Beim Alkoholverbot der mir viel(!) zu oft stattfindenden Rechtsrockfestivals in Themar macht die Polizei in Ostdeutschland offenbar tatsächlich mal einen ganz guten Job und greift überall gut durch. Eine Tankstelle in der Nähe wurde gar komplett gemietet und zum Hauptquartier umfunktioniert.
Und es hilft anscheinend. Deutlich weniger Besucher, etliche sind genervt und die Polizei verteilt fleißig Strafanzeigen (und schmeißt sogar 2 Bands während ihres Auftritts vom Platz). Geht doch, Schland. Darauf erstmal ein schönes deutsches Bier. 🍺


Die Fortsetzung vom letztjährigen Wir-sind-mehr-Konzert gegen Rechts, die dieses Jahr das WarmUp-Programm für Kraftklubs Kosmonautfestival ist: Wir bleiben mehr. Live-Streams vom für Toleranz und gegen Fremdenhass kämpfenden Kosmos Chemnitz gibt's auf YouTube, arte und im Boiler Room (bei YT zurückspulen oder aufs ganze Video warten, im BR-Channel sind alle fertigen Streams).
Mit am Start sind u.a. Großstadtgeflüster, Mauli, Fatoni, Tocotronic, Alligatoah, Zugezogen Maskulin, Stimming, Dr. Motte und Herbert Grönemeyer. Stabiles LineUp für ein Umsonst-Festival, das so viel positive Vibes versprüht. Fuck Nazis. Mit guter Musik (und Festivals MIT Bier). <3

Der Sommer 2018 brachte Chemnitz in die Schlagzeilen: mit fremdenfeindlichen Übergriffen, aber auch mit “#wirsindmehr”, einem Konzert, bei welchem Musiker*innen, Kulturschaffende und die Stadt Chemnitz gegen Fremdenhass und für ein demokratisches und solidarisches Miteinander aufriefen. KOSMOS CHEMNITZ – WIR BLEIBEN MEHR knüpft genau dort an. Es greift den kulturellen und solidarischen Impuls auf, den 65.000 Besucher*innen und mehr als 1.Mio Zuschauer*innen beim Livestream von #wirsindmehr gesetzt haben.
Gemeinsam mit der Stadt und den lokalen Kulturakteur*innen will der KOSMOS CHEMNITZ den gesellschaftlichen Dialog in Chemnitz fortführen. Er bringt zusammen, was zusammen gehört: Musik, Kultur und gesellschaftlichen Diskurs – und formt einen neuen Spielplatz für eine offene Stadtgesellschaft.



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Während normale Menschen arbeiten, treiben tausende Arbeitnehmer oder Staatsdiener Ausländer durch Chemnitz, attackieren Presse und Polizeibeamte und grüßen Hitler.

Was würde ihr Chef wohl dazu sagen? Um das herauszufinden, haben wir 3 Millionen Bilder von 7.000 Verdächtigen ausgewertet und danach gelöscht. Das Ziel: den Rechtsextremismus 2018 systematisch erfassen, identifizieren und unschädlich machen.

Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofort-Bargeld. Helfen Sie uns, die entsprechenden Problemdeutschen aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu entfernen.

www.soko-chemnitz.de

Das Zentrum für Politische Schönheit, das nach eigenen Angaben aggressiven Humanismus statt Online-Petitionen betreibt, hat es mit der Soko-Chemnitz wieder mal geschafft, Almans mit einem provokanten Kunstpojekt mächtig zu triggern.

Seit Montag stellt das Zentrum für Politische Schönheit „1.524 Drückeberger vor der Demokratie“ auf einer Website mit ihren Porträtfotos aus. Neben bereits bekannten Personen des rechtsextremen Milieus, Kameradschaftler und Hooligans sowie Abgeordnete der AfD, finden sich dort vor allem Bilder von bislang Unbekannten. Für manchen Nazi sind es 5 Euro, für andere 90. Besser spiegeln kann man die Ideologie der Ungleichwertigkeit nicht. (taz)


Und während alle darüber diskutieren, ob man das jetzt so machen kann oder nicht, laufen weiterhin 467 von der Polizei gesuchte Neonazis in Deutschland rum. Auf der Flucht vorm Haftbefehl. Just sayin'.

In der Aktion tun sie so, als würden sie eine öffentliche Fahndung nach Teilnehmern der rechtsextremen Ausschreitungen bei den Demonstrationen in Chemnitz Ende August fahnden, um diese zu „enttarnen“ und bei ihren Arbeitgebern anzukreiden. Selbstverständlich machen sie das nicht wirklich. Das ist eine Künstlergruppe, deren Aktionen nie das waren, was sie zunächst behaupteten zu sein. [...]
Die Aufmerksamkeit erreicht die Gruppe mit ihrer Aktion natürlich erst dadurch, dass sie so echt wie möglich wirkt. Das Kapital von Kunst und Satire ist stets Aufmerksamkeit. [...] Zweck der Aktion ist eben darauf hinzuweisen, dass solche öffentlichen Fahndungsaufrufe und Anprangerungen moralisch verwerflich sind. Und so haben sie auch die AfD und andere Rechte dazu gebracht, das einzugestehen. (Volksverpetzer)

... Plot-Twist: They call it a honeypot.
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Maeckes hat einen Song für den Kinderlieder-Sampler Unter meinem Bett geschrieben, der - wie ein guter Pixar-Film - für Klein und Groß funktioniert. Inklusive schöner Message. Rumpeldipum.

Was tun, wenn es einen Ruck nach rechts macht? Die krumme Welt wieder gerade machen!

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DAS IST JA NICHT MAL LINKS, WAS ICH SAG - DAS IST EINFACH NUR NORMAL: ALLE HASSEN NAZIS!

Passend zum 9. November releasen KAFVKA einen Song, um klar zu machen, dass es alles andere als radikal ist, gegen Nazis zu sein. Es ist das fucking Gegenteil: nämlich völlig normal. Starker Text. Und sehr schön gewählter Hintergrund fürs Video. Stop Wars.

Was passiert, wenn Casper nicht mehr da ist... - aber immer noch die Nazis
Alle Kids abgereist, keiner geht mehr auf Demos, nein
Nazis sind krank - wir müssen die Chemo sein
Es reicht nicht mehr mehr zu sein
Für die Größe der Bedrohung ist ein Hashtag zu klein
Diese Zeiten zu laut für eine Mehrheit, die schweigt
Raus auf die Straßen - wer ist bereit!?


via fcknzsrblln


Eigentlich hat Thomas Urban im Jahr 2012 beschlossen, seine selbst auferlegte Arbeit als verdeckter Journalist, der Straftaten wie Hitlergrüße und Mordaufrufe auf Rechtsrock-Events an die Öffentlichkeit bringt, einzustellen. Seit diesem Jahr macht er den leider wieder wichtig gewordenen Job weiter. STRG_F ihn besucht und mit ihm darüber gesprochen, wie es so ist, allein unter zig grölenden Neo-Nazis zu stehen und dabei jeden Moment auffliegen zu können.

Diese Szenen sind erschütternd: Neonazis unter sich auf Konzerten, mit brutalen Liedern und gnadenlosen Ansagen. Seit vielen Jahren dokumentiert der Journalist Thomas Kuban das Treiben der rechten Szene. Er deckt auf, wie normal Hitlergrüße und Lieder mit verbotenen Inhalten auf diesen Konzerten sind und zeigt, wie sich die Szene offenbar immer stärker an sich selbst berauscht. Seine Einsätze sind mitunter lebensgefährlich. Doch seine Arbeit ist in diesen Zeiten wichtiger denn je. STRG_F-Reporter Tobias Zwior dokumentiert seine bittersten Belege um zu zeigen, wie sehr man auf das menschenverachtende Vorgehen der Naziszene achten muss.

242.000(!) Menschen haben gestern für ein weltoffenes, multikulturelles und kunterbuntes Deutschland demonstriert (erwartet wurden ursprünglich so um die 40.000). Wir. Sind. Mehr. Danke, Berlin. ♡

 

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#miasanmehr: Zur bayrischen Landtagswahl haben die Künstler mit Herz zur Abschreckung das Parteiprogramm der AfD inhaltlich auseinandergenommen - und als bayrischen Song verpackt. Damit man auch im traditionellen Bayern versteht, was fua a Schmarrn doa oalles drin steht.

“Künstler mit Herz“ ist eine Initiative kunst- kultur- und medienschaffender Menschen, die sich für ein buntes, tolerantes, weltoffenes Bayern einsetzen und gemeinsam ihre Stimme gegen den Rechtsruck in Bayern, Deutschland und Europa erheben.

Der in Hamburg lebende Künstler, Journalist & Moderator Michel Abdollahi hat auf Facebook einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin bzw. die Bundesregierung verfasst, den ich genau so unterschreibe und gerne auch hier teile.
Ein Rundumschlag, der alles, was in Deutschland aktuell schief läuft mit starken Worten zusammenfasst. Es wird Zeit, auf die zu hören, denen die "Besorgten" Sorgen machen.

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Bundesregierung,

ich bin in großer Sorge um das Land und die Bevölkerung. Die Stimmung auf der Straße wird zunehmend bedrohlicher. Mich erreichen täglich dutzende Nachrichten von Menschen, die in Deutschland aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihrer Herkunft herabwürdigend behandelt werden.
...weiterlesen "Michel Abdollahis offener Brief an die Bundesregierung"

Das ist meine Stadt: 125 rechte Spacken demonstrieren - 10.000 Menschen treten ihnen entgegen und lassen sie verstummen. So ging die Merkel-muss-weg-Kundgebung in Hamburg gestern aus. Am Sonntag davor versammelten sich bereits über 15.000 an den Landungsbrücken (#seebrücke). Und ich freue mich sehr, dass in Hamburg keine Toten Hosen auftreten müssen, um Nazis den (Nord-)Wind aus den Segeln zu nehmen. Wir sind hier nämlich auch so schon mehr. Und zwar viel mehr, digga.

Gestern protestierten laut Medienberichten ca. 65.000 Menschen friedlich, laut für ein buntes Miteinander - und gegen Fremdenfeindlichkeit (hier die ganze Show nochmal im Stream). Das sind mehr als die doppelte Anzahl der AfD-Mitglieder - bundesweit. Damit dürfte ja dann nun endgültig klar sein, wer in diesem Land nun das Volk ist und wer nicht.
Ein durchweg gelungener Abend, der nicht nur nach Liebe schrie, sondern auch viel davon versprühte. Und ich möchte nochmal anmerken, dass der böse böse Deutschrap (und "linksradikale Rocker") hauptverantwortlich für diese schöne Aktion war. Behaltet das mal für den nächsten garantiert kommenden Artikel im Hinterkopf, in dem Hip-Hop wieder als Sündenbock für irgendwas herhalten muss.

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Am heutigen Montag spielen Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, Kraftklub, K.I.Z., Nura (SXTN), Trettmann, Marteria & Casper in Chemnitz, um zusammen mit zehntausenden Menschen ein Zeichen gegen Rechts zu setzen und Rassisten zu zeigen, wer hier das Volk ist. Auf YouTube gibt es einen Live-Stream, der vermutlich wie das Konzert um 17 Uhr startet. FCK NZS.

Im Anhang ein paar Worte Feine Sahne Fischfilet, die eigentlich alles dazu sagen, was es dazu zu sagen gibt:

Man kann alles zerlabern, man kann gewisse Chancen aber auch mal nutzen und sich nicht nur in seiner Selbstgefälligkeit verlieren. Klar werden viele Leute wegen der Konzerte kommen. Nichts daran ist schlimm. Es ist nicht scheiße, wenn dort Leute das erste Mal zu einer Aktion kommen, die sich unter dem Motto „#wirsindmehr – Aufstehen gegen rechte Hetzte“ zusammenfindet, sondern es ist der Oberknaller, wenn dort junge Leute, Unentschlossene bzw. Menschen, die sich bisher nicht getraut haben auf die Straße zu gehen, hinkommen.

Es geht darum, endlich mal aus dieser Schockstarre rauszukommen. Einige Leute tun so, als ob die Welt fast untergeht. Tut sie jedoch nicht. Die Neonazis labern die ganze Zeit davon, wie viele sie sind, dass ihnen die Straße gehört. Wenn am Montag da 10000 Leute zusammenkommen und es auch nur für einen Tag schaffen, dem Rassistenmob zu zeigen, dass es da noch Leute gibt, die ihnen die Straße streitig machen, dann ist das der Hammer. Nur dabei darf es aber nicht bleiben, das kann nur ein erster Anfang sein. All die Bands würden sich sicherlich nen Arsch abfreuen, am Montag chillen zu können. Und wenn man das Gefühl hätte, dass da 10000 Leute durch Sachsen laufen und sich dem Mob entgegenstellen, dann würden wir das hart feiern. Aber solange die Verhältnisse sind wie sie sind, hat man sein Privileg zu nutzen. Cool, dass es andere Bands auch so sehen.

Es geht auch nicht darum, irgendwelche scheiß Nazis oder Leute, die diese heimlich oder auch lauthals beklatschen, umzustimmen. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Diskussion mit Nazis nichts bringt. Es geht darum, die coolen Leute vor Ort zu supporten. Es geht darum, Kids, Alte, Junge, Anzugsträger, Leute aus den verschiedensten Subkulturen, Normalos, Studenten, Prolls zu erreichen und zu zeigen, dass hier noch was geht. Und wenn auch nur ein kleiner Teil danach auch für nächste Gegenproteste den Arsch hochbekommt und sich ermutigt und nicht alleine fühlt, dann feiern wir es richtig hart. Für alle Leute von außerhalb: Es bringt auch nichts, am Montag nach Chemnitz zu kommen, einen Tag lang nen Dicken zu schieben. Viel wichtiger ist, die Leute vor Ort kontinuierlich zu unterstützen.


via keintestspielfürnazis