Während die erste Welle noch sehr plötzlich und schockierend für uns alle war, rollt die mittlerweile dritte Welle schon so lange mit Ansage auf uns zu, dass der Überraschungseffekt sogar kleiner ist als ein Virus (ungefähr 100 Nanometer). Nicht nur die Wissenschaft, selbst ein Comedian wie Friedeman Weise hat das - so wie wahrscheinlich jeder andere Mensch außerhalb der Bundesregierung - bereits Ende Februar kommen sehen. Ahoi nächster Lockdown.
Gestern habe ich diesen technoiden Synthie-Banger von Charlie für mich entdeckt, der sehr gut gealtert ist, dafür, dass er als fast 40 Jahre alte Disko-Nummer aus Italien daherkommt, die vom Ding her auch heute so produziert worden sein könnte. Klingt ein bisschen wie eine Oldie-Version von Daft Punk und ist abgespaced genug, um perfekt über Szenen aus Fantastic Planet zu passen.
Wie gern ich diesen Song jetzt doch richtig schön laut in irgendnem' Club oder meinetwegen ja auch gern in einer italienischen Disse hören würde, um dazu abzudäncen. Vielleicht sollte ich mir eine Zeitmaschine bauen und zurück in die 80er reisen. Da ging das ja noch alles.
"Es steckt in «Spacer Woman» von Charlie aus dem Jahre 1983 die Quintessenz eines ganzen Genres. Eines, das sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter ausdifferenzierte, zahl- und abwechslungsreiche Sub-Genres zur Folge hatte und irgendwann als Inspiration für die Musik von Modern Talking diente - aber auch den Sound von New Order, den Pet Shop Boys oder Daft Punk beeinflusste." (Quelle)
Update: Ich hab' am Wochenende mal wieder Pizza gefuttert, Fruity Loops angeschmissen und statt der Zeitmaschine dann doch erstmal 'nen kleinen Remix von meinem Italo-Discohrwurm gebastelt.
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Der YouTube-Algorithmus hat mir in den letzten Tagen immer wieder ein wenig Rebellion im Lockdown vorgeschlagen und damit sind zum kleine dummdusseligen Demo-Bilder von hirnlosen Corona-Leugnern gemeint, sondern Videos von ungefährlichen Gangs - aus der Skate- und der Graffiti-Szene. Und da beide - also sowohl die skatende Bande aus Wien als auch die sprayende Crew ausm Osten (anscheinend Leipzsch) - so stilecht gefilmt sind, aber auch fantastische Soundtracks haben, klebe ich die hier einfach mal hin. Props für die Fischaugen-Oldschool-Vibes, dieses atmosphärische La-Haine-Intro und die nicht vergessene Message.
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Eigentlich finde ich es ja wichtiger, das Jahr zu überleben als einen Abschluss zu schaffen und halte es für verstörend, dass man scheinbar unter allen Umständen Abiturprüfungen machen bzw. überhaupt zur Schule muss. Inzwischen haben sich nämlich wohl selbst die Abi-Mottos mit Corona infiziert, so wie's aussieht. Und das ist sehr lustig, aber auch irgendwie traurig zugleich. Die Kreativität hat durch den fehlenden Präsenzunterricht aber offenbar nicht gelitten, im Gegenteil.
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Isreal ist mittlerweile an dem finalen Punkt angekommen, an dem wir alle gerne wären und hat als Impf-Weltmeister (inzwischen ist dort über die Hälfte zweimal durch) gerade anscheinend Corona für beendet erklärt. Jetzt tanzen sie dort auf den Tischen.
Und ich gönne es ihnen sehr, bin trotzdem fucking neidisch und finde es dennoch beruhigend zu wissen, dass sowas wie ein Pandemie-Finish-Moment offensichtlich doch existiert, nachdem man hier manchmal auf die Hoffnung auf ein Ende verlieren könnte. Vermutlich würde ich insgesamt trotzdem lieber in Neuseeland wohnen, wo das Virus ja sogar ohne Spritzen im Arm schon besiegt wurde, aber gerade wär ich auch verdammt gerne in Tel Aviv.
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Corona hat uns scheinbar nicht nur zuhause, sondern auch in einer Zeitschleife eingesperrt, in der sich alles ständig wiederholt, als wär jeder von uns zu Bill Murray mutiert. Die Pandemiemüdigkeit kickt inzwischen so hart, dass man eigentlich nur noch schreien könnten, wenn das nicht so viele gefährliche Aerosole verbreiten würde. Und währenddessen gibt's statt Impfstoff nun Impfstopp, die Idioten fliegen wieder nach Malle und Deutschland hängt sich weiter an seinem eigenen Bürokratie-Strang auf. Twittwoch #11.
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Eigentlich ist ja gerade die perfekte Zeit, um ein bisschen in der Vergangenheit rumzunostalgieren. Denn in der Gegenwart ist ja aktuell nahezu alles verboten, was auch sonst Spaß macht. Da denken wir doch lieber in Erinnerungen schwelgend an die guten alten Zeiten. Zum Beispiel mit Jim, der euch das Beste der 80er und 90er auf jeweils einer Collage hübsch zusammengemalt hat. Flashbacks fürs Auge. Stilecht gerendert mit Microsoft Paint.
Noch vor einem Jahr hätte ich gedacht, dass es die schwierigste und zeitaufwändigste Aufgabe wird, überhaupt einen Impfstoff zu erfinden. Stellt sich heraus, dass das eigentlich ziemlich easy und fix ging, wir aber komplett daran scheitern, das Zeug in alle Arme zu ballern, weil wir alles überbürokratisieren und uns vorher lieber totdiskutieren. Von den komplexen und wissenschaftlich schon lange nicht mehr verständlichen Corona-Regeln, für die man fast ein Studium brauch, um sie zu verstehen, ganz zu schweigen.
Inzwischen haben wir aber sogar beschlossen, unsere einzige Rettung aus der Pandemie aka das Impfen vorerst fast gänzlich zu stoppen, um noch mehr Formulare ausfüllen zu lassen und wahrscheinlich auch, um noch mehr unnötig müde machende Debatten zu führen. Und ich weiß nicht genau, ob wir jetzt an, mit oder durch unseren Bürokratie-Fetisch sterben, glaube aber, dass vor allem in einer Pandemie unkomplizierte und pragmatische Lösungen gefragt sind, weil man eben schnell sein muss.
Abgesehen davon waren die einzigen Infos, die ich zu den wohlgemerkt zugelassenen Impfungen wissen wollte, wie ich einen Termin dafür bekomme. Das wurde allerdings kaum bis gar nicht kommuniziert und musste ich selber auf doof rausfinden. Stattdessen weiß ich jetzt so gut wie alles andere darüber und fühle mich wie vor einem Urlaubsflug, bei dem mir erst jedes mögliche Flugzeugmodell vorgestellt, dann 1000 mal versichert wird, dass Fliegen sicher ist und ich am Ende zwar den Namen des Piloten vorher weiß, dafür aber keine Ahnung habe, wann und wo es denn losgeht.
Apropos fliegen. Das Thrombose-Risiko für Flüge ist ja weitaus höher als die 0,0004%-Quote bei AstraZeneca und trotzdem düsen selbst in einer Pandemie scheinbar alle nach Malle. Aber okay, man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, hat mein Mathelehrer früher immer gesagt. Gut, dann vergleichen wir doch impfen mit impfen und ich frage mal, ob ihr euch vor eurer letzten Impfung (Grippe, Tetanus, Masern whatever) auch stundenlang Talkshows über die verschiedenen Impfstoff-Hersteller angeguckt habt oder überhaupt deren Namen kennt? Nein? Ich nämlich auch nicht. Und jetzt hört endlich auf, alles unendlich oft durchzukauen und macht einfach mal, verdammte Scheiße. Sonst sitzen wir in 10 Jahren noch alle zuhause rum und es wird ein Never-Ending-Schimpfdesaster.
"So what happened to Germany’s famed organizational and logistical prowess? It would seem to have disappeared down a fax-line somewhere between Berlin and Brussels. [...]
In other words, any German who dies of COVID-19 because they didn’t get a vaccine on time can take solace in the knowledge that her data will be safe and secure in the ever after. [...]
What’s particularly striking to an outsider like me about Germany’s handling of the pandemic is the amount of energy the country puts into identifying and dissecting the problems, rather than resolving them." (politico.eu)
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