝hlt, wenn Menschen sterben, weil niemand mehr helfen kann. Kommen Sie mit, Sie sind willkommen. Wir sagen Ihnen offen: Wir erwarten, dass Sie mitkommen. Wir erwarten, dass Sie sich der Realit├Ąt annehmen. Und wir erwarten Antworten.

Sie sagen, wir sollen zur Rechenschaft gezogen werden, doch wir erwarten, dass auch Sie endlich Rechenschaft ablegen. Wir stehen Rede und Antwort, gerne auch vor Gericht. Aber welcher Straftatbestand soll uns vorgeworfen werden? Ist es Ihrer Meinung nach ein Verbrechen, Menschen aus Lebensgefahr zu retten? Ist es ein Verbrechen, das V├Âlkerrecht zu achten? Sollten wir die Menschen nach Libyen bringen und damit eine Straftat begehen?

Achten Sie die Menschen mehr, die gegen uns hetzen, als diejenigen, die vor Ort Menschenleben in Not helfen? Wir retten Menschen. Wen retten Sie? Beten Sie? Wissen Sie, dass in diesem Jahr noch einmal 50.000 Menschen ├╝ber das Wasser nach Europa geflohen sind? Wissen Sie, dass es nur 17.000 nach Italien waren? Wissen Sie, dass das eine Person pro 10.000 Europ├ĄerInnen ist? Wissen Sie, wie es klingt, wenn Sie ├╝ber diese Menschen reden - wenn Sie von Wellen, Fluten und Lawinen sprechen? Wissen Sie, dass Sie dazu beitragen, die Realit├Ąt zu verdecken? Wir d├╝rfen Menschen nicht nach Libyen bringen, auch wenn Sie uns daf├╝r anklagen wollen.

Sie d├╝rften Menschen nicht nach Libyen bringen. Deswegen unterst├╝tzen Sie die libysche K├╝stenwache, die nicht an das Recht gebunden ist, auf das Sie einen Eid geschworen haben. Wollen Sie, dass andere dieses Recht brechen? Unterst├╝tzen Sie das? Aber wir sind an dieses Recht gebunden und wir haben keine Scheu daf├╝r auch gegen Widerst├Ąnde einzutreten. Wir haben keine Regierungskrise verursacht. Wir haben keine Interessen, au├čer dass Menschenrechte und Menschenw├╝rde nicht im Fleischwolf des Rechtspopulismus zu Grunde gehen.

Wir wollen Leben retten. Was ist Ihr Interesse? Wen retten Sie? Kommen Sie zu uns und reden Sie mit uns. Beantworten Sie bitte die Fragen. Einzeln und pr├Ązise. Kommen Sie her. Sie sind willkommen.