Jeder, der schon mal etwas Persönliches vor einer Meute fremder Menschen vorgetragen hat, kennt sie. Die ständig plagenden Selbstzweifel und die permanente Angst sich total zu blamieren.
In solcher einer Situation plus den gleichen Gefühlen befindet sich auch Tom Moody, die Hauptfigur aus dem mehrfach (16 fucking mal!) ausgezeichneten Stop-Motion-Kurzfilm von Ainslie Henderson. Gerade in dem Moment, als er sich als Sänger auf der Bühne beweisen will, bekommt Tom Besuch von einem alten "Bekannten" aus der Vergangenheit. Dieser scheint jedoch noch mehr Angst zu haben als er selbst. Und am Ende entscheiden sich beide für... tja, findet's raus!
Wenn ich's vergeben würde, dann wär hier das Prädikat "besonders wertvoll" verdammt angebracht. Mit der beste Stop-Motion-Film, den ich bisher gesehen habe (echt jetzt). Und er erinnert mich irgendwie an mich.
Beim Anblick des wunderschön zusammengeschnittenen Kurzfilms von Garchois Films bekommt man doch glatt auch mal wieder Lust sich nach draußen zu begeben. Es scheint sich zu lohnen - optisch zumindest.
Seit ein paar Monaten bin ich ein großer Fan der Webserienmacher von Long Story Short. Diese etwas ältere und wie immer verdammt kurzweilig erzählte Folge dreht sich um die wunderbare, aber manchmal auch stressige Tätigkeit des Datens. Alles Liebe Hiebe zum Valentinstag.
Die Welt im Kurzfilm Majoritee Oprimee (Unterdrückte Mehrheit) von Eléonore Pourriat funktioniert etwas anders als gewohnt. Hier übernimmt die Frau die Rolle des starken Geschlechts - und das inklusive aller gesellschaftlichen Auswirkungen.
Das heißt im Umkehrschluss dann, und darauf ist der Fokus gelegt, dass der Mann sich hier nun in der Position des Sexobjektes befindet - mit allem drum & dran. Das fängt bei Kleinigkeiten wie dem Hinterherpfeiffen an und hört beim sich aus der Unterdrückung befreienden Feminismus Maskulinismus auf.
Beim ersten Reinschauen, habe ich ein bisschen gebraucht, um zu realisieren, was hier eigentlich los ist. Denn auf den ersten Blick wirkt in dem französischen Kurzfilm von 2010 tatsächlich alles ziemlich normal. Irgendwann hat's aber Klick gemacht. Und nachdem mein Hirn so langsam in die Gänge kam, fand ich die Idee (bzw. die vielen kleinen Ideen) und die recht überzeugende Umsetzung wirklich verdammt gut.
Kurz vorm Ende wurd mir der Film dann zwar wiederum ein bisschen zu deutlich, aber dafür, dass ihn eine Frau gemacht hat, ist er echt stark. Hehe.
PS: bitcht mich nicht für den letzten Satz, ich hab mich nur dem Film angepasst.
Der fantastisch animierte Kurfzilm Junkyard tourte in den letzten knapp 2 Jahren durch über 100 Festivals. Und dabei konnte er - völlig zurecht - über 20 Preise einsacken.
Der Film von Hisko Hulsing erzählt die Geschichte eines Mannes, der gerade dabei ist zu sterben. Während er in die Augen seines Mörders starrt, bekommt er nochmal einen letzten Flashback. Dort eingetaucht, kommt ihm die Geschichte einer alten verlorenen Freundschaft, dessen wahre Verluste er erst jetzt zu begreifen scheint.
Wen die Story jetzt nicht umhaut, sollte dennoch mal einen Blick hineinwerfen. Denn der einzigartige Animationstechnik ist das(!) eigentliche Feature des niederländischen Films. Der moderne und gleichzeitig total nach antiker Kunst aussehende Grafikstil ist eine Mischung aus digital gewordenen Ölgemälden und daraus gemachten 2D- und 3D-Animationen. Klick it.
Leider gibt es die insgesamt 15 Kurzfilme nicht auf einmal zu sehen, sondern sie werden übers Jahr verteilt hochgeladen. Bin mir aber sicher, dass sich das Warten gelegentlich lohnen wird, da bestimmt einige Kurzfilme bei sind, die richtig was können.
Der erste Film, der noch bis zum 24.02. online steht, ist Traumfrau von Oliver Schwarz. Der dokumentarische Kurzfilm erzählt von einem Phänomen, das sich in den letzten Jahren zu häufen scheint. Menschen (fast ausschließlich Männer), die ein emotionales Verhältnis zu Gummi- oder Silikonpuppen haben - und sogar mit ihnen "zusammenleben". Auch Dirk, die Hauptfigur aus unserer Kurzdoku, hat die leblose Jenny für sich entdeckt, die ihn tatsächlich (fast) erfüllen zu scheint. Liebevoll setzt er sie auf die Couch, macht ihr die Haare - und hat sogar mit ihr Sex.
Zugegeben, das Ganze wirkt zu Beginn wirklich sehr befremdlich. Doch der Berlinale-Kurzfilm von 2012 schafft es, dass man zumindest die Beweggründe dahinter irgendwie nachvollziehen kann. Das gelingt ihm vorallem dadurch, dass er die hier dargstellte "Krankheit" inklusive Person nicht vorführt, sondern lediglich ehrlich und sachlich aus seiner Sicht erzählen lässt, wie es dazu gekommen ist. Auch wenn alles trotzdem ein wenig zwischen creepy und traurig bleibt. ... - hier geht's zum Film
Die weiteren Termine für die nächsten Kurfzilme sind:
05.02.-06.03. Whaled Women von Ewa Einhorn und Jeuno JE Kim, Schweden 2012, 9 Min.
Der 13-minütige Kurzfilm Skin ist wirklich kein Film, um happy zu werden. Dafür durchleuchtet er aber das Thema Kindheitstrauma so fucking gut, dass ich mich nicht wunder, dass er sowohl beim Sundance- als auch auf dem SXSW-Filmfestival dabei war.
Update: Nur noch als Direktlink verfügbar, der eine Klick mehr lohnt sich aber.
Bevor ihr zu einem Bewerbungsgespräch geht, solltet ihr euch vielleicht erkundigen, was für ein Job ihr dort überhaupt machen müsst und für wen ihr da genau arbeitet.
Ansonsten geht es euch eventuell so wie diesem jungen Herren im Animations-Kurzfilm Interview von The Animation Workshop. Wait for the end.