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Sascha Lobo hat gestern auf der re:publica seine alljährliche Rede zur Lage der Nation geschwungen, in der er u.a. für einen sozialen Liberalismus plädiert hat (verlink ich euch hier, sobald das einzelne Video online ist). Mein Highlight war allerdings dieses Zitat, das ich genau so unterschreiben würde. Für maximale Toleranz. Und Menschlichkeit. Mit WLAN.

Sascha Lobo analysiert auf spon die verharmlosenden Äußerungen von Trump zum Thema Nazi-Terror. Dabei bedient er sich - ob nun wohl überlegt oder nicht - ganz klassischer Kommunikationsstrategien von Neonazis, die versuchen rechtes Gedankengut zu legitimieren. Dabei sollte sich eine Gesellschaft ja zumindest darauf einigen können, dass Nazis einfach scheiße und gefährlich sind.  Hier der Link zum Artikel.

Ganz ähnlich tun die Neonazis von "Alt Right" schon so, als seien nicht normale Bürgerinnen und Bürger gegen sie, sondern nur komische Linksradikale. In einem so groben wie bitteren amerikanischen Witz wird die Gefährlichkeit dieser Verschiebung deutlich:

- Neonazi: "Tötet alle Juden!"

- Gegendemonstrant: "Nein!"

- Ein Zuschauer: "Das sind also Extrempositionen, jetzt sollten wir einen Kompromiss finden."

Die Strategie der Neonazis von "Alt Right" ist, die Ablehnung ihrer extremistischen, menschenfeindlichen Positionen als ebenfalls extremistisch darzustellen. Und Trump bedient mit seiner "Alt Right"/"Alt Left"-Gegenüberstellung genau diese Erzählung. (Lehrstunde in Nazi-Verharmlosung)

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Der alteingesessene Internet-Punk Sascha Lobo mit seiner alljährlichen Stunde über die Netzkultur. Diesmal geht's u.a. um digitale Stammtische, hochemotionale Algorithmen und Diskussionsmechaniken mit Rechtsextremen. Und ja, ich weiß, so richtig sympathisch wirkt er irgendwie nie. Für Netzjunkies wie mich ist das ja dann aber doch immer sehr bereichernd. Und inzwischen ist seine Rede auf re:publica ja auch hier ein bisschen Tradition. Zudem scheint er ja mit seinen Diskussionsdebatten im Netz dann doch hin und wieder was zu erreichen.

Zusätzlich noch das kleine Sozial-Experiment mit ihm bei ZDFNeo (manipulieren.de), wo ich bisher aber nur mal reingeguckt habe. Es geht um Manipulation.

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 Ja, er nervt mich sonst auch sehr oft. Und ja, er kommt auch hier wieder nicht sonderlich sympathisch rüber und übertreibt hier und da mal.
Aber, was man Sascha Lobo bei seiner Rede auf der gerade laufenden re:publica lassen muss, ist, dass er hier sehr viel kluge Sachen sagt, die wir uns alle vielleicht öfter hinter die Ohren schreiben sollten.
Mit vielen Details will ich euch da gar nicht belästigen, schließlich habt ihr einen 1-stündigen Vortrag vor euch und ich weiß ja, wie wenig Zeit ihr alle immer habt.
Nur so viel: Der Mann mit roten Ding auf dem Kopf rollt den mittlerweile ziemlich untergegangen Überwachungsskandal Überwachungsangriff nochmal im Detail auf und schlägt mit harten Kampfansagen zurück. Teilweise nervt das dann wieder, aber es lohnt sich trotzdem ihm mal zuzuhören. 


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