Marteria gibt dem Green in Green Berlin eine ganz neue Bedeutung und hat eine Slow Fashion-Kollektion per aus dem Meer recycletem Plastik und Bio-Baumwolle produziert. Sehr löblich. Ich glaube zwar, dass das letzte, was wir brauchen noch eine Modekollektion ist, finde aber trotzdem gut, dass das Thema Nachhaltigkeit offenbar endgültig im Deutschrap-Kosmos angekommen ist und somit nun auch ganz offiziell als "cool" gilt.
Kleiner Tipp am Rande: ihr seid nicht nachhaltig, wenn ihr euch nachhaltige Klamotten bestellt, obwohl euer Kleiderschrank bereits aus allen Nähten platzt. Die dazugehörige Doku ist aber auch aufgrund der immer noch guten Beats durchaus sehenswert:
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Conny antwortet auf eine gesamplete Greta mit all den üblichen Floskeln, auf die Generation FridaysForFuture wahrscheinlich zurecht mit "Ok boomer" reagieren würde. Und das Ergebnis ist ein wunderbar zynischer Klimaprotestsong, den sogar Klimawandelleugner hören können. Kannte ich bisher nur als Audio (aus dieser Playliste), gibt's aber auch als schickes Video mit Retro-alte-weiße-Männer-Optik und täuschend echtem Greta-Double.
Ich habs mir verdient, ich habs mir verdient
Ich zahle doch auch Steuern auf das Kerosin (Moment)
Ich zahl keine Steuern auf das Kerosin?
Dann liegt das aber an der Politik, oder niiicht?
Ich hatte die Kreuzfahrt schon gebucht (Shoutout Urlaubsguru!)
Fahr mal nach Spitzbergen mit dem Zug (sehr lang)
Ich lasse mir nicht sagen dass ich ein Verbrecher bin Ich bin kein schlechter Mensch, nur ein „dir gehts schlechter Mensch“!
Eigentlich sind Deutschrappers ja nicht unbedingt für ihr immenses Umweltbewusstsein bekannt, sondern für fette SUVs und überhaupt möglichst übertriebenem Konsum, um zu zeigen, wie unsinnig viel Kohle man doch mit dem ganzen Rapding gescheffelt hat, weil man ja so toll ist. Und so manch einen Rapper müsste man wahrscheinlich erstmal davon überzeugen, dass die Erde eine Kugel ist, bevor man ihm von der tatsächlichen Gefahr des Klimawandels erzählt.
Zum Glück ist Deutschrap aber mittlerweile extrem vielseitig geworden und inzwischen gibt es sogar gar nicht mal so wenige Songs, die sich dieser Thematik inklusive Greta-Samples angeommen haben und sich durchaus als (teils zynische, teils ironische, teils ehrliche) Klimaprotest-Hymnen betiteln lassen könnten. Eine kleine Auswahl davon bekommt ihr hier mit Tracks von u.a. Conny, Das Ding aus'm Sumpf, Veedel Kaztro, Lugatti & 9ine, Alligatoah, Laurin Buser und meiner Grün-Playliste, die angeführt wird von der Lazzy Lizzard Gang. HipHop is still my Lieblingsprotestform. One Love, One Planet und so. ?
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Es ist Tarek K.I.Z., ihm gibt niemand ein Korb - dafür er uns aber ein Album. Der nubische Prinz der erwachsen gewordenen Kannibalen in Zivil lässt den Golem frei, dessen Seele schwarz wie eine Coca Cola ist. "Hier endet der Ironie-Raum (...) Jetzt geht es an die Substanz.", schreibt die ZEIT. K.I.Z. für immer, schreibe ich.
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Für mich ein Mix aus Blumentopf und Deichkind, für andere ein Mix aus Käpt'n Peng und Marteria: Das Ding ausm Sumpf. Der nächste promovierte Deutschrap-Doktor nach David P, Holunder & Lady Bitch Ray, der offenbar sehr gute Produzenten gefunden hat (u.a. Sorgenkind) und euch antikapitalistischen, politischen und trotzdem gut ballernden HipHop aus München serviert. Meine neue, eigentlich schon ein Jahr alten und endlich mal nicht cringy klingenden Klima-Protest-Hymnen aus der Expedition-1-EP: Wer, wenn nicht wir (WWNW) & Draußen bei den Windrädern. ?
"Mit dem Herz in der Hand und dem Kopf durch die Wand."
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Der gute Sorgenboy hat das neue Spiegel-Cover mit dem alten Prügelknaben mal noch etwas verfeinert und seinen kreativen Senf dazugegeben. Echte Gangstas lutschen natürlich Salmiak-Bonbons zum Frühstück.
Manchmal hat man ja das Gefühl, der einzige aus seinem Umfeld zu sein, der nicht erwachsen zu werden scheint und auf ewig der einzige Typ zu sein, der spontan Zeit hat, weil man sein Leben weder der nicht vorhandenen Karriere noch den nicht vorhandenen Kindern gewidmet hat und immer noch den selben Lifestyle wie früher pflegt, mit dem man naiv in den Tag hinein lebt.
Mir geht das jedenfalls oft so. Und nicht selten frag' ich mich dann, ob ich jetzt eigentlich der hängengebliebene Trottel bin, der in der Vergangenheit feststeckt - oder ob alle in meinem Alter einfach viel älter sind als ich und bald vor Langeweile sterben während ich weiterhin regelmäßig in Clubs & Bars stolpere als wäre ich noch nicht so weit, damit aufzuhören. Chronisches Peter-Pan-Syndrom mit bipolarer Chill- und Feierlaune wäre ja meine Eigendiagnose. Oder wie Aaron Grav in dem Soundtrack für diesen Text (und anscheinend mein Leben) sagen würde: Träumer. Für immer.
[pre-hook]
ich will noch nicht, d-ss es endet
vielleicht morgen, vielleicht gar nicht
mach mir keinen kopf, keine panik
ich will noch nicht, d-ss es endet
tut mir leid mum, träum noch weiter
hab fürs echte leben keine zeit grad’
[outro]
greife nach den sternen – wie ein frisches shirt
bestes jahr des lebens – noch nicht erlebt
hab nur das gefühl, d-ss grad was geht
meine freunde und ich bleiben träumer - für immer
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Traditionell ploppen in den Tagen zwischen den Jahren immer drölfzig verschiedene Deutschrap-Jahresrückblicke auf YouTube auf und ebenso traditionell gucke ich mir einen nach dem anderen an, weil ich sowohl Deutschrap als auch Jahresrücklicke manchmal doch ganz gerne habe. Besonders, wenn es eine so sympathische und gemütliche Stammtischerunde mit stabilen Leuten aus der HipHop-Bubble ist, die in dem Fall bei deinen Homegirls das Best-Of-2019 bequatschen und wie ich immer noch das Album von Tua abfeiern. Bester HipHop-Rewind des Jahres bisher, wie ich finde.
Visa Vie, Alex Barbian, Juicy Gay und Zino zu Gast beim Jahresrückblick der Homegirls! In gemütlicher Atmosphäre lassen Helen Fares und Josi Miller das Jahr 2019 Revue passieren. Im ersten Akt kocht die illustre Deutschrap Runde vegane Bolo á la Morlockk Dilemma und spricht über Festivalmomente, Emanzipation weiblicher MCs und Cancel Culture im Deutschrap. Im zweiten Akt dinieren die 6 Rap-Freunde gemeinsam Bolo, während sie über die besten Alben und Songs des Jahres sinnieren. Außerdem wird über Fanmomente mit Otto, das Ende des allerletzten Interviews und die verheißungsvollsten Newcomer gesprochen.
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