Statt vom Feiern verschwitzte Klamotten trocknen Masken auf der Wäscheleine. In Malle ist aufgrund zu viel dummer Sauftouris alles geschlossen. In meinem Urlaub zuhause ist es heute eher sommerlich kalt. Und die Welt brennt währenddessen so vor sich hin. Oder zumindest die Arktis. Die Sommer-Vibes dieses Jahr sind irgendwie anders.

Ja, dieser Sommer war für alle da
Kokospalmen steh'n in Flammen und der Strand wird schwarz
Menschen rennen und die Flutwelle steigt
Und ich stell mir das letzte Dosenbier rein
Ja, alle reden von dem Vibe, Vibe
Und ich weiß nicht mal, was sie mein'n, mein'n
(Ich weiß nicht mal, was sie mein'n)
Bald ist dieser Sommer vorbei
Ja, irgendwann ist dieser Sommer vorbei, ja vorbei, ja vorbei


Da er zum Meme von rechten Trollen mutierte, wird er vom eigenen "Vater" bzw. Comiczeichner beerdigt, um anschließend seine Reinkarnation als Symbol für Anti-Hass und Liebe zu feiern. Pepe the Frog hat im Internet schon so einiges durchgemacht. Inklusive seinem Tod und seiner Wiedergeburt. Für sein illustriertes Durchhaltevermögen hat man dem Frosch von Matt Furie nun seinen eigenen Film gewidmet: FeelsGoodMan.

A funny, trippy, and thought-provoking film about how the Internet transformed an unlucky cartoon frog, and then the rest of the world.

Bis auf Coroni, Klimawandeli & Wirtschaftskrisi machen mitten im Sommer alle Sommerpause. Auf Malle verhalten sich deutsche Urlauber mal wieder ähnlich wenig überraschend wie Idioten. Und scheinbar zeigen nicht nur Stammbaumforschungen, sondern auch eine Pandemie, dass wir alle von Affen abstammen. Twittwoch #29.

...weiterlesen "Twittwoch #29"


Juicy Gay & MC Smook haben so viel Streetcredibility, sie fahren Fahrrad. HipHop 2020 findet scheinbar nicht nur Autos lame, sondern schwingt sich auch auf den mit Goldketten bestückten Tret-Ferrari und macht das Bike wieder cool. Als stets den aktuellen Zeitgeist aufschnappende Subkultur, die im Straßen-Life seit je her die Perspektive des Underdogs einnimmt, der sich gegen das Establishment auflehnt aber eigentlich auch nur ein logischer Schritt. Die coolen Kids von heute demonstriereren schließlich nicht nur fürs Klima, sondern hören auch immer noch Rap. Meine grasgrüne HipHop-Playliste freut sich jedenfalls über einen neuen Song (mein Radio auch).

1

Am 20. Juli stirbt wieder mal ein gutes alter Webspace in diesem neuen geilen Internet aus. Denn auch für soup.io ist 2020 offenbar kein besonders gutes Jahr. Die österreichische Tumblr-Version geht nach inzwischen 13 Jahren des Microbloggings nun wohl endgültig down.
Das ist schade, weil es für mich immer ein kuschelig kleiner Rückzugsort versteckt im großen Neuland war, wo das Internet noch wie aus einer Zeit aussah, in der es Social Media gefühlt noch gar nicht gab (ungefähr 2007).
Viele meiner Lieblingssuppenkasper dort haben mich zudem auch immer mit leckeren Memes versorgt, die ich gerne hier im Blog serviert habe. Jetzt schließt die Küche. Für immer. RIP, mein Süppchen, das ich dort jahrelang gekocht hab und nun nur noch eine Woche lang auslöffeln kann. 🥣


3,3 Millionen Infizierte später begrüßt Mickey Mouse alle mit aufgesetzter Atemschutz-Maske und einem "Welcome Home" zur Wiedereröffnung von Disneyworld. Kapitalismus geht offenbar nicht nur über Leichen, er zwingt Menschen während einer immer noch anhaltenden Pandemie-Welle einen fucking Vergnügungspark zu veranstalten und allen viel Spaß zu wünschen. Inklusive einem Stormtrooper am Ende, der euch zur dunklen Seite der Macht einlädt.
Inzwischen scheint die USA von einer ganz "normalen" Simpsons-Episode zu einer Halloween-Special-Folge in Itchy&Scratchy-Land mutiert zu sein. Oder das ist alles ein dystopischer Disneyfilm von Jordan Peele. So oder so: This is fine (*MickeyMouseVoice*). 🙃

Neben Clubs strugglen derzeit auch Restaurants, Bars und Kneipen immer noch mit steigenden Existenzängsten durch die ganze Corona-Scheiße und während sogar verständlicherweise alle rausgehen und Flaschenbier trinken, dass sie sich beim Kiosk um die Ecke geholt haben, geht der Gastro langsam aber sicher die Luft aus.
Ohne Gastro kein Happy End ist eine Kampagne, die vielleicht auch deshalb aus Hamburg kommt, weil solche Begegnungsstätten in einer verregneten Stadt sogar noch ein bisschen wichtiger sind und kämpft daher gegen das Aussterben einer Menschen zusammenbringenden Branche. Damit auch das Internet darauf aufmerksam wird, gibt's als Social-Media-Waffe charmante Motive aus einigen unserer liebsten Serien bzw. Filme, die allesamt neugeschrieben werden müssten, wenn nix passiert.
Apropos Filme. Gerade hat die Politik lieber 40 Milliarden in eine völlig veraltete und zurecht aussterbende Kohleindustrie gepumpt als in das Feierabendbier in eurer Lieblingskneipe und mbMn ist das ja eher kein Handlungsstrang, der zu einem Happy End führt. Hoffen wir mal, dass der Final Cut besser aussieht.

"Wer aktuell bei ausbleibenden Trinkgeldern von gerade mal 60 Prozent seines Gehaltes leben muss, wird an die Armutsgrenze gedrängt. Dies betrifft übrigens – anders als in der Automobilindustrie – überproportional viele Frauen, darunter besonders alleinerziehende Mütter." (nordische-esskultur.de)


via


Die permanent steigenden Todeszahlen während einer weltweiten Pandemie, aber als düsteres Klangkunsterlebnis vom Komponisten James Beckwith. Ein gruselig bedrückender "Corona-Soundtrack", der sich anfühlt wie das Gegenteil eines Pulsschlags.

This is an audio-visual time-lapse of every death from the Coronavirus pandemic from January to June 2020. Inspired by Isao Hashimoto's “A Time-Lapse Map of Every Nuclear Explosion Since 1945”; each country is represented by a tone and an expanding blip on the map when a death from Covid-19 is recorded. Each day is 4 seconds long, and at the top of the screen is the date and a counter showing the total numbers of deaths.

via


Bostony Dynamics' Robo-Dog schwingt zusammen mit so 'nem Service-Roboter die elektronischen Hüften und so richtig glaube ich ja noch nicht daran, dass diese gut getaktete Armee mal eine Revolution starten wird, in der sie uns minderbemittelte Menschen unterjochen. Aber immerhin wissen wir jetzt wohl, wie die Party danach aussieht. Und eine Sache haben sie uns offenbar jetzt schon voraus: sie können in einer Pandemie gemeinsam tanzen - wir nicht.

via


Durch die ganze Corona-Geschichte im März ein bisschen untergangen, aber eigentlich sehr sehenswert: The Great. Die nicht ganz so historisch korrekte Serie über Katharina, die Große. Inklusive sehr viel Bumserei, sehr viel Mord & Totschlag und einem russischen Zaren. Mein Alternativtitel: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau mit erhobenem Mittelfinger.
via


Na, was war 2020 bisher euer Highlight? Für Jason Redwine war es bei all der ganzen Aufregung in den letzten Monaten scheinbar die kurze Zwangspause, während des ersten Lockdowns im gefühlt immer noch andauernden März. So oder so ist es das bisher ereignisreichste Jahr, in dem ich absolut nichts erlebt habe und ich frage mich wirklich, wie etwas so aufregend und so langweilig zugleich sein kann.

via 2020vertreib

Kaum ist Drosten im Urlaub, diskutiert Deutschland ob bummelnde Spontaneinkäufe nicht wichtiger sind als ein Stück Stoff zu tragen, das ein gefährliches Virus eindämmt. In der Corona-Welle weiter surfenden USA möchte der nächste reiche Clown das Land regieren. Und dann ist mitten in der Klimakrise auch noch schlechtes Wetter. Twittwoch #28.

...weiterlesen "Twittwoch #28"

2

In den letzten Wochen haben Spotify und Amazon auf Twitter & Co viel Feuer dafür bekommen, dass sie einen bestimmten deutschen Nazi-Rapper listen, für den ich hier keine Werbung machen möchte. Nennen ihn wir einfach MC Scheiße. Jedenfalls wollte MC Scheiße wohl übermorgen sein neues Scheißalbum veröffentlichen, das es wohl leider in die Charts geschafft hätte.
Aber ausgrechnet jetzt haben Spotify & Amazon offenbar auf die Kritik reagiert und das Scheißalbum von MC Scheiße - zurecht(s) - gelöscht. Tja. Das ist natürlich doof für MC Scheiße und deshalb regt er sich nun auch ganz doll darüber auf. Mein kostenloser Karriere-Tipp für MC Scheiße: Es hilft, wenn man sich als Rapper mal zwei Sekunden mit HipHop auseinandersetzt - oder einfach kein Scheißnazi ist. Peace.