Die Sehnsucht nach endlich wieder richtigen Festivals ist bei mir ja so groß, dass ich sowieso jedes Line-Up feiern würde und schon im Januar Karten fürs bisher tatsächlich stattfindende Dockville geholt habe.
Das war aber offensichtlich eine sehr gute Entscheidung von Vergangenheits-Sascha, denn nach dem neuesten LineUp-Update hab ich da noch 2022 mal mehr Bock drauf und werde im August wohl 3 Tage durchfeiern müssen, Leute. Und zwar u.a. zu ukrainischem Hip-Hop, trashigen wie edlen Synth-Pop und einer guten Portion Deutschrap. Ich freu mich. Auf Sommer. Hafen. Musik. Und endlich mal wieder viele Menschen (am meisten allerdings auf Cashmiri <3).
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In ein paar Wochen werde ich vielleicht Live-Musik in einer Halle mit angeblich über 10000 Menschen hören und ich schreibe eigentlich nur "vielleicht", weil ich das noch gar nicht so richtig glauben kann (Marc Rebillet übrigens, falls das wen interessiert). Außerdem muss ich mich irgendwie noch daran gewöhnen, dass Dinge, die stattfinden inzwischen anscheinend auch wirklich stattfinden.
Apropos Live-Musik. Ich habe mal wieder ein paar Streams gesammelt und neben einigen sehr schönen Sets von u.a. OK Tschau, Monkeyman und AMTRAC ein Konzert aus einer Kirche gesehen, in der die Zuschauer alle in Krankenhausbetten liegen und Alligatoah & Friends als medizinisches Personal verkleidet ihre Show performen.
Und ich finde das optisch zwar sehr faszinierend und bin sehr froh, dass es immerhin keine Autokonzerte mehr gibt (bitte lasst und das nie wieder machen), freu mich aber auch, dass ich bald wieder auf einem ganz "normalen" Konzert sein werde. Hoffe, Corona entscheidet sich bis dahin nicht, plötzlich doch noch die 4. Staffel zu droppen und zu einem Superbösewicht zu mutieren. Ich hab nämlich auch noch Festivalkarten gekauft.
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Es ist wirklich gruselig "normal" geworden, dass wir uns in einem oder eigentlich sogar in mehreren Apokalypse-Szenarien gleichzeitig befinden, daily Kriegsbilder in den Nachrichten sehen und über Atombomben smalltalken. Und das eigentlich Verstörende daran ist vielleicht, dass das Leben für alle, die nicht direkt betroffen sind, tatsächlich irgendwie weiterläuft als wäre nichts und man während woanders die Welt untergeht einfach ganz normal wie jeden Tag zur Arbeit geht, sich am Wochenende auf 'ne Pizza trifft oder im Club ein bisschen dancen geht. Alles am Arsch ist das neue Normal.
Unsere neue Single ist draußen. Video gibts morgen im Orsons Channel. Fühlt sich komisch an bei dem Song hier auf “Happy Releaseday” zu machen, deswegen dieses Mal ein bisschen ruhiger. Wir sind alle in den 80ern groß geworden und haben fast alle Familie irgendwo in Osteuropa. Der kalte Krieg und der eiserne Vorhang waren sehr präsent für uns, auch ohne dass wir davon wussten und hat auf die eine oder andere Art unser Leben geprägt.
Was gerade in der Welt passiert fühlt sich daher umso falscher an. Dieses ekelhafte Gefühl, dass man (niemand) nicht will was da passiert und man sich dabei gleichzeitig so hilflos fühlt, haben wir versucht in einen Song zu packen. Wir hoffen ihr könnt für euch etwas daraus ziehen. Uns hat es zumindest geholfen ein bisschen Luft abzulassen.
We hug you. Eure Orsons
Falls ihr wie ich auch sehr oft kein Bock auf irgendeine Scheiße habt und mal wieder absolut nicht das tun wollt, was ihr eigentlich tun solltet, empfehle ich euch dieses mich zumindest sehr bockende Liedchen von Michal. Der neue Lieblingssong meines inneren Schweinehundes.
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2022 ist gerade so mies geworden, dass selbst 2020 dagegen wie ein gutes Jahr wirkt und ich weiß auch gar nicht, ob ich überhaupt noch in der Lage dazu bin, schon wieder eine historische Mega-Katastrophe zu verarbeiten. Und dabei ist es ja offensichtlich schon ein Privileg, das, was in der Ukraine passiert nur doomscrollend via Twitter mitzubekommen und nicht selbst erleben zu müssen.
Nach zwei elendig langen Pandemie-Jahren fällt es mir aber einfach noch schwerer zu fassen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Krieg wirklich für eine gute Idee halten. Ich pendle jedenfalls zwischen tiefem Weltschmerz und völliger Verdrängung. Und nebenbei ist mir eingefallen, was ich denn so als letztes aus dem Land mit der blaugelben Flagge gehört habe und mochte - es war dieser mbMn zu Unrecht nicht erstplatzierte ESC-Song der Ukraine aus dem letzten Jahr: GO_A – Shum. Das klebe ich mir samt Akustik-Version gerne hier hin, da der ESC eines der gegenteiligsten Dinge von Krieg ist, die ich kenne. Und ich mag das Gegenteil von Krieg.
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Schönste Nachricht 2022 bisher: Kamp rappt zurück in die Zukunft und setzt sein classy VOZ-Album fort, das ich seit 12 Jahren jeden Sommer pumpe. Oliver Tree ist inzwischen ein trauriger Cowboy. Das neue Album von 3Plusss kommt noch diesen Monat und es geht wohl u.a. über so Dinge. Crystal F x John ODMGDIA raven zuhause richtig ab, weil, naja, wo auch sonst in Corona-Times. Lumen der Minister bringt euch blau schimmerndes Gestein. Sobel autotune't irgendwas auf polnisch und das klingt durchaus schön. Paula Hartmann fährt uns betrunken nach hause, was nicht unbedingt die schlauste Idee ist. Abu Harry möchte alles, aber wenn's geht dann auch jetzt. Edwin Rosen legt Hitchcock neu auf., Meute sagen auf ihre Art und Weise Peace. Audio88 & Yassin sind back im Game. Mauli spielt der Boden ist Lava und hüpft über die Dächer der Stadt. French 79 hat einen geheimnisvollen, aber gut vibenden Zahlencode am Start. Und Go_A bringt nochmal den 2021er-ESC zurück.
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Im Gegensatz zu wahrscheinlich 99% aller Menschen lief's für Oliver Tree die letzten zwei Jahre eigentlich ziemlich gut und mittlerweile ist er vom singenden Scooterboy-Meme zum unfassbar erfolgreichen Mainstream-Künstler mutiert. Und ich mag ja diesen Mix aus Internet-Quatsch und ernstzunehmenden Lyrics auf schön produzierten Beats, weshalb ich mir gerade eines ersten schönen Dinge aus diesem Jahr anschaue: ein wundervoll weirdes Online-Konzi von Oli Baum.