Eine bedrückende Doku über den wohl letzten NS-Prozess aus Deutschland, bei dem erstmalig Virtual Reality im Gerichtssaal zum Einsatz kam. Um zu beweisen, dass der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning nicht "nichts gewusst" bzw. "nichts gesehen" hatte, ließ man nämlich seinen damaligen Wachposten im KZ von Ausschwitz virtuell nachbauen. Dadurch konnte er schließlich zur Beihilfe des Massenmordes für schuldig gesprochen werden.
Der Täter selbst trat seine Strafe allerdings nie an, da er vorher verstarb. Eine Genugtuung für die Hinterbliebenen der Opfer war es trotzdem.

Like many Nazis who never faced justice, the now elderly Hanning claimed he was not aware of what was happening inside the concentration camp. And like many, he had been living a normal life in Germany since the war — until a major war crimes policy review opened the door to try Hanning as an accessory to at least 170,000 deaths.


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Rassismus in der U-Bahn Ein Zivilcourage-Experiment im Jahr 1994 (2)
Ein heute desöfteren in Schulen gezeigtes Sozial-Experiment in der Frankfurter U-Bahn, wo 1994 simuliert wurde, wie zwei Nazis einen Schwarzen belästigen. Und damals hatten es Rechtsradikale scheinbar nicht leicht in Mainhattan. Auf jeder Fahrt wurde zumindest verbal versucht einzugreifen, oftmals positionierten sich Menschen auch körperlich dagegen und einer wetzt für die Fake-Nazis sogar sein Messer.

Typ: "Ihr seid hier in Frankfurt, alder!"
Nazi: "Is' das hier euer Problem?"
Typ: "Ja, is' mein Problem!"
Ältere Frau: "Unser aller Problem."

...weiterlesen "Rassismus in der U-Bahn: Ein Zivilcourage-Experiment im Jahr 1994"

Normalerweise kommt in solchen Formaten, wo Rapper nur mal ein paar Lines droppen sollen ja nur eins raus: ein mittelmäßiger Track über das eigene große Ego.
Der gute Tom Thaler nutzt seine Zeit vor der Kamera da allerdings maximal effektiv. Er beweist, dass er flowen kann wie ein Bach und kickt gleichzeitig ein politisches Statement gegen Rechts, das ich ziemlich genau so unterschreiben würde. Fast ein bisschen schade, dass man ihn nicht wählen kann. Wäre für die Hip-Hop-Partei sicher ein guter Mann.

Sag mir, was ist dein Punkt? Angst führt zu Hass und der Hass macht dich dumm.


Ihr kennt sicher den Spruch: Zähne putzen ist wie wählen gehen. Wenn man's nicht macht, wird's braun. Im Supermarkt ist das Pendant dazu der vom blauen Schimmel befallene Käse. Zumindest in diesem Video, dessen Message ich mich auf jeden Fall nur anschließen kann:

Demokratie leben - wählen gehen! Zeichen setzen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Dies ist nicht nur zentrale Botschaft des Clips, sondern auch Überzeugung und Triebfeder der zahlreichen Filmschaffenden, die sich mit diesem No-Budget Projekt engagiert haben. Insbesondere der Rechtsruck in Europa durch extrem Rechte Gruppierungen und Parteien sowie Rechtspopulisten verbreiteten ein Klima von Rassismus, Hass und Gewalt. Mit diesem Videospot treten wir dieser Entwicklung entschieden entgegen und stehen für eine vielfältige Gesellschaft.

via bundestagswahlrebellen

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Ein Gedicht von Erich Kästner aus dem Jahr 1932, das einem erschreckend aktuell vorkommt. Ein anscheinend ewiger Kampf gegen die Dummheit.

Erich Kästner: Denn ihr seid dumm (Rezitation)

Ihr und die Dummheit zieht in Viererreihen
in die Kasernen der Vergangenheit.
Glaubt nicht, daß wir uns wundern, wenn ihr schreit.
Denn was ihr denkt und tut, das ist zum Schreien.

Ihr kommt daher und laßt die Seele kochen.
Die Seele kocht, und die Vernunft erfriert.
Ihr liebt das Leben erst, wenn ihr marschiert,
weil dann gesungen wird und nicht gesprochen.

Ihr liebt die Leute, die beim Töten sterben.
Und Helden nennt ihr sie nach altem Brauch;
denn ihr seid dumm und böse seid ihr auch.
Wer dumm und böse ist, rennt ins Verderben.

Ihr liebt den Haß und wollt die Welt dran messen.
Ihr werft dem Tier im Menschen Futter hin,
damit es wächst, das Tier tief in euch drin!
Das Tier im Menschen soll den Menschen fressen.

Ihr möchtet auf den Trümmern Rüben bauen
Und Kirchen und Kasernen wie noch nie.
Ihr sehnt euch heim zur alten Dynastie
und möchtet Fideikommißbrot kauen.

Ihr wollt die Uhrenzeiger rückwärtsdrehen
Und glaubt, das ändere der Zeiten Lauf.
Dreht an der Uhr! Die Zeit hält niemand auf!
Nur eure Uhr wird nicht mehr richtiggehen.

Wie ihr’s euch träumt, wird Deutschland nicht erwachen.
Denn ihr seid dumm, und seid nicht auserwählt.
Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt:
Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!

Quelle: Erinnerungsort

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Tommy Wirth hat das Beste aus sätmlichen Wahlplakaten gemacht, die derzeit überall langweilig vor sich hinhängen und ihre sich immer wiederholenden Sprüche trällern. Ein Musikvideo mit parodierten Slogans gegen rechts. Liberté, Égalité, FCKAFDÉ.

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Eine lange Zeit dachte ich ja, dass Politik sich wie Menschen eigentlich immer weiter entwickelt, die Gesellschaft stets Fortschritte macht und alles irgendwie weltoffener und besser mit den Jahren wird. Die AfD im Bundestag wäre so ziemlich genau das Gegenteil davon. Deswegen lass das doch einfach nicht machen, Deutschland. Ich hasse es nämlich, wenn ich mich irre.

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Gerade den Twittwoch rausgehauen, da kommt noch ein Tweet rein, der sogar seinen eigenen Platz hier bekommt. Und hier mein Spruch aus Omma's Witzebuch dazu: fickt keine Nazis. Gebt ihnen lieber Kondome, damit sie sich nicht fortpflanzen. ( ͡° ͜ʖ ͡°)

Update: was die Partei die Partei sagt.

Sascha Lobo analysiert auf spon die verharmlosenden Äußerungen von Trump zum Thema Nazi-Terror. Dabei bedient er sich - ob nun wohl überlegt oder nicht - ganz klassischer Kommunikationsstrategien von Neonazis, die versuchen rechtes Gedankengut zu legitimieren. Dabei sollte sich eine Gesellschaft ja zumindest darauf einigen können, dass Nazis einfach scheiße und gefährlich sind.  Hier der Link zum Artikel.

Ganz ähnlich tun die Neonazis von "Alt Right" schon so, als seien nicht normale Bürgerinnen und Bürger gegen sie, sondern nur komische Linksradikale. In einem so groben wie bitteren amerikanischen Witz wird die Gefährlichkeit dieser Verschiebung deutlich:

- Neonazi: "Tötet alle Juden!"

- Gegendemonstrant: "Nein!"

- Ein Zuschauer: "Das sind also Extrempositionen, jetzt sollten wir einen Kompromiss finden."

Die Strategie der Neonazis von "Alt Right" ist, die Ablehnung ihrer extremistischen, menschenfeindlichen Positionen als ebenfalls extremistisch darzustellen. Und Trump bedient mit seiner "Alt Right"/"Alt Left"-Gegenüberstellung genau diese Erzählung. (Lehrstunde in Nazi-Verharmlosung)

via

Der Guardian mit der passenden Fassade für das inzwischen sehr Weiße Haus. Dazu passend die Vice mit einer erschreckenden Doku über voll bewaffnete Hardcore-Nazis und John Oliver, der den mittlerweile eindeutig als rechts geouteten Trump wieder mal mit links vorführt. Und ich bin gerade wieder mal sehr froh, nicht in den USofA zu leben.