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Wenn man mir vorher gesagt hätte, dass ein norddeutscher Marcel eine EP droppt, der bereits Beats für Prinz Pi und Nena (die Schwurblerin) produziert hat und mit seiner Schülerband Vorband von Silbermond war, wäre mir wahrscheinlich nichts egaler gewesen. Zum Glück hab ich das aber erst erfahren, nachdem ich diese kleine Mini-Album-Perle zufällig auf YouTube angehört und für so gut befunden habe, dass ich nach Live-Auftritten gesucht habe. Ich wurde nicht enttäuscht:


Ich weiß. Ihr habt eigentlich genug von mittlerweile drölf Millionen Konzert-Streams bzw. wollt euch nach einer tristen Corona-Woche wie dieser lieber den Impfstoff ballern und endlich endlich wieder ab in Club. Tja. Da werden wir wohl noch ein paar Lockdowns mit warten müssen.
Dafür bekommt ihr von French 79 aber eine Synthies ballernde 80's-Disko wie in guten alten Zeiten um die Ohren gehauen, um euch schon mal auf den bisherigen Club-Wiedereröffnungs-Termin "vielleicht irgendwann nächstes Jahr" einzugrooven. Immerhin. Und jetzt schön aufdrehen, bitte:

Neulich habe ich ja einen Artikel darüber gelesen, dass Corona nicht nur Konzerte in Streams verbannt, sondern auch generell den Musik-Konsum von vielen Menschen ziemlich durcheinandergewürfelt hat. Am traurigsten fand ich dabei, dass es nicht nur in Clubs still geworden ist, sondern generell weniger Musik und stattdessen nun noch mehr Podcasts gehört werden, weil man sich durch redende Menschen im Ohr offenbar weniger einsam fühlt (same here, I guess).
Vielleicht liegt das aber auch ein wenig daran, dass unsere Internet-Bubbles alle akutell offenbar viel zu sehr mit dieser kaputten Welt beschäftigt sind, um uns neue Musik-Tipps in die Timeline zu spülen, weil es scheinbar immer irgendwas Wichtigeres gibt als das.
Manchmal tut es das aber eben nicht, jedenfalls nicht für mich. Und weil ich gerade wieder germerkt habe, wie systemrelevant es für mich doch ist, sich gelegentlich einfach mal stundenlang laut aufgedrehte gute Mucke reinzuballern, gebe ich euch neben meiner Quarantäne-Konzi-Playliste mal eine kleine Auswahl der Mini-Concert-Streams vom c/o pop xoxo, mit denen ich das so eben getan habe. Selfcare. So wichtig in diesen Zeiten. Selbst für die Ohren, die ja hin- und wieder auch mal eine Pandemie-Pause brauchen.




...weiterlesen "Lockdown-Music: 10 Mini-Concert-Streams vom c/o pop xoxo"


Endlich mal wieder kein Rap-, sondern eines der leider noch viel zu seltenen Producer-Alben: K-K-Ki-Kitschkrieg aka das Trettmann(&Haiyti-)Beats-Trio mit dem trappenden Wellblechsound hat die erste eigene Platte nun nochmal live auf YouTube audiovisualisiert. In einem dunklen menschenleeren Raum aus Beton - und mit einigen auserwählten Gästen. Sehr stilsicher, diese Gang.

Im Zuge der Veröffentlichung ihres Albums haben sich KitschKrieg etwas besonderes einfallen lassen und in der renommierten König Galerie in 75-minütigen Slots eine Präsentation ihres Debüts begleitet von einer Lichtinstallation des Künstlers Clemens Löffelholz und Schwarzweißfotografien von °awhodat° umgesetzt. (blogrebellen)

00:00 Standard (feat. Trettmann, Gringo, Ufo361 & Gzuz)
03:14 Unterwegs (feat. Jamule)
07:08 5 Minuten (feat. Cro, Trettmann & AnnenMayKantereit)
10:40 Titanik (feat. Miss Platnum & Marteria)
13:54 Sonora (feat. Max Herre & Skinnyblackboy)
19:05 International Criminal (feat. Bonez MC & Vybz Kartel)
22:07 Lambo Lambo (feat. Peter Fox & Trettmann)
25:41 17.30 Uhr (feat. Jan Delay)
29:02 Nein du liebst mich nicht (feat. Modeselektor & Crack Ignaz)
32:52 Keine Angst (feat. Alli Neumann & Trettmann)
36:40 Oh Junge (feat. RIN & Kool Savas)
39:54 Irgendwo (feat. Nena & Trettmann)


via


Ich habe letztes Wochenende nochmal jede Menge Live-Streams aus Konzerten und Clubs gesammelt, um mich anschließend inklusive eines Laptops mit sehr ausdauerndem Akku, eine an meinen E-Rolli angeschlossene USB-Box und zwei Freunden in einen herrlich leeren Park zu chillen und ein Mini-Festival zu simulieren. Bier und jede Menge Gin-Tonic gab es natürlich auch (sogar aus mal geklauten Festival-Bechern - ihr wisst schon, weil man die Pfanddinger immer verliert und am Ende zu drunk ist, um die VivaConAqua-Tonne zu finden). Alle Sets habe ich mal in meine QuarantöneSession- bzw. DJ-Playliste reingeballert, falls jemand bissl Mucke braucht. Bedient euch. Es ist genug Musik für alle da.


Wenn die Schlagzeilen uns ins Mittelalter schreien
Armeen der Einzeltäter um die Wette knallen
Und keine Atemmaske mehr in den Regalen
Dann lass dich fallen, tanz' auf dem Vulkan
Tanz' auf dem Vulkan
Tanz'

Zugezogen Maskulin haben 10 Jahre Abfuck in ein Album gepresst und das wunderschön pessimistische Ergebnis, das ziemlich perfekt ins ähnlich abgefuckte Jahr 2020 passt, kann man sich nun als Live-Version bei YouTube und als Studio-Version bei spotify anhören. Und diesen sich auskotzenden Hörgenuss kann ich an so einem Wochenende zwischen Pandemiekurve, Wirtschaftskrise und Hitzewelle durchaus empfehlen. ???


Wenn die Chabos nicht zum Babo kommen können, kommt der Babo eben zu den Chabos: Haftbefehl hat sein neues Album bei einem Secret Gig "im Herzen von Frankfurt" vorgestellt, indem er es live in den Hinterhof eines Plattenbaus geballert hat. Straßenrap goes back to the Roots (nature is healing;).



Vielleicht können virtuelle Konzerte doch ganz charmant sein und einen gewissen Zauber versprühen. Diese 30-minütige Performance von einer gewissen Tanerélle ist auf jeden Fall eines meiner schönsten Konzerterlebnisse bisher in diesem Jahr. Classy über die Bühne gebrachte Soulmusic mit jazzig elektronischen Beats.


Es ist der gefühlt 237. Sonntag seit dem Ausbruch der Pandemie und da kommt mir ein Pre-Coroni-Konzi-Movie von Maeckes, der zwischen deutschrappender Philosophie und fröhlicher Melancholie genau meine Stimmungslage trifft sehr gelegen.

Gedreht schon 2017 auf Maeckes' Tour zwischen Tilt und Gitarre, dann für über 2 Jahre weiterbearbeitet und während der Quarantäne mit Hilfe von Maeckes' Community fertiggestellt.

And now it's here!
Ein Konzert in einer konzertlosen Zeit.


Der heimliche Gewinner des so halb durchgezogenen ESC, den keiner geguckt hat, legt den ESC nochmal neu auf und macht eine bessere Show als die eigentliche Show. Der isländische Synthie-Sänger Daði Freyr hat den Eurovision-Song-Contest endgültig durchgespielt.

Vermutlich wären alle inklusive mir irgendwann komplett durchgehdreht, wenn wir uns in der langen Zeit zuhause nicht Netflix-Filmen oder Musik-Streams zwischendurch hätten ablenken können. Und für mich ist Kultur allein deswegen schon systemrevelant, weil ich in Quarantäne-Zeiten sonst vermutlich bereits vor Langeweile gestorben wäre.
Im Gegensatz zu gerade ausbleibenden Blockbuster-Premieren, gibt es aber auch jetzt zum Glück noch neue Musik. Und zwar nicht nur beim Club-Replacement UnitedWeStream (oder Autokinos), sondern auch durch etliche Wohnzimmerkonzerte und allerlei andere virtuelle Formate, die überall aufgeploppt sind. Inzwischen inklusive komplett digitalen Festivals.
Ich hab' dafür mal ein kleines Best-Of von den ganzen Live-Sessions erstellt, die allein bei mir zuhause in den letzten Wochen so über den Bildschirm flackerten. Mit dabei bei meinem kleinen Tanz-auf-dem-Sofa-Festival sind: die Quarantöne-Mine, Post Malone als neues Nirvana und in ihren Wohnzimmern peformende Künstler wie Erobique, Liser, Modeselektor, Giorgia Angiuli, Bodo Wartke, und Four Tet im isolierten Boiler Room, TOKiMONSTA mit dem vermutlich besten Background beim Digital Mirage Festival, Quarantäne-Specials vom Lumpenpack und dem Ding ausm Sumpf, Juicy Gay und Die toten Crackhuren im Kofferraum im Berlin Culture Cast und Igor Levit, der ausnahmsweise nicht zuhause, sondern im Schloss Bellevue am Klavier saß (inklusive Intro vom Bundespräsidenten). Also: Holt euch ein Bier, macht euch 'ne Dose Ravioli mit dem Feuerzeug warm und genießt die Show(s). Oder macht euch einfach nur ein schönes Wochenende mit sehr guter Live-Akkustik-Atmosphäre.






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