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Bisher eine der schönsten Dokus, die ich dieses Jahr gesehen habe und von zwei Ehrenfrauen berichtet, die Online-Scammer jagen, nachdem sie selbst mit Fake-Profilen und Fake-Liebesbekundungen abgezogen wurden: Oma Helga und Tante Irmgard, die als zivilcouragierte DIY-Hacker-Girls mit mehreren Handys und einem Forum auf Rachefeldzug gegen Arschlöcher vorgehen. Wenn das Internet einen verarscht, muss man das Internet eben zurückverarschen.


Eine Cover-Version eines finnischen Volksliedes aus den 1920ern, ein türkischer blinder Straßenmusiker und ein südafrikanischer Videoclip-Remixer aus Südafrika. So gut kann das Internet klingen, wenn es will (und es will anscheinend dieses Jahr sehr oft).
Der Song ist samt vibing Cat zu einem der bekanntesten Memes während der Pandemie geworden und bestimmt kann man daraus  irgendwas total kluges über unseren mentalen Zustand in dieser wahnsinnig verrückten Situation aktuell ableiten. Vielleicht ist es aber auch einfach besser, das Gehirn mal für 3 1/2 Minuten abzuschalten, um dieses kulturelle Highlight zu genießen.


Eigentlich könnte Social Media eine tolle Sache sein und ist es wohl oft auch. Immerhin können wir uns so jederzeit weltweit mit all' unseren "Freunden" connecten, Informationen austauschen, Movements und neue Ideen groß machen oder Missstände aufdecken, die sonst völlig untergegangen wären.
Gleichzeitig haben wir auf den Socials nicht nur Probleme mit Hetze, Daten und Fake-News. Instagram, TikTok & Co. scheinen uns trotz permanenter Online-Dopamin-Spritze durch rot aufploppende Zahlen auch nicht wirklich glücklich zu machen. Denn tatsächlich fühlen sich Menschen heutzutage trotzdem sie mit der ganzen Welt verbunden sind immer einsamer.
The Social Dilemma. So heißt auch die neue Netflix-Doku, die sich ein wenig anfühlt wie eine Black-Mirror-Episode, die dummerweise in der Realität spielt und quasi von digitalen Dealern erzählt. Ich glaube ja dennoch, dass es ein bisschen wie mit allen Drogen und "Genussmitteln" ist: man muss sie in Maßen genießen und die Sucht darf nicht dein Leben kontrollieren (stöbert doch statt auf den immer gleichen 3 Seiten einfach mal wieder in schönen Blogs rum;).

...weiterlesen "Netflix: The Social Dilemma"


Langenscheidt hat nach all der eigentlich harmlosen Cringe-Kritik der letzten Jahre wohl kein Bock mehr und dieses Mal die werten "Jugendlichen" einfach selbst gebeten, ihr Jugendwort für 2020 einzureichen. Offenbar hängen die bei Langenscheidt aber nicht nur sprachlich etwas hinterher, sondern sind überraschenderweise auch im Internet ziemlich lost unterwegs (no front und so). Denn im Top-10-Voting  könnt ihr nun für reingetrollte Memes einiger Netz-Communities abstimmen.
Xatar-Fans gönnen sich Köftespieß (in Xatars neuem Laden). Die Amthor-Ultras haben sich einen Schabernack erlaubt (aus dem ultra-cringigen Rezo-Antwort-Video). Und die Gefolgschaft einer hässlichen Kröte hat für das Jugendwort 2020 den guten alten Mittwoch vorgeschlagen ("Es ist Mittwoch, meine Kerle", nächstes Jahr dann "Es ist Donnerstag, meine Schwestern").
Keine Ahnung, ob das Ding mit dem Jugendwort damit endgültig durch ist oder ein Revival erlebt, aber ich stimme jetzt für den mbMn zweitlangweiligsten Wochentag der Woche ab, weil ich das doch ein bisschen witzig finde. Mein Alternativ-Vorschlag wäre sonst übrigens: ¯\_(ツ)_/¯

 

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Sometimes, Life is a Glitch. Da gilt wohl für alle. Nervig oft ist es aber der Fall, wenn ihr viel in diesem Internetz unterwegs seid und leider mitten in der Prärie eines digitalen Entwicklungslandes wohnt (zum Beispiel in Brandenburg). Dann laggt plötzlich euer gesamtes Leben und ihr bewegt euch wieder im quälenden Schneckentempo durchs WorldWideWeb wie im Mittelalter. Wie das in etwa aussieht, kann man in diesem neuseeländischen Web-Spot bewundern, über den ich lache, während Deutschland in einer Pandemie im Jahr 2020 immer noch Fax-Probleme löst.

Is glitch-face, the spinny wheel and slow loading pages part of your daily routine? You might have badnet.


via & via

2020 überrascht ja eigentlich nix mehr, aber wer hätte schon gedacht, dass TikTok-User und KPop-Fans mal von politischer Bedeutung sein werden und gemeinsam die Demokratie gegen BunkerBoy verteidigen - und das dieses Jahr nicht zum ersten mal. In dem Fall haben sie anscheinend jede Menge Karten für Trump-SuperSpreading-Events gekauft - und können "leider" nicht hin. Ich poste aus Liebe dafür - und weil ich die aktuell beste TikTokerin hier schon hatte - mal 5 fetzige KPop-Songs plus einer Playliste von meiner Lieblings-Teen$waggerin Sandy. Power to the (Generation) Internet. ✊





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Bevor das Internet ins Jahr 2020 glitcht, verabschiedet es sich nochmal vom guten alten WorldWideWeb der letzten 10 Jahre. In einem tonnenweise Nostalgie versprühenden WindowsXP-Meme-Rewind aus einer bald vergangenen und "damals" gar nicht mal so schlechten Zeit im Neuland. Fühl ich sehr, diese Retro-Vibes. Tschüss, Internetz 2010 - 2019.

the nostalgic door we open right before the decade ends, so wonderful.

Generation Selfie setzt sich nicht nur online Masken auf, sondern operiert sich ihre Instagram&Snapchat-Filter mittlerweile auch mal direkt ins Gesicht. Und zwar anscheinend nicht nur in diesem Kurzfilm. Fake-Look zu Ende gedacht. Für die schöne neue Welt.

A satirical piece that looks at the unhealthy importance young people place on social media and the disturbing trend to go under the knife to look like their flawless filtered selfies.
Doctors have labelled this new mental health disorder 'Snapchat Dysmorphia' - a modern-day sickness that is causing young people to lose touch with reality as they seek out a manufactured, false and synthetic ideology.


via Beautymafia


Ein Meme, das es inzwischen bis in die Politik geschafft hat und damit eigentlich schon tot ist, noch bevor ich es richtig mitbekommen habe. Ich bin offenbar auch nicht mehr der jüngste "Millenial", der ich mit meinen 33 Jahren anscheinend bin. "Ok Boomer". Die neue Antwort auf alle im Kopf alten Menschen, die immer lautstark über "diese Jugend von heute!" meckern und altbackene Traditionen vor wissenschaftliche Fakten stellen, weil wir "das doch schon immer so gemacht haben!" und das alles so bleibt "wie's hier ist!".
Das Augenrollen einer ganzen Generation, die kein Bock mehr hat, alles immer wieder erklären zu müssen und einfach nicht mehr zeitgemäße Disskussionen mit nur 2 Worten beendet. So wie im neuseeländischen Parlament, als die 26-jährige Grünen-Politikerin Chlöe Swarbrick von einem vermutlich alten weißen Mann wegen ihres jungen Alters unterbrochen wird. "Ok boomer" - und zurück zum Wesentlichen (in einer übrigens sehr guten Rede).
In der Klimakrise ist es nämlich nicht nur eine Generation, die genug von Boomer-Bullshit hat - es sind mittlerweile Menschen in jedem Alter (sogar einige Boomer können Boomer nicht mehr hören). Oder anders: Dank FridaysForFuture, Greta und vielleicht auch diesem Meme sind wir alle im Team "Kids" und "Jugendliche", wodurch ich mich ja gerade ein bisschen weniger alt fühle. Endlich mal eine positive Auswirkung vom Klimawandel.


...weiterlesen "Generation Meme: Ok Boomer"


Eigentlich geht es in der von Pioneer DJ produzierten Doku Insta DJ viel mehr um Insta(gram) als um DJs, die von Selfies auf dem Dancefloor manchmal genauso die Schnauze voll haben wie ich, der Smartphones ja gern generell auf Parties und Konzerten verbieten würde.
Zum Glück machen das aber zumindest die meisten alternativen Clubs so ähnlich, indem sie eure Kameras abkleben, was vermutlich auch inoffiziell deshalb getan wird, damit Leute dort ungeniert saufen, aber vor allem auch kiffen oder sonstige Substanzen zu sich nehmen können. So oder so sind sie dadurch einer der letzten öffentlichen Orte geworden sind, in denen niemand ein Foto für Instagram knipst, was ich persönlich ja sehr schön finde und mir eigentlich sogar mehr davon wünsche. Erst recht nach dieser Doku.

What kind of impact is social media having on DJs and the dance music scene? Watch artists, DJs, managers, and experts discuss this issue in our new documentary, “INSTA DJ.”

Social media helps artists speak directly to fans – inspiring new music and creating hype for undiscovered talent. But are there costs to being constantly online?

How has social media changed the way we experience clubs and events?

Can artists and DJs still be successful without a huge social media following?


In Hamburg fand wieder mal die TinCon statt, eine Vortragsreihe für die etwas jüngere Netzkultur, auf der sich alles um die aktuellen Themen der Kids von heute dreht (die aber auch für große Kinder wie mich nicht uninteressant sind). Diesmal ging es neben verkackter Klimapolitik und FridaysForFuture auch um das Schreiben einer eigenen Netflix-Serie, politischen Deutschrap, weniger Urheberrechtschaos, mehr Demokratie und das Internet selbst.
Zu Gast auf der frisch mit dem Grimme Online Award ausgezeichnete kleinen Schwester der re:publica waren in der Hansestadt u.a. Podcast-UFO-Flieger Stefan Titze (How to sell Drugs online fast) und die wissenschaftlich korrekten YouTubers von kurzgesagt. Alle Vorträge aller jemals stattgefunden TinConnys findet ihr auf dem offiziellen YouTube-Kanal.



...weiterlesen "TinCon 2019 Hamburg | Über was die Jugend spricht: FridaysForFuture, Deutschrap, Demokratie & Netflix"