Es gibt ja Deutschrapper, die können nicht nur "Hurensohn" im Takt sprechen, sondern sind so musikalisch, dass sie auch ihre eigenen Beats komponieren. Tua, gelegentlich auch Dendemann und Yassin. Aber auch ein Mauli sitzt nachts in seinem Kämmerchen und pendelt zwischen singenden Sägen, Juno-Synths & Arpeggiatoren und mastert an seinem Rechner Beats wie im Tonstudio. Und das klingt nicht nur, als ob da jemand Ahnung hat, sondern liegt alles auch noch ziemlich gut im Ohr. Stabiles Making-Of zu stabiler Mucke.


Der vor allem durch Beats von Marteria/Marsimoto bekannt gewordene Producer Dead Rabbit ist auf Solo-Album-Kurs und bringt gleich 2 Platten heraus, eine mit nationalen Features und eine mit internationalen Features. Bright Lights & Dark Shades. Ich mag den Sound von Deady und bin gespannt, wie der sich auf dem anscheinend über lange Zeit entstandenen Doppel-Album entwickelt hat. Könnte sehr gut werden.

Auf den insgesamt 24 Songs von “Dark Shades / Bright Lights” finden sich kleine Hymnen und große Basslines, Retro-Dancehall und Future-Pop, leise Momente und Futter für die Heute-kann-ich-kann-die-Weltzerreißen-Playlist. Zusammengehalten wird all das von Dead Rabbits tatsächlich einzigartigem Produktionsstil.
In seinen Beats mischt sich das Rohe, Kaputte der DIY-Kulturen Rap und Dancehall mit einem untrüglichen Gespür für Harmonien, Arrangements und Kontraste, und vor allem einer unterschwellige Melancholie und unaufdringliche Tiefe, die selbst die augenscheinlichen Turnup-Momente durchweht.

Formell ist “Dark Shades / Bright Lights” getrennt in ein deutschsprachiges und ein internationales Album. Zu hören sind alte Helden wie Samy Deluxe oder Bay-C von der legendären Dancehall-Kombo T.O.K. Langjährige Freunde wie Marteria und dessen dauerdruffes Alter Ego Marsimoto. Neue Stars der Streaming-Ära wie Agent Sasco (der bereits Hits mit Kanye West und Kendrick Lamar aufgenommen hat) Kelvyn Colt, BRKN oder Bausa. (Quelle)


Man kann ja von Lgoony's Mucke halten, was man will - cool ist auf jeden Fall, dass der Typ alles self-made rausbringt und sämtliche seiner Alben als Gratis-Download verschenkt. Nun auch alle seine Acapella-Spuren, die ihr auch alle for free runterladen könnt - hier der Link.
Stabiler Move. Und fördert die Remix-Kultur, weil so jeder noch so whacke Hobby-Producer auch mal einen seiner Beats bestücken kann. Ich zum Beispiel.

Mit dem Großwerden von HipHop in Deutschland ist in den letzten 5 Jahren auch die Anzahl und Qualität deutscher Beats gestiegen. Namen wie Dexter und Robot Koch beherrschen die Blogs, neben denen gibt es aber auch noch neuere "Newcomer" - und zwar nicht zu knapp. 
Das Splash-Mag hat ganze Arbeit geleistet und mal 12 davon in einem sehr lesens- und hörenswerten Artikel gesammelt. Und ich habe mir aus dieser Liste einfach mal eine Top 3 erstellt (und das war schwierig, denn eigentlich sind alle ziemlich gut). Neben Bluestaeb und Nugat, die ich ja beide hier schon mal gelobt habe, ist auch eine Neuentdeckung (für mich) bei: Robot Orchestra. Mein Tipp: alle 3 auschecken. Wenn ihr Beats liebt, macht ihr damit nämlich nix falsch.


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Vier Videos vom 17-jährigen Producer-Talent Nugat aus D-land (in einer Playliste). Zwei davon sind auf der aktuellen Beats x Beer x Green EP, auf der u.a. auch Füffi und Gold Roger drauf sind. Und hiermit empfohlen. Weil gut. Wenn ihr chillige Sounds mögt, checkt den Free-Download-Link zur 7 Tracks starken Platte aus.

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Ein Synthesizer (aka der Knuckle Visualizer) vom Studio Minimalogue, bei dem alle Regler, Knöpfe und Schalter durch Gummienten, Jelly Beans und Matroschka-Puppen ersetzt wurden. Ein bisschen kitischig und selbstverständlich aus Japan. Inklusive Süßigkeiten für die Ohren.

(Direktlink)
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Die Red Bull Music Academy tourt gerade durch Tokyo und hat aktuell einige Events als Stream auf YouTube gestellt. Im Vordergrund stehen dabei natürlich Artists aus Japan (oder zumindest mit japanischem Hintergrund). Neben einiger Live-Sessions (bekommt ihr in Teil 2) diverser Producer sind das vor allem Vorlesungen, in denen die Künstler sich und ihre Musik vorstellen. Und eine davon hält glücklicherweise eine meiner Lieblingsproducerinnen: TOKiMONSTA
Okay, ich hätte mir auch lieber ein einstündiges DJ-Set von ihr gewünscht, aber das ist auch okay. Und in der 70-minütigen Unterrichtsstunde gibt's ja immerhin auch ein paar (wunderschöne!) Hörproben. Auch wenn das aufgrund der Länge wahrscheinlich nur was für Geeks (wie mich) ist.

Und wer von der japanischen Beatmakerin ein paar musikalische Eindrücke zur Überzeugung braucht, bitte schön:

Stammt aus der frisch erschienenen 3. Episode (hier erst ab morgen auf SouthPark.de zu sehen) der gerade angelaufenen 18. Staffel, die übrigens (bis auf die erste Folge, die solala war) richtig, richtig gut bisher ist. Und zum Ausschnitt: ich hasse Autotune, aber ich liebe Randy.

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