Die USA scheint mittlerweile ein Garant dafür zu sein, wenn man ein Land sucht, in dem alles immer noch viel schlimmer ist als dort, wo es eigentlich schon schlimm ist. Erst Corona, dann Rassismus, nun die höchste Temperatur dort seit über 100 Jahren: 54,4 fucking Grad  in Death Valley, Kalifornien. Da können wir uns mit dagegen sehr kühlen 30irgendwas Grad in D-Land aber noch sehr glücklich schätzen. Immerhin brennt hier nicht alles.

Fünf sehr gute Survival-Tipps für die aktuell gefühlt 1,7 Millionen Grad in der Außenwelt, um nach der Pandemie- auch die derzeitige Hitze-Welle gut zu überstehen und unter der Atemschutz-Maske etwas weniger zu schwitzen. Ich würde mich zusätzlich auch an diese Regel ausm Lockdown-März halten:

38°C in Sibirien. Mittlerweile sogar + 45°C in der eigentlich für ihre klirrende Kälte bekannten Arktis. Der Klimawandel bleibt aufgrund von Kipppunkten eine unberechenbare Exponentialkurve, kickt gerade nochmal ordentlich rein und lässt den nördlichen Polarkreis wortwörtlich brennen. Nur falls ihr dachtet, dass eine globale Pandemie oder eine weltweite Wirtschaftskrise unser größtes Problem ist. 2020 möchte offenbar wirklich die ganze Welt brennen sehen.

"Our house is still on fire. Your inaction is fueling the flames by the hour."
- Greta Thunberg

Erst brennt der Regenwald. Dann brennt die Artkis. Und in in der Antarktis wurden gerade frühlinghafte 20 Grad gemessen. Die bisher heißeste Temperatur, die dort seit Anbeginn der Wetteraufzeichnungen notiert wurde (überhaupt brechen wir permanent Hitzerekorde). Und ich bin schon gespannt, wann die Katastrophen-Touris auf Kreuzfahrtschiffen einen Sommerurlaub zwischen schmelzenden Eisgletschern buchen, um dort Selfies mit Eisbären in Modelmaßen zu machen während ihr Mandel-Maccadamia-Eis am Stil ins steigende Meer tropft.

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Vier Jahre lang hielt das bayerische Kitzingen mit 40,3 den deutschen Hitzerekord. Doch der ist nun gebrochen: In Geilenkirchen in NRW wurden 40,5 Grad gemessen. Es ist aber gut möglich, dass dieser Rekord nur einen Tag hält. (tagesschau)

Der 24. Juli 2019 war der heißeste Tag in Deutschland, den es jemals gab. Und vielleicht ist der Hitzerekord heute auch schon wieder Schnee von gestern, weil er gleich nochmal gebrochen wird. Laut Wetterbericht ist Deutschland heute jedenfalls Lava.
Auch in den Niederlanden, Frankreich und Belgien gab es die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und falls das irgendwelchen idiotischen Idioten immer noch nicht als Beweis für einen Klimawandel ausreicht: der Temperaturanstieg der wärmsten Periode der letzten 2000 Jahre, in der wir uns jetzt und hier befinden, findet laut Wissenschaft erstmalig weltweit statt (auf 98% der Erde). Naja. Wenigstens müssen wir beim eventuellen Weltuntergang wohl nicht frieren. Im Gegenteil:

Update: 15 deutsche Städte haben heute den alten Hitzerekorde geknackt. Aktuell liegt er jetzt bei 42,6 Grad (Lingen, Emsland).


In der Arktis sind selbst Wissenschaftler davon überrascht, wie schnell das Eis taut, da Permafrostböden dort so sehr aufgetaut sind wie für 2090 progonstiziert. Die Heißzeit scheint also zumindest oben im Norden ca. 70 Jahre früher zu kommen als erwartet.
Tja, Menschheit. Vielleicht solltest du und deine tolle Politik dich doch mal ein klitzekleines bisschen beeilen mit deinem Scheiß und nicht immer nur über Schulpflicht und Wohlstand diskutieren, sondern einfach mal auf deine Kinder hören, die heute wieder für eine Zukunft gekämpft haben. Sonst ist der Zug bald abgefahren.

Was in der Arktis passiert, bleibt aber nicht dort: Die drastische Veränderung im Norden hat laut anderen Studien auch Einfluss auf die Wettermuster auf der gesamten nördlichen Halbkugel: Der Jetstream, das Band an Luftströmungen in großer Höhe, schwäche sich ab, so dass wärmere Luft weiter nordwärts und kältere Luft weiter südwärts als gewohnt strömen könne – mit Hitzerekorden im Norden, Kälteextremen im Süden und mehr Niederschlägen. (taz)


Wetterberichtgerüchten zufolge könnte(!) es nächste Woche sogar bis zu 40 Grad heiß werden und allein diese eventuell mögliche Berechnung ist schon krass. Der Sommer vom letzten Jahr scheint jedenfalls weiterzugehen und ich besorge mir dann wohl mal sehr viele Tonnen Eis und verabschiede mich vorsichtshalber schon mal von allen Dachgeschossbewohnern in Berlin, deren letzte Hoffnung vermutlich diese sein wird: Wettervorhersagen für die nächste Woche stimmen eigentlich nie. Eigentlich.

"Kommt es aber so, wären viele neue Hitzerekorde sicher: Der Temperaturrekord für Juni liegt in Deutschland bei 38,2 Grad und stammt vom 27. Juni 1947. Selbst die höchste jemals in Deutschland offiziell gemessene Temperatur von 40,3 Grad könnte überboten werden.
Wesentlich wahrscheinlicher als 40 Grad sind besonders im Süden mehrere Tage mit 30 bis 35 Grad. Das würde aber wohl schon ausreichen, dass dieser Juni der wärmste seit 2003 und damit sogar wärmer als im vergangenen Jahr wird. Im Osten ist der Juni dagegen auf gutem Weg, der heißeste seit Messbeginn vor fast 140 Jahren zu werden." (wetteronline)


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Normalerweise können wir im Norden nur selten gutes Wetter bestätigen. Dieses Jahr haben aber sogar die den Sommer sonst nur durch leicht erwärmten Regen kennenden Hamburger mitbekommen, dass der Sommer 2018 in Deutschland sehr heiß war (und überhaupt alle Rekorde gebrochen hat). Denn in der Hansestadt hatte man die letzten 4 Monate eher das Gefühl, an der Mittelmeerküste Italiens zu wohnen. Mit Sonnen- statt Regenschirmen.
Die SZ kann das alles nun offiziell bestätigen und hat den Sommer aller Sommer nochmal journalistisch hübsch aufbereitet. Damit haben vom diesjährigen Hamburger Sonnen-Wetter immer noch geflashte Statistik-Nerds wie ich das Ganze nun auch endlich in Zahlen. Und die sehen so aus:

Sommer 2018 in Hamburg:

  • 58 “Sommertage”, an denen es wärmer als 25 Grad wurde; 1947 wurden 51 gezählt.
  • Es fiel nur halb so viel Regen wie in einem normalen Sommer, 112 Liter pro Quadratmeter in Juni, Juli und August.
  • Durchschnittstemperatur: 26,1 Grad allein im August. "Normal wären 21,6 Grad", sagte der Meteorologe [...]. Das sind Werte, wie man sie im August eher aus Norditalien kennt.
  • Zwischen April und August schien die Sonne in Hamburg 1464 Stunden. Im Vergleich zum Vorjahr sind das etwa 35 Tage mit nix als Sonnenschein.
  • Eisdieler mit 20-30 Prozent mehr Umsatz 🍨


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