Die Stadt der Blinden aka Blindness ist nach Contagion und 12 Monkeys der mittlerweile dritte Pandemie-Film, den ich während einer Pandemie aus vermutlich irgendwelchen psychologischen Gründen gesehen habe und ich würde ihn durchaus empfehlen, wenn ihr euch gern den langsamen Verfall einer Gesellschaft durch ein gefährliches Virus anschauen wollt, das in dem Fall alle erblinden lässt.


Wenn die Kinos geschlossen haben und dafür das Leben wie ein Film ist. Nachdem wir durch Lockdowns Szenen wie aus menschenleeren Zombie-Filmen bekamen, in Louisiana Behörden versehentlich die Sirene aus The Purge ertönten ließen und Gottesdienste aussehen wie Bilder aus Star Wars, tauchte in Berlin nun auch endlich das Symbol auf, das wie kein anderes für einen tödlichen Virus steht, der die ganze Welt infiziert.
12 Monkeys. Einer dieser Filme, die jetzt plötzlich gar nicht mehr so weit weg von der Realität sind, wie sie es vorher waren. Wobei uns Bruce Willis aktuell wohl eher nicht wirklich helfen kann. Es gibt aber tatsächlich ein paar Tiere, die nun aktuell menschenleere Gebiete heimsuchen und sich den Ausgangssperren widersetzen. Affen zum Beispiel. Allerdings sehr viel mehr als 12:

Effects of #CoronavirusPandemic - Gang wars in Thailand have started between monkeys over food ever since the tourists have stopped coming in due to Coronavirus.


Starkes Artwork von mjhiblenart, das den Mittelfinger gegen das Virus erhebt, das die ganze Welt in Quarantäne geschickt hat und alles in den Ausnahmezustand versetzt hat. Fick dich, Corona. Fick dich sehr sehr hart.


Slavoj Žižek, seines Zeichens unterhaltsamer Gesellschaftkritiker, anarchischer Philosoph und radikaler Psychoanalytiker aus Ljubljana und sowas wie der slowenische Adorno fordert wie gewohnt einen konsequenten System-Wandel. Der personifizierte Albtraum von Christian Lindner prophezeit das Ende vom Late-Stage-Kapitalismus, so wie wir ihn kennen hin zu einer solidarischen Globalisierung aller Nationalstaaten. Außerdem spricht über Brintey Spears als Stimme der Revolution, und ein paar Dinge, die wir uns beim Kommunismus abgucken können und darüber, dass nicht ale Deutschen Nazis sind, but "they are also good organisers.".
Ich weiß nicht, wie wir ein demokratisches und für alle faires Wirtschafssystem hinbekommen, finde aber, dass ein System, das nahezu komplett zusammenbricht, nur weil einmal alle ein paar Wochen zuhause sind, grundsätzlich schon falsch klingt. Warum wir unser Gesundheitssystem jemals in die unsichtbaren und vermutlich nicht mal desinfizierten Hände des Marktes gelegt haben, von dem wir bereits lange wissen, dass er sich manchmal einen Scheiß um uns kümmert und oft eiskalt und brutal agiert, habe ich allerdings ohnehin noch nie verstanden. Auf Twitter habe ich letztens ein Foto von einem Graffiti-Schriftzug aus Japan gesehen, der mir dazu gerade passenderweise einfällt und eigentlich alles auf den Punkt bringt, was es auch im Bezug auf die Klima-Krise dazu zu sagen gibt: "Things shouldn’t go back to normal because the normal we had before was the problem".

"by communism I don't mean soviet union central committees, I mean simply these 3 things: relatively efficient state which has the power to violate the market rules, to organize healthcare and so on... supplemented on the top with strong, active international cooperation, and at the bottom with local mobilization."

Bildung. So wichtig in diesen Zeiten. Übrigens ist Deutschland - nach aktuellen Zahlen und Testergebnissen - kurz davor, das Land mit den meisten Menschen zu sein, die Corona einigermaßen gesund überstanden haben und hoffentlich lange immun sind (derzeit sind es hierzulande schon ca. 60.000). Und ich glaube, das ist eine dieser selten gewordenen guten Nachrichten in dieser Pandemie-Phase.


Ja, stimmt. Und Gehirnzellen leider auch. Aber irgendwas ist ja schließlich immer. Prost.


Die erste Regel des Fight Clubs lautet: Wasch dir deine Hände. Die erste Regel des Fight Clubs lautet: Wasch dir deine Hände. Und zwar mit Seife. Der Film über die Flucht aus dem Alltag, das Projekt Chaos und die vielleicht wichtigste Chemie-Waffe im Kampf gegen all die klitzekleinen Dinge, die uns krank machen. Immerhin ist Seife auch das Mittel, das die bisher größte Pandemie der Menschheit bezwungen hat: die Pest. Und auch Viren lässt sie - wie die gesprengten Bankenhäuser der Skyline am Ende des Films - in sich zusammenfallen und tötet sie ab. Ein Hoch auf die Soap.

"Nicht alle Desinfektionsmittel helfen gegen alle Viren. Seife hilft gegen alle Viren, auch Bakterien und sogar einige Parasiten." (deutschlandfunknova)


Die gute Nachricht: MaiLab, die mit Wissenschaften schon Fame hatte, bevor es Christian Drosten gab, ist zurück und räumt den YouTube-Dschungel aus Panikmache und Verschwörungstheorien mal mit faktenbasierter Mathematik ein bisschen auf. Die schlechte Nachricht: sie hat keine guten Nachrichten.
Und ich glaube zwar auch, dass wir alle noch etwas länger in unserem auferlegten Hausarrest verharren müssen, habe mich als Teil der Risiko-Gruppe aber ohnehin schon damit abgefunden, dass vermutlich das ganze Jahr 2020 anders wird, als ich es mir vorgestellt hatte. Wo ich mir allerdings sicher bin, ist, dass der Mensch durchaus sehr anpassungsfähig ist und ich könnte mir durchaus auch vorstellen, dass es bald sehr sehr viele kleine technische Lösungen für die unterschiedlichsten Probleme der Gesellschaft geben wird, die so eine elendige Pandemie nach und nach so mit sich zieht. Oder anders: ich glaube an die Wissenschaft - und die schwarmintelligente Macht des Internetz.
Apropos: In Finnland hat man gerade die Influencer aus diesem Internetz als systemrelevant eingestuft. Warum? Weil sie (überlebens)wichtige Informationen schnell und an bestimmte Zielgruppen weiterleiten können, die den klassischen Weg durch die Medien oft nicht wahrnehmen. Ich weiß nicht, ob da eine einfache SMS an alle vielleicht sogar das noch bessere Kommunikations-Tool wäre (das hat bspw. die Regierung in Griechenland getan), aber wenn dabei faktenbasiertes Wissen so gut durchs Netz gerreicht wird, wie das bei diesem Video von Mai (Thi Nguyen-Kim) der Fall ist, würde ich da sogar mitgehen. Und ich glaube, das Ding könnte mit mehr als 3 Millionen Klicks in nur 2 Tagen sogar sowas wie das Rezo-Video der Corona-Krise werden.



Auch mal schön, dass das Internet dafür genutzt wird, wofür es eigentlich gedacht ist: Der Austausch von Informationen, Ideen und gegenseitigen Hilfsangeboten, die das Leben ein bisschen einfacher machen sollen.
Über 42.000 Teilnehmer haben letztes Wochenende am WirVSVirus-Hackathon der Bundesregierung mitgewirkt und gemeinsam nach Lösungen gesucht, die uns in dieser beschissenen Situation weiterhelfen könnten. Der bisher größte Hackerthon aller Zeiten. Mit 1139 daraus entstandenen Projekten innerhalb von nur ein paar Tagen. Als online gestellte YouTube-Playliste, für die ihr mit einem einfachen Like abstimmen könnt. In Zeiten einer globalen Pandemie steht scheinbar wirklich alles auf dem Kopf: Plötzlich ist Deutschland - zumindest, was diese Aktion angeht - Vorreiter in Sachen Digitalisierung.

 

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Deutschrap's Heilmittel gegen das Virus: Punchlines gegen Corona ballern - bis es am Boden liegt und beerdigt wird. Clep holt dafür wie Olaf Scholz die Bazooka raus und holt sogar Deutschraps Battlehymne von Savas (vs. Eko) als Impfstoff hervor: Das Corona-Urteil.


Kennt ihr den Film 28 Days Later? In dem wacht ein einzelner Typ in einem menschenleeren London auf und wundert sich, wo alle abgeblieben sind. Genau so sieht die ganze Welt aktuell aus. Und auch wenn diesmal nicht alle zu Zombies geworden sind, sondern sich "nur" alle zuhause verbarrikadiert haben, ist das Resultat dieses dennoch sehr bedrückenden Zusammenschnitts das gleiche: Die Erde steht still. Und zwar for real diesmal. Mal gucken, wie das in 28 Tagen aussieht...

via

Es sind Szenen, die wir sonst nur aus Filmen kennen und nun tatsächlich tagtäglich durch die Ausbreitung eines Virus zu sehen bekommen. Nur diesmal eben leider nicht im Kino oder auf Netflix, sondern im Real-Life. Aktuell sieht die Welt offenbar aus wie das Poster zu ersten Staffel The Waling Dead und ich hoffe ja sehr, dass die Drehbuschreiber der Live-Action-Version besser schreiben können und ein Happy End für uns geplant haben.

The walking dead poster VS the actual Atlanta highway yesterday.


Lukas, ein alter Studentenwohnheim-Mitbewohner und Chemielaborant aus meinen Uni-Zeiten hat mich gestern darauf aufmerksam gemacht, dass man aktuell mit seinem eigenen PC oder Laptop daheim Rechenleistung zur Erforschung des Corona-Virus bzw. den so dringend benötigten Impfstoff spenden kann. Auch mein PC rechnet nun seit Sonntagabend diverse Protein- und Viren-Strukturen, von denen ich natürlich keinen blassen Schimmer habe, aber hoffe, dass es irgendwie hilft, uns aus dieser abgefuckten Situation rauszuhelfen. Und keine Angst, ihr werdet keinen Unterschied merken, außer, dass euer Lüfter ein bisschen lauter ist als sonst. Neben BOINC bzw. Rosetta@Home gibt es übrigens auch das Projekt Folding@home und ihr könnt sogar beide Programme gleichzeitig laufen lassen, da sie unterschiedliche Ressourcen eures Rechners nutzen. Das schreibt Lukas dazu auf Facebook:

Freunde,

da ihr zur Zeit ja eh nur faul daheim am Rechner hockt, könnt ihr eigentlich auch was gegen das neue Coronavirus unternehmen. Wie das? Das Zauberwort heißt „verteiltes Rechnen“.
Seit Ende Februar ist das Genom von SARS-CoV-2 bekannt. Dadurch wurde es möglich, für das Virus wichtige Proteine zu identifizieren und zu modellieren. Diese Arbeit ist allerdings so aufwendig und rechenintensiv, dass die Wissenschaftler praktisch nicht mehr hinterher kommen.
Und genau hier kommt verteiltes Rechnen ins Spiel: Durch Plattformen, wie bspw. die „Berkeley Open Infrastructure for Network Computing“ (BOINC) können Forscher Datenpakete versenden, die eure PCs berechnen und anschließend wieder an die Forscher zurücksenden. Eines der Forschungsprojekte, die BOINC nutzen, ist Rosetta@home an der University of Washington. Die Forscher aus dieser Gruppe führen derzeit Berechnungen zu Proteinen von SARS-CoV-2 durch. Wenn es gut läuft, könnten diese Ergebnisse zu Ansätzen für Wirk- und Impfstoffe führen.
Wenn ihr euch daran beteiligen wollt, müsst ihr nur die BOINC-Software installieren und Rosetta@home als Projekt hinzufügen. Der Rest läuft dann von alleine. Die Berechnungen werden im Hintergrund durchgeführt und stören nicht, während ihr am PC sitzt. Ich füge die wichtigen Links unten an.
Wenn ihr Fragen dazu habt, meldet euch gerne. Ich lasse meine PCs schon seit langem für verschiedenste Forschungsprojekte rechnen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Berkeley_Open_Infrastructure_for_Network_Computing
https://boinc.berkeley.edu/
https://boinc.berkeley.edu/download.php
http://boinc.bakerlab.org/rosetta/
https://boinc.bakerlab.org/rosetta/forum_thread.php?id=13533