Auch mal schön, dass das Internet dafür genutzt wird, wofür es eigentlich gedacht ist: Der Austausch von Informationen, Ideen und gegenseitigen Hilfsangeboten, die das Leben ein bisschen einfacher machen sollen.
Über 42.000 Teilnehmer haben letztes Wochenende am WirVSVirus-Hackathon der Bundesregierung mitgewirkt und gemeinsam nach Lösungen gesucht, die uns in dieser beschissenen Situation weiterhelfen könnten. Der bisher größte Hackerthon aller Zeiten. Mit 1139 daraus entstandenen Projekten innerhalb von nur ein paar Tagen. Als online gestellte YouTube-Playliste, für die ihr mit einem einfachen Like abstimmen könnt. In Zeiten einer globalen Pandemie steht scheinbar wirklich alles auf dem Kopf: Plötzlich ist Deutschland - zumindest, was diese Aktion angeht - Vorreiter in Sachen Digitalisierung.

Halb YouTube-Deutschland ist auf die portugiesische Insel Madeira ausgewandert und sendet mit dortigen 1000-Mbit-Leitungen (Down- UND Upload!) ruckelfreie HD-Live-Streams als Daily-Soap in die knapp 3000km entfernte Heimat. Und ich vermisse nach einer scheinbar bundesweiten Netz-Störung gestern meine "schnelle" 50-Mbit-Leitung und komme gerade nur ins Internet, weil ich einen sehr netten Friseur-Laden nebenan habe, der mir während des Haare schneidens sein WLAN-Passwort geschenkt hat (❤).
Da ich urspünglich aus 'nem Dorf im Osten komme, bin ich sowas aber natürlich gewohnt und kann mich jetzt offenbar auch in Hamburg wie zuhause bei meinen Eltern fühlen. Toll. Und als Blogger besonders praktisch, weil so alles ungefähr 12 Trillionen mal länger dauert als sonst, man immer wieder Pixelart bestaunen darf und es ein bisschen so ist, als wär man zurück in die 2000er gereist. Beinahe wäre ich sogar nostalgisch geworden, aber dann ist mir wieder eingefallen, wie hart mich diese ganze Neuland-Scheiße abnervt und wie dringend unser Bundesminister für (Verkehr und) Digitale Infrastruktur entlassen werden sollte.
Einen Grund zur Freude hatte ich gerade aber doch: eben konnte ich sogar ein YouTube-Video auf 360p schauen, nachher soll sogar mein richtiges Internet wieder gehen und in ein paar Wochen soll ich wohl auch eine 100-Mbit-Leitung bekommen. Damit würde ich hierzulande dann über - und u.a. in Singapur, Rumänien, Südkorea, Liechtenstein, Taiwan und eben Portugal immer noch unter - der durchschnittlichen Internetgeschwindigkeit liegen. Yay. (Update: Ich bin wieder drin)


Starker Kurzfilm über die neue digitalisierte Welt und eine Gesellschaft aus Screenjunkies, der ausgerechnet von einer Tech-Firma stammt (HP). Und ja, es mag ein bisschen heuchlerisch sein, wenn man selber die Gefahren produziert, vor denen man dann mit einem ermahnenden und gleichzeitig gebrandeten Spot im nächsten Moment warnt.
Das Gefühl von Abgeschiedenheit, Einsamkeit und sozialer Isolation, was ja tatsächlich existierende Probleme sind, die dadurch entstehen, vermittelt der Film aber dennoch sehr gut. Es gibt sogar Momente, da fühle ich mich - als einer der letzen Menschen ohne Smartphone - wie die tänzelnde Lady in diesem surrealen, aber gar nicht mal so unrealistischem Szenario. Nur, dass ich dann nicht tanze, sondern mich in meine dummen Gedanken flüchte (und Spoiler: noch nicht tot bin). Den Film bzw. diesen Text habe ich natürlich trotzdem vor dem Bildschirm klebend geguckt bzw. geschrieben. ¯\_(ツ)_/¯

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Deutschland 2019: Bei Meldungen über den aktuellen Stand der Digitalisierung verwandelt sich die tagesschau immer in eine gar nicht mal so schlechte Satire-Sendung, die extra3, der HeuteShow und dem Postillon Konkurrenz macht.

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Greta hat bereits den halben Atlantik auf ihrem Segelboot-Trip überquert und die Diskussion darum tut genau das, was die FFF-Bewegung braucht - weiterhin Aufmerksamkeit für eine ganze Bewegung bzw. eine globale Krise generieren. Und zwar durch u.a. besseres Internet mitten auf dem Ozean als in vielen Teilen Deutschlands. Zum Vergleich: Ich habe bei meinen Eltern im Harz teilweise nicht mal Handyempfang und muss raus gehen, um dort mit viel Glück eine SMS verschicken zu können. ¯\_(ツ)_/¯

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Okay, unbegrenztes Internet ist hierzulande wirklich teuer, aber dafür ist es ja wenigstens sehr langsam und man hat auch nicht überall guten Empfang. Manchmal sogar gar keinen. Deutschland. Das Internet ist für uns alle Entwicklungs(neu)land.
...weiterlesen "Entwicklungsneuland"

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Rumänien, Ungarn, Litauen, Taiwan, Estland, Lettland, Andorra und Madagaskar. All das sind Länder, die im internationalen Digitalisierungsvergleich weiter sind als German Neuland und sowohl besseren Handyempfang als auch schnelleres Internet zu günstigeren Preisen zu bieten haben. Falls ihr gerade schon euren "Urlaub" für dieses Jahr bucht.

via Bohemian Funkloch Ballett


Nach der Hackerkid-Diskussion folgt die Ohje-Deutschland-und-die-Digitalisierung-Diskussion folgt die Alle-ändern-ihr-Passwort-Diskussion. Und ich habe neulich überlegt, welches Passwort ich bei Anmeldungen nutze, bei denen ich eine Fake-Mail-Adresse benutze und mir kackegal ist, ob das jemand hackt oder nicht. Währenddessen hoffe ich, dass so in etwa auch die Liste der meistgenutzten Passwörter in German Neuland entstanden ist.

Top Ten deutscher Passwörter
123456
12345
123456789
ficken
12345678
hallo123
hallo
1234
passwort
master

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Gefasst: Ein 20-jähriges YouTube-Kiddie, das noch zur Schule geht und bei seinen Eltern wohnt, hat es alleine und ohne IT-Ausbildung geschafft, deutsche Behörden in Sachen Cyberabwehr völlig zu überfordern. Viel mehr Klischee geht eigentlich gar nicht. Außer natürlich im geleakten Bekennervideo des Bohemian Broswer-Hack Ballets.
Nach den bisherigen Erfahrungen dazu wird das Ergebniss dieses Falls sein, dass in den nächsten Tagen vermutlich zum drölften Mal die Digitalisierung zum Zukunfsthema auserkoren wird - und danach wieder wochenlang über irgendein Flüchtling geredet wird, der ein Bonbon geklaut hat.

Die Hoffnungen sind groß: Künstliche Intelligenz soll das Regieren effizienter machen, rationaler und vernünftiger. Die Sorgen sind jedoch nicht kleiner: Werden uns die Maschinen überwachen, unterwerfen oder gar vernichten? Klar ist: Ohne Computerisierung werden Politik und Verwaltung der wachsenden Komplexität in der Welt nicht gerecht werden können. Doch wie verändert sich unsere Gesellschaft durch eine automatisierte Bürokratie oder KI-gestützte Politik? Und wer regiert dann eigentlich?

Mads Pankow, ein alter Studien-Kollege von mir aus Marburg beschäftigt sich bereits in der Gegenwart mit dem Begriff, den die CSU gerade erst wieder zum "Zukunftsthema" erklärt hat: der Digitalisierung. Genauer gesagt kümmert er sich um das, was computergenerierte Algorithmen tatsächlich können oder bald können werden und inwiefern A.I. die Menschheit gesellschaftlich nach vorne bringen, alles nur verschlimmbessern oder matrix-mäßig kontrollieren kann.
Wen das "Zukunftsthema" von heute bzw. von Mads interessiert - hier sein Vortrag beim diesjährigen Netzkongress (und im Backstage-Interview), in dem es u.a. darum geht, ob Roboter die Welt oder zumindest Länder "regieren" können und dazu fähig wären, bessere Entscheidungen als Politiker/Menschen - man denke an Trump, Erdogan oder Putin - zu treffen.

...weiterlesen "Mads Pankow: Regiert von Algorithmen – Die Zukunft robotisierter Politik"

Die New Yorker Korrespondenten der ARD sind heute nicht im Büro. Deswegen konnten sie das Fax auch nicht benutzen. Ob Marie die mysteriöse Mail erhalten hat, wurde aber leider noch nicht bestätigt. Ich bleibe dran. Währenddessen fragt sich Boris Becker wahrscheinlich gerade wieder, wo Satellit abgestürzt ist.

Der Digitalisierungsplan der CDU:
1. Für dämlich Gesetze abstimmen, um das Internet kaputt zu machen.
2. ?
3. Sich die Digitalisierung sparen, um mehr Gelder für Wahlplakate ausgeben zu können


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