Das Ding ausm Sumpf steigt heute mit seinem neuen Album empor, klingt immer noch ein bisschen wie der bayrische Sohn von Marteria und Käpt'n Peng auf gitarrigen Deichkind-Beats und ich kann echt nicht sagen, dass ich diese Kombi schlecht finde. Am Mittwoch durfte ich vorab ein kleines Album-Pre-Release-Konzert und fand nicht nur den basslastigen Sound live ziemlich gut (könnte auch ein Festival-Ding werden), sondern auch seinen Gitarrenmann und Backuprapper namens Premierminister sehr entertainig. Gutes Ding. Ich mag gute Dinge.
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Kennt ihr diese Artikel, in denen explizit die einzigen weiblichen Rap-Stars unter der Rubrik "Female" vorgestellt werden, um zu zeigen, dass es immerhin 10 nicht männliche Gesichter im HipHop gibt? In Deutschland bestehen diese Listen seit einigen Jahren meist abwechselnd aus Cora E., Sabrina Setlur, Sookee, Lady Bitch Ray, Schwesta Ewa, Haiyti, Nura und/oder Juju, Namika, Eunique und neuerdings auch mal aus Shirin David, Pilz, Hunney Pimp, Mavi Phoenix, Ebow, Antifuchs und Loredana. At absurdum geführt hat es dann Lina, die in ihrem schön Projekt und jetzt Label 365 Tage lange neue Rapperinnen gepostet hat (hier als spotify-Playlist).
Denn mittlerweile lässt sich schon allein aus den letzten paar Monaten eine ganze Deutschrap-Newcomer-Playliste ohne Männers basteln, in der man das Geschlecht nicht mal erwähnen müsste. Und ja, ich weiß - es gibt jede Menge sexistische Scheiße im Rap - aber wenn HipHop wirklich sowas wie der Speigel der Gesellschaft ist, empfinde ich diese weibliche Next-Gen-Welle als ein ziemlich gutes Zeichen.
Selbst wenn der ein oder andere das auch damit begründen mag, dass HipHop dank anhaltenden Autotune-Hypes immer melodischer wird und dieser Effekt weiblichen Stimmen einfach gut in die Karten des Rap-Games spielt. So oder so, meinen Ohren gefällt's jedenfalls. Namedropping-Finish, weil es am Ende trotzdem eine Liste bleibt: badmómzjay, Genuva, Rote Mütze Raphi, Hava, Liser, Taby Pilgrim, KeKe, Layla, Fairuz & Haszcara.
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Deutschrap, 2020. Ein verpixeltes Anime-Duo namens Yung Kafa & Kücük Efendi segelt in der Autotune-Submarine über Synthie-Waves an einem visuellen Mix aus Space-Diamanten, Salvador Dali und René Magritte vorbei.
Für die einen eine Parodie auf alle Cloudrappers - für die anderen der Sound der Zukunft. Die gesichtslosen Künstler mit aktuell noch geheimer Identität werden optisch vom Illustrator Scubi4K in Szene gesetzt. Das arthousige Daft Punk of Deutschrap. Zumindest vom Look her.
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Absent raucht hauptberuflich Joints, wenn er nicht gerade 'ne Kippe im Maul hat und trinkt auch mal 1, 2 oder 10 Fläschchen Chardonnay. Die Wochenendplanung an diesem dunkelnasskalten Winter-Wochenende dürfte bei dem ein oder anderen daheim ähnlich aussehen. Ich zitiere dazu eines dieser berühmtberüchtigten Sprichworte vom uralten chinesischen Rapper Konfuzius und sage: Chardonnay schadet nie.
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Ich glaube, ich habe mich gerade verliebt. In Liser. Und da ihre Videos bisher teilweise noch nicht mal 2000 Klicks haben, muss ich sie mir aktuell mit gar nicht mal so vielen Leuten teilen. Ich bin mir allerdings relativ sicher, dass das nicht allzu lange so intim bleiben wird. Mein Deutschrap-Geheimtipp für euch: L.I.S.E.R.
„Na? Habt ihr auch so Bock auf ein im Studentenwohnheim in Eigenproduktion aufgenommenes ‚Deutsch‘ ‚Rap‘ ‚Album‘ mit gekauften Beats und uninspirierten Texten voller schlechter Wortwitze? Ich auch nicht, aber so funktioniert die Welt nun mal.“
Taby steigt vom synchronisierenden und sarkastischen Fangirl auf Twitter zur Rapperin mit kommendem Albumrelease empor und ich finde das war eine ganz vorzügliche Entscheidung. Könnte ziemlich gut werden, das Ding, das da irgendwann im Mai kommt. Ich freu mich jedenfalls auf die Pilgerreise durch den Kopf dieser Frau.
Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen
Den Mut, den Leuten nicht ‘nen Haken unters Kinn zu geben
Und die Weisheit, dass im Internet nur Scheiß geschrieben steht
Zieht bequeme Schuhe an, das wird ‘n weiter Weg
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Marteria gibt dem Green in Green Berlin eine ganz neue Bedeutung und hat eine Slow Fashion-Kollektion per aus dem Meer recycletem Plastik und Bio-Baumwolle produziert. Sehr löblich. Ich glaube zwar, dass das letzte, was wir brauchen noch eine Modekollektion ist, finde aber trotzdem gut, dass das Thema Nachhaltigkeit offenbar endgültig im Deutschrap-Kosmos angekommen ist und somit nun auch ganz offiziell als "cool" gilt.
Kleiner Tipp am Rande: ihr seid nicht nachhaltig, wenn ihr euch nachhaltige Klamotten bestellt, obwohl euer Kleiderschrank bereits aus allen Nähten platzt. Die dazugehörige Doku ist aber auch aufgrund der immer noch guten Beats durchaus sehenswert:
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Conny antwortet auf eine gesamplete Greta mit all den üblichen Floskeln, auf die Generation FridaysForFuture wahrscheinlich zurecht mit "Ok boomer" reagieren würde. Und das Ergebnis ist ein wunderbar zynischer Klimaprotestsong, den sogar Klimawandelleugner hören können. Kannte ich bisher nur als Audio (aus dieser Playliste), gibt's aber auch als schickes Video mit Retro-alte-weiße-Männer-Optik und täuschend echtem Greta-Double.
Ich habs mir verdient, ich habs mir verdient
Ich zahle doch auch Steuern auf das Kerosin (Moment)
Ich zahl keine Steuern auf das Kerosin?
Dann liegt das aber an der Politik, oder niiicht?
Ich hatte die Kreuzfahrt schon gebucht (Shoutout Urlaubsguru!)
Fahr mal nach Spitzbergen mit dem Zug (sehr lang)
Ich lasse mir nicht sagen dass ich ein Verbrecher bin Ich bin kein schlechter Mensch, nur ein „dir gehts schlechter Mensch“!