40 Menschen treiben seit Stunden auf einem viel zu kleinen Schlauchboot ins Leere und hoffen während sie seekrank werden, dass der Wellengang nachlässt und sie bald wieder an Land kommen. Diesmal sind es aber keine Flüchtlinge irgendwo auf dem Mittelmeer, sondern Freiwillige mitten in Deutschland, die sich in einer simulierten Flucht befinden.
Das von Sea-Watch und einer Agentur durchgeführte Experiment namens Lifeboat entstand mit Hilfe von tatsächlich Geflüchteten und ihren oft traumatischen Erzählungen. Es ist nicht durch Spendengelder finanziert, sondern durch die ehrenamtliche Arbeit aller Beteiligten, wie z.B. dem Oscar nominierten Regisseur Skye Fitzgerald.
Der als Perspektivwechsel und Denkanstoß gedachte Versuchsaufbau soll für leider oft fehlende Empathie sorgen, aber auch aufmerksam machen auf - dank tödlicher EU-Grenzpolitik - inzwischen 2277 während ihrer Flucht übers Mittelmeer gestorbene Menschen pro Jahr. Und ich glaube, auch die  Politik hierzulande wäre bei der Thematik sicher nicht so scheinheilig, zynisch und rassistisch, wenn es denn in den Nachrichten plötzlich heißen würde: darunter 40 Deutsche.

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung bleibt das Mittelmeer auch 2019 die tödlichste Grenze der Welt: Eine aus 10 Personen stirbt bei einem Fluchtversuch über das zentrale Mittelmeer. Wäre das auch so, wenn die Schiffbrüchigen weiße Deutsche wären? [...]

Angelehnt an eine Flucht über das Mittelmeer, ließen wir Deutsche unter kontrollierten Bedingungen eine Simulation durchleben. Unter möglichst realitätsnahen Bedingungen wurde der Versuch unternommen, mit einer solchen Flucht verbundene Strapazen und Gefahren anzureißen. Es entstand „LIFEBOAT – Das Experiment“.


via

Rassismus in der U-Bahn Ein Zivilcourage-Experiment im Jahr 1994 (2)
Ein heute desöfteren in Schulen gezeigtes Sozial-Experiment in der Frankfurter U-Bahn, wo 1994 simuliert wurde, wie zwei Nazis einen Schwarzen belästigen. Und damals hatten es Rechtsradikale scheinbar nicht leicht in Mainhattan. Auf jeder Fahrt wurde zumindest verbal versucht einzugreifen, oftmals positionierten sich Menschen auch körperlich dagegen und einer wetzt für die Fake-Nazis sogar sein Messer.

Typ: "Ihr seid hier in Frankfurt, alder!"
Nazi: "Is' das hier euer Problem?"
Typ: "Ja, is' mein Problem!"
Ältere Frau: "Unser aller Problem."

...weiterlesen "Rassismus in der U-Bahn: Ein Zivilcourage-Experiment im Jahr 1994"


Auf einer 1000x1000 freien Pixelfläche kann man im Subreddit r/place alle 5 - 10 Minuten einen einzigen Pixel einfärben. Durch die Masse an Leuten ergab sich wie in einem riesigen Multiplayer-Game dann binnen mehrerer Tage dieses Gesamtkunstwerk, das sich noch immer ständig verändert mittlerweile fertig ist. Und es ist so vielseitig und kreativ wie das Internet selbst. Von Memes über Nationalismus bis hin zu Regenbogen, Van Gogh, Rick & Morty und einem schwarzen Loch ist alles dabei. So in etwa funktioniert das also mit dieser Schwarmintelligenz. Beeindruckender Funfact: es ist kein einziger Penis drauf.

Wie das im Große und Ganzen genau aussah, könnt ihr im Timelapse schön sehen. Pixelwar:

Stellt euch vor, ihr wärt in einer Fernsehsow, in der ihr mit sechs anderen Kandidaten untereinander entscheiden müsst, wer in den nächsten 25 Minuten sterben soll. Habt ihr's? Dann kennt ihr auch schon den Plot vom Kurzfilm Septem, in dem es überraschenderweise genau um jenes Szenario geht. 
Und wenn man ans Dschungelcamp oder an japanisches TV denkt - und ein bisschen weiterspinnt - ist das eigentlich auch gar nicht mal so abwegig. Als Promiformat wäre es vielleicht auch gar nicht so schlecht. Auch wenn mit der Zeit wohl die ganzen Promis ausgehen dürften. Aber das ist ja jetzt auch nicht unbedingt was Schlechtes.  

via

Beruht auf einem Experiment von Jane Elliott, die 1968 ihre Klasse in zwei Gruppen (Blue Eyes & Brown Eyes) aufgeteilt hat, um ihren Schülern zu verdeutlichen, wie heftig sich Rassismus / Diskriminierung auf den einzelnen Menschen auswirken kann.
Heute macht man sogar überall auf der Welt Workshops, die diese Situation in etwa mit Freiwilligen nachstellen. Und genau so einen Workshop bekommt ihr in der Spezialsendung Der Rassist in uns auch zu sehen. Der funktioniert nämlich erstaunlicherweise auch ganz gut vor der Kamera und auch im Rahmen dessen, dass ja alle jederzeit wissen, dass das "nur" ein Experiment ist und sie stets aussteigen können. 
Ist auf jeden Fall hochinteressant und man lernt tatsächlich eine Menge über mit Rassismus verankerte Dinge, wie Gruppendynamik, Machtspielchen und Unterdrückung. Außerdem regt es zu einem höheren Grad an Empathie an. Und das ist immer gut. Sehr gut sogar. Hier (und per Klick aufs Bild) geht's zur Sendung...

(Foto via ZDF Pressefoto)
via

.
 Im Jahr 2024 wird eine Gruppe von Menschen im Zug des Mars One Way-Projekts den Mars besiedeln. Der einzige Haken dabei ist, dass es kein Rückreiseticket gibt. Wer auch immer zum roten Planeten fliegt, kehrt also nie wieder zur Erde zurück. Denn die Technik erlaubt bisher nur den Hinflug.
Trotzdem (oder gerade deswegen) haben sich bei der Ausschreibung über 200.000 Bewerber freiwillig für den Endlosurlaub gemeldet. Richtig verwundern tut mich das aber nicht. Denn neben der Option Dinge zu sehen und zu erleben, die niemand jemals zuvor erlebt hat, ist es im Grunde genommen ja auch eine perfekte Möglichkeit, um vielen Problemen zu entfliehen. Ein bisschen wie bei einem Umzug eben - nur 1000 mal krasser. So wäre man bspw. auf dem Mars auch alle Geldsorgen los.
In der obigen 11-minütigen Doku werden die ersten 5 Teilnehmer (bzw. angehenden Astronauten) präsentiert, die in 10 Jahren die ihnen bekannte Welt für immer verlassen wollen bzw. sich dafür beworben haben. Wer diese Menschen sind und warum sie sich für dafür entschieden haben, erfahrt ihr nach the play-klick.


(Direktlink zum Video)
via

Ihr wisst warum. Und wenn nicht, seht euch mal den wohl ehrlichsten Facebook-Film überhaupt an, der mir zugleich direkt aus der Seele spricht.

via laughingsquid