Die EU wäscht sich die Hände in Unschuld und bekommt sie trotz Seife nicht ab. Währenddesen machen alle Länder ihr eigenes Ding im wohlbehüteten zuhause. Leider vergisst man dabei "aus Versehen" diejenigen, die auch gerne ein zuhause hätten. Nico Semsrott fühlt sich derweil überflüssig im EU-Paralament und hat sich aus Langeweile in der Quarantäne einfach mal selbst interviewt.

Er liegt korrekt from r/de


Nico macht im schwarzen Hoodie immernoch eine gute Figur im Europaparlament, steht weiter für Seenotrettung ein und ich setze aus Solidarität meine Kapuze auf. Neben diesem schönen Zitat hat er übrigens auch seine erste Petition samt anschließender Diskussion im Plenarsaal durchbekommen, in der er eine simple Lösung für das lästige 2-Locations-Problem der EU anbietet: "Strassbourg" wird sozusagen nach Brüssel verlegt. ;o)


Falls ihr es in all' dem besinnlichen Weihnachtsstress nicht mehr schafft, Geschenke zu besorgen oder ihr dies Jahr einfach keine Lust dazu habt. Nico Semsrott, der sich zu Weihnachten vermutlich wieder einen schwarzen Kapuzenpulli wünscht, hat das entsprechende Entschuldigungsformular.pdf schon mal vorbereitet. Natürlich hochoffiziell. Merry Christmas straight outta Europaparlament.

Wenn ihr noch nicht alle Geschenke habt, macht euch keinen Stress. Druckt und füllt einfach dieses offizielle (!) Entschuldigungsschreiben aus.

Als Europaabgeordneter übernehme ich für Euer Scheitern die volle Verantwortung.
- Nico Semsrott

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Entweder Hazel Brugger und ihre großartige YouTube-Show Deutschland Was Geht sind so großartig, dass sie sogar einen dauerdepressiven Politiker im schwarzen Kapuzenpulli zum Lachen bringen oder Nico Semsrott hat tatsächlich Spaß in seinem neuen Job im EU-Parlament. Vielleicht stimmt aber auch einfach beides.


Die PARTEI is doing it's Job. Heute im EU-Parlament zum Beispiel bei einer Rede von Martin Sonneborn, der die EU keiner Ursula in die Hand geben will und daher fordert, dass Europa nicht den Leyen überlassen werden soll. Nico Semsrott wirbt derweil für mehr Transparenz in puncto viel zu viel getätigter Lobbyarbeit. Mit einem Ganzkörperwerbebanner und einer unauffälligen Sonnebrille.

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Nico Semsrott hat sich als Teil des Realo-Flügels der Partei ja mittlerweile der grünen Fraktion angeschlossen, wodurch der frisch gewählte EU-Abgeordnete im schwarzen Kapuzenhoodie aktuell die Machtverhältnisse im Parlament auszugleichen scheint (73 Grüne vs. 73 Rechte). In einem sehr guten Interview mit dem Standard verrät er zudem, welches wesentliche Ziel er neben dem Amt des Kissionspräsidenten noch anstrebt: Mehr Zärtlichkeit. <3

STANDARD: Abrupter Themenwechsel: Sie sprechen sich immer wieder für die Enttabuisierung psychischer Krankheiten wie Depressionen aus. Welche Tabus müssen wir als Gesellschaft künftig noch brechen?

Semsrott: Ich würde daran anschließen. Alles, was mit Schwäche in der Erzählung zu tun hat. Selbstzweifel, Rollenbilder et cetera. Ich rege mich gerade furchtbar über manche Kommentare zur Maischberger-Sendung auf, wonach ich aggressiver hätte sein müssen. Nö, muss ich überhaupt nicht. Ich muss mich dieser Konkurrenzgebarung und diesem Machogehabe nicht anschließen. Ich wünsche mir einen sanfteren und zärtlicheren Umgang miteinander. Auch wenn das wie ein Widerspruch klingt: Ich versuche mit aller Wucht und Härte, mehr Zärtlichkeit durchzudrücken. (Standard)


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Die Partei hat in Europa mehr Stimmen bekommen als Luxemburg Einwohner hat und holt mit 2,4% Nico Semsrott ins EU-Parlament (und nur um 0,1% haben sie knapp den dritten Einzug von Lisa Bombe verpasst). In Berlin überholte sie mit 4,8 Prozent sogar die Satirepartei FDP (4,7 Prozent). Bei den Erstwählern war die Partei mit 9% sogar die drittstärkste Partei (2% hinter der CDU).
Der Erfolg kommt vermutlich auch daher, dass Sonneborn mehr als einmal eine entscheidende Stimme bei EU-Beschlussen abgab (TTIP-Abbruch, E-Privacy), die Partei immer fleißig gegen Artikel 13 gestimmt hat und sie, wenn es um wirklich wichtige Themen wie Seenotrettung ging, immer ernst wurde. Ich wäre jedenfalls dafür, dass die Partei in den Medien nur als Satirepartei bezeichnet werden darf, wenn die AfD dann bitte schön auch als Nazipartei benannt wird. Fände ich viel sinniger.

"Die SPD ist tot, die zu gut gelaunten Grünen werden die neue SPD und wir werden die neuen Grünen.“
- Martin Sonneborn, 2019


Eigentlich könnte man ja meinen, es gäbe einen sehr lustigen Grund, warum ein Comedian eine Satire-Partei für die morgige Europawahl empfiehlt. Tatsächlich ist er aber sehr ernst. Und sehr gut. So wie die Partei.


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Eigentlich wollte Nico ja nur mal nachfragen, wie genau die CDU das mit dem Urheberrecht auf YouTube so nimmt. Nun. Offenbar nicht so genau, wie die ARD feststellt. Alles geklaut. Nur gut, dass das die selbe Partei ist, die angeblich so viel über Copyrights weiß, dass sie im Alleingang eine hart verschärfte Reform durchgeboxt hat, obwohl sie noch nicht mal mit der jetzigen Version klar kommt. Naja. Jetzt fehlt auf dem YouTube-Kanal der CDU jedenfalls nicht mehr nur das AmthorVideo. Danke, Nico.

PS: Die Partei Die Partei hat übrigens gegen Artikel 13 gestimmt. Nur, falls ihr noch jemanden sucht, dem ihr am Sonntag eure Stimme geben müsst, dürft oder wollt. ;o)


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Nico Semsrott informiert euch statt mit irgendwelchen Zahlen lieber mit irgendwelchen Buchstaben und hält als zweiter Spitzenkandidat der Partei die PARTEI eine PPPPP zur EU.
Bei jung & naiv bekommt ihr außerdem nochmal ein ausführliches und angenehm ehrliches Interview mit dem angehenden EU-Kommissionspräsident im immer schwarzen Kapuzenpulli (und ihr erfahrt die sehr gute Geschichte von Sophies Unterwelt). Ein sehr guter Europaparlament-Kandidat.


Hazel Brugger ist nicht nur als Comedian so erfolgreich, dass sie es selbst gar nicht mehr nachvollziehen kann, sie moderiert auch ein ganz wunderbares YouTube-Format, in dem sie sich fragt: Deutschland, was geht!?
Alle bisher 20 Episoden gibt's als Playliste. In der neuesten Folge fährt sie mit Nico Semsrott Achterbahn. Und wenn man ganz genau hinschaut, kann man sogar den dauerdepressiven Kapuzenpulli-Politiker kurz lächeln sehen. Schockierende Bilder. ;o)

Deutschland Was Geht ist eine ab 2019 wöchentlich erscheinende Dokureihe, in der Hazel und Thomas kuriose Orte und Veranstaltungen in ganz Deutschland präsentieren. Neue Folgen erscheinen immer sonntags um 12 Uhr.


Die frisch für den Grimme-Online-Award nominierte TINCON fand letzte Woche in Berlin statt. Sie ist sowas wie die jüngere Schwester der re:publica, die sich speziell an Jugendliche richtet und ihnen Geschichten über Medienkompetenz, Politik, sowie digitale und kulturelle Themen serviert.
Auf dem offiziellen YouTube-Kanal gibt's u.a. Nico und sein Bruder Arne Semsrott mit passivem Aktivismus, Talks der FridaysForFuture-Bewegung und YouTuber Manniac über Copyright-Struggles (& Artikel 13). Die Vorträge sind eigentlich für Kids bis 21, man kann aber auch als Ü30-Generation noch einiges mitnehmen. Oder zumindest ich, der gerade wieder gelernt hat, dass Power-Point-Präsis gar nicht langweilig sein müssen.



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