Ich habe am Wochenende wieder diesen wunderbaren Klassiker von Omega nachts irgendwo auf'm Dockville-Festival gehört, den ich mir vor einiger Zeit als 2. Song aus dem Mid90s-Trailer gesamplet habe.
Und ja, okay - eigentlich hab' ich das Ding nur ein bisschen aufgepeppt, ein paar Minuten gestrichen und das Ergebnis dann mit Fruity Loops rausgehauen. Mir gefällt's aber irgendwie ganz gut so. Vielleicht ja auch euch (wenn nicht, dann nicht).


Gerade bin ich dabei, die wunderschönen Retro-Songs aus dem Mid90s-Trailer zu hören und mit ihnen ein bisschen in Fruity Loops rumzuspielen. Mit dabei auch der Klassiker von Wendy Rene, den die meisten wahrscheinlich eher als Wu-Tang-Sample kennen. Ich hab' daraus inzwischen auch mal einen kleinen Beat gebastelt - und der geht so (mir gefällt die Version von Argatu ja trotzdem besser als meine):


Nicolas Jaar hat sich klammheimlich einen neuen Namen zugelegt unter dem er ein Album mit Tracks veröffentlicht hat, die nicht nach Nicolas Jaar klingen. Als Against All Logic erhöht er die BPM-Zahl und der eher langsame Ambiente-Sound bekommt einen sehr viel clubbigeren Klang.
Keine Ahnung, ob ich das befürworten soll - aber der erste Song aus "2012-2017" taugt mir. Liegt aber vielleicht auch an dem benutzen deutschen Sample, das offenbar aus 'nem Gedichtband von Rainer Maria Rilke stammt (jedenfalls die ersten Zeilen).
...weiterlesen "Against All Logic (aka Nicolas Jaar) – „Cityfade“"

Der bereits 6. Teil der mehrstündigen Doku "Achtung, Aufnahme! In den Schmieden des Pop", der für mich am interessantesten von allen ist. Die letzte Episode der Reihe dreht sich nämlich ums Samplen, was bedeutet, dass es genretechnisch hauptsächlich um Oldschool-Hip-Hop und neuen Electro geht. Und das ist ja so ziemlich genau meins. Die Folgen 1-5 findet ihr hier in der Mediathek.

Es war eine der revolutionärsten Neuerungen der letzten 40 Jahre: das Sampling. Dabei werden Teile bereits bestehender Stücke herausgeschnitten und – oft als Loop – in neue Songs integriert. Diese Technik kommt eigentlich aus dem jamaikanischen Dub, dem Funk à la James Brown und der Discobewegung.
Das Genre mit den meisten Samples ist aber eindeutig der Hip-Hop. Afrika Bambaataa, Darryl McDaniels von RUN–D.M.C., Chuck D von Public Enemy, Adam Horovitz von den Beastie Boys, RZA vom Wu-Tang Clan und der französische Rapper Akhenaton sind Meister dieser Kunst. Sie kommen in der Sendung selbst zu Wort und verteidigen das, was die Musikindustrie als Plagiat bezeichnet.
In der Vergangenheit kam es bereits zu zahlreichen Gerichtsverfahren. Heute ist es kaum noch möglich, Samples zu verwenden – sehr zum Leidwesen von Rappern und Produzenten, die wehmütig an alte Zeiten zurückdenken. Neben dem Hip-Hop werden aber auch andere Genres unter die Lupe genommen. Für die Musik von Jean Michel Jarre und Moby sind Samples ebenso unverzichtbar.

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Der letzte Remix (Mediathek-Link). Eine fantastische Doku vom ZDF über unsere moderne Remix-Kultur, die sich künstlerisch frei im Internet bewegt und auf Inspiration und Sampling aufbaut - und das vollkommen widersprüchliche und veraltete Urheberrecht, gegen das sie kämpfen muss. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit 2.0 sozusagen. 
Auch wenn die Doku von 2014 inzwischen in einigen Punkten rechtlich überholt wurde, wie z.B. dem nun freien HäppiBörthday-Song oder dem Urteil zwischen Moses P. und Kraftwerk, das in diesem Jahr Sampling (zum Teil) offiziell legal hat werden lassen.

Remixe, Mashups und Collagen sind Kunstformen, die durch das Internet zum Massenphänomen geworden sind. Sie werden häufig als "Straßenkunst" herabgesetzt und marginalisiert, weil sie sich in den gängigen Verwertungsformeln nicht fassen lassen.
Weil dabei auf vorhandenes Material zurückgegriffen wird, ergibt sich ein Problem: das Copyright. Das Doku-Essay "Der letzte Remix" begibt sich in diesen Grenzbereich und das Dahinter.

Eigentlich ist es ja völlig absurd, dass das Urheberrecht seit dem Internet nicht einmal komplett runderneuert wurde. Posten wir doch mittlerweile auch ständig Bilder, GIFs oder sonstwas, die nicht von uns stammen.
Und im Grunde macht man sich damit jedes mal zum Kriminellen, denn es ist immer ein Verstoß gegen das Urheberrecht (als Blogger kann ich selbstverständlich ein gemafreies Lied davon singen). Aber natürlich holt jeder von uns jedes Mal vorher die Erlaubnis des Urhebers ein oder achtet immer auf lizenzfreie Richtlinien. Wir haben ja auch alle sonst nichts zu tun.

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Wer die 90er einigermaßen mitbekommen hat, erkennt ihn sofort. Den Hochfahrsound von Windows '95. Hat damals - als Rechner noch beinahe täglich abstürzten - nach hundertmaligen Hören ganz schön genervt. Inzwischen werd' ich aber immer ein bisschen nostalgisch, wenn er irgendwo läuft. Besonders, wenn er so schön als Sample verpackt in einem Beat (vom italienischen Hobbymusiker panna) auftaucht. Siehe Höre hier:

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Eine 9-Songs starke EP von Bwana, dessen Hauptbestandteil Samples aus dem Anime-Klassiker Akira sind. Und dafür, dass es Techno ist, find' ich's sogar recht hörbar. Ich hab' allerdings auch gerade die Fanbrille auf den Ohren (alles mit Akira ist toll!!!!!11).
Released for no profit via tor and microsite. Music by Bwana. Art Direction by LuckyMe. A tribute.

1 - Capsule's Pride (Bikes)
2 - Kiyoko's Vision
3 - Nightfall in Neo-Tokyo
4 - Failed Escape (Where You Belong)
5 - The Colonel's Mistake, The Scientist's Regret
6 - SOL
7 - Akira's Light
8 - K&K (Lovers In The Light)
9 - Tetsuo's Dance 


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Huw Penson und Ben Langham haben die Londoner U-Bahn sowohl visuell als auch audiotechnisch als Quelle genutzt und aus ihr dieses Video gebastelt. Und das ist dann wahrscheinlich dieses Kunst, von dem immer alle reden (art from the underground).

"A creative project to remind us of the strange surroundings most of us walk through everyday. Filmed many parts of the London Underground with permission from TFL. Sounds of the Underground captured and turned into music for the soundtrack."

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Electic Method hatte ich hier schon ein paar Male verbloggst. Sonst remixt er ja meistens Filme zu einem neuen Filmfetzen. Diesmal zerfetzt er Musik. Und zwar die Musik, die zu einem Großteil (der Beat) auch aus Fetzen (aka Samples) besteht. Die Rede ist natürlich von hippadihiphop, der hier mit seinen bekanntesten Vertretern quasi historisch zusammengesamplet (und gefetzt) wird. Und zwar gar nicht mal so schlecht. 

(Direktlink)
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Die ersten zwei Auskopplungen aus Kutiman's YouTube-MashUp-Album (namens Thru You Too) hab' ich ja hier schon verbloggt. Nun ist auch das gesamte Album auf YouTube (wo sonst?) verfügbar, und es hält das wahnsinnig hohe Niveau bis zum Schluss (für euch getestet). 
Schön übrigens auch das Intro, das euch nochmal, natürlich in Audiofetzen, erklärt, wie die Songs entstanden sind. Große und sehr, sehr ohrwurmlastige Kunst.

Alle 6 Songs via Playlist:
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HHV.de plant eine Reihe an Mini-Reportagen im Rahmen der Diggin' Days 2014, einem Berliner Musik-Event vom 31.08. - 05.09 (speziell für Schallplattenliebehaber). In der Filmchenreihe geht es - und man hätte es erahnen können - ums Diggen von Samples. 
Und wie das genau abläuft bzw. was man beim Durchstörbern von Omi's alter Schallplattensammlung oder beim Flohmarkt um die Ecke beachten sollte, erklärt euch in der ersten Episode der Vinylliebhaber und Producer DJ Scientist. Find' ich gar nicht mal so uninteressant und ist angenehm chillig zum Schauen. Ich bin gespannt auf die nächsten Folgen.

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 "Samplen ist was für diejenigen, die selbst kein Instrument spielen können", so lautet ein nerviger Satz, den mal irgendjemand sagte. Hinter der oft leichtfertig als Ideen-Klau bezeichneten Methode steckt aber auch viel Erfahrung in Sachen Musik.
Das fängt schon damit an, dass man erstmal wissen muss, wo man sein Sample überhaupt herbekommt. Und auch das anschließende Drüberlegen der Drums ist nicht "mal eben" gemacht, sondern frisst auch gerne mal enorm viel Zeit.

Auch die Dramadigs aus Bremen, die u.a. schon für Flo Mega und Eloquent produziert haben, bauen ihre Beats aus Samples. In einer kleinen charmanten Doku von Julia Haase spricht das Duo ganz locker darüber, wo sie nach ihren Schätzen graben - und erläutern anschließend ein wenig den Arbeitsprozess beim Musik aus Musik machen. Lasst euch inspirieren.

PS: Die Dramadigs basteln nicht nur schicke Beats, sondern rappen auch drauf. Demnächst soll übrigens ein neues Album folgen "Bei aller Liebe".
Vom alten Album kriegt ihr das hier:
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