Keine Ahnung, wie oft wir die Killerspieldebatte aus den 2000ern in den letzten Jahrzehnten schon durchgekaut haben, aber da Donald Trump Horst Seehofer generell noch in den 80ern zu leben scheint, hat er sie scheinbar nie mitbekommen und macht sie nun tatsächlich zum drölften Mal wieder auf. Anscheinend hat der Typ nach einem Nazi-Terroranschlag nichts Besseres zu tun. Sich um beschissen gefährlichen und offensichtlich fucking tödlichen NAZI-TERROR kümmern zum Beispiel.
In dem Fall sollte doch selbst ein Vollhorst erkennen, was das verdammt nochmal reale und nicht aus Pixeln bestehende Problem ist und was diesen Mistkerl radikalisiert hat. Bevor ich nun aber nochmal wiederhole, was ihr eh schon alle wisst, überlasse ich das lieber Menschen, die das schon wissenschaftlich geklärt haben und gebe euch stattdessen einfach ein paar Memes dazu:

...weiterlesen "Seehofer hat scheinbar mehr Probleme mit Gamern als mit Nazis"

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Hey, liebes ach-so-hippe Pro7 - kleiner Tipp: Wenn ihr im Jahr 2018 solche Berichte in den Nachrichten bringt, wirkt das wie Satire. Diese News müsst ihr ins Jahr 2003 senden - und selbst da solltet ihr euch vorher wenigstens ein Spiel raussuchen, in dem man Blut sieht.
Oder ihr spart euch diesen peinlichen Mist komplett, geht mit der Zeit und zeigt stattdessen das Video, das Künstler aus der Gamingbranche für Trump zusammengebastelt haben, der derzeit auch wieder den bösen Killer-Spielen für alles die Schuld in die Schuhe schiebt. Das wäre doch mal was. Kunst im Fernsehen. Mit Videospielen. Voll gewagt und so.

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Ein weiterer Teil der sehenswerten Killerspiel-Doku von Christian Schiffer (WASD) für ZDF-Info, dessen ersten beiden Teile ich schon verbloggst habe (hier). Der dritte und letzte Part handelt von "aktuellen Entwicklungen und einen Ausblick, wie Virtual Reality zu einer ganz neuen Diskussion der Gefährlichkeit von Ego-Shootern führen könnte."

Hier nochmal die gesamte Doku via Playlist, in der u.a. auch Budi von den Rocketbeans auftaucht:
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Killerspiele – kaum ein Wort in der deutschen Gaming-Landschaft ist so aufgeladen, kaum eine Debatte wurde so emotional geführt. Wer heute das Wort Killerspiele hört, denkt an „Counter Strike“, an „Doom“, mit großer Wahrscheinlichkeit auch an Erfurt, Winnenden, Schulamokläufe. Doch hinter der Geschichte der Killerspiele verbirgt sich so viel mehr.
Schon Mitte der 70er Jahre erscheint mit „Death Race“ das erste Spiel, das eine Gewalt-Diskussion provoziert. Es ist der Anfang von einem ganzen Genre. Diese dreiteilige Doku-Reihe erzählt die Geschichte der Killerspiele von den Anfängen an Daddelautomaten in den USA über die ersten First-Person-Shooter bis hin zur deutschen Diskussion Anfang der Nullerjahre.

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Den ganzen Tag unzensierte, ungefilterte Bluttaten in den Nachrichten und Online-Medien. Hauptsache Quote. Aber dann sinds Killerspiele.

— HPPR (@Gronkh) 24. Juli 2016

Die Killerspiel-Dämlichbatte nimmt weiterhin lächerliche Formen an. Nachdem in Hamburg Polizisten für eine Videospielfahndung auf'm Flohmarkt abgestellt wurden, streicht Pro7 Maxx die bereits angefangene und kurz vorm Finale stehende Online-Übertragung der CS:GO eLeague, die sie im Mai noch mit viel positiver Resonanz angekündigt hatten. Die zusammenfassende Highlight-Show lieferte Quoten weit über dem sonstigen Senderdurchschnitt und war ein voller Erfolg. 
Aufgrund der wieder aufkommenden Diskussion um die achsobösen Computerspiele zieht man nun aber komplett den Schwanz ein. Schließlich könnte sich ja irgendwer darüber aufregen - oder direkt amoklaufen. Ja ne - is' klar. Ich spiel' dann mal ein bisschen Sims, um mein Leben auf die Reihe zu kriegen.
Und um das Ganze noch absurder zu machen, hier mal ein paar Worte vom Chef von Pro7 Maxx, die knapp 3 Monate alt sind und ein Kommentar zur stolz verkündeten Übertragung "damals" waren:

"E-Sport-Veranstaltungen sind längst zu einem Massenphänomen geworden und begeistern vor allem ein junges, männliches Publikum weltweit. Aus diesem Grund passt die ELEAGUE perfekt zu unseren Zuschauern. Ich freue mich, dass wir dieses neue Event exklusiv im Free-TV zeigen können - und ab Juni ein wöchentliches, mitternächtliches Must-See für E-Sportsfreunde im Programm haben."


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River Raid. Ein aus 1984 stammendes "Killerspiel" auf dem C64, das indiziert wurde, weil es angeblich Aggressionen bei Jugendlichen verursacht. Heutzutage ist das Spiel von der USK, die ohnehin zu brutale Games erst ab 18 verkaufen lässt, ohne Altersbeschränkung freigegeben. 
Und das sagt eigentlich ziemlich viel darüber aus, wie lächerlich es ist, diese Debatte wieder aufzumachen bzw. Polizisten dafür abzustellen, dass sie auf Flohmärkten nach Killerspielen fahnden. Schließlich haben wir das alles schon durchgekaut. Und Computerspiele sind längst ein Kulturgut. Genau wie Filme, Bücher und Musik auch. Und da debattieren wir ja auch nicht so dumm rum.


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Es ist 2016 und wir diskutieren wieder darüber, ob Computerspiele uns alle zu Amokläufern werden lassen. Und so langsam geht mir dieses ganze Historyrepeating ja schon ziemlich auf den Sack. Hauptsache, wir reden schon wieder nicht über die wirklichen Ursachen.
Aber gut. Wenn wir 10-Jahre alte Debatten nochmal führen, kann ich ja auch ein 7 Jahre altes Vid von der wunderbaren Coldmirror bringen. Der Grund: brutale Killerspiele.
Wie kommt ein 18jähriger in Deutschland an eine 9mm-Pistole und 300 Schuss Munition?

Hat er bestimmt in einem Killerspiel gekauft.

— Jan Böhmermann (@janboehm) 24. Juli 2016

Aber hey - Ursachenforschung ist 'ne schwierige und zeitraubende Angelegenheit. Zum Glück haben wir einen Sündenbock. Puh. #Killerspiele

— HerrDekay (@HerrDekay) 24. Juli 2016

Wenn Shooter Spieler zu Amokläufern werden....werde ich dann ein blauer Igel? #Killerspiele

— Rickymainia (@Rickymainia) 24. Juli 2016

Wenn "#Killerspiele" an Amokläufen schuld sind, dann sind Wirtschaftssimulatoren an der Finanzkrise schuld.

— Tschäff (@Blubbsert) 23. Juli 2016

Killerspiele führen zu Amokläufen? Quatsch! Es weiß doch jeder, dass das an Comics, Horrorfilmen und diesem schrecklichen Heavy Metal liegt!

— Rebel (@rebel_berlin) 23. Juli 2016

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Der zweite Part der Killerspiele-Doku von ZDFInfo (bzw. von Christian Schiffer), dessen Vorgänger ich hier auch schon verbloggst habe. Diesmal geht's u.a. um die Amokläufe von Erfurt bis Winnenden, die damals die Debatte rundum Spiele mit Gewaltszenen so richtig ins rollen gebracht hat. Und ganz Deutschland diskutierte darüber, ob man Counterstrike verbieten sollte - anstatt sich um die wirklich Ursachen im sozialen Umfeld zu kümmern.
Interessant ist dabei vor allem, dass heute beinahe niemand mehr daran glaubt (außer ein paar hängen gebliebene Psychologen), dass Games allein einen normalen Menschen dazu bringen, auch im echten Leben zu töten, wenn er nicht ohnehin schon einen gewaltigen Schuss hat. Die Parallelen zum Film, der in seiner Frühphase auch regelmäßig verteufelt wurde, werden auf jedem Fall immer klarer. 
Vielleicht braucht der Mensch auch einfach immer irgendwas oder irgendwen, den er für irgendwas die Schuld geben kann, um sowas zu verarbeiten. Wiedemauchsei, Teil 2 lohnt sich ebenso. Schließlich ist auch ein alter Bekannter (siehe Vorschaubudi) dabei! o/
PS: Apropos verbieten. Kaas von den Orsons hat damals einen Song über Amokläufe aus der Ich-Perspektive geschrieben, der später u.a. von Frank Plasberg genau so beschuldigt wurde, wie ein Counterstrike (bei Marilyn Manson und Slipknot war's ja damals auch so). Als Antwort darauf kam dieses Halt-die-Fresse-Video. Und ich finde, das fasst zumindest die Amok-Debatte immer noch ganz gut zusammen.

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Eine von Vorurteilen befreite Doku über Killerspiele von ZDFInfo, die durchaus objektiv die einst so aufgeheizte Debatte rundum die "bösen" Games beleuchtet und nebenbei ihre Geschichte erzählt. Der erste Teil steht schon in der Mediathek (und auf YouTube), der 2. und 3. Part folgt vermutlich an den nächsten beiden Wochenenden.

Killerspiele – kaum ein Wort in der deutschen Gaming-Landschaft ist so aufgeladen, kaum eine Debatte wurde so emotional geführt. Wer heute das Wort Killerspiele hört, denkt an „Counter Strike“, an „Doom“, mit großer Wahrscheinlichkeit auch an Erfurt, Winnenden, Schulamokläufe. Doch hinter der Geschichte der Killerspiele verbirgt sich so viel mehr.
Schon Mitte der 70er Jahre erscheint mit „Death Race“ das erste Spiel, das eine Gewalt-Diskussion provoziert. Es ist der Anfang von einem ganzen Genre. Diese dreiteilige Doku-Reihe erzählt die Geschichte der Killerspiele von den Anfängen an Daddelautomaten in den USA über die ersten First-Person-Shooter bis hin zur deutschen Diskussion Anfang der Nullerjahre.

PS: Die ältere 80er-Doku, die in Fetzen mit reingeschnitten ist, hatte ich hier auch schon.
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