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2020 war ein Jahr, das uns vermutlich alle - wie die Pandemie - noch ein Weilchen beschäftigen und sehr viel Platz in den Geschichtsbüchern einnehmen wird. Schließlich ist nicht gerade wenig in und mit der Welt passiert, wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt.
Nicht vergessen darf man dabei aber immer auch, dass im Corona-Jahr nicht nur Corona war und es neben vielen anderen furchtbaren Nachrichten ja auch einige positive Dinge im Leben vieler Menschen gab (auf nimmerwiedersehen, Donald). Das ganze Spektrum menschlicher Emotionen aus diesem denkwürdigen Jahr findet ihr im 2010er-Project-Remake: Life in a Day 2020.

„2020 war eines der außergewöhnlichsten Jahre unserer Geschichte — ein Jahr, in dem die Tage genau so von Angst, Sorge und Spaltung gezeichnet waren wie von Einheit, Widerstandsfähigkeit und Menschlichkeit. Life in a Day hat einen dieser Tage im Jahr 2020 festgehalten. Am 25. Juli 2020 haben wir über 300.000 Einreichungen aus 192 Ländern erhalten. Die historisch bedeutende Dokumentation Life in a Day, produziert von Ridley Scott und unter der Regie von Oscar®-Preisträger Kevin Macdonald, feiert ihre Premiere auf dem Sundance Film Festival 2021 und ist jetzt nur auf YouTube verfügbar.“


...weiterlesen "Dokumentarfilm auf YouTube: Life in a Day 2020"

Weil Kultur gerade in kulturlosen Zeiten noch wichtiger und für mich ja sogar systemrelevant ist, da sie dies Jahr einer der wenigen Konstanten in meinem Leben war, habe ich traditionell wie immer meine medialen Highlights des Jahres zusammengeplaylistet, die ich hier diesmal als quasi dickes Kulturpaket verblogge.
Mit dabei sind die 50 besten Songs (mit Musikvideo, weil ich ein hängengebliebenes MTV-Kind bin), die 15 besten Konzert/DJ-Streams, die immerhin 5 besten Filme, 15 ganze Kurzfilme, die 10 besten Serien und die 15 besten Dokus, die ich dieses Quarantäne-Jahr sehnsüchtelnd konsumiert habe, um mich von der ganzen Scheiße abzulenken, die eben so passiert ist.
Und weil wir sicherlich auch 2021 noch ein Weilchen zwanghafter Stubenhocker spielen müssen, um Leben zu retten, könnt ihr das ja als Beschäftigungs-Nachschub nutzen, falls ihr alle anderen Seiren und Filme dieser Welt schon durchhabt, die hier hoffentlich nicht bei sind. Viel Spaß damit - und haltet durch.


Charlie Brooker hat das Drehbuch für 2020 geschrieben. Und es produziert. Und Regie geführt. Und es getötet. Jedenfalls laut dieser Mockumentary, die es seit gestern ins Internet geschafft hat bzw. nun bei Netflix zu sehen gibt und quasi eine Black-Mirror-Folge in Form eines ganz eigenen Jahresrückblicks ist. Damit kann 2020 von mir aus nun endgültig enden bzw. hoffentlich qualvoll sterben.

"Twentytwenty. A year so momentous, they named it twice."

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Vor genau vier Jahren haben wir uns alle darüber aufgeregt, wie scheiße doch das Jahr 2016 war, da es u.a. ein machtgeiles Riesenbaby ins Weiße Haus gewählt hat. 2020 hat es allerdings hinbekommen, dieses elendige Riesenbaby wieder rauszuschmeißen - und trotzdem(!) noch sehr viel beschissener zu verlaufen. Das muss man auch erstmal schaffen. Weekend hat sich nach dem alten Scheißjahr nun auch das neue Scheißjahr vorgeknüpft - und wieder das Lied des Jahres geschrieben.
...weiterlesen "Lied des Jahres 2020"

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"Everyone agrees: the year 2020 could not have been worse. So, we decided to give it the send-off it deserves."

Selten war ein Mittelfinger so passend als Abschiedsgruß ans endlich endende Jahr wie 2020. Auch wenn man inzwischen munkelt, dass Viren sich gar nicht nach Kalenderdaten orierentieren und 2021 wohl - vorerst - nicht viel anders aussieht. Davon sind wir aber nächstes Jahr bzw. nächste Woche überrascht. Erstmal ist es nun time to say Goodbye. Also: Fick dich, Zwanzigzwanzig. Wir hassen dich. Alle. Sehr sogar.

„Instead of giving corporate gifts this year, we’re using our holiday gift-giving budget to make a donation of $2,020 to The Mental Health Coalition and the Black Health Alliance, instead. And now, we invite you to lift a finger for this cause, which we feel–and speak–quite strongly about. Text ? to 1-877-EFF-THIS (1-877-333-8447) to donate $5.

Thank you,

And happy f***ing holidays.“


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Joe Pesci's Kopf gebrandmarkt von 2020. So ungefähr hat sich das Jahr wohl für uns alle angefühlt.

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YouTuber und Musiker Ce-Roo fasst seit einiger Zeit jedes Jahr mit einem eigens kreierten Visual-Soundtrack zusammen und hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, das auch für 2020 zu tun. Schön, dass man aus diesem scheinbar so schlechten Lockdown-Jahr immerhin noch gute Kunst machen kann.

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Gute Nachricht für Fans von Black Mirror und Hater von 2020: Endlich bekommen wir den herrlich bösen und zynisch verbitterten Jahresrückblick, den dieses Jahr verdient. Auf Netflix. Am 27. Dezember. Death to 2020.

2020: A year so [insert adjective of choice here], even the creators of Black Mirror couldn’t make it up … but that doesn’t mean they don’t have a little something to add.
Death to 2020 is a comedy event that tells the story of the dreadful year that was — and perhaps still is? This landmark documentary-style special weaves together some of the world’s most (fictitious) renowned voices with real-life archival footage spanning the past 12 months.


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Schon verrückt. In 2 1/2 Monaten ist schon wieder März, obwohl ich noch nicht mal den vergangenen März verarbeitet habe und das gute daran ist, dass das langersehnte Ende dieses eher semi-guten Jahres tatsächlich immer näher rückt. Der bisher vielleicht beste Jahresrückblick zur Shitshow 2020 kommt derweil von Google, die mal zusammengesucht haben, was wir so zusammengesucht haben. Offensichtlich war es ein Jahr, das sehr viele Fragen aufgeworfen hat. Und es war - zwar sehr sehr sehr viel - aber eben auch nicht alles schlecht.

„In times of uncertainty, people seek understanding and meaning. This year, the world searched ‚why‘ more than ever. This film features the questions we asked this year, with words and narration by Kofi Lost. Explore more trends from the year at https://google.com/yearinsearch."


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Gestern hat die Gesellschaft für deutsche Sprache "Corona-Pandemie" als Wort des Jahres 2020 gekürt und selten hat mich etwas weniger überrascht im Leben. Um dieser enttäuschenden Top10 der Einfallslosigkeit im Land der angeblichen Dichter und Denker etwas entgegenzuwirken, hier als kleine Ergänzung mal (m)eine Liste mit neuinfizierten Wörtern, Sätzen, Buchstaben und Zahlen des Jahres, die 2020 mit einer hohen Viruslast durchseucht haben:

Meine Wörter und Unwörter des Jahres (sucht euch einfach selbst aus, was was ist):

Abstand / "mit Abstand der/die/das beste" (oder: Social Distancing)
Corona-Party (wahlweise auch Partyszene oder Corona-Depris)
Coroni (Kosename fürs Pandemie-Virus, wahlweise auch Conora oder Corinna)
positiv (das neue negativ)
Kontaktperson1 (oder: Knuffelkontakt)
Community-Maske (deutsche Übersetzung: Alltagsmaske)
Desi (als Kurzform für Desinfektionsmittel)
Aerosole (2020 nicht mehr nur mit CO2, sondern auch mit Viren in der Luft)
Hygienekonzept (Hygienekonzept des Jahres: lüften)
Lockdown Light (wahlweise auch: Teil-Shutdown oder Wellenbrecher-Shutdown)
Präventionsparadox ("There is no glory in prevention.")
Lockerungsdiskussionen (und die Fußball-Diskussion während einer scheiß Pandemie)
Superspreading-Event (oder: Cluster-Quarantäne)
Risikogebiet (oder: Beherbergungsverbot)
Klopapierknappheit (oder: Hamsterkäufe)
Virologen-Battle (und "Drosten", aber als Verb)
Nasen-Rachen-Abstrich ("Wir müssen alle Abstriche machen")
zoomen (das auch benutzt wird, wenn man Zoom dafür gar nicht benutzt)
Neue Normalität (oder: In Zeiten von Corona)
Brennglas (☀️??)

Sätze des Jahres:

- "Ja, ist gut jetzt." (Drosten, als er zum 3000. mal jemandem Exponentialfunktionen erklären sollte und damit das Jahr unabsichtlich zusammenfasste)
- "There is no glory in prevention." (ein altbekanntes Sprichwort unter Medizinern und Wissenschaftlern)
- "Könnt ihr mich hören?/Kannst du mich hören?" (aus wirklich jeder Videokonferenz)
- "Ich habe Besseres zu tun." (Drosten, als er die BILD per Tweet zerstörte)
- "Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge." (Merkel, als sie in ihrer Fernsehansprache im März "Rücksichtnahme" im Jahr 2020 ziemlich gut neudefiniert hat)

Buchstaben des Jahres:

- Das große C als Synonym dafür, wenn man ihr wisst schon was nicht aussprechen möchte
- Das zweite A in den AHA+A+L-Regeln, das für Maske steht
- Das R im erst superwichtigen und dann in der Bedeutungslosigkeit verschwundenen R-Wert (wahlweise auch das R aus RKI oder PCR-Test)

Zahlen des Jahres:

- Jede Neuinfektionszahl (Genauer: 19200. Die Zahl, die Merkel im September für Weihnachten rechnerisch prophezeit hatte und anfangs als Panikmache wegdiskutiert wurde, bis sie dann bereits im Oktober eintraf)
- 1,5 (Meter Abstand halten, bitte)
- Die 3 Polizisten, die es gebraucht hat, um den selbsternannten Widerstand der Corona-Leugner-Nazis und ihren "Sturm" auf den Bundestag aufzuhalten

Emojis des Jahres:

Deutsche Joker: Wolfgang Bahro hätte am 1. Januar wahrscheinlich auch noch nicht gedacht, dass man seine Grußbotschaft an ein gesundes und glücklichs 2020 am Ende des Jahres nicht mehr unironisch gucken kann. Inzwischen klingt es nämlich so abgrundtief zynisch, wie es Jo Gerner aka der Superbösewicht des GZSZ-Universums eben nun mal ist. This is fine.