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Egal, um welches noch so triviale Thema es geht - dem gegenüber immer aggressiv widersprechen, stets auf die Kleinschreibung kleinschreibung achten und hier und da ein "du hurensohn", "grenzdebiler bastard" oder "arbeitsloser nuttensohn" einwerfen (am besten in jeden Satz mindestens einen der 3 Vorschläge). Der Satzbaukasten für jegliche Kommunikation in diesem Internet.

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Das Internet. Voll super duper - und voll von Idioten. Und damit hat Robin von YouTube die beste und vielleicht auch schlechteste Erfindung unserer Zeit dann eigentlich auch schon ganz gut zusammengefasst. Als Acappella-Song. Mal zwei.
Und gerade bin ich eigentlich ganz froh, dass ich nachher im Zug sitze und kein WLAN habe (oder immer wieder abbrechendes, was noch viel schlimmer ist). Genug Internet für heute.

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YouTuber Ultralativ hat sich Mal durch die Biographie des gerade mal so volljährigen Lukas Rieger gekämpft, der typische Bravo-Teenie-Star, der überall als der deutsche Justin Bieber gilt. Es kommt aber noch schlimmer: der verrät in seinem Buch nämlich ohne auch nur einen Hauch von Reue, dass er bereits mit 11(!) Jahren jede Menge Fake-Bots und Fake-Likes für seinen Erfolg gekauft hat. Wortwörtlich bezeichnet der das Fälschen im Nachhinein sogar als "korrigieren".
Und ich bin mir sicher, er ist nicht der einzige "Star" im postfaktischen Zeitalter, dessen Karriere auf einer Fassade aus Zahlen beruht. What a time to be alive, Kids.


Das Y-Kollektiv gibt einen weiteren Einblick in die schöne neue Welt vom Anglizismus des Jahres, der vielleicht nicht nur wie ein Virus klingt: Influencer. Die Doku präsentiert euch das für mich nicht wirklich beneidenswerte Insta-Life, in dem ihr hauptsächlich zu Marken mutierten Menschen begegnet, die vor allem über eins reden: sich selbst.

Sie spülen uns massenhaft Werbung und Productplacements in die Instagram- und Youtube-Timeline. Sie sind die neuen „Promis“ und Litfaßsäulen zugleich. Am liebsten tummeln sie sich auf glamourösen Events, Fashionshows und roten Teppichen.
All das wird natürlich über die Social Media Kanäle gepostest, um ihre Follower up-to-date zu halten. Ganz selten lassen sie sich in die Karten schauen und mit der Kamera begleiten, da sie Angst vor negativer Berichterstattung haben. Dennis Leiffels war fast eine Woche mit einigen Influencern unterwegs.
In einem Tiroler Luxushotel trifft er das russische Model Viki Odinctova (4,6 Millionen Follower), die für ihren Aufenthalt ordentlich abkassiert. GNTM-Kandidatin Neele Bost begleitet er auf die Berliner Fashionweek und nimmt an einigen Fashionshows teil. Ein sehr „authentischer“ Einblick.

The Struggle is real. Die Digitalisierung in Deutschland kämpft. Mit deutschen Deutschen, die deutsche Dinge tun.

Mittlerweile lacht man ja sogar international über Deutschland, das Land des unterträglich langsamen Internetz. Ein Glück, dass die CSU bereits einen Plan entworfen hat, der uns im Schnellverfahren an die weltweite Spitze der Digitalisierung wirft. Also, vorausgesetzt der technische Fortschritt aller anderen Länder steht für die nächsten 32(!) Jahre still.

Der Berliner Flughafen ist allerdings froh: endlich ist mal etwas genauso langsam wie er.


Falls ihr euch schon immer gefragt, woher eigentlich die ganzen Memes da draußen kommen - die Ermittlungen der Polizei haben folgendes ergeben: dieser Typ. Und der Moment, als er den Cops erzählt, was für Memes genau er da shitpostet, sieht wiederum prädestiniert aus für ein Meme, das man shitposten könnte:

"What can I cook? Your mom's panties."


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Further Progress
Dan Perjovschi ist Künstler, malt minimalistische Tags, Cartoons und Karikaturen an die Wände von Museen und trifft gerne den Punkt. Meistens mit einer guten Portion Zynismus und Sozialkritik.
Was er von diesem Ding namens "Internet" hält, verrät er euch im Bild oben, das aus einer Graffiti-Gallery in Basel stammt. WorldWarWeb.

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Er so Excel, sie so Instagram. Er so Powerpoint, sie so Snapchat. Er so um 8 Uhr morgens, sie so nicht vorm ersten Starbucks-Coffee um 10:45 Uhr. Und ich so: auf keinen Fall wie er - aber genauso wenig wie sie werden, bitte. Irgendwo zwischen den Generationen der Digitalisierung.

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Arató András István ist über 70 Jahre alt, kommt aus Ungarn und so ziemlich jeder, der schon mal Internet war, dürfte ihn kennen. Durch seine unzähligen Stockfotos ist er im Netz allerdings besser bekannt unter seinem Meme-Namen Hide-the-Pain-Harold. Und genau so heißt auch dieser kurze Kurzfilm, der die Geschichte eines Memes erzählt, das Memes schon benutzt hat bevor es Memes gab. Aus der Reihe: Internet-Legenden.

Schmerz hat er aber nicht zu verstecken. "Ich war bei den Aufnahmen oft einfach müde. Bei den Aufnahmen musste ich teils minutenlang lächeln. Das ist nicht mein natürlicher Gesichsausdruck", erklärt er das markant-schräge Grinsen. Für die Bastelfreude seiner Fans hat er Verständnis. Er habe in seiner Schulzeit auch schon Memes gebastelt, bevor die so hießen. "Wir haben in Schulbüchern den Dichter János Arany umgestaltet - und einen Piratenkapitän aus ihm gemacht." (Quelle: Stern)

Nachhilfestunden im (Neu-)Land Brandenburg werden gefordert. Na, jemand Bock?

Ich mag das Team von ZDF info. Die wissen offenbar wenigstens, was auf den Scheiterhaufen gehört.

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