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Ich bin ja immer erstmal skeptisch, wenn eine offenbar große Firma aus der Ölindustrie in einem möglichst teuren Werbespot behauptet, die Erde zu retten. Zumal Chuck Norris sich mal als Trump-Fan geoutet hat, was jetzt auch nicht unbedingt dafür spricht, dass er ein krasser Klimaaktivist ist. Abgesehen von diesen beiden Downern ist der Spot aber durchaus guckbar und vielleicht kann man ihn ja wirklich einfach als Realsatire vom Late-Stage-Capitalism sehen.

via krisenzeitvertreib


Irgendwie hatte ich bisher das Gefühl, dass das Wahlwerbespot-Game dieses Jahr gar nicht so groß ist wie sonst und habe eigentlich nur diesen ganz süßen, aber auch etwas langweiligen Cringe-Song der Grünen mitbekommen. Der neueste Spot von TeamAnnalena fühlt sich aber schon sehr nach dem finalen Spot für die Bundestagswahl an und zeigt die Klimakrise ausnahmsweise mal genau so dramatisch, wie sie es nun mal eben ist.
Zufälligerweise bin ich ab nächster Woche ja tatsächlich auch wieder ein paar Tage im Harz und finde es immer durchaus bedrückend, wie furchtbar viele Bäume dort mittlerweile "gestorben" sind (wenn ich den dafür verantwortlichen Borkenkäfer dort sehe, knöpf ich ihn mir natürlich vor!).


Edeka scheint dieses Internet wirklich gut im Blick zu haben und hat Marc fukkin Rebillet für einen Spot engagiert, der die letzten 1 1/2 Jahre nochmal richtig durchgestartet ist, weil er in der Pandemie das machen konnte, was er auch schon vor der Pandemie gemacht hat.
Oder anders: Loop Daddy trägt auch im Supermarkt seinen edlen Bademantel, hat aber die Loop-Station gegen frisches Gemüse, Wackelpudding und eine Käsetheke ausgetauscht. Und ich glaube, das ist ab sofort meine allerliebste Lieblingswerbung, denn ich liebe wirklich alles daran. Inklusive den goddamn Schmand, auf den ich jetzt ganz plötzlich sehr viel Bock bekommen hab. Well played, Edeka & Supermarc. Das nenn' ich mal geiles Marceting.


Im letzten Jahr haben ja viele Menschen aus Langeweile mehr zuhause gekocht und sich dabei u.a. durch die 2020 nochmal ordentlich zugelegten Fleischersatzprodukte-Regale der Supermärkte probiert. Ich zum Beispiel. Und das einzige, was ich an diesen ganzen Veggie-Dingern ja auszusetzen habe, sind diese immer gleich klingenden Hipster-Markennamen, die so austauschbar sind, dass ich sie mir nicht merken geschweige denn auseinanderhalten kann.
Alpha Foods wäre eigentlich auch wieder so ein Kandidat - jedenfalls, wenn sie nicht so einen guten Spot hätten, durch den ich mir den Namen dann doch vielleicht mal merke (well played, Marketingmenschen).

If a plant can taste like meat, you can do anything. If you put your mind to it, you too, can drive past horses without saying “horses.”


Eine Internet-Perle aus dem Jahr 2016 beweist, dass selbst das größte Arschloch der Welt am Ende ein guter Mensch sein kann und auch 5 Jahre später ist das immer noch eine sehr gute Werbung für eine sehr wichtige Sache.

via

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Während der ganzen Pandemie bin ich bisher ja tatsächlich nur ein einziges Mal mit den Öffis unterwegs gewesen - und zwar zum Impfzentrum hin und zurück (das zweite Mal dann übernächste Woche). Und auch wenn man ja sonst viel über Bus und Bahn schimpft, vermisse ich es irgendwie wirklich ein bisschen, weil man damit - und dafür sind sie ja eben auch gedacht - so schön einfach von A nach B kommt.
Falls es euch eventuell auch so geht, könnt ihr nun sehen: die vermissen euch auch. Oder zumindest die BVG, die das mit diesem Social Media anscheinend immer noch sehr gut können (und mit ihrem neuesten Song nun noch einen schöneren Corona-Spot gemacht haben als mein bisheriger Favorit: das ASMR-Video der Berliner S-Bahn).

Das letzte Jahr hat alles verändert. Sogar die BVG. Keine Leute, die die Tür blockieren. Kein klebriger Fußboden mehr. Niemand, der seine Füße auf den Sitz legt. Und ganz ehrlich: Wir vermissen das alles schrecklich. Oder besser gesagt: Wir vermissen euch!
In einer solchen Zeit ist es doch schön zu wissen, dass wir nie allein alleine sind. Und deshalb freuen wir uns schon jetzt darauf, bald wieder mit euch allen gemeinsam durch Berlin zu fahren.


Die Impfkampagne aus Neu-NoCOVID-Seeland macht tatsächlich Lust und Laune darauf, sich eine Nadel in den Arm stechen zu lassen und genau so einen coolen Gemeinsam-packen-wir-das-Spot hätte ich mir ja eigentlich auch von deutschen Schauspielern gewünscht. Aber sowas geht hier natürlich nicht, weil Deutschland ja keine Insel ist.

"Do it for each other."


2020 bleibt uns offenbar wirklich nichts erspart. Nicht mal ein Wendler, der ohne Maske und dann auch noch singend durch den Supermarkt steppt und aus irgendeinem komischen Grund nicht für REAL wirbt.

Plottwist: Keine 24 Stunden nach der Veröffentlichung dieses Spots outet sich der Typ als Corona-Verschwörungsdulli und wahrscheinlich beißt sich gerade die gesamte Marketingabteilung von Kaufland sehr fest in den Arsch. Das Video ist jedenfalls inzwischen auf privat gestellt. Tja. Damit hat sich's wohl vorerst ausgewendlert. Auch schön. Genau so wie dieses schnelle und klare Statement:


Wisst ihr noch, als wir 2018 sehr nervös waren, weil zwei viel zu viel Macht besitzende Egomanen auf Schwanzvergleich mit Atom-Bomben gemacht haben und sich auf Twitter stritten, wer den größeren Badaboom mit welchem natürlich noch größeren Knopf dafür auslösen kann?
Da war die Welt noch, naja, in Ordnung vielleicht nicht, aber immerhin konnte man sich noch sorgenfrei in Clubs wegballern. Zwei Jahre später hat die Filmakademie Baden-Württemberg die damaligen Ereignisse nun jedenfalls ver(werbe)filmt.


Fashion, dieser ganze sinnlose Markenshit und eigentlich auch Sport sind mir im Grunde ja komplett egal, aber dieser Corona-Branding-Spot von Nike ist der erste von vermutlich Zehntausenden aus den letzten Monaten, bei dem ich etwas fühle. Liegt aber vielleicht auch daran, dass mal nicht nur ständig alte Archivaufnahmen aneinandergereiht, sondern offensichtlich auch sehr viel Arbeit in die Produktion gesteckt wurde. Well done.

Fast Facts About the Film
24 sports represented
53 athletes
4,000 action sequences researched
72 final sequences selected


via nikevertreib

In einem Paralleluniversum hat ein guter Käse die Menschheit letztlich doch noch zur Vernunft gebracht und alle lebten fortan glücklich in einer fantastischen Zukunft mit ganz viel Käse. Vielleicht müssen wir die Welt einfach in einen Werbespot für Mini-Babybel verwandeln und uns von kleinen Käse-Ninjas retten lassen, die es dann nicht nur mit fiesen Gummibärchen, sondern auch mit Superbösewichten wie Donald Trump aufnehmen. So viel verrückter als die Realität wäre das jetzt auch nicht.

"In the world we were living in, everything was made to be appealing. Constantly tempted, life was sweet, bittersweet. All we needed was a little help. To realise another life was possible. To realise that this world actually hid another reality. And gave us the courage to change. To change for good. To change for goodness."




via internetkäserei