Nach Twitter-vs-Trump und Drosten-vs-BILD gibt es mittlerweile eine neue duellierende Daily-Soap während der Pandemie, damit uns allen nicht langweilig wird: Anonyomous-vs-Attila. Ich bin nach #TeamKurznachrichtendienst und #TeamVirologen nun #TeamHacker und wenn ich ein Verschwörungsmärchen verbreitender Lifestyle-Koch wär, würde ich spätestens jetzt mein Maul halten und vielleicht einfach mal wieder was schönes kochen.

Die Original Anonymous sind anscheinend nach langer Abstinenz zurück im Game und haben neben einigen weird verschwurbelten Trump-Leaks ein Panik schürendes Troll-Botnetz aus KPop-Accounts geoutet und angeblich auch den Polizeifunk gehackt, der nun Fuck the Police von N.W.A. auf Dauerschleife abspielt (oder Chocolate Rain). Kultur in Form von guter Musik. So wichtig in diesen Zeiten. Apropos - das sagen die damaligen Crew-Mitglieder:


Parfumhersteller stellen auf die Produktion von Desinfektionsmittel um. Alle nähen Masken (nach Anleitung der Uni Klinik Essen). Taxifahrer übernehmen Einkaufsfahrten für alte Leute. Eine VW-Zulieferfirma stellt nun Tröpfchenschutz-Scheiben für Supermarktkassen her. Nachbarn unterstützen sich gegenseitig in der Quarantäne. Ein Vermieter erlässt einem Laden die Miete. Eine Pizzeria backt kostenlose Pizzen fürs Krankenhauspersonal. Einige versuchen gemeinsam Beatmungsgeräte zu basteln. Die Öffentlich Rechtlichen stellen ihr tägliches Programm für Schulkids um.
Immer mehr Unternehmen und Menschen denken und funktionieren ihre Jobs und neu gewonnene "Freizeit" zuhause so um, dass sie während dieser Pandemie sinnvoll sind und vereinen damit ihre Kräfte gegen das Corona-Virus. Und die Bundesregierung ruft aktuell nun sogar zu einem Hackathon auf, um gemeinsam mit sieben sozialen Initiativen Lösungen für auftretende Probleme zu entwickeln, die diese Pandemie mehr und mehr mit sich zieht. Kollektives Wissen für kollektive Lösungen quasi. Falls du also mit Ideen entwickeln möchtest, um in dieser Notlage, in der wir uns alle befinden, zu helfen - nur zu. Du und theoretisch 80 Millionen andere Menschen sind gefragt.
Und wenn ihr (oder eure Firma) andere Fähigkeiten habt, lasst eurer Kreativität freien Lauf und überlegt, was man eventuell sonst noch tun könnte. Vielleicht fällt euch in unserer kleinen gemeinsamen "Zwangspause" zuhause ja was ein.

Du bist Designer:in, Kreative:r, Problemlöser:in, ein:e sozial engagierte:r Bürger:in oder Programmierer:in? Du hast am Wochenende vom 20. bis 22. März 48 h Zeit und Lust, Dich gemeinsam mit anderen online zu engagieren, an einer kreativen Lösung für eine aktuelle Challenge im Kontext der Corona-Krise zu arbeiten und Dich so sinnvoll in der Gesellschaft einzubringen? Am Ende der 48 h hast Du mit Deinem Team einen funktionierenden Prototypen – der digital oder analog sein kann – entwickelt.

Gemeinsam mit der Bundesregierung schaffen wir den digitalen Beteiligungsprozess in der Corona-Krise. Überall in Deutschland arbeiten Individuen an Lösungen. Der #WirVsVirus Online Hackathon ist der digitale Raum, in dem wir alle gemeinsam Lösungen für neu auftretende Herausforderungen entwickeln, testen und verbessern können.

Covid-19 zeigt eindrücklich, dass wir viel bessern müssen und können. Deshalb ist uns Nachhaltigkeit besonders wichtig! Wie werden Eure Prototypen zu tragfähigen Lösungen? Der Hackathon ist erst der Startpunkt: Damit die Lösungen weiterentwickelt und verbreitet werden, arbeiten wir derzeit daran, ein digitales Unterstützungsprogramm für die Verstetigung der Lösungen in den kommenden Monaten auf die Beine zu stellen.

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Falls jemand immer noch denkt, dass Hacker grundsätzlich fiese im dunklen Keller hockende Kriminelle mit Sturmmase aufm Kopp sind, die ausschließlich die Bankensysteme crashen oder Regierungen lahm legen, um sich zu bereichern. Dem ist nicht so. Get over your Vorurteile.

Der inzwischen entlassene Verkehrsminister Vladimír Kremlík hatte für die Entwicklung der digitalen Autobahnvignette 400 Millionen Kronen (rund 16 Millionen Euro) ausgeschrieben und war dafür heftig in die Kritik geraten. Das nun erstellte System "Faire Vignette" soll sie dagegen kostenfrei erhalten, erklärte der Organisator des Hackathons, Tomáš Vondráček. (heise)


Stylishes Cybercity-Intro einer deutsch-rumänischen Serienproduktion von TNT (4Blocks): Hackerville. Ich hab' noch nicht reingeguckt, offenbar hat sie aber gerade den Grimmepreis abgesahnt. Zumal Rumänien weltweit auf Platz 5 liegt (Deutschland #25), was den Breitbandausbau betrifft und dort vielleicht auch genau deshalb eine relativ große Hackerszene existiert. Mit dem Internet bzw. der Thematik dürften die sich also auf jeden Fall auskennen.

Die YouTube-Expertisen der Lästerschwestern haben nochmal den großen Datenklau des Hacker-Kiddies zusammengefasst und sich dafür einen gewissen DerTomekk eingeladen, der schon länger in Kontakt mit dem inzwischen gefassten Schüler und Täter stand.
Geschnappt wurde der übrigens nur, weil er bereits seit einiger Zeit YouTube-Kanäle unter dem Namen nullr0uter gehackt hat, die bisher nur keinen interessiert haben. Denn wie immer in solchen Fällen tut Politiker erst was, wenn Politiker davon betroffen sind. Die NSA lässt grüßen.

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Gefasst: Ein 20-jähriges YouTube-Kiddie, das noch zur Schule geht und bei seinen Eltern wohnt, hat es alleine und ohne IT-Ausbildung geschafft, deutsche Behörden in Sachen Cyberabwehr völlig zu überfordern. Viel mehr Klischee geht eigentlich gar nicht. Außer natürlich im geleakten Bekennervideo des Bohemian Broswer-Hack Ballets.
Nach den bisherigen Erfahrungen dazu wird das Ergebniss dieses Falls sein, dass in den nächsten Tagen vermutlich zum drölften Mal die Digitalisierung zum Zukunfsthema auserkoren wird - und danach wieder wochenlang über irgendein Flüchtling geredet wird, der ein Bonbon geklaut hat.


Ein mittlerweile 32 Jahre alter Bericht über deutsche Videospiel-Cracker, die als Kinderzimmer-Mafia die damaligen Floppy-Disk-Games crackten und Gangsta-Namen trugen, wie z.B. The Dynamic Duo oder Headbanger. Immer im Duell mit Kopierschutz und Polizei. Als sportliche Challenge. Aber auch für die 15 Minuten Ruhm in den goldenen 80igern.
Sämtliche Spiele, die damals noch bis zu 150 Mark kosteten (für einen fuckin verpixelten Flugsimulator!), gibt es heute übrigens ganz ohne cracken als Browser-Game im Internet. Alles umsonst.

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Anscheinend wurde YouTube kurzzeitig gehackt (genauer gesagt der VEVO-Channel) und Despa-Shit-o, das aus mir unverständlichen Gründen mittlerweile meistegeklickte Video war für ein paar Stunden nicht verfügbar. Der Haken an der Sache: inzwischen ist es leider wieder online. Inklusive der 5 Milliarden Klicks. Schade. Nur ein kurzer Moment von Freiheit.

Apropos. Nicht, dass ich den Hackern Tipps geben wollen würde, aber die Songs von Bibi und Katja Krasevic sind auch noch da. Nur so zur Info.

Unbekannten ist es gelungen, einen Angriff auf zahlreiche populäre Musikvideos auf Youtube durchzuführen. Zahlreiche Clips wurden entfernt und ihr Vorschaubild mit maskierten, bewaffneten Verbrechern ersetzt.
Betroffen ist unter anderem das meistgesehen Youtube-Video: der ehemalige Charthit "Despacito", das erst kürzlich die Fünf-Milliarden-Marke bei den Aufrufen knacken konnte und zuvor schon "Gangnam Style" vom Thron gestoßen hatte. Auch Werke von Chris Brown, Katy Perry, Taylor Swift und einigen anderen Künstlern wurden "defaced" berichtet The Verge. (Quelle:derstandard)

So ein Fauxpas. Da haben die doch glatt die Cola-Flasche, den Pizza-Karton und das Matrix-Poster in der Ecke vergessen - so kommt ja kein Mensch drauf, dass das ein Hacker sein soll.

Ein Mett-Eagle in der taz

Die taz lässt den Mett-Eagle durch den Cyberspace fliegen. Mit Zwiebeln. Schöner Life-Hack unseres Bundesadlers, der meinetwegen ja auch immer so aussehen könnte.

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Die deutsche Bahn hat offenbar gerade ein kleines Virenproblem auf ihren Infoscreens und wanna cry too. Unter anderem eben auch in Frankfurt. Dort hat man inzwischen aber scheinbar eine vorübergehende Lösung für das Problem gefunden. Ein vor jedem Hack sicherer Retrobildschirm: eine Tafel. Oldschool, aber erfüllt erstmal seinen analogen Zweck.