Der vermutlich und vielleicht auch hoffentlich letzte Teil der erfolgreichen Müll-Film-Reihe rundum den Blödel-(T)Haifun, der im Finale u.a. Bela B., Dinosaurier und Zeitmaschinen als Sci-Fi-Western-Trash-Szenario aufwirbelt. Und er stürmte gestern auch wieder über den Sender für die Perlen des schlechten Geschmacks aka Tele 5.
Wer die Gelegenheit sich visuell Schmerzen zuzufügen verpasst und sich das trotzdem noch aus irgendeinem Grund antun möchte: Hier der Link zum Mediathek-Stream.

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Eine ehrgeizige Unternehmensberaterin im Business-Dress und Dauerstress - und ihr immer zu schlechten Scherzen aufgelegter Vater, der seiner Tochter mit einer zotteligen Perücke und einem Faschingsgebiss wieder näher kommen möchte. Der Oscar-nominierte Toni Erdmann steht nicht nur sinnbildlich zwischen den Generationen, sondern gerade auch in der arte-Mediathek - und sogar auf YouTube.
Ein oft komischer, noch öfter unangenehmer und immer wahnsinnig gut gespielter Film über die Zeiten kapitalistischer Selbstoptimierung, Selbstausbeutung und Selbstzerstörung - und das nicht aus den Augen verlieren des eigenen Ichs.

Da arte in der Mediathek einen Disclaimer als Klick-Hürde vor den Film geschoben hat, bekommt ihr die Inhaltszusammenfassung passenderweise von der FSK:

Tragikomödie über einen alternden Mann, der seine entfremdete Tochter besucht, eine in Bukarest lebende Karrierefrau. In einer grotesken Maskerade (mit falschen Zähnen und absurder Perücke) wirbelt er ihr streng geordnetes Leben durcheinander. Kinder ab 12 Jahren können der Geschichte problemlos folgen und werden auch von den teils absurden Situationen oder skurril-grotesken Verhaltensweisen nicht überfordert.
Es gibt eine leicht bizarre, betont emotionslose Sexszene, bei der es aber nicht zu Geschlechtsverkehr kommt: Der Liebhaber der erwachsenen Tochter masturbiert auf eine Praline, welche die Tochter dann isst. Diese Szene kann Zuschauer ab 12 kurzzeitig irritieren, von einer nachhaltigen Beeinträchtigung ist aber nicht auszugehen, da die Szene aus dem Gesamtkontext herausfällt und vom Rest des Films ausgeglichen wird.


Tele 5 geht zwei Buchstaben weiter im Alphabet und präsentiert neben B-Movies aktuell auch die D-Movies. Die besten deutschen Filme irgendwelcher Zeiten. Und gerade sind da wirklich ein paar Perlen in der Mediathek, die das Cineasten-Herz eines jeden Almans höher schlagen lassen.
Mit dabei das todsichere Kult-Ding aus'm Pott, die Jacobs-Krönung der bekifften Gourmet-Filme und Haneke's Psychospielchen mit Golfschlägern: BangBoomBang, Lammbock & Funny Games.



Gleich nach der ersten läuft nun auch die zweite Staffel von Babylon Berlin in der ARD an. Die erste Episode bzw. Folge 9/10 könnt ihr bereits jetzt in der Mediathek schauen (sogar schon in der neuen Open-Beta-Version). Auf Folge 10 müsst ihr vermutlich noch bis heute Abend warten, wenn die 2. Season um 20:15 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt wird.

Inzwischen ist die komplette zweite Staffel online (und die erste wieder offline).

Hier nochmal alle Mediathek-Links zu den einzelnen Episoden:

Staffel 2:
Folge 9   Folge 10  Folge 11  Folge 12  Folge 13  Folge 14  Folge 15  Folge 16

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Derzeit in der arte-Mediathek: Die Doku über die Content-Moderatoren von Facebook, YouTube & Co, die die digitale Drecksarbeit des Internets übernehmen und sich täglich bis zu 25.000 Bilder von toten Kindern, Enthauptungen mit Küchenmessern und sehr, sehr, sehr vielen Penissen ansehen müssen. The Cleaners. Die dunkle, abgefuckte und asoziale Seite der sozialen Netzwerke.

Es gibt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Standort für Content-Moderation. Dort löschen Zehntausende Menschen im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos auf Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden an die Content-Moderatoren abgegeben. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie arbeiten, sind eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valley.
Die Dauerbelastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content-Moderatoren, denen es verboten ist, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Parallel zu den Geschichten von fünf Content-Moderatoren zeigt der Dokumentarfilm die globalen Auswirkungen der Online-Zensur und wie Fake News und Hass durch die sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.
Die Vision einer vernetzten globalen Internetgemeinde wird zum Alptraum, wenn hochrangige ehemalige Mitarbeiter der sozialen Netzwerke Einblicke in die Funktionsweisen und Mechanismen der Plattformen geben. Gezielte Verstärkung und Vervielfältigung jeglicher Art von Emotionen machen die Plattformen zu Brandbeschleunigern, die soziale, politische und gesellschaftliche Konflikte anheizen und die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben.
Hans Block und Moritz Riesewieck erzählen in ihrem Debütfilm vom Platzen des utopischen Traums der sozialen Medien und stellen die drängende Frage nach den Grenzen des Einflusses von Facebook, YouTube, Twitter & Co. auf den Einzelnen und die Gesellschaft.


Tschick. Ein Sommerkino-Trip von Fatih Akin über zwei Außenseiter-Kids, die einen Lada klauen und sich eine gute Zeit machen. Und er liegt bis nächsten Dienstag in der ARD-Mediathek, falls ihr Lust auf einen schönen deutschen Road-Movie verspürt. Ich hab' ihn jedenfalls vor 2 Jahren mal in 'nem Open-Air-Kino in Berlin gesehen und kann den eigentlich nur empfehlen.

Während die Mutter in der Entzugsklinik und der Vater mit seiner Assistentin auf "Geschäftsreise" ist, verbringt der 14-jährige Außenseiter Maik Klingenberg die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa. Doch dann kreuzt Tschick auf. Die Geschichte eines Sommers, den wir alle einmal erleben wollen ... Der beste Sommer von allen eben!


via


Großartige und oft gelobte deutsche Serie: Bad Banks. Das dirty Finanzbusiness als egozentrischer, machtgeiler und skrupelloser Investment-Banking-Trip. Inklusive Sex, Drugs & Self-Destruction.
Alle 6 Folgen der ersten Staffel lassen sich noch bis zum 19.07. in der ZDF-Mediathek durchbingen. Eine 2. Staffel ist aufgrund des sogar internationalen Erfolges und der trotzdem hierzulande nicht so starken Quoten auch schon geplant (sogar mit mehr Kohle $$$). Gut investiert, liebes ZDF/arte.

...weiterlesen "Serien-Tipp: Bad Banks (ARD-Mediathek)"


Kein Blockbuster, aber aber dafür ein charmanter "Trash"-Film mit sehr viel Herzblut: Schrotten! Ein leicht bekömmliches, grundsympathisches und gut besetztes Regiedebut (Max Zähle) über Schrottplatzromantik mit u.a. Lukas Gregorowicz & Frederick Lau.
Lief gestern als Premiere im Ersten und ist jetzt noch 2 Wochen in deren Mediathek. Falls ihr die Tage nichts besseres vorhabt, kann man den ruhig mal machen.

Böhmi hat sich in der letzen Stunde vor den Ferien das wohl gruseligste deutsche "Kinder"-Buch überhaupt vorgeknöpft und den Struwwelpeter ins Jahr 2018 geholt (Hans Guck in die Chemtrails).
Hier der Mediathek-Link zu den vier spooky Alman-Stories - neuinterpretiert von der bildundtonfabrik. Und nach Effie Briest, die Verwandlung, die Physiker und Faust die nächste Literaturverfilmung per böhmermann'schen Deutschunterricht.


Ein Fall, der mir schon immer wie ein Film vorkam, wurde verfilmt: Das Geiseldrama von Gladbeck. Eine tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruhende Gangster-Tragödie aus dem Jahr 1988, die vorgeführt hat, wie dreckig und sensationsgeil Medien sein können, wenn Journalisten ihre Grenzen nicht kennen ("Wie fühlen Sie sich mit der Pistole am Hals? Denken Sie, dass er wirklich abdrückt?").
Der ARD-Zweiteiler ist dabei sehr nah an der Realität, was man auch in der danach gelaufenen Doku sehr gut sehen kann, die es auch noch in der Mediathek gibt. Eine unglaubliche Geschichte über zu Stars gemachte Kriminelle, aus der aber heute noch viele Medienmacher etwas lernen könnten. Zum Beispiel eine gewisse Zeitung mit vier Buchstaben, die anscheinend immer noch nichts kapiert hat.

Hier der Link zum Film "Gladbeck" in der ARD-Mediathek.


Läuft noch 4 Tage in der ARD-Mediathek und ist für mich neben mein neuer Freund und Jerks das Beste, was Christian Ulmen je gemacht hat: Jonas (Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin). Eine authentische Mockumentary an einer tatsächlichen Schule im Osten, die mit echten Lehrern und echten Schülern gedreht wurde - und mittendrin ein halbstarker Ulmen - als einer von ihnen.
Ein wunderschönes Film-Projekt aus dem Jahr 2011 mit einem großartig spielenden Fake-Schüler, unberechenbaren Logarithmen und einem gar nicht so schlechten Soundtrack (Die Sterne, Deichkind & Helge Schneider). Der bessere, lustigere und vermutlich auch pädagogisch wertvollere Fack Ju Göhte.

"Jonas Slooth ist 18 Jahre alt. Status: Mehrfacher Sitzenbleiber. Die Brandenburger Gesamtschule Paul-Dessau bietet ihm eine allerletzte Chance auf einen Schulabschluss.

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Sex, Drugs & Techno aus der arte-Mediathek: Als wir träumten. Eine deutsche Romanverfilmung von Andreas Dresen (Halt auf freier Strecke) über die Kids der Nachwendezeit, einen Electro-Schuppen aus den frühen 90ern und das Tanzen auf den Trümmern.

"Leipzig nach der Wende. Nach dem Zusammenbruch der DDR ist vom Pioniergeist ihrer Kindheit bei Dani, Rico, Mark, Pittbull und Paul nicht mehr viel übrig. In dieser neuen Zeit, in der alles möglich ist, gehen die Jungs an ihre Grenzen. Sie klauen, saufen, prügeln sich mit Nazis, hören Techno und eröffnen einen Underground-Club. Doch die Probleme lassen nicht lange auf sich warten."


via alswirvonsteaksträumten