2020 ├╝berrascht ja eigentlich nix mehr, aber wer h├Ątte schon gedacht, dass TikTok-User und KPop-Fans mal von politischer Bedeutung sein werden und gemeinsam die Demokratie gegen BunkerBoy verteidigen - und das dieses Jahr nicht zum ersten mal. In dem Fall haben sie anscheinend jede Menge Karten f├╝r Trump-SuperSpreading-Events gekauft - und k├Ânnen "leider" nicht hin. Ich poste aus Liebe daf├╝r - und weil ich die aktuell beste TikTokerin hier schon hatte - mal 5 fetzige KPop-Songs plus einer Playliste von meiner Lieblings-Teen$waggerin Sandy. Power to the (Generation) Internet. ÔťŐ





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Bevor das Internet ins Jahr 2020 glitcht, verabschiedet es sich nochmal vom guten alten WorldWideWeb der letzten 10 Jahre. In einem tonnenweise Nostalgie verspr├╝henden WindowsXP-Meme-Rewind aus einer bald vergangenen und "damals" gar nicht mal so schlechten Zeit im Neuland. F├╝hl ich sehr, diese Retro-Vibes. Tsch├╝ss, Internetz 2010 - 2019.

the nostalgic door we open right before the decade ends, so wonderful.

Generation Selfie setzt sich nicht nur online Masken auf, sondern operiert sich ihre Instagram&Snapchat-Filter mittlerweile auch mal direkt ins Gesicht. Und zwar anscheinend nicht nur in diesem Kurzfilm. Fake-Look zu Ende gedacht. F├╝r die sch├Âne neue Welt.

A satirical piece that looks at the unhealthy importance young people place on social media and the disturbing trend to go under the knife to look like their flawless filtered selfies.
Doctors have labelled this new mental health disorder 'Snapchat Dysmorphia' - a modern-day sickness that is causing young people to lose touch with reality as they seek out a manufactured, false and synthetic ideology.


via Beautymafia


Ein Meme, das es inzwischen bis in die Politik geschafft hat und damit eigentlich schon tot ist, noch bevor ich es richtig mitbekommen habe. Ich bin offenbar auch nicht mehr der j├╝ngste "Millenial", der ich mit meinen 33 Jahren anscheinend bin. "Ok Boomer". Die neue Antwort auf alle im Kopf alten Menschen, die immer lautstark ├╝ber "diese Jugend von heute!" meckern und altbackene Traditionen vor wissenschaftliche Fakten stellen, weil wir "das doch schon immer so gemacht haben!" und das alles so bleibt "wie's hier ist!".
Das Augenrollen einer ganzen Generation, die kein Bock mehr hat, alles immer wieder erkl├Ąren zu m├╝ssen und einfach nicht mehr zeitgem├Ą├če Disskussionen mit nur 2 Worten beendet. So wie im neuseel├Ąndischen Parlament, als die 26-j├Ąhrige Gr├╝nen-Politikerin Chl├Âe Swarbrick von einem vermutlich alten wei├čen Mann wegen ihres jungen Alters unterbrochen wird. "Ok boomer" - und zur├╝ck zum Wesentlichen (in einer ├╝brigens sehr guten Rede).
In der Klimakrise ist es n├Ąmlich nicht nur eine Generation, die genug von Boomer-Bullshit hat - es sind mittlerweile Menschen in jedem Alter (sogar einige Boomer k├Ânnen Boomer nicht mehr h├Âren). Oder anders: Dank FridaysForFuture, Greta und vielleicht auch diesem Meme sind wir alle im Team "Kids" und "Jugendliche", wodurch ich mich ja gerade ein bisschen weniger alt f├╝hle. Endlich mal eine positive Auswirkung vom Klimawandel.


...weiterlesen "Generation Meme: Ok Boomer"


Eigentlich geht es in der von Pioneer DJ produzierten Doku Insta DJ viel mehr um Insta(gram) als um DJs, die von Selfies auf dem Dancefloor manchmal genauso die Schnauze voll haben wie ich, der Smartphones ja gern generell auf Parties und Konzerten verbieten w├╝rde.
Zum Gl├╝ck machen das aber zumindest die meisten alternativen Clubs so ├Ąhnlich, indem sie eure Kameras abkleben, was vermutlich auch inoffiziell deshalb getan wird, damit Leute dort ungeniert saufen, aber vor allem auch kiffen oder sonstige Substanzen zu sich nehmen k├Ânnen. So oder so sind sie dadurch einer der letzten ├Âffentlichen Orte geworden sind, in denen niemand ein Foto f├╝r Instagram knipst, was ich pers├Ânlich ja sehr sch├Ân finde und mir eigentlich sogar mehr davon w├╝nsche. Erst recht nach dieser Doku.

What kind of impact is social media having on DJs and the dance music scene? Watch artists, DJs, managers, and experts discuss this issue in our new documentary, ÔÇťINSTA DJ.ÔÇŁ

Social media helps artists speak directly to fans ÔÇô inspiring new music and creating hype for undiscovered talent. But are there costs to being constantly online?

How has social media changed the way we experience clubs and events?

Can artists and DJs still be successful without a huge social media following?


In Hamburg fand wieder mal die TinCon statt, eine Vortragsreihe f├╝r die etwas j├╝ngere Netzkultur, auf der sich alles um die aktuellen Themen der Kids von heute dreht (die aber auch f├╝r gro├če Kinder wie mich nicht uninteressant sind). Diesmal ging es neben verkackter Klimapolitik und FridaysForFuture auch um das Schreiben einer eigenen Netflix-Serie, politischen Deutschrap, weniger Urheberrechtschaos, mehr Demokratie und das Internet selbst.
Zu Gast auf der frisch mit dem Grimme Online Award ausgezeichnete kleinen Schwester der re:publica waren in der Hansestadt u.a. Podcast-UFO-Flieger Stefan Titze (How to sell Drugs online fast) und die wissenschaftlich korrekten YouTubers von kurzgesagt. Alle Vortr├Ąge aller jemals stattgefunden TinConnys findet ihr auf dem offiziellen YouTube-Kanal.



...weiterlesen "TinCon 2019 Hamburg | ├ťber was die Jugend spricht: FridaysForFuture, Deutschrap, Demokratie & Netflix"


Kan├Ąle, Werbeeinnahmen, Quoten/Klicks und irgendwas mit ARD und ZDF. YouTube ist heutzutage ja genau wie Fernsehen (zumindest f├╝r Menschen, die keine Faxger├Ąte mehr benutzen und oft nicht mal mehr einen Fernseher haben). Nur, dass man sich aufgrund der viel gr├Â├čeren Auswahl durch noch viel mehr Schei├čprogramme zappen muss.
Selbst, wenn man sich da auf die deutschen YT-Kan├Ąle beschr├Ąnkt, wird man in den gar nicht mal so geilen YouTube-Trends mit den immer gleichen Formaten zugem├╝llt und muss leider schon gut suchen, bevor man etwas findet, bei dem man nicht verdummt (auch wie im Fernsehen). Au├čer nat├╝rlich, man hat ├╝ber Jahre alle "guten" Channels gesammelt und kann safe einfach in seine Abo-Box gucken - dann geht's eigentlich. Hier mal ein kleines Best-Of aus "meinem" YouTube, das inzwischen l├Ąngst auch mein Lieblingsfernsehsender ist (ihr wisst schon, fernsehersatz und so):

Hyperbole. Das Berliner Videonetzwerk kennt sich mit diesem YouTube aus und bringt politische Themen unaufgeregt und klischeebefreit in verschiedenen Formaten unter (einige davon so erfolgreich, dass sie ihren eigenen Kanal bekommen haben: Tourettikette, Disslike, Germania). Bei einem der letzten Drehs gab es hohen und sehr guten Besuch aus dem Europaparlament.


Bohemian Browser Ballett. Schlecky Silberstein, aber als hochwertig produziertes Satire-Format auf YouTube, das tats├Ąchlich lustig ist, obwohl es durch ├Âffentlich-rechtliche Gelder finanziert ist und aus Deutschland kommt.


Kurzgesagt (Dinge erkl├Ąrt/In a Nutshell). Erkl├Ąrb├Ąr-Videos ├╝ber Ameisen-Weltkriege, Space-Lifts oder Zeit im wunderh├╝bschen Animationsstil. Das vielleicht beste, aber definitiv bekannteste Format von funk ist sowas wie die Sendung mit der Maus f├╝r Erwachsene.


MaiLab. Die Ranga Yogeshwar von YouTube - und inzwischen auch vom Fernsehen. Eine nicht ganz so typische Wissenschaftlerin, die Wissenschaft wieder cool machen m├Âchte und theoretisch wie praktisch alles ├╝berpr├╝ft. Wissenschaftlich nat├╝rlich.


Die Rocketbeans (& Kino+). Die weitergedachte Extended-Version von Giga & MTV Game One: ein 24h-Internet-TV-Sender f├╝r Gaming- und Popkultur-Nerds, der sympathisch unperfekte "Fernsehshows" auf YouTube ausstrahlt.


Walulis (& WalulisDaily). Die selbsternannte Medikamentenausgabe im Irrenhaus Internet. Philipp Walulis hat das Fernsehen durchgespielt und zerlegt als medienkritische Satire-Instanz inzwischen auch systematisch dieses WorldWideWeb.


Die Wundert├╝tenfabrik (aka Luksan Wunder). Die WTF-Videozentrale der Gang von Manfred Groove macht Quatsch auf allen erdenklichen Meta-Humor-Ebenen und produziert unironisch ironisch die etwas anderen Videos auf YouTube.


Disslike. Die deutsche Prominenz (die haupts├Ąchlich aus Deutschrap besteht) wird mit ihren Hatern konfrontiert und darf die eigene Schlagfertigkeit auf die Probe stellen. Dabei m├╝ssen sich alle der meist gef├╝rchtesten und gruseligsten Aufgabe im Netz stellen: Kommentare lesen - und beantworten.


Filmanalyse. Der Alexander Kluge von YouTube. Wolfgang M. Schmitt ist der Kritiker unter den Kritikern, hat laut Ger├╝chten schon Feuilletons ├╝ber die franz├Âsische Nouvelle Vague geschrieben bevor er sprechen konnte und existiert nur im Anzug.


Coldmirror. Das nerdig sympathische Urgestein. Kaddi gab es auf YouTube schon lange vor den ganzen Beauty-Bibis. Sie kann perfekt "schlampig" zeichnen, hat ein gl├╝cklich strahlendes Kackh├Ąufchen als Logo und wei├č mehr ├╝ber Harry Potter als Joanne K. Rowling.


Space Frogs. Rick und Steve machen zusammen Videos. Das weltraumfroschige Comedy-Duo k├╝mmert sich um die Angelegenheiten, die gerade in den unendlichen Weiten des Internetz die Runde machen - und um das Internet selbst.


Y-Kollektiv. Ein vom YouTube-Netzwerk von ARD und ZDF produzierter Doku-Kanal mit meistens ziemlich gut gemachten Reportagen ├╝ber durchaus spannende und journalistisch aufgearbeitete Themen rundum die Generation Why.


STRG_F. Der Doku-Kanal mit dem cleveren Namen sucht und findet Themen, die von einem sympathischen Reporter-Team ehrlich und mal eben nicht journalistisch objektiv, sondern vollkommen subjektiv erz├Ąhlt werden.


zqnce. Das Ex-16Bars-Team erz├Ąhlt auf seinem Kanal nicht nur verr├╝ckte Drogenstories von $ick (Shore, Stein, Papier), sondern ist auch sonst ein echter Profi darin, kulturell spannende Geschichten von Menschen zu portraitieren.


Germania. Deutschland, Identit├Ąt und Heimatgef├╝hle, aber als Portrait-Serie aus der Sicht von bunt durchmischten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die durchaus gerne hier leben. 2018 gab's daf├╝r den Grimme-Preis.


Ein alter, aber immer noch guter und perfekt in dieses Blog passender Cartoon vom gro├čartigen Hannes Richert. Und er fasst in nur 4 Bildchen sch├Ân zusammen, warum es diese Webseite ├╝berhaupt gibt: damit ihr abschalten k├Ânnt, um hier wieder einzuschalten. ┬»\_(Ńâä)_/┬»


Hallo werte Jugendliche. Hier ist die YouTube-Antwort der CDU, die immer noch fehlt. Ohne Amthor. Daf├╝r aber mit Sarah Bosetti, die mindestens genauso cool ist wie ein 26-j├Ąhriger in Krawatte steckender Philipp aus einer christlichen Partei.

Mehr Swag im Cringe-Paket gibt's nur bei der s├Ąchsischen Zeitung:


via


Neulich haben wir uns den Filmkritiker angeschaut, der statt Oscarfilmen ein paar f├╝r ihn sehr seltsame Influencer auseinandergenommen hat, die er in einem Verriss als ideologisch fragw├╝rdig und gesellschaftlich sehr bedenklich empfand. Nun hat sich Wolfgang M. Schmitt aber mit den Werken des YouTubers Tanzverbot vertraut gemacht und sieht in ihm die unbesch├Ânigte, manchmal eben sehr widerliche und tats├Ąchlich mal echte Darstellung des Lebens. 10/10 f├╝r diese vorz├╝gliche Internet-Perle von einem promovierten Literaturwissenschaftler und eloquenten Kulturanalytiker, der sonst hautps├Ąchlich franz├Âsisches Autorenkino empfiehlt.
Ich verfolge Tanzi ja auch und habe euch daher mal eine 3 Videos starke Kollektion des sich selbst als dauerwichsenden Penner bezeichnenden Typen zusammengestellt, der eine goldene VIP-Card von McDonalds in limitierter Auflage besitzt. ­čžÉ

...weiterlesen "Ein Filmkritiker schaut das Internet II: Wolfgang M. Schmitt mit einer Lobeshymne auf Tanzverbot"


Normalerweise analysiert Wolfgang M. Schmitt cineastische Werke der Filmgeschichte und zerlegt sie in ihre Einzelteile. Inzwischen widmet er sich aber auch den visuellen Erg├╝ssen aus der Hochkultur des Internetz und rezensiert die geistigen Sch├Âpfungen von modernen Video-Autoren wie BibisBeautyPalace, dem Drachenlord oder Kollegah, die er u.a. mit Fight Club, Psycho und Game of Thrones erkl├Ąrt. Influencer-Bashing auf h├Âchstem Niveau. ­čžÉ

...weiterlesen "Ein Filmkritiker rezensiert Bibi, Drachenlord & Kollegah | Wolfgang M. Schmitt guckt das Internet"

Instagram is where you got good actors, bad actors and people who just wanna make money.

Schmei├čt die Untertitel an: Eine holl├Ąndische Doku ├╝ber die "sch├Âne" neue Fake-World von Instagram. Die bietet n├Ąmlich nicht nur Fake-Beauties mit Fake-Filtern, sondern auch unz├Ąhlige Fake-Follower, Fake-Comments und somit auch Fake-Popularity.
Die Manipulation von Zahlen ist dort offenbar so einfach, dass selbst 15-j├Ąhrige Script-Kiddies sich mit dem Verkauf von Fake-Followern ein bisschen Taschengeld dazuverdienen (oder aus Jux ihre Lieblingsrapper pushen). Und es gibt inzwischen auch ein professionelles Fake-Business. Mit mittlerweile millionenschweren Hackern, die Followerzahlen mit geklonten Fake-Profilen beliebig hochsetzen und sich nicht erwischen lassen. Experten sch├Ątzen derweil, dass bis zu 20% aller Accounts Bots sein k├Ânnten. Anscheinend sind die Zahlen von Instagram so "authentisch" wie die Influencer dort.

Why is Instagram dominated by fake accounts? What is fake, what is real on Instagram? Since Instagram was founded followers and accounts have grown insanely. But how can you see on Instagram which accounts and followers are real, and which are fake? A documentary that investigates why and how fake followers dominate Instagram.

This documentary is a cross-media research into the economy that has emerged since Instagram has been established: sometimes creative and innovative, but sometimes also very shadowy. As a viewer, you follow Nicolaas Veul and the making of the account @followme.doc. He tries all the tips and tricks to gain popularity, interviews key players and influencer and reflects on his findings.

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Und das Schlimmste ist: dagegen kann man die Kids noch nicht mal impfen.