Heute wurde im Europaparlament darüber entschieden, dass technisch so gar nicht funktionierende und damit immens zensierende Uploadfilter das Internet ficken (wenn das Parlament im April ein letztes Mal endgültig zustimmt). Für die CDU als massiver Befürworter von Artikel 13 und Koalitionsvertragbrecher anscheinend ein guter Tag, um per Social Media Stimmen für die Europawahl gewinnen zu wollen. Haha.
Allein daran merkt man schon, dass diese Partei absolut gar keinen Plan von dem hat, was sie da tut. Erst einen riesigen Haufen Scheiße ins Internet werfen, die Meinung von knapp 5. Mio Usern komplett ignorieren und nicht an Abmachungen halten - und dann freudig erwarten, dass das Internet sie wählt.
Auf Twitter trendet derzeit #NieMehrCDU. Und ich glaube, die CDU hat sich eventuell mit den Falschen angelegt und verliert gerade vielleicht so ziemlich jeden jungen Wähler, der im Internet aktiv ist - inklusive aller Follower, die zu ihnen gehören. Tja. Wie sagt man so schön: Hochmut kommt vor dem Fall. Hoffentlich. Bis dahin muss ich aber erstmal verdauen, dass alte Menschen womöglich gerade mein Internet kaputt gemacht haben.

Moments ago, negotiators from the European Parliament and the Council concluded the trilogueegotiations with a final text for the new EU Copyright Directive.

For two years we’ve debated different drafts and versions of the controversial Articles 11 and 13. Now, there is no more ambiguity: This law will fundamentally change the internet as we know it – if it is adopted in the upcoming final vote. (Quelle: Julia Reda)

...weiterlesen "Europaparlament stimmt für Artikel13: Uploadfilter, ein Haufen Scheiße im Internet & #NieMehrCDU"


Ein Facebook-Screenshot eines soup-Screeshots, auf der ein Twitter-Screenshot zu sehen ist, in dem sich "jemand" über zu viele Screenshots auf den immer gleichen 5 Webseiten beklagt zwischen denen wir alle 2 Minuten hin- und herklicken (okay, soup wohl nur ich). Das schöne neue Internet in einer Nussschale.

Deutschland und Frankreich waren sich lediglich nicht einig, für welche Internet-Plattform-Betreiber sie gelten sollten und für welche nicht. Die Urheberrechts-Reform stand auf der Kippe, auch weil nach den Europawahlen im Mai die Mehrheitsverhältnisse völlig unklar sind. Deshalb haben Deutschland und Frankreich nun - als wesentliche Treiber im EU-Rat - schnell noch eine Einigung ausgearbeitet. (BR)

Eigentlich war die Sache mit den Uploadfiltern ja schon so gut wie gegessen nach der letzten Abstimmung. Frankreich und Deutschland sind die in ein paar Tagen wahrscheinlich größte Petition aller Zeiten aber offenbar scheißegal und zeigen Millionen von Usern (und potentiellen Wählern) mit einem sogar nochmal verschärften Artikel 13 den Mittelfinger.

In the Franco-German deal, which leaked today, Article 13 does apply to all for-profit platforms. Upload filters must be installed by everyone except those services which fit all three of the following extremely narrow criteria:

  • Available to the public for less than 3 years
  • Annual turnover below €10 million
  • Fewer than 5 million unique monthly users

Countless apps and sites that do not meet all these criteria would need to install upload filters, burdening their users and operators, even when copyright infringement is not at all currently a problem for them. Some examples:

Wie gut die verlangten Filter arbeiten bzw. auf welchem technischen Stand sie sind, hat man neulich erst bei Tumblr gesehen. Da wurden völlig random Bilder gelöscht (und sogar Garfield als Pimmelbild erkannt). Und da ging es nur um Porn.
Hier geht es um theoretisch alles. Auf allen (großen) Plattformen. Puh. Das wäre die unzensierte Hölle. Und ich wiederhole mich zwar ungern, aber: Get out of my Internet, you damn Business-Law-Fuckers.

Hier der Link zur Petition: Stop the censorship-machinery - Save the Internet!
...weiterlesen "Frankreich und Deutschland einigen sich darauf, das Internet mit Uploadfiltern kaputt machen zu wollen"

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Man mag ja vom Drachenlord, der inzwischen auch so Sachen auf Pornhub macht, halten was man möchte. Aber Rundfunklizenzen fürs Live-Streamen von einem einzigen Typen zu verlangen, der zuhause auf der Couch sitzt und ihn mit einem ganzen Fernsehsender samt Jugendschutzbeauftragten & Pipapo gleichzusetzen, ist so unfuckingfassbar deutsch, dass ich gut verstehe, warum das mit der Digitalisierung hierzulande so ist, wie es ist.
Noch krasser als beim Drachenlord ist es beim Twitch-Streamer Zinni, der wenn's hoch kam so an die 30 Zuschauer hatte und trotzdem diesen ganzen bürokratischen Nonsense aus vergangenen Zeiten mitmachen muss, um dann zum kleinsten TV-Sender der Welt zu werden. Damit ist dann nun theoretisch endgültig jeder betroffen, der halbwegs regelmäßig in sein Handy quatscht und es live ins Netz stellt. Und ich hasse German Neuland sehr dafür, dass es so penetrant, altbacken und umständlich durchreguliert ist, dass ich mir inzwischen regelmäßig Videos von youtubenden Rechtsanwälten angucken muss, um durchzublicken. Fuck that Law-Shit.

Good news, everyone: Artikel 13 ist fast tot - geben wir ihm den Dolschstoß mit der vielleicht größten Online-Petition aller Zeiten, zu der aktuell "nur" noch 340.000 Leute fehlen, die sie unterzeichenen. Wenn ihr dem Internet etwas Gutes tun möchtet, klickt kurz rein, wenn ihr es nicht schon längst habt. Hier der Link zur Petition.


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Nächstes Jahr wird das gute alte das Internet übrigens 30 - und kommt nach der Pubertät, der harten Phase des Erwachsenwerdens dann wahrscheinlich in die Midlife-Crisis. Ich will übrigens keine Katzenvideos zurück. ICQ statt Social-Media-War würde mir schon völlig ausreichen.

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Der alljährlich beschissener werdende YouTube-Rewind-Jahresrückblick, der immer mehr zum Werbespot für cringy Influencers verkommt, hat dieses Jahr einen Rekord gebrochen: seit gestern ist der Clip Platz 1 auf der Liste der meistgehassten Videos aller Zeiten mit aktuell 11 Mio. Dislikes (einer davon von mir). Congratulations.

...weiterlesen "YouTube Rewind 2018 bricht Rekord und ist das neue Most Disliked Video Ever"


Während die NASA einen Live-Stream zum Mars anschaut, lassen sich in vielen Käffern Deutschlands immer noch nicht mal E-Mails verschicken. Das Y-Kollektiv von funk war in den ostdeutschen Funklöchern Ossig und Lonzig unterwegs und haben eine YouTube-Reportage gedreht, die ironischerweise niemand der Dorf-Bewohner sehen kann. Denn keiner von ihnen hat Internet. Und ich glaube, ich würde spätestens nach einer Stunde dort wegziehen.

Eigentlich sollte jeder Deutsche mittlerweile Zugang zu schnellem Internet haben – das hat die Bundesregierung versprochen. Dennoch: Beim Breitbandausbau hinkt Deutschland im internationalen Vergleich weit zurück. Das trifft vor allem auf die ländlichen Regionen des Landes zu. Viele kleine Orte jenseits der Großstädte haben nicht einmal einen Internetzugang. Zwei dieser Dörfer sind Ossig und Lonzig in Sachsen-Anhalt. Noch dazu liegen sie mitten in einem Funkloch.
Kein Digital Detox, sondern ein echtes Problem für die Menschen, die dort leben. Bei günstiger Wetterlage können die Dorfbewohner zwar auch mal E-Mails verschicken, oft aber geht hier gar nichts. Johannes Musial fährt in die beiden Dörfer und macht sich auf die Suche nach Internet-Empfang. Er spricht mit den Dorfbewohnern darüber, wie sie mit dieser Situation umgehen. Was bedeutet das für die wirtschaftliche Entwicklung, wenn ein Ort nahezu offline ist?

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Snicklink's Deifinition von und aus diesem Internet, die dieses Wunderwerk der Technik eigentlich schon perfekt zusammenfasst. Bis auf die fehlenden Pornos (und Stockphoto-Memes natürlich).

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Memes kann man jetzt auch spielen. Zumindest den This-is-fine-Dog (aus den Comics von KC Green). Und endlich könnt ihr auch das Feuer löschen, das überall brennt. Mit ganz viel Herz. Hier der Link zum pixeligen Mini-Browsergame über den brennenden kleinen Internet-Star.


Mit der ganzen Welt verbunden - und doch ganz allein. Das Video beruht auf dem TED-Talk Connected, But Alone von Sherry Turkle und hat schon vor 5 Jahren Social Media mit einem Gefühl der Einsamkeit verkuppelt, das vermutlich viele kennen. Sad new world is sad.

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