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Ich weiß. Ihr habt eigentlich genug von mittlerweile drölf Millionen Konzert-Streams bzw. wollt euch nach einer tristen Corona-Woche wie dieser lieber den Impfstoff ballern und endlich endlich wieder ab in Club. Tja. Da werden wir wohl noch ein paar Lockdowns mit warten müssen.
Dafür bekommt ihr von French 79 aber eine Synthies ballernde 80's-Disko wie in guten alten Zeiten um die Ohren gehauen, um euch schon mal auf den bisherigen Club-Wiedereröffnungs-Termin "vielleicht irgendwann nächstes Jahr" einzugrooven. Immerhin. Und jetzt schön aufdrehen, bitte:

Neulich habe ich ja einen Artikel darüber gelesen, dass Corona nicht nur Konzerte in Streams verbannt, sondern auch generell den Musik-Konsum von vielen Menschen ziemlich durcheinandergewürfelt hat. Am traurigsten fand ich dabei, dass es nicht nur in Clubs still geworden ist, sondern generell weniger Musik und stattdessen nun noch mehr Podcasts gehört werden, weil man sich durch redende Menschen im Ohr offenbar weniger einsam fühlt (same here, I guess).
Vielleicht liegt das aber auch ein wenig daran, dass unsere Internet-Bubbles alle akutell offenbar viel zu sehr mit dieser kaputten Welt beschäftigt sind, um uns neue Musik-Tipps in die Timeline zu spülen, weil es scheinbar immer irgendwas Wichtigeres gibt als das.
Manchmal tut es das aber eben nicht, jedenfalls nicht für mich. Und weil ich gerade wieder germerkt habe, wie systemrelevant es für mich doch ist, sich gelegentlich einfach mal stundenlang laut aufgedrehte gute Mucke reinzuballern, gebe ich euch neben meiner Quarantäne-Konzi-Playliste mal eine kleine Auswahl der Mini-Concert-Streams vom c/o pop xoxo, mit denen ich das so eben getan habe. Selfcare. So wichtig in diesen Zeiten. Selbst für die Ohren, die ja hin- und wieder auch mal eine Pandemie-Pause brauchen.




...weiterlesen "Lockdown-Music: 10 Mini-Concert-Streams vom c/o pop xoxo"


Ein wenig HipHop-Kultur von meinem Lieblings-Kultursender: La Fine Equipe lassen Masken tragende Köpfe nicken und schaffen es mit ihren frischen Beats sogar, dass ich das erste Mal seit Monaten wieder Menschen auf einem Konzert tanzen sehe (zumindest ein bisschen). Gönnt euch, Mesdames et Messieurs an den Bildschirmen.  

Si La Fine Equipe pioche son inspiration du côté de la soul, du disco, du trip-hop et de la bass music, le hip-hop reste la trame principale de ses compositions.


Endlich mal wieder kein Rap-, sondern eines der leider noch viel zu seltenen Producer-Alben: K-K-Ki-Kitschkrieg aka das Trettmann(&Haiyti-)Beats-Trio mit dem trappenden Wellblechsound hat die erste eigene Platte nun nochmal live auf YouTube audiovisualisiert. In einem dunklen menschenleeren Raum aus Beton - und mit einigen auserwählten Gästen. Sehr stilsicher, diese Gang.

Im Zuge der Veröffentlichung ihres Albums haben sich KitschKrieg etwas besonderes einfallen lassen und in der renommierten König Galerie in 75-minütigen Slots eine Präsentation ihres Debüts begleitet von einer Lichtinstallation des Künstlers Clemens Löffelholz und Schwarzweißfotografien von °awhodat° umgesetzt. (blogrebellen)

00:00 Standard (feat. Trettmann, Gringo, Ufo361 & Gzuz)
03:14 Unterwegs (feat. Jamule)
07:08 5 Minuten (feat. Cro, Trettmann & AnnenMayKantereit)
10:40 Titanik (feat. Miss Platnum & Marteria)
13:54 Sonora (feat. Max Herre & Skinnyblackboy)
19:05 International Criminal (feat. Bonez MC & Vybz Kartel)
22:07 Lambo Lambo (feat. Peter Fox & Trettmann)
25:41 17.30 Uhr (feat. Jan Delay)
29:02 Nein du liebst mich nicht (feat. Modeselektor & Crack Ignaz)
32:52 Keine Angst (feat. Alli Neumann & Trettmann)
36:40 Oh Junge (feat. RIN & Kool Savas)
39:54 Irgendwo (feat. Nena & Trettmann)


via


Ich habe letztes Wochenende nochmal jede Menge Live-Streams aus Konzerten und Clubs gesammelt, um mich anschließend inklusive eines Laptops mit sehr ausdauerndem Akku, eine an meinen E-Rolli angeschlossene USB-Box und zwei Freunden in einen herrlich leeren Park zu chillen und ein Mini-Festival zu simulieren. Bier und jede Menge Gin-Tonic gab es natürlich auch (sogar aus mal geklauten Festival-Bechern - ihr wisst schon, weil man die Pfanddinger immer verliert und am Ende zu drunk ist, um die VivaConAqua-Tonne zu finden). Alle Sets habe ich mal in meine QuarantöneSession- bzw. DJ-Playliste reingeballert, falls jemand bissl Mucke braucht. Bedient euch. Es ist genug Musik für alle da.


Apropos keine Festivals. Ein paar sehr sehr sehr verkleinerte Versionen gab es in den letzten Wochen schon. Sogar ohne Autos. Arte hat aus einigen dieser süßen Mini-Events mal eine Best-Of-Show gebastelt und tourt mit euch durch den dieses Jahr so anderen Festival-Sommer. Mit dabei sind u.a. Ebow, Ätna, Megaloh und Meute.

Konzerte, DJ-Sets, Unplugged-Gesang und Wochenenden voller Festival-Spirit – so wäre der Sommer wohl eigentlich verlaufen. Dieses Jahr findet all das so nicht statt, obwohl alle sich nach lauen Sommernächten mit lauter Musik sehnen.

Ein neuer Zeitgeist für diese Epoche muss also her – die Sehnsucht nach großen, bunten Bildern wird immer größer.

Das „ZEITGLEICH FESTIVAL – WATT, WALD, WASSER“ bringt drei liebevoll inszenierte Festivals auf den Bildschirm: WATT EN SCHLICK FEST (Niedersachsen), SOUND OF THE FOREST (Hessen) und ROCKEN AM BROCKEN (Sachsen-Anhalt). Sie zeigen den Facettenreichtum Deutschlands: Die Bühnen sind im Wattenmeer, in den Harzer Bergen und am smaragdgrünen Stausee in Mitten vom Odenwald.

Abwechselnd werden die Festivals im Livestream gezeigt. Das Line-Up ist so facettenreich, wie die Kulissen der Festivals, ein musikalischer Streifzug durch drei großartige Independent-Events:

16h00 Ebow
16h30 Klan
17h00 Cari Cari
17h30 Megaloh
18h00 Black Sea Dahu
18h30 Martin Kohlstedt
19h00 Die Höchste Eisenbahn
19h30 Ätna
20h00 Hundreds
20h35 Altin Gün
21h15 Bukahara
21h45 Mighty Oaks
22h20 Meute
23h00 Joris

Okay, eigentlich ist die VirginMoneyUnityArena kein Festival, aber immerhin startet dort jetzt eine ganze Reihe an Konzerten, wo auf einem riesigen Acker 500 Plattformen mit Abstand zueinander aufgestellt wurden, um jeweils 5 bzw. insgesamt 2500 Zuschauer aufs Gelände zu bekommen. Schön, dass es im letzten Sommer-Monat dann doch noch wer geschafft hat, ein Konzept für immerhin etwas größere Kulturveranstaltung zu entwickeln, das scheinbar funktioniert.
Ich frage mich trotzdem weiter, woran es eigentlich liegt, dass hierzulande niemand auf die Idee  kommt, dass man freie Flächen nicht automatisch zu einem Autokino umgestalten muss. Klar, so wie in Newcastle ist es vielleicht auch nicht perfekt, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wüsste ich auf jeden Fall, wo ich hingehen wollen würde. Ich habe nämlich gar kein Auto.

...weiterlesen "Remember Festivals? This is Festivals now."


Wenn die Schlagzeilen uns ins Mittelalter schreien
Armeen der Einzeltäter um die Wette knallen
Und keine Atemmaske mehr in den Regalen
Dann lass dich fallen, tanz' auf dem Vulkan
Tanz' auf dem Vulkan
Tanz'

Zugezogen Maskulin haben 10 Jahre Abfuck in ein Album gepresst und das wunderschön pessimistische Ergebnis, das ziemlich perfekt ins ähnlich abgefuckte Jahr 2020 passt, kann man sich nun als Live-Version bei YouTube und als Studio-Version bei spotify anhören. Und diesen sich auskotzenden Hörgenuss kann ich an so einem Wochenende zwischen Pandemiekurve, Wirtschaftskrise und Hitzewelle durchaus empfehlen. ???


Wenn die Chabos nicht zum Babo kommen können, kommt der Babo eben zu den Chabos: Haftbefehl hat sein neues Album bei einem Secret Gig "im Herzen von Frankfurt" vorgestellt, indem er es live in den Hinterhof eines Plattenbaus geballert hat. Straßenrap goes back to the Roots (nature is healing;).



Vielleicht können virtuelle Konzerte doch ganz charmant sein und einen gewissen Zauber versprühen. Diese 30-minütige Performance von einer gewissen Tanerélle ist auf jeden Fall eines meiner schönsten Konzerterlebnisse bisher in diesem Jahr. Classy über die Bühne gebrachte Soulmusic mit jazzig elektronischen Beats.

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Im Gran Teatre del Liceu erklingt wieder Musik - allerdings erstmal nur für ein stummes Publikum. Vier Musiker spielten Giacomo Puccinis "Crisantemi". Der Applaus fiel verhalten aus. (spiegel)

Ein künstlerisches Pendant zum Autokino, in dem die Natur endlich mal Vorfahrt hat: Im Opernhaus von Barcelona durften zur Wiedereröffnung erstmal keine Menschen rein, sondern ausschließlich Pflanzen (2292 an der Zahl). Ein Konzert gab es trotzdem. Fürs bisher grünste Publikum. Und ich hoffe ja, dass sie auch was von der Lazy Lizzard Gang gespielt haben. ;o)