Hass ist ihr Hobby. Eine Doku aus der 5 teiligen Rabiat!-Reihe, die gestern in der ARD lief und den Drachenlord ins Fernsehen gebracht hat. Ein 45-minütiger Cybermobbing-Höllentrip ins Drachengame, Siff-Twitter und Trolling mit Auswirkungen im Real-Life. Leider ohne Interview mit dem "Star" der Reportage, der dafür aber auf seinem Kanal sein Statement dazu abgegeben hat.

Die restlichen 4 Filme aus der Doku-Serie vom Y-Kollektiv gibt's sowohl in der Mediathek als auch bei YouTube und bette ich hier gleich mal mit ein: ...weiterlesen "ARD-Doku: Hass ist ihr Hobby | Cybermobbing, Drachenlord & Siff-Twitter"


Ich hab ja schon angekündigt, dass ich hier noch ein bisschen was von der re:publica hinhaue. Und jetzt gibt's gleich ein Doppelpack. Einmal einen Vortrag, der von der Entwicklung des Internetz hin zum aufmerksamkeitsgeilen Klickgenerator erzählt. Also über das ganze Flachsinns-Clickbait-Gedöns, Like-Sucht und die Twitteritis von Trump.

Der zweite Vortrag ist etwas weniger amüsant, dafür aber informativer. Er handelt vom Sifftwitter, also alle Reply-Tweets (@irgendwen) von Trollen, die auf ihre Vernetzung untereinander analysiert wurden. Mit dabei sind Nazis, RapUpdate-Fans und Kai Diekman, die allesamt ums Datenfeuer tanzen. Mehr Infos unten im Beschreibungstext zum Video.

"Der öffentliche Raum, zu dem auch Twitter gehört, ist kein Safespace. Eine zentrale Stoßrichtung von Trolltwitter. Die Problematik des Begriffes dann im Vortrag. Jede_r darf im Internet seine Meinung veröffentlichen, aber jede_r muss zugleich damit rechnen auf Kritik zu stoßen. Wie geht man damit um, wenn diese Kritik aus Beleidigungen und Gewaltandrohungen besteht? Blocken ist für viele zur Standardantwort geworden. Und die Trolle feiern sich für jedes geblockt werden. Mit Screenshots und Verweis an den Rest, wen man gut ärgern kann.

Außerdem sei man ja nur Satire. Und Twitter darf man sowieso nicht so ernst nehmen. Nur Performance. Aber bitte die Kritik, die sich dahinter versteckt ernst nehmen. Aus der Bloßstellung der eigenen Schwächen Profit machen, das gehört sich nicht. Und sich ständig selbst bemitleiden auch nicht. Opfer sind Opfer.

Die beobachteten Trolle lassen sich in unterschiedliche Gruppen einteilen. RU steht nicht für Russland, sondern RapUpdate. Die Drachenhater schauen gern YouTube. Da sind die Commies und die Nazis. Die Maskus und die Anis. Teilweise mit mehr, teilweise mit weniger Überschneidungen. Fast allen ist gemeinsam, dass Twitter als Bühne wahrnehmen und nutzen.“

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Ein Doku-Projekt aus Norwegen, das ein paar Internet-Trolle zuhause besucht hat, um sie nach ihrer Motivation zu befragen. Im Grunde genommen sind das aber alles keine Trolle, sondern in ihrer Meinung festgefahrene Verschwörungstheoretiker, die im Netz u.a. als "Glaubenskrieger" betitelt werden. Unfassbar und ziemlich bedenklich, was manche Menschen so mit ihrer Lebenszeit anstellen.

We meet a global set of people: some who hate immigrants and threaten to kill them; a refugee fighting Assad from afar; and someone who is very annoyed with Lady Gaga. The characters read their online comments out loud and offer thoughts on why they wrote them. Do they show any remorse for the hurt they may have caused? Is there any space in their minds for accepting other peoples’ ideas? Without seeking our approval or condemnation, they try and explain in the offline world whether they stand by their strong online views.

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Die AfDoof aus Baden-Württemberg hat einen Beitrag von Extra 3 auf ihrer Seite eingebettet, was an sich schon lustig ist, da das Anschauen von Extra 3 eigentlich Folter sein müsse für jedes AfD-Mitglied. Noch lustiger ist aber, wenn das YouTube-Video dann plötzlich das Thumbnail wechselt. 
Leider fällt auch denen von der AfD manchmal was auf bzw. haben sie das Ding inzwischen wieder rausgenommen (sorry, 'n AfD-Link möcht' ich hier nicht haben). Ein Hoch auf Screenshots!
Gleichzeitig hat man mit der Aktion übrigens die Seite aufgrund der vielen Aufrufe lahm gelegt - jedenfalls für kurze Zeit (2 Fliegen mit einer Klappe sozusagen). I  Lügenpresse.

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Der Kanadier Shane Koyczan mit seinem poetischen Beitrag zum Thema Cybermobbing und Trolle. Und er spricht darin, auf ziemlich bittere (und irgendwie schöne) Weise, teils sehr traurige Wahrheiten an.
Vielleicht sollten wir uns einfach alle mal etwas stärker darum bemühen, ein bisschen mehr Liebe im Internet zu verbreiten - statt immer nur gegen alles und jeden zu haten. Schließlich kann man das, was wir im Video gelernt haben, auch andersrum anwenden.
Und genau deswegen könnt ihr zwar mit nur einem negativen Kommentar einen Menschen kaputt machen; ihr könntet aber auch (das lassen und) genauso gut einen anderen Menschen mit einem positiven Feedback glücklich machen. Ihr habt die Wahl.