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Ein kleines und ausnahmsweise kostenloses Suchspiel von der UEFA bzw. zum EM-Finale, dessen diesjähriger Sieger am Ende vielleicht gar nicht Italien, sondern Corona war. Jedenfalls bekommt man den Eindruck, wenn man diese noch verstörend ungewohnten Menschenmassen sieht - und vergeblich nach Masken sucht. Das Gute daran: Fußball ist nun endlich erstmal vorbei - und ein bisschen "Spaß" macht die Pandemie-Edition vom Waldo-Game zugegebenermaßen trotzdem (hier die Lösung, falls ihr eure Augen erlösen wollt).

Habt ihr beim Deutschland-Spiel eigentlich auch dieses kleine süße Fan-Girl gesehen, das bittlerich geweint hat und euch dann gewünscht, ihr irgendwas Aufmunterndes wie "es ist doch nur ein Ballspiel" sagen zu können. Leider ging das aber nicht allen so, denn kurz danach gabs in den (a)sozialen Medien tatsächlich Spott, Häme und üble Beleidigungen für ein kleines ohnehin schon trauriges Mädchen.
Zum Glück besteht das Internet aber eben nicht nur aus Arschlöchern und zeigte sich anschließend auch von seiner gönnenden Seite - und nach einem kleinen Aufruf dagegen hat man nun einfach über 20.000€ für die Kleine gesammelt. Das finde ich zwar auch etwas übertrieben, aber hey, ich wäre jetzt definitiv nicht mehr traurig (ihre Eltern vermutlich auch nicht). Naja, irgendwie fasst die ganze Geschichte den Fluch und Segen des Internetz mal wieder ganz gut zusammen, würd' ich sagen.

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Die UEFA möchte Politik gänzlich aus dem Sport raushalten, lässt aber rechte Hooligans ins Stadion, wirbt in erster Linie für Marken aus Diktaturen und erklärt Regenbogenfarben auf einer Party als zu radikal. Und mal abgesehen davon, dass der Plan etwas naiv ist, weil sowieso fast alles politisch ist, möchte da wohl eher ein geldgeiler Arschlochverein seine Haupt-Sponsoren aus Russland und China nicht verärgern, weil ihm Ca$h eben doch sehr viel wichtiger ist als irgendwelche Menschenrechte. Kapitalismus halt. Man kennt's.
Und weil das alles so offensichtlich doch politisch ist, wird gerade zurecht auch genauso offen dagegengehalten. Weltweit im Internet zum Beispiel. Aber auch gestern auf dem Platz, wo meine zwei Highlights ja ein regenbogenfarbener Ehren-Flitzer (sogar mit FFP2-Maske, sehr vorbildlich) und ein kleines Hand-Herzchen waren. Putin, Orban und Erdogan gucken derweil ganz traurig. Denn nahezu alle Diktatoren sind inzwischen als Gruppenletzter ausgeschieden. Tja. Mein neuer Lieblingsspieler ist noch dabei:

"Man kann nicht stolz darauf sein, dass es wenig #Rassismus gibt, das Ziel muss sein: kein Rassismus. [...] Wenn ich als Sportler so viel Gehör finde, kann ich das ja auch anders nutzen, als nur zu zeigen, was für ein tolles Auto ich fahre."
-Goretzka

...weiterlesen "Regenbogen: 1, Faschismus: 0"

Keine Ahnung, warum sofort immer alles als politisch radikale Kampfansage gewertet wird, wenn man mal erwähnt, dass auf der Erde nicht nur weiße Hetereomänners leben, sondern die ganze Welt bunt ist. Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehen kann, wie jemand ernsthaft etwas so schönes wie die Farben eines Regenbogens verbieten kann, der kein Superschurke ist (guess this is you, UEFA). Für mich klingt es jedenfalls so, als würden die als nächstes dann auch die Sonne, Liebe und/oder Musik verbieten wollen.
Bis dahin wehrt sich das gesamte Internet allerdings erstmal zurecht gegen diese "unpolitische" Entscheidung, spamt alle UEFA-Channels mit bunten Farben voll und der Regenbogen feiert seinen Schwarzekachel-Moment. Für mehr Vielfalt. Überall. Und immer.

...weiterlesen "Regenbogengate: 🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈🌈"


Özil hat kein Bock mehr für ein Land zu spielen, in dem er nur noch der "Türke" im Team ist, wenn die Mannschaft verliert und ballerte gestern kurz vorm Tatort seinen Rücktritt aus dem DFB-Trikot samt Medien-Statement raus. Ohne die Medien. Like a Pro.
Und, ja, man kann ihn immer noch für sein nicht allzu cleveres und dann doch ziemlich unreflektiertes Foto mit Erdogan kritisieren (genau wie die sterbenden Arbeiter in Katar, die Bilder der Bayern-Mannschaft mit einem sich stolz inszenierenden Söder oder den lässig mit Putin abhängenden Lothar). Ich klopfe ihm nach diesem Abtritt aber lieber auf die Schulter und bewundere währenddessen, dass jemand Özil mit Einstein vergleicht. Mach's gut, Mesut.

Falls ihr gestern den Sieg von Frankreich gesehen und euch gefragt habt, wer denn eigentlich die Flitzer waren, die das Finale für ein paar Sekunden unterbrochen haben: Pussy Riot. Und ich glaube, das ist auch mein kleines Highlight der WM. High Five. ?


...weiterlesen "Pussy Riot flitzten durchs WM-Finale in Moskau"

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Das südafrikanische KentuckyFriedChicken hat die schauspielerischen Fähigkeiten von Neymar in einen Werbespot ge(t)rollt. Und ich hätte jetzt ja auch lieber Hühnchen statt einem Freistoß.

Why make a meal of it for a free kick when you can make a meal of it with a Streetwise 2 for R29.90!


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Im Berliner Kurier hat man gestern 'Schland beerdigt, im Frühstücksfernsehen von Sat1 gibt man Flüchtlingen und Frau Merkel die Schuld fürs WM-Aus (wtf) und ich finde es allgemein sehr befremdlich, dass von Schande, Trauer und blabla fürs ganze Land gesprochen wird, weil jemand ein Fußballspiel verloren hat. Dann doch lieber ab zum Bäcker, der die Niederlage etwas besser verarbeitet hat. Und bestimmt auch leckerer. Süße deutsche Tränen.

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Aus aktuellem Anlass. Denn am Ende fragt man sich ja bekanntlich immer, woran es gelegen hat. Und vermutlich tut es die deutsche Medienlandschaft die Woche auch noch einige hunderte Male. Eine bessere Antwort als diese hier werdet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit aber auch nicht bekommen.

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Like a Pro.


Ich würde den beiden ja den Laufpass geben, kann mich aber noch nicht so richtig entscheiden, ob das der schlechteste oder der beste Fußball-Song ist, den ich je gehört habe. Eventuell muss da nochmal ein Schiedsrichter ran und die Sache klären. Bis dahin ist das aber definitiv meine neue WM-Hymne.

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