Gefühlt gehen aktuell alle in die Sommerpause. Das Wetter in Hamburg gerade auch. Und ich werde aus Langeweile vielleicht einfach mal schlafen, um die Zuhause-Epoche ein bisschen rumzukriegen (oder es mir zumindest vornehmen, stattdessen aber wieder nur im Internetz rumlungern). Am besten bis zum Ende dieses sagenhaft beschissenen Jahres. Oder gleich bis zum Festivalsommer 2021. Bis dahin kann dann ja auch jemand eine Corona-Version aus dem GreenDay-Song machen, den ihr vermutlich auch gerade im Ohr habt. In dem Sinne: Gute Nacht.
Apropos für Grundrechte demonstrieren
Vor ein paar Monaten habe ich geschrieben, wie lächerlich ich als Rollifahrer Leute finde, die es als körperlich unzumutbare Einschränkung empfinden, beim Shoppen ein Stück Stoff vorm Mund tragen zu müssen. Und das hier ist einer der Gründe, warum: Menschen mit Behinderung und Beatmung, die teilweise schon ihr Leben lang das 100fache mitmachen, protestieren nämlich wirklich für ihre fucking Grundrechte. Und das als Risikogruppe in einer Pandemie. Da sag' noch mal einer, Behinderte wären schwach. Schwach sind hier nämlich eigentlich nur Manfred und Karl-Otto.
BlackLivesMatter-Hymne: DaBaby – ROCKSTAR
Neben Anderson. Paak und Kanye West hat auch DaBaby eine BlackLivesMatter-Hymne gedroppt, bei der ihr eigentlich nur eines machen müsst, wenn ihr etwas über Rassismus in den USA lernen wollt: zuhören. Und zwar am besten mit bis zum Anschlag hochgedrehten Lautstärkereglern. Das mache ich jetzt jedenfalls nochmal (und dann vermutlich auch nochmal, weil der Song im Gegensatz zu den meisten politischen Tracks bei uns auch noch ein Brett ist). HipHop - one Love, Folks. ?
Mit diesem Online-Tool könnt ihr Vocals von Instrumentals trennen

Zur Zeit mache ich aus Langeweile in der Coroni-Zeit wieder ein bisschen Musik, um wenigstens mal irgendwas produktives zu tun, was mir bisher aber eher nicht gelingt. Da ich dazu immer wieder Samples sammel, habe ich mich gerade mit LaLa.ai angefreundet. Damit kann man nämlich ganz einfach online Vocals und Instrumentals aus den Songs filtern, die ihr bisher nicht remixen konntet. Und das klappt oft gar nicht mal so schlecht.
Ich hab so bspw. endlich ein Instrumental aus einem russischen Electro-Pop-Song ziehen können, um ihn zu einem Beat umfunktionieren, mit dem ich noch irgendwas machen will. Wenn der Soundcloud-Algorithmus ihn nicht schon geclaimt hat, könnt ihr euch hier das Ergebnis anhören (und hier das Original):
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Soundcloud zu laden.
Der futuristischste Autowerbespot, den ich je gesehen habe
Denn er wirbt für das Transportmittel der Zukunft, das in dem Fall kompakt, elegant und stylisch lackiert ist: Ein E-Bike. Und zwar das vom niederländischen Radel-StartUp VanMoof, dessen etwas anderen "Verkehrs-Spot" ich eigentlich nur gesehen habe, weil er im französischen Fernsehen verboten wurde. Das geht aber anscheinend nicht nur mir so. Mttlerweile haben u.a. deswegen 1,7 Mio. Menschen ein Fahrrad-Werbevideo auf YouTube gesehen. Ich mag den Streisand-Effekt (und diesen Song).
Die Begründung der Werbeaufsicht: Der Spot erzeuge ein „Klima der Angst“ und „diskreditiere“ die Automobilindustrie. [...] Und VanMoof? Das Startup macht das Beste aus dem Verbot und geht in die Offensive. Diese unerwartete Promo nutzt man doch gerne aus. In einem Blogpost schreiben die Niederländer*innen, wenn Unfall-Archivaufnahmen aus der echten Welt Angst schüren würden, „dann sollte vielleicht jemand versuchen, etwas an dieser Welt zu ändern … Indem man eine alternatives Transportmittel anbietet oder so“. (business-punk)
Mit DJ-Sets untermalte Nachtwanderungen durch Lockdowntowns
Dom Waits nimmt bereits seit 2 Jahren regelmäßig seine nächtlichen Spaziergänge durch sämtliche Städte in dieser Welt auf und lädt die Videos zusammen mit seinen Sets auf YouTube. Während des "Shutdowns" in Deutschland hat er auch eine Nachtwanderung durchs fast menschenleere Frankfurt gemacht und mit u.a. Four Tet, SBTRKT & Mount Kimbie musikalisch untermalt. Auch in Hamburg, Mainz und Berlin war er unterwegs.
Falls ihr mal etwas anderes sehen wollt als leere Clubs, ein bisschen durch Deutschland reisen oder fürs nächste Pandemie-Wochenende einfach noch einen guten Mucke-Mix sucht, hier die ganze Playliste.
I shot the very special video for this set in Frankfurt on a saturday night in the first week of the corona shutdown around midnight. The streets were deserted, barely no one around and especially the party area of Frankfurt, Altsachs, had a very spooky vibe to it. I hope you enjoy the video and the set. Thank you.
Es gibt viele schlechte, aber auch eine gute Nachricht
https://twitter.com/rim_aj/status/1277739365851172866
Eben auf Twitter den hoffentlich noch nicht endgültigen Untergang eines demokratischen HongKongs angeschaut, dann von einem neuen Grippevirus mit Pandemie-Potential abgelenkt worden und danach diesen Song retweetet, einen lästigen Ohrwurm bekommen und endlich mal wieder eine gute Nachricht gelesen: die Hälfte des kürzesten und längsten Scheiß-Jahres, das gleichzeitig superaufregend und megalangweilig ist, haben wir geschafft! \o/
Keine Party
Die neue Verordnung ist da! Aber sie wirft doch Fragen auf: Ich stelle mir das mal so vor: 1.000 Leute kommen zu meiner Veranstaltung und wir machen mit 1,5m Abstand Abendkasse mit einer Schlange von hier bis nach Wedel. Geht also nicht, na, dann eben online Vorverkauf und volle Abfrage der Daten. Sympathisch! Ich muss den Leuten aber sagen, dass drinnen nicht getanzt werden darf und auch den Musiker_innen, dass sie sich nicht zu ihrer Musik bewegen dürfen, is ja auch tanzen. Im übrigen kann die Band auch nicht in den Backstage und auf Toilette, weil der in der Regel eh nur 2m im Quadrat groß ist und das Klo die Hälfte. Alternativ und um das Tanzen zu vermeiden, bestuhle ich meine Veranstaltung im Freien, dann kann ich 1.000 Leute festnageln, natürlich mit 2,5 Meter Abstand zur Bühne. Tja, aber wo denn eigentlich in Hamburg? Auf den letzten Freiflächen stehen doch jetzt Autos fürs Autokino, das neue Ding, das keiner will. (Rockcity Hamburg auf Facebook)
In Hamburg lesen sich die aktualisierten Corona-Regeln nicht unbedingt wie eine Party, auf die ich gern gehen würde (oftmals herrscht sogar Tanzverbot), gleichzeitig sind sie aber wohl durchaus vernünftig. Es gibt nur leider immer noch ein Problem: Draußen, wo die Gefahr einer Infektion um ein vielfaches geringer ist, fehlt immer noch der Platz. Und ich sag's ja seit Monaten. Wenn ich eine Stadt wäre, würde ich sämtliche Parkplätze samt Autos radikal rausschmeißen, einzelne Spuren zu Fahrradwegen umfunktionieren und etliche Straßen ganz vom Verkehr abriegeln, um der Kulturbranche den Platz zu geben, den sie jetzt braucht. Die Gatsrobranche und überhaupt fast alle in der Stadt übrigens auch.
Leider bin ich aber keine Stadt, sondern wohne nur in einer, die das wie anscheinend alle deutschen Cities wohl erst am Ende des Sommers checkt. Wenn die einmalige Draußen-Option im Oktober ins Wasser fällt und die Hälfte pleite ist (aber dafür können ja alle 5.000€ durch die Mehrwertsteuersenkung sparen, man muss sich nur einen neuen Ferrari kaufen). Naja. Immerhin kann man noch tanzen wie Lars Eidinger in Deichkind-Videos. Allein.

