Der alljährlich beschissener werdende YouTube-Rewind-Jahresrückblick, der immer mehr zum Werbespot für cringy Influencers verkommt, hat dieses Jahr einen Rekord gebrochen: seit gestern ist der Clip Platz 1 auf der Liste der meistgehassten Videos aller Zeiten mit aktuell 11 Mio. Dislikes (einer davon von mir). Congratulations.

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Während die NASA einen Live-Stream zum Mars anschaut, lassen sich in vielen Käffern Deutschlands immer noch nicht mal E-Mails verschicken. Das Y-Kollektiv von funk war in den ostdeutschen Funklöchern Ossig und Lonzig unterwegs und haben eine YouTube-Reportage gedreht, die ironischerweise niemand der Dorf-Bewohner sehen kann. Denn keiner von ihnen hat Internet. Und ich glaube, ich würde spätestens nach einer Stunde dort wegziehen.

Eigentlich sollte jeder Deutsche mittlerweile Zugang zu schnellem Internet haben – das hat die Bundesregierung versprochen. Dennoch: Beim Breitbandausbau hinkt Deutschland im internationalen Vergleich weit zurück. Das trifft vor allem auf die ländlichen Regionen des Landes zu. Viele kleine Orte jenseits der Großstädte haben nicht einmal einen Internetzugang. Zwei dieser Dörfer sind Ossig und Lonzig in Sachsen-Anhalt. Noch dazu liegen sie mitten in einem Funkloch.
Kein Digital Detox, sondern ein echtes Problem für die Menschen, die dort leben. Bei günstiger Wetterlage können die Dorfbewohner zwar auch mal E-Mails verschicken, oft aber geht hier gar nichts. Johannes Musial fährt in die beiden Dörfer und macht sich auf die Suche nach Internet-Empfang. Er spricht mit den Dorfbewohnern darüber, wie sie mit dieser Situation umgehen. Was bedeutet das für die wirtschaftliche Entwicklung, wenn ein Ort nahezu offline ist?

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Snicklink's Deifinition von und aus diesem Internet, die dieses Wunderwerk der Technik eigentlich schon perfekt zusammenfasst. Bis auf die fehlenden Pornos (und Stockphoto-Memes natürlich).

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Memes kann man jetzt auch spielen. Zumindest den This-is-fine-Dog (aus den Comics von KC Green). Und endlich könnt ihr auch das Feuer löschen, das überall brennt. Mit ganz viel Herz. Hier der Link zum pixeligen Mini-Browsergame über den brennenden kleinen Internet-Star.


Mit der ganzen Welt verbunden - und doch ganz allein. Das Video beruht auf dem TED-Talk Connected, But Alone von Sherry Turkle und hat schon vor 5 Jahren Social Media mit einem Gefühl der Einsamkeit verkuppelt, das vermutlich viele kennen. Sad new world is sad.

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Nicht nur Timetravel-Smartphones können sie. Die VFX-Designer von The Mill bauen für Three UK auch noch jede Menge anderer durchgeknallter Viral-Spots. Und zwar mit 1A-Meme-Material, das sich aus Delphaultieren, Schmettermöpsen & dem berühmten tanzenden Pony zusammensetzt. Der britische Internetanbieter hat das Internet ganz offensichtlich verstanden. Auch mal schön.


...weiterlesen "Delphaultiere, Schmettermöpse & ein tanzendes Pony"


Durch die auflebende Remix-Culture im Netz gibt's ja nicht nur jede Menge toller Mucke, sondern es wird im Prinzip alles benutzt und "neu" gemacht, was sich online so finden lässt.
Ein perfektes Beispiel bekommt man bei einem Nancy-Comic-Strip von Ernie Bushmiller aus dem Jahr 1972, das bei somethingawful durchremixt wurde bis zur Unendlichkeit. Und genau dafür liebe ich das Internet ja. Manchmal.


...weiterlesen "Remix-Culture am Beispiel eines Comic-Strips"

Der Digitalisierungsplan der CDU:
1. Für dämlich Gesetze abstimmen, um das Internet kaputt zu machen.
2. ?
3. Sich die Digitalisierung sparen, um mehr Gelder für Wahlplakate ausgeben zu können


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Fuck. Die Ü50-Anzugträger im EU-Parlament haben heute doch ernsthaft für das Leistungsschutzrecht und somit für technisch quasi unmögliche Uploadfilter abgestimmt. Anscheinend hat man auch auf die mehr als 1. Mio unterschriebenen Stimmen der Petition einen Scheiß gegeben.
Damit sieht's nun wirklich ganz schön düster aus für die Memes- und Remix-Culture im Netz, die nun mit noch mehr Business-Law-Shit zu kämpfen hat als ohnehin schon (wenn das Ding wirklich endgültig durchgeboxt wird im Plenum). Vom freien Internet können wir uns allmählich anscheinend wirklich verabschieden, wenn die Politik das "Neuland" so durchreguliert, dass im Grunde alles verboten ist, was daran Spaß macht.

Falls jemand Musik für eine Warteschleife am Telefon sucht oder ihr einfach Lust habt, die nächsten 4 Stunden einen russischen Internetklassiker im Loop zu hören, seid ihr hier genau richtig. Und wenn ihr ihn rechtzeitig wieder ausschaltet, macht er sogar gute Laune. Die kann man ja an so 'nem Montag eigentlich immer irgendwo gebrauchen.

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Derzeit in der arte-Mediathek: Die Doku über die Content-Moderatoren von Facebook, YouTube & Co, die die digitale Drecksarbeit des Internets übernehmen und sich täglich bis zu 25.000 Bilder von toten Kindern, Enthauptungen mit Küchenmessern und sehr, sehr, sehr vielen Penissen ansehen müssen. The Cleaners. Die dunkle, abgefuckte und asoziale Seite der sozialen Netzwerke.

Es gibt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Standort für Content-Moderation. Dort löschen Zehntausende Menschen im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos auf Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden an die Content-Moderatoren abgegeben. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie arbeiten, sind eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valley.
Die Dauerbelastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content-Moderatoren, denen es verboten ist, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Parallel zu den Geschichten von fünf Content-Moderatoren zeigt der Dokumentarfilm die globalen Auswirkungen der Online-Zensur und wie Fake News und Hass durch die sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.
Die Vision einer vernetzten globalen Internetgemeinde wird zum Alptraum, wenn hochrangige ehemalige Mitarbeiter der sozialen Netzwerke Einblicke in die Funktionsweisen und Mechanismen der Plattformen geben. Gezielte Verstärkung und Vervielfältigung jeglicher Art von Emotionen machen die Plattformen zu Brandbeschleunigern, die soziale, politische und gesellschaftliche Konflikte anheizen und die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben.
Hans Block und Moritz Riesewieck erzählen in ihrem Debütfilm vom Platzen des utopischen Traums der sozialen Medien und stellen die drängende Frage nach den Grenzen des Einflusses von Facebook, YouTube, Twitter & Co. auf den Einzelnen und die Gesellschaft.