Eigentlich fahre ich ja, nicht nur weil es dem Klima nicht allzu sehr schadet, sondern auch weil man währenddessen prima chillen kann und es das eigentlich bessere autonome Auto ist, sehr gerne Bahn. Selbst über ständige Verspätungen, kaputte Klimaanlagen (im ICE ist es oft eh unnötig kalt) und viel zu volle Züge habe ich mittlerweile aufgehört klassisch deutsch zu meckern. Ich bin inzwischen nämlich schon froh, wenn ich überhaupt einsteigen "darf".
Ganz abgesehen davon, dass Zug fahren für mich ohnehin schon ein bisschen wie Lotto spielen ist. Die meistens zwei(!) vorhandenen Rolli-Plätze im ICE könnten ausgebucht sein. Die Tür des einzigen Waggons, in dem es diese zwei Plätze gibt, könnte nicht aufgehen. Der Fahrstuhl zum Gleis könnte kaputt sein. Der Hublift könnte nicht gehen (oder keiner einen Schlüssel dafür haben lel). Oder es könnte nicht genügend Personal für dich da sein, wenn du es mal wieder wagst, an Feiertagen wie Weihnachten nach hause fahren zu wollen.
Und die letzten Male hatte auch ich das sehr nach Deutschland klingende Vergnügen mit: Das Personal lässt dich eventuell nicht einsteigen, weil das Behindertenklo kaputt ist und eine Toilette selbst für eine 1-stündige Fahrt offiziell vorgeschrieben ist. So als ob ich 3 Jahre alt bin und das noch nicht selber entscheiden könne. Durch einen von mir inzwischen regelmäßig angewendeten Trick ließ man ich am Ende aber doch einsteigen: ich sage der Bahn jetzt immer gleich nach dem Hallo, dass ich einen Katheter habe, den ich nicht habe. Denn dann darf ich - wie alle anderen nicht-behinderten Menschen - auch sicher mit (wenn der Zug nicht gerade wieder wegen plötzlichen Wintereinbruchs mitten im Winter ausfällt).
Was übrigens auch deswegen wichtig ist, weil ich mir ein Auto weder leisten kann noch möchte, der Flixbus/Flixtrain sogar komplett auf Barrierefreiheit scheißt und Andi Scheuer aus mir unerklärlichen Gründen sich leider immer noch unser Verkehrsminister nennen darf.


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Die Deutsche Bahn macht ausnahmsweise mal nicht durch Verspätung, überteuerte Preise und kaputte Klimaanlagen auf sich aufmerksam, sondern durch eine clevere Kampagne zum Klimawandel (u.a. preisgekrönt auf einem Werbefestival in Cannes). In der nehmt ihr statt dem Flieger nämlich den Zug, um die schönsten Orte der ganzen Welt zu bereisen - in Deutschland. Oder zumindest ihre deutschen Doppelgänger, an denen ihr sehr umweltfreundlich eure Instagram-Follower belügen könnt. Ich wohne übrigens in Venedig, wenn ihr mich mal besuchen wollt.

An algorithm found look-alike pictures on Getty Images. In Germany and worldwide. Through Facebook-data, we then identified target groups interested in specific destinations. Geotargeting pinpoints the closest airport to each person and the travel destination, while a search engine identifies the cheapest flight price – in real-time. Combining this data, targeted video-ads made travel enthusiasts an unbeatable offer: A train ride for just 19 Euros instead of an expensive flight. Completely automated. In infinite variations. (our-work.de/noneedtofly_automation




...weiterlesen "No Need to Fly"


In China fahren Magnetschwebebahnen ja heute mit über 500km/h durchs ganze Land und Pläne, diese Geschwindigkeit sogar noch zu verdoppeln gibt es bereits. Der politisch stark geförderte Ausbau der Schnellstrecken verbindet die weit entfernten größten Städte und macht fliegen quasi überflüssig. Fortschrittlich. Das war die deutsche Verkehrspolitik vor über 30 Jahren ja auch mal. Zum Beispiel mit einem Transrapid zwischen Berlin und Hamburg.
Trotzdem der schwebende Zug als äußerst sicheres Verkehrsmittel galt (und es bis heute ist), beendete man nach einem Unfall aber abrupt das Projekt "M-Bahn" und damit auch alle Pläne für die Zukunft. Wenn wir das mal mit Flugzeugen oder gar Autos so gemacht hätten.

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Eine sehr deutsche Geschichte aus der deutschen Bahn, die die Sinnlosigkeit unserer zwischenmenschnliche Probleme komplett durchleuchtet, am Ende des Schalter-Duells aber gleich zwei Gewinner hervorbringt. Für ein besseres Miteinander und so. Auch wenn das Video hier eigentlich knapp 3 Jahre zu spät landet (ich schiebe es klassischerweise einfach mal auf die Bahn).

Ich bin allein im Abteil, es ist dunkel und bis auf das monotone Grundrauschen des fahrenden Zuges still. Perfekte Bedingungen, um sich sanft vom sich wiegenden Wagen in den Schlaf wiegen zu lassen. Wenn dann ein weiterer Fahrgast das Abteil betritt und direkt das Licht anmacht, ist es schon nicht mehr das gleiche.
Aber man kann das Licht ja zum Glück wieder ausmachen. Dummerweise kann man das Licht aber auch wieder anmachen. Aber man kann das Licht ja zum Glück auch wieder ausmachen. Aber dummerweise kann man das Licht auch dann wieder anmachen....

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Mein Symbolbild für die letzten 30 Jahre Verkehrspolitik. Anscheinend wurde bei der Bahn nämlich seit 1990 der Rückwärtsgang eingeschaltet und 1/5 des schon existierten Streckennetzes wurde wieder abgebaut. Und ihr dachtet, der Netzausbau der Digitalisierung wäre schon maximal beschissen in D-Land. Tja. Vielleicht fahren wir dann am Ende ja auch durch die Mad-Max-Apokalypse, weil im Flugtaxi leider wieder mal nur Platz für 6 Personen war.

In Deutschland sind seit 1990 fast 6.500 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt worden. Knapp 40 Prozent davon in Ostdeutschland. Das entspricht dem kompletten Schienennetz der Niederlande. (Quelle)


Die Bohemian Browser Bahn hat ein Spiel programmiert, in dem simuliert wird, wie man als Passagier mit dem ICE fährt. So weit, so deutsch. Mit einem Waffenarsenal aus Bahn-Magazin, trockenen Le Crobag Croissants und Bierdosen könnt ihr euch durch orientierungslose Rentnern, Kinderplagen, besoffene Bundeswehr-Soldaten, grölende Fußball-Prolls und Business-Fuzzis durchschlagen. Wi wisch ju ä gudd jörnäy änd zänk ju vor treffelink wits doitsche Bahn.

Hier der Link zum Browsergame.

Ziel des Spiels: Bringt so viele Wagons wie möglich hinter Euch. Aber weil es eine Simulation ist, müsst Ihr immer auf Euren Blasendruck achten: Bei hundert Prozent nässt Ihr ein und fliegt zwischen Wolfsburg und Stendal (Deutschlands Area 51) aus dem Zug. Auf den zufällig geöffneten Zugtoiletten könnt Ihr Druck ablassen und somit im übertragenen Sinne neue Lebensenergie tanken.


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Eine Rasierklinge, eine Tamponspur, eine Nabelschnur, eine sehr lange Narbe, eine Sonnenblende, eine Pünktlichkeitsbeschwerde und nun eine herzliche Liebeserklärung der deutschen Bahn an Graffiti. Durch die Kunst von Razor zieht sich weiterhin ein roter Faden - vom ICE (oder wahlweise auch mal vom IC, wenn der zu spät ist).
...weiterlesen "Durch die Graffiti von Razor zieht sich ein roter Faden"

Für die jüngeren unter euch: Disketten waren die direkten digitalen Nachfolger von Höhlenmalereien. Gefunden am Bhf Stuttgart. from de


Zukunftsorientiert in die Vergangenheit. Und fasst den aktuellen Fortschritt der Digitalisierung in Deutschland ganz gut zusammen. 💾

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Deutsche Bahn Stillstandsmanagement mit 1A Frühstücksangebot from de


Es gibt sie, die wenigen Zauberformeln, die einen Haufen wütender Deutsche in jedem noch so schlimmen Fall beruhigen können. Diese hier ist eine davon - und besteht aus 3 magischen Worten: Freibier für alle.
Und entweder hat jemand von der Bahn wirklich Humor - oder das ist tatsächlich gutes Krisenmanagement. So oder so würde ich am Wochenende gerne mal einsteigen.



In der Regel haben ICEs immer einen roten Streifen - und jetzt wisst ihr auch, warum. Denn dieses Tampon-Graffiti liefert die blutverschmierte Antwort. Und es stammt aus der Sprühdose von Razor.
...weiterlesen "ICE-Graffiti: „Tunneltampon“"

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Alternative Angebote der Bahn. Zänk ju vor treffelling nach Roßlau.

Wir hängen einfach überall diese Schilder hin. Dann besteht keinerlei Gefahr mehr. Ganz sicher. Terroristen schlagen zwar Köpfe ab, aber doch ganz bestimmt keinem eine Bitte, oder?