Ein Meme, das es inzwischen bis in die Politik geschafft hat und damit eigentlich schon tot ist, noch bevor ich es richtig mitbekommen habe. Ich bin offenbar auch nicht mehr der jüngste "Millenial", der ich mit meinen 33 Jahren anscheinend bin. "Ok Boomer". Die neue Antwort auf alle im Kopf alten Menschen, die immer lautstark über "diese Jugend von heute!" meckern und altbackene Traditionen vor wissenschaftliche Fakten stellen, weil wir "das doch schon immer so gemacht haben!" und das alles so bleibt "wie's hier ist!".
Das Augenrollen einer ganzen Generation, die kein Bock mehr hat, alles immer wieder erklären zu müssen und einfach nicht mehr zeitgemäße Disskussionen mit nur 2 Worten beendet. So wie im neuseeländischen Parlament, als die 26-jährige Grünen-Politikerin Chlöe Swarbrick von einem vermutlich alten weißen Mann wegen ihres jungen Alters unterbrochen wird. "Ok boomer" - und zurück zum Wesentlichen (in einer übrigens sehr guten Rede).
In der Klimakrise ist es nämlich nicht nur eine Generation, die genug von Boomer-Bullshit hat - es sind mittlerweile Menschen in jedem Alter (sogar einige Boomer können Boomer nicht mehr hören). Oder anders: Dank FridaysForFuture, Greta und vielleicht auch diesem Meme sind wir alle im Team "Kids" und "Jugendliche", wodurch ich mich ja gerade ein bisschen weniger alt fühle. Endlich mal eine positive Auswirkung vom Klimawandel.


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"Das Problem mit der heutigen Jugend ist, dass man selbst nicht mehr dazugehört."
- Salvador Dalí

Vermutlich auch das eigentliche Problem vieler alter weißer Männer. Meiner einer hat sich jedenfalls schon immer vorgenommen, dass ich vor allem eins werden will, wenn ich denn mal so richtig alt bin: wieder jung. Und bei der gar nicht mal so üblen Jugend von heute hätte ich auch gar nicht mal was dagegen. Dass sie sich für Politik nicht interessieren würden, kann man nach Artikel 13, Rezo und FridaysForFuture jedenfalls nicht mehr behaupten (nur Thüringen muss nochmal üben). Und so schlechte Mukke hören die auch nicht alle, wenn man sich ein bisschen umhört. Nur bei Instagram, Snapchat & TikTok bleib ich raus, Leute. Da bin ich dann gerne auch zu alt für den Scheiß.


In Hamburg fand wieder mal die TinCon statt, eine Vortragsreihe für die etwas jüngere Netzkultur, auf der sich alles um die aktuellen Themen der Kids von heute dreht (die aber auch für große Kinder wie mich nicht uninteressant sind). Diesmal ging es neben verkackter Klimapolitik und FridaysForFuture auch um das Schreiben einer eigenen Netflix-Serie, politischen Deutschrap, weniger Urheberrechtschaos, mehr Demokratie und das Internet selbst.
Zu Gast auf der frisch mit dem Grimme Online Award ausgezeichnete kleinen Schwester der re:publica waren in der Hansestadt u.a. Podcast-UFO-Flieger Stefan Titze (How to sell Drugs online fast) und die wissenschaftlich korrekten YouTubers von kurzgesagt. Alle Vorträge aller jemals stattgefunden TinConnys findet ihr auf dem offiziellen YouTube-Kanal.



...weiterlesen "TinCon 2019 Hamburg | Über was die Jugend spricht: FridaysForFuture, Deutschrap, Demokratie & Netflix"


Die ARD spendiert zur inzwischen zum Glück sehr viel Aufmerksamkeit erregenden Europawahl eine gar nicht mal so schlechte Doku über die immer mehr zusammenarbeitende Jugend Europas. Allzu uncool scheinen die Kids Politik jedefalls gar nicht zu finden, wenn sich inzwischen sogar Beauty-Influencer politisch engagieren und Politiker wie Artikel13-Fighter Tiemo Wölken zu Influencern werden. Natürlich inklusive Europa-Hoodie, der mittlerweile ein Mode-Trend geworden ist.

Stell dir vor, es ist Europawahl – und vielen ist es einfach egal! 2014 war die Wahlbeteiligung vor allem bei jungen Menschen erschreckend gering. Ist Europa bei der Jugend out? Oder ist es so selbstverständlich, dass vielen gar nicht klar ist, wie sehr frühere Generationen für die heutige EU kämpfen mussten?

Dabei gibt es durchaus junge Menschen, die sich sehr aktiv engagieren. Teens und Twens, die überzeugt sind, dass Europa ihr Leben und das von Millionen anderen verbessert hat. Auf der anderen Seite kämpfen aber auch viele lautstark und mit Leidenschaft gegen die europäischen Einigung - weil sie um ihre nationale Identität fürchten oder schlechte Erfahrungen gemacht haben: mit der Brüsseler Bürokratie, den Auswirkungen der Globalisierung oder den brutal durchgesetzten Reformen für mehr "Wettbewerbsfähigkeit" – besonders im Rahmen der Euro-Krise. (ARD)


Nicht der Postillon, sondern ein tatsächlich ernst gemeinter Marketing-Gag von Mattel für die coolen Kids von heute. Inklusive Fidget Spinner, Swag und MC Fitti. Natürlich. Hier der mit superhippen Wörters ausgestattete Werbetext, der ein bisschen so klingt, als hätte man meinem Opa im Jahr 2010 einen 5-minütigen Crash-Kurs in Jugendsprache gegeben - oder Moneyboy zum Autor gemacht:

Das neue Buchstaben-YOLO bietet jetzt noch mehr Spaß - für die Fam, für die Gang und für alle Fans von lässiger Jugendsprache! Einfach mal wieder anlegen: Crossed die vorhanden Wörter der anderen, packt neue Buchstaben auf´s Board und zeigt, wer rasiert! Sammelt Props und Punkte durch smartes Ausnutzen von Powerfeldern!

Wer die besten Wörter fetzt, bekommt den Fame im Game!


PS: Und falls andere Spielefirmen auch gerade in Betracht ziehen, wieder "cool" sein zu wollen - hier noch ein paar meiner kostenlosen Vorschläge:


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Alter. Ich hoffe einfach mal, dass das eigentlich Satire sein soll (oder zumindest ein Fake) und keine ernst gemeinte Werbung ist. Andernfalls ist das vermutlich der am schlechtesten auf cool getrimmte Text, den meine Augen jemals erblickt haben. Ich stelle mir den Verantwortlichen, der so unfassbar gerne bei den Kids von heute ankommen möchte übrigens so vor:

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Die Lebensfragen der urbanen Jugend

Eine Frage, die die Jugend von heute zu beschäftigen scheint. Und offenbar auch die Sprayers. Jetzt gibt's nämlich auch noch 1 bemalten Train dazu. Das ist ja schon fast genug Gönnung für 2 Life.

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Als ich noch im Klassenfahrtalter war, bestand das größte Problem ja darin, sich nicht beim Alkohol schmuggeln oder rüberschleichen zu den Mädels erwischen zu lassen. Heute sind es dann eben Steckdosen. Naja. Irgendwas ist ja bekanntlich immer.

Ein 6-stündiger Erguss vom Radio Nukular aka Chris, Dominik & Max, die alle 3 zusammen eine Runde "Mädchen" gespielt haben. Ich habe gerade mal die erste Stunde durch und schon eine Menge gelernt. Und zwar u.a. über Omabrüste, nasse Unterhosen, Kuhscheiße und Heidi heida. Mal hören, was da noch so für romantische Schweinereien auf uns zu kommen.
Ich warn euch von vorn herein (hihi, von vorn herein) aber schon mal vor, denn es wird sehr pubertär. Also, nicht sprachlich (naja, manchmal vielleicht, aber ihr wollt es doch auch), sondern weil sich viele Stories um die Pubertät drehen.
Bis jetzt auf jeden Fall eine der besten Episoden bzw. ein kleiner Ohrgasmus für meine Lachmuskeln, die die letzten 60 Minuten ziemlich viel zu tun hatten. Und unter diesem magischen Link dürft auch ihr. Natürlich nur, wenn ihr cool seid.

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Ein Jahr ist es jetzt her, dass "läuft bei dir" aus welchem Grund auch immer Jugendwort des Jahres geworden. Und nun sucht Langenscheidt wieder nach einem neuen achso-hippen Begriff. Ich merke übrigens langsam echt, dass ich alt werde. Dieses Jahr kenne ich nämlich tatsächlich nur ein Wort. Haul (Adi Hipstler ist schuld!). Wenn man mich jetzt fragen würde, wär ich aber ganz klar für:
"merkeln" - Nichtstun, keine Entscheidungen treffen, keine Äußerungen von sich geben

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Eigentlich sind es fast 2 Minuten, dafür fasst es aber immerhin mehr als 5 gute und schlechte Jahre meiner Jugend zusammen. Und zwar erstaunlich genau (bis auf den Beinbruch nach 'nem Slamdunk, den hab' ich rebellisch verweigert). 

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Letztes Jahr war es mit dem "Babo" ja 'ne ziemlich eindeutige Geschichte. Dieses Jahr kann ich irgendwie gar nicht mal so viel dazu sagen. Vielleicht werd' ich auch einfach zu alt für diesen Quatsch. Ich kann auf jeden Fall mit der Hälfte der Begriffe kaum etwas bis gar nichts anfangen.
Mit "Läuft bei dir", "Gönn' dir" und "Bitch, Please" bin ich noch sehr vertraut, aber beim Rest musste ich doch öfter mal mit der Schulter zucken. "Hayvan", "Immatrikulationshinintegrund" und "Fappieren"? Kein Plan, was da wieder abgeht. Ich mag aber "Fußpils", glaub' ich. Irgendwie.

Und hier die ganze Liste, bei der ihr hier noch die Reihenfolge verändern könnt (nach dem Klique):
Hayvan – Tier (türk.); spielt je nach Situation auf die positiven oder negativen Eigenschaften von Tieren an (z.B. Muskelpaket, treuer Freund … oder aber: triebgesteuert, ohne Denkvermögen …)
Läuft bei dir – Andere Redewendung für: “Du hast es drauf!” Synonym für „cool“, „krass“. Kann auch ironisch verwendet werden.
Gönn dir! – 1. Viel Spaß dabei! Gönn es dir! 2. Ironischer Wunsch
Immatrikulationshintergrund – Person, die nicht richtig anpacken kann und ungeschickt ist und daher studiert hat
Fußpils – Bier für unterwegs
Fappieren – Selbstbefriedigung bei Jungs
Bitch, please! – Lässige Antwort auf eine Selbstverständlichkeit oder einen Überraschungserfolg
Selfie – Fotoselbstportrait, das im Spiegel oder mit der Frontkamera des Handys aufgenommen wurde.
Tebartzen – Sich etwas Teures leisten
Minus – Nein
Lass Haare wehen – Na, dann mal los! Beeil dich!
Obamern – abhören
Senfautomat – Klugscheißer bzw. jemand, der alles kommentiert
Assistempel – Tätowierung
GOML (get on my level) – Ausdruck der Überlegenheit
Foodgasm – Glücksgefühl bei sehr gutem Essen
Beta – Loser, Person mit wenig Selbstbewusstsein
Twerken – Tanzstil mit starkem Hüfteinsatz
Entsnowden – Entschlüsseln, aufdecken
insta- – Vorsilbe für beliebige Adjektive und Nomen für Markierungen/Tags bei Instagram-Posts
sugly – Selfie, auf dem man bewusst eine Schnute zieht und sich hässlich darstellt
Bürgersteigdeko – Hundehaufen
Likegeilheit –Wunsch, dass eigene Beiträge in sozialen Netzwerken von möglichst vielen Nutzern mit „Gefällt mir“ oder „Like“ markiert werden
Therapier mich nicht! – Nerv mich nicht!
SOS (same old shit) – Immer die gleiche Scheiße
Stressieren – Mischung aus „stressen“ und „pressieren“
FOMO (fear of missing out) – Angst haben, was zu verpassen
Hängs! – Vergiss es!
Emoxif – Adjektiv für abweisendes, zickiges und selbstverliebtes Verhalten
Du Propa! – Abkürzung für Propaganda, wenn mit einer Aussage nur angegeben werden soll


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