In Luxemburg beginnt am 1. März 2020 die Zukunft und leitet die Verkehrswende ein. Denn es wird das erste Land der Welt mit Gratis-ÖPNV sein. Und ich glaube ja, dass rentiert sich im Endeffekt für alle (wenn man auch die sinkende Verkehrsbelastung für Straßen mit einrechnet). Mal gucken, ob die Zukunft aus Luxemburg irgendwann auch bei uns ankommt. In Hannover gab es im Dezember zumindest einen Test-Tag mit kostenlosem Bus&Bahn-Verkehr, der 60% mehr Fahrgäste zufolge hatte. Bedarf scheint also auf jeden Fall mehr als genug da zu sein.

Den öffentlichen Personennahverkehr in Luxemburg kann man bald kostenlos nutzen. Ab dem 1. März braucht man für Busse und Bahnen keine Fahrkarten mehr. Fahrkartenschalter werden geschlossen, Kontrolleure bekommen neue Service-Aufgaben. „Das steht uns einfach gut zu Gesicht und trägt enorm zum Image und zur Attraktivität Luxemburgs bei“, sagt der liberale Premierminister Xavier Bettel zu der Neuerung. Nur die erste Klasse der Bahn bleibt kostenpflichtig. (Spiegel)

Und wer nun erhofft hat, das wir hier bald nachziehen - währenddessen in Deutschland:


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David Regone illustriert die alltäglichen und nicht ganz so alltäglichen Gestalten, denen man in so der U-Bahn bzw. in den Öffis begegnet und malt randvolle Waggons mit den unterschiedlichsten Kreaturen. Ein Instagram-Channel sammelt entsprechende Figuren aus dem Real-Life: Subway Creatures. So schön kann Vielfältigkeit aussehen.

...weiterlesen "Illustrated Subway Creatures"

Ein stilechtes Berliner Glühweinrezept von der BVG, die sich derzeit ganz förmlich als Weltkulturerbe bewirbt. Mit einem Video, in dem sie all das aufzählen, was sie außer Kotze mit Zimtgeschmack noch alles tolles können. Weil wir dich riechen.

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Kopenhagen hat es verkehrstechnisch nicht nur als Fahrradwelthauptstadt drauf, sondern hat scheinbar auch verstanden, wie man für öffentliche Verkehrsmittel richtig wirbt. Zum Beispiel mit diesem extrem gut gelaunten Werbeclip.

The new Copenhagen Metro is open. 17 new stations all around the city. This means millions of new journeys and thousands of new travelers, which also means that your chances of meeting someone famous has just increased, but so has your chances of meeting your Ex.


Ihr wollt eine Zukunft aus fliegenden Autos, die selbstständig von A nach B schweben? Nun. Sie ist eigentlich schon da. Nur, dass sie etwas anders aussieht, als ihr vielleicht dachtet: Seilbahnen als Verkehrsnetz.
Das ist zumindest die Lösung von La Paz, in der die so genannte Mi Teleférico inzwischen aus einem über 30 Kilometer langen Gondel-System mit 10 Linien und 36 Stationen besteht, das bis zu 65m über den Dächern der Stadt verläuft, an die 300.000 Menschen pro Tag transportieren soll und gerade mal 5 Jahre Zeit bzw. "nur" 750 Mio. gekostet hat (zum Vergleich: so viel Geld und Zeit braucht man in etwa für den Bau einer einzigen kurzen U-Bahn-Linie, die zwar beinah das 10-fache an Personen wegschafft, dafür aber um ein vielfaches planungsaufwändiger und unflexibler ist).
Das durch eine österreichische Baufirma entstandene Seilbahnnetz aus Boliviens Hauptstadt ist damit das längste der ganzen Welt. Im 10bis20-Sekundentakt trudeln hier Gondeln mit knapp 18km/h ein, die inzwischen die halbe Skyline kunterbunt anmalen.

Der Himmel von La Paz wird immer bunter. Rote, grüne und gelbe Gondeln schweben hoch über den Dächern der Stadt. Inzwischen sind auch kaffeebraune, orange- und lilafarbene Kabinen dazu gekommen. Jede Farbe steht für eine Seilbahn-Linie. (tagesschau)

Eine gar nicht mal so schlechte Alternative, um ein Verkehrschaos in den Griff zu bekommen, wie anscheinend nicht nur ich finde. In manchen deutschen Städten denkt man nämlich angeblich bereits über ähnliche Projekte nach (auch wenn ich glaube, dass hierzulande wahrscheinlich unzählige Baugenehmigungen dem im Weg stehen würden). Ich wär' dabei - in Hamburg wurde eine Seilbahn über die Elbe allerdings per Volksentscheid abgelehnt. Im gleichen Jahr, in dem in La Paz der Bau der jetzt sehr beliebten "Flugtaxis" an Seilen begann.


Die BVG war so freundlich und gab dem AfD-Gunnar ein wenig Nachhilfe in Sachen Deutschunterricht.


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Die Öffis in Wien bewerben ihre U-Bahn mit neonfarbener Synthi-Mucke, 80's-Grafiken und einem flashig-trashigem Ohrwurm von Minisex, indem am Ende eine Pizza dran glauben muss. Schöne Untergrundmusik aus Österreich.

Die BVG kann anscheinend nicht nur Bus und Bahn, sondern auch CSD-Trucks. Weil Liebe.

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Nicht nur die BVG scheint dieses Social Media verstanden zu haben. Auch die Öffis in Barcelona schlagen sich im Internet-Game scheinbar ganz gut und ballern Erkenntnistheorien des (a)Sozialverhaltens in einem Tram-Trap-Track von Immanuel Kant raus. Der nächste Sommerhit.

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Wenn schon warten, dann mit Stil. George Barratt-Jones hat aus einer Bushaltestelle ein spontanes Café gemacht und serviert dort umsonst Kaffee, Tee und Kekse. Nette Idee, die eine sonst eher selten spaßige Fahrt mit den Öffis gleich ein bisschen erträglicher macht.

So I created the "First Class Bus Stop". Serving people coffee, tea and a home made cookies. While cafe music is being played in the background. People can come to have a chat. Get to know the people in their neighbourhood.

This project was all about creating more fun. Making people 10% happier.


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Die BVG macht den Boris. Nur in gut, lustig - und ohne rassisische Kackscheiße. Selbst in der U-Bahn fährt das Niveau höher als beim Alman-Palmern.

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Eigentlich wäre es ja sinnvoller gewesen, was für den Massenmarkt zu machen, aber so ein Flugtaxi sieht natürlich viel cooler aus. Leider ist es aber nur Prototyp eines Prototyps, es kann nur maximal 4 Personen mitnehmen und die wohl schlechteste Eigenschaft für ein Flugtaxi: es fliegt bisher noch nicht und musste hin- und weggefahren werden. Da soll es nämlich erst frühstens 2025 tun (Professoren sagen eher 2030). Ohne Pilot. Auf festgelegten Kurz-Strecken. Für Menschen, die noch mehr Geld bezahlen wollen und können als es eine gewöhnliche Taxifahrt schon kostet. Naja. Eine Investition in die Zukunft, die das Verkehrsproblem dann wohl immer noch lösen muss. Aber wie gesagt: Immerhin sieht es cool aus.

Natürlich gibt es einen roten Knopf auf dem Rathausplatz von Ingolstadt, das ist hier schließlich eine „Weltpremiere“. Doch als der Verkehrsminister und die Staatsministerin für Digitalisierung ihn drücken, passiert – nichts. Kein Aufheulen der Rotoren, nicht mal ein Surren. Nur ein bisschen Kunstnebel steigt rund um den CityAirbus auf. Für einen Moment sieht es so aus, als habe es einen Kurzschluss gegeben und das Flugtaxi gehe in Rauch auf. (Quelle: welt)

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Letztens durch Hamburg gelaufen und überlegt, wie geil es eigentlich wäre, wenn es gar keine Autos in Städten gebe und man einfach so und völlig bedenkenlos durch die Stadt latschen könnte, weil überall massig Platz wäre. Nun. Das wird wohl nie passieren. Erst recht nicht in Autodeutschland. Um darauf hinzuarbeiten, würde ich die von arte gestellte Frage jedenfalls mit folgendem Wort beantworten: Ja.

Verstopfte Innenstädte, verspätete Busse, teure Tickets – geht das auch anders? Könnte ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr helfen? In der estnischen Hauptstadt Tallinn, im französischen Dünkirchen oder im brandenburgischen Templin wurde der Nulltarif eingeführt und das Angebot optimiert. Richtungsweisend für ganz Europa?

Im brandenburgischen Templin leben die deutschen Pioniere des kostenlosen Nahverkehrs. Sie haben erfolgreich versucht, die Luftqualität des Kurorts zu wahren. In Tallinn können die Einwohner seit 2013 alle Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Die Autokolonnen sind dadurch aus den Straßen der Innenstadt verschwunden.