Falls ihr Bock auf eine kleine Rave-Tour durch die 90er-Jahre mit zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven aus zwei sehr unterschiedlichen deutschen Filmen habt: Als wir träumten, das Clubdrama der auf  den Trümmern tanzenden Nachwendezeit und Magical Mystery, der Techno-Roadmovie durch D-Land, sind gerade in der ARD-Mediathek.



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Die Qualityland-HBO-Serie braucht wohl noch - die Kino-Adaption vom Nazis boxenden Anti-Kapitalismus-Känguru von Marc-Uwe Kling hat aber schon einen ersten Teaser (vorab als Exklusivpremiere bei Kino+).
Regie geführt haben Dani Levy und Marc-Uwe himself, der nicht nur selbst mitspielt, sondern wie im Hörbuch auch die Stimme des hüpfenden neuen WG-Mitbewohners übernimmt. Die alle Zäune, Mauern und Grenzen einreißenden Ansichten eines vorlauten Beuteltiers sollen ab dem 5. März im Kino laufen. Der Look vom animierten Känguru sieht bisher ein bisschen billig aus - aber es spielt eben auch in Berlin. Und wie wir wissen, zählen ja bekanntlich die inneren Werte (eines Kängurus). Das Plakat ist aber bisher das Beste. 🥊

Das Känguru zieht bei seinem Nachbarn, dem unterambitionierten Kleinkünstler Marc-Uwe, ein. Doch kurz darauf reißt ein rechtspopulistischer Immobilienhai die halbe Nachbarschaft ab, um mitten in Berlin-Kreuzberg das Hauptquartier der internationalen Nationalisten zu bauen. Das findet das Känguru gar nicht gut. Es ist nämlich Kommunist. (Äh ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen.) Jedenfalls entwickelt es einen genialen Plan. Und dann noch einen, weil Marc-Uwe den ersten nicht verstanden hat. Und noch einen dritten, weil der zweite nicht funktioniert hat. Den Rest kann man sich ja denken. Vier Nazis, eine Hasenpfote, drei Sportwagen, ein Psychotherapeut, eine Penthouse-Party und am Ende ein großer Anti-Terror-Anschlag, der dem rechten Treiben ein Ende setzen soll. Nach einer wahren Begebenheit.


Der aktuelle D-Movie aus der Tele5-Mediathek: Fikkefuchs. Der neueste Film von und mit Jan Henrik Stahlberg (Muxmäuschenstill) und Franz Rogowski erzählt eine etwas andere Vater-Sohn-Geschichte über das männliche Geschlecht - und die #Metoo-Debatte aus der Satire-Sicht von zwei sexistischen Schweinen. Inklusive SXTN und MC Bomber als Soundtrack. Zynismus-Porn aus Deutschland über das notgeile Geschlecht.

Dieser Film ist von extremistischer Komik. Und er behandelt ein vergiftetes Thema: Sex. Die Koproduktion aus Berliner Armut und Schwabinger Schule wird viele Menschen erheitern und verstören. (Quelle)


3 Trailer für die 3. Staffel von 3 (sehr guten) Serien: die ganz "normalen" Dinge passieren in Atypical wieder ab dem 1. November, das Finale von 4 Blocks startet am 7. November und auf die neue Staffel von Babylon Berlin müssen wir leider noch ein Jahr warten. Bei so viel guten Serien ist das aber auch okay - erstmal gibt's ja offensichtlich genug zu glotzen - zumindest für mich.

...weiterlesen "4 Blocks, Babylon Berlin & Atypical | Staffel 3 Trailer"


Die Welle kennt ihr alle spätestens seit der Neuauflage mit Jürgen Vogel und Frederick Lau und veranschaulicht eigentlich sehr simpel die Entstehung einer faschistichen Diktatur.
Die neueste Netflix-Serie Wir sind die Welle beruht auch auf dem ursprünglich 1967 veröffentlichten Original, macht aber scheinbar eine antikapitalistische und linksextreme Gutmenschen-Bewegung daraus, was so ziemlich genau das Horror-Szenario von Rechtspopulisten ist, die bei jeder noch so kleinen Veränderung die radikale Öko-Diktatur aus Antifa & Social-Justice-Warriors beschwören (für die olle Storch ist die Welle z.B. eine Analogie zu FridaysForFuture lel).
Politisch eventuell alles sehr schwierig und bedenklich, ich kann aber auch nicht abstreiten, dass ich genau dadurch auch sehr neugierig auf die inzwischen fünfte deutsche Netflix-Serie geworden bin. Zumal das ja nur ein Trailer ist und die ganze Serie hoffentlich mehr zu bieten hat als Nazi-Phantasien. Release ist am 1. November.

Ein rätselhafter Schüler führt vier idealistische Teenager in einer Revolte gegen den wachsenden Nationalismus an. Doch ihre Bewegung nimmt eine düstere Wende.


Zilan aka die grandios spielende Carol Schuler auf einem Beat von Jinn aka Bazzazian aka eine Achse von die Achse. Ein Deutschrap-Track einer fiktiven Serienfigur - und für mich der beste Song (vom besten Character) aus der neuen deutschen Netflix-Serie Skylines.

Ich bin Zilan, ein einfaches Mädchen aus Kurdistan
- so haben Geschichten von Helden immer schon angefangen

Nach Dark, Dogs Of Berlin und How To Sell Drugs Online (Fast) bereits die vierte deutsche Netfix-Serie: Skylines. Die FFM-Bahnhofsviertel-Version von 4 Blocks, in der diesmal nicht nur noch mehr Deutschrappers mitspielen (Olexesh, Nura, Nimo, MC Boogy, Azad, Celo & Abdi), sondern es auch thematisch voll und ganz um Deutschrap geht. Genauer gesagt: um einen Rapper, einen Produzenten und ein Label.
Ich als Deutschrap-Fanboy hab' natürlich direkt zum Releasetermin die 6 Folgen der am Freitag veröffentlichten 1. Staffel durchebingt und finde sowhohl die Beats (und den Soundtrack, auf dem leider Zilan fehlt) als auch die Serie an sich echt überraschend gut. Sehr empfehlenserwerter Shice.


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Trotzdem des mich vollkommen kalt gelassenen "Medienskandals" damals, in dem etliche Zeitungen die drohende Apokalypse auf der Titelseite beworben haben, habe ich den Weltuntergang mal wieder nicht mitbekommen und ihn nun nachgeholt. Und zwar mit Endzeit-Serie von Sky, die in 8 Tagen einen Meteoriten auf der Erde einschlägen lässt und sowohl hervoragend aussieht als auch hervoragend besetzt ist (u.a. Christiane Paul, Devid Striesow, Henry Hübchen, Lena Klenke & David Schütter).
Eine von diesen mittlerweile gar nicht mehr so wenigen deutschen Serien, die man sich durchaus anschauen kann, ohne sich dabei zu langweilen. Und keine Angst: es passiert wirklich.

Eine Flucht scheint aussichtslos, Recht und Ordnung sind aufgehoben, es regiert die Macht des Stärkeren. Was ist im Angesicht des Untergangs wirklich wichtig? Die emotionale Story um die letzten Tage im Leben einer ganz normalen Berliner Familie ist radikal erzählt und stellt dem Zuschauer die Frage: "Was würdest Du tun?".

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Die Geschichte von der Mieze mit den weichen Samtpfötchen und der Raubkatze mit den scharfen Krallen. Tiger Girl. Der sich um eine angehende Polizistin und eine Gangstabraut drehende Film von Jakob Lass erweckt den Tiger in ihr - und in der ARD-Mediathek. Mit einer großartig spielenden Ella Rumpf, einem fantastischem Soundtrack, improvisierten Dialogen, einem vagen Drehbuch und zwischendurch recht stylisch inszenierten Ninja-Kicks (deutsche Kill Bill). Durchaus empfehlenswertes Ding.

„Höflichkeit ist auch eine Art Gewalt - Gewalt gegen dich selbst.“


via Mediaraubkatzen


Von den Machern des PodcastUFOs, dem Tatortreiniger und dem NeomagazinRoyale: der erste Teaser von der bildundtonfabrik produzierten Netflix-Serie mit u.a. Bjarne Mädel und einem schön zu googlenden Titel: How to Sell Drugs Online (Fast). Und zumindest die ersten 30 Sekunden sehen so aus, als könnte das einer der besten deutschen Serien-Produktionen überhaupt werden (man merkt sogar endlich nicht mal, dass sie aus Deuschland kommt). Ich war vorher auf jeden Fall schon gespannt darauf, bin nun aber offiziell richtig gehyped. Starttermin für Serien-Suchtis ist der 31. Mai.

"How to Sell Drugs Online (Fast)" ist eine Coming-of-Age-Story und handelt von einem Schüler, der gemeinsam mit seinem besten Freund in seinem Jugendzimmer Europas größten Online-Drogenhandel gründet - und das alles, um die Liebe seines Lebens zurückzugewinnen. Die Geschichte ist laut Netflix und btf von wahren Begebenheiten inspiriert. Regie führen Lars Montag und Arne Feldhusen, letzterer war unter anderem auch für "Stromberg" und "Tatortreiniger" verantwortlich. Die Drehbücher stammen von Philipp Käßbohrer, Sebastian Colley und Stefan Titze. (Quelle)


Es kommt nur alle Jubeljahre vor, dass an einem Abend gleich zwei Filme auf einem deutschen Sender laufen. Heute ist aber einer dieser wenigen glücklichen Tage in Fernsehdeutschland. Und zwar auf 3Sat:

20:15 Uhr - Victoria (Deutschland/Sebastian Schipper/2015) - Mediathek-Link
22:25 Uhr - Ich seh, Ich seh (Österreich/Veronika Franz & Severin Fiala/2014) - Mediathek-Link

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Eine ehrgeizige Unternehmensberaterin im Business-Dress und Dauerstress - und ihr immer zu schlechten Scherzen aufgelegter Vater, der seiner Tochter mit einer zotteligen Perücke und einem Faschingsgebiss wieder näher kommen möchte. Der Oscar-nominierte Toni Erdmann steht nicht nur sinnbildlich zwischen den Generationen, sondern gerade auch in der arte-Mediathek - und sogar auf YouTube.
Ein oft komischer, noch öfter unangenehmer und immer wahnsinnig gut gespielter Film über die Zeiten kapitalistischer Selbstoptimierung, Selbstausbeutung und Selbstzerstörung - und das nicht aus den Augen verlieren des eigenen Ichs.

Da arte in der Mediathek einen Disclaimer als Klick-Hürde vor den Film geschoben hat, bekommt ihr die Inhaltszusammenfassung passenderweise von der FSK:

Tragikomödie über einen alternden Mann, der seine entfremdete Tochter besucht, eine in Bukarest lebende Karrierefrau. In einer grotesken Maskerade (mit falschen Zähnen und absurder Perücke) wirbelt er ihr streng geordnetes Leben durcheinander. Kinder ab 12 Jahren können der Geschichte problemlos folgen und werden auch von den teils absurden Situationen oder skurril-grotesken Verhaltensweisen nicht überfordert.
Es gibt eine leicht bizarre, betont emotionslose Sexszene, bei der es aber nicht zu Geschlechtsverkehr kommt: Der Liebhaber der erwachsenen Tochter masturbiert auf eine Praline, welche die Tochter dann isst. Diese Szene kann Zuschauer ab 12 kurzzeitig irritieren, von einer nachhaltigen Beeinträchtigung ist aber nicht auszugehen, da die Szene aus dem Gesamtkontext herausfällt und vom Rest des Films ausgeglichen wird.