Deutschraptexte bestehen heutzutage fast nur noch aus aneinandergereihten Modemarken-Namen. Fast. Kummer hat nämlich selbst im letzten Hemd noch mehr Stil und setzt ein Fashion-Victim-Statement gegen alle Werbehurensöhne. Ich freu mich aufs anscheinend sehr gute Album, das vermutlich nix für „billige Menschen in teuren Klamotten“ wird.

„In einer Welt, in der du alles hättest werden können
Hast du dich dafür entschieden ein verkacktes Arschloch zu sein
Diese Welt ist eingeteilt in Gewinner und Verlierer
Zwischen Deichmann, Victory und Thrasher, Louis, Fendi, Fila
Zwischen abgetragene Klamotten der Geschwister rocken
Und 70€ für paar Gucci Socken
Solidarität hat Grenzen
Du würdest armen Menschen ja zur Seite stehen
Wenn sie es schaffen würden einfach bisschen geiler auszusehen
Life ist super nice, da wo man die Schuhe trägt
Life ist nicht so nice, da wo man die Schuhe näht
Es ist Donnerstag die Stadt hat einen Termin
Der Teufel trägt Prada und jeder Trottel trägt Supreme“

...weiterlesen "Kummer – Wie viel ist dein Outfit wert"


In Virginia hat ein Typ mit einem Fernseher auf dem Kopf Fernseher in der Nachbarschaft verteilt und ich mag dieses daraus entstandene Gif, in dem TV-Head zum Abschied nochmal in die Kamera winkt wie so ein Cyberpunk. Mach's gut, Herr Fernseher (schau doch mal auf fernsehersatz.de vorbei).

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In der schönen neuen Fake-World of Instagram gibt es mittlerweile auch echte Fake-Humans, die einen Fake-Lifestyle vorleben und das Wort "Intelligenz" aus der "K.I." streichen, indem sie dem "I" ein völlig neue Bedeutung(slosigkeit) verleihen.
Künstliche Influencer, die Eis in ihrer neue Supreme-Jacke fake-schlecken, sich über eine Verlinkung in der Vogue fake-freuen oder Fake-Bad-Boys mit Fake-Gesichtstatoos sind (voll Gangsta und so). Und sie fake-dissen sich sogar gegenseitig aufgrund politischer Fake-Meinungsverschiedenheiten und fake-hacken ihre Accounts. Modern Robot Wars.

Die Menschen dahinter sind Digital Artists, die mit 3D-Programmen und enormen Photoshop-Skills ihre heimliche Fashion-Vorliebe ausleben oder gar professionelle CG-Modeling-Firmen aus u.a. Tokio. Und ich finde sehr bezeichnend, dass der am unechtesten wirkende Virtual Influencer auf Instagram die meisten Fans hat: @Limiquela. Mit fuckin 1,5 Mio. Followern.

I am a virtual model.
I want to attract humans to the fashion show.


...weiterlesen "Fake-Humans auf Instagram: A.I. – Artificial Influencer"

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Spätestens im Januar 2019, wenn in Paris wieder Modenschauen anstehen, wird irgendein zeitgeistiger Scherzkeks die gelbe Weste in den Adelsstand der Avantgarde erheben – man kann sich Varianten mit einem eingewobenen Louis-Vuitton-Logo vorstellen [...] (Quelle).

That already happened, dear Humans of Late Capitalism. Und zwar als Fake-Entwurf für die Èlysée Boutique Officielle aka dem offiziellen Regierungs-Merch-Laden. Für den modebewussten französischen Wutbürger von heute. L'Haute Couture de Paris.

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"Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported.
Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils."

Jil Sander im Frankfurter Allgemeine Magazin, 1996

Ich habe ja mit Mode so viel am Hut, dass ich noch nicht mal einen Hut habe. Und auch dieses so called "legendäre Interview" mit der Hamburger Mode-Designerin Jil Sander lässt mich jetzt nicht unbedingt besser mit der Welt der Fashion-Victims connecten.
Dafür producen ihre performten Words bei mir aber gerade harte Bullshit-Feels (& Lach-Kicks), die ich sonst nur bei einem Moneyboy gette. 1996er Hipster-Denglish-Overkill für die sophisticated Peoples unter euch, die fürs daily Business ein bisschen ihr Bullshit-Vocabulary advancen wollen.

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Keine Ahnung, ob die Idee für diese kiffende Schuh-Werbung auch beim THC-Konsum entstanden ist. Ich mag aber, wie schön Werner erklärt, dass er gerade eine Bong aus einem Sneaker handwerkelt und wie sehr er am Ende bemüht darum ist, lockerlässig die Hüfte zu Because I Got High zu schwingen während der Typ, der wahrscheinlich die Idee dazu hatte, aus dem Latschen kippt kifft.

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Klares Fashion-Statement. Und fasst das Marketing-Game von Logo-Hypes eigentlich ganz gut zusammen. Für 30 Euronen bei 1nightinpaname.

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Die 90's sind immer noch in Mode. Zum Beispiel bei Soscribbly als (Child-)Hoodies (oder Sweater) für 60 Dollars. Mit allem drauf, was euer kleines Kinderherz gefangen im Körper eines Erwachsenen so mag. Und für die nerdy Kids auch in der Nickelodeon-Version.



I Amsterdam hat eine Awareness-Kampagne gestartet, um ihre City ein wenig aufzupolieren - und ein "Produkt" dieses Stadtmarketings ist ein Sneaker, dessen Sohle zu 20% aus weggeworfenen Kaugummis besteht. Den sogenannten Gumshoe gibt's in klassischem Bubblegum-Pink (oder alternativem schwarz) und in der Sohle des Schuhs ist die Karte von Amsterdam eingraviert.
Ein ziemlich lässiger Weg, um Bewohnern & Touris durch die Fashion-Blume zu sagen, dass sie ihre Kaugummis doch bitte nicht durch die Gegend spucken sollen, weil die nämlich auch wieder jemand abkratzen muss.

The first shoe ever made from chewing gum. The soles of these shoes are made from recycled chewing gum taken from the streets of Amsterdam. In the Netherlands 1.5 million kilos of gum ends up on the street every year. Making it the second most common litter after cigarettes. By buying these shoes you contribute to the solution, by wearing them you show your support.


via gumminterweb3000

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Fashion-Horsts.

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Das Jahr ist noch nicht mal 3 Monate alt und H&M hat schon den zweiten großen Shitstorm gesät. Dieses Mal haben sie einen Künstler verklagt, weil der kein Bock hatte, dass seine Bilder in einem pseudo-coolen Fashion-Spot erscheinen. Alles klar, H&M. Dann mal viel Spaß mit dem Echo, das in dem Fall übrigens aus Hamburg kommt. ...weiterlesen "Streetart vs. H&M"


Mein aktuelles Lieblingsfoto aus den 90ern: Die Entwickler vom MIT Wearable Computing Projekt, die an futuristischen Geräten für einen tragbaren Technology-Lifestyle gearbeitet haben (einer davon hat 20 Jahre später die gefloppte Google-Brille erfunden). Und zwar zusammen mit Modedesignern - für die Fashion-Nerds der Neunziger.
Die Trash-Version der Matrix-Ästhetik, die allerdings nicht billig war - zum Millenium gab's eine unfassbar hässliche Cyberpunk-Weste für schlappe 5000$.

A handful of makers and academics began designing wearable computers to be used as part of their everyday lives in the early- to mid-1990s. Instead of focused, work-related duties, these devices were used for more personal tasks: email, messaging, music, note-taking, photography, and scheduling.
The MIT Wearable Computing Project established a “living lab” where advocates explored a wearable computing lifestyle in a community of users. Collaboration with designers led to wearable computing fashion shows, where the importance of fashion for devices on the body became clear. A community led by Carnegie Mellon University, Georgia Tech, and MIT established wearable computing as its own academic field and encouraged makers to participate. (Quelle)

...weiterlesen "The 90s MIT Wearable Computing Project"